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Tipp der Woche: Vögel Füttern & Zählen + Buchverlosung

  • Es fröstelt. Wir sind im kältesten Monat des Jahres angekommen und warten nur noch darauf, Schlitten fahren zu können. Bei diesen eisigen Temperaturen denken viele Naturliebhaber nicht nur daran, wie sie sich selber schnellstens ins Warme befördern, sondern machen sich auch Gedanken, wie Tiere die kalte Jahreszeit überdauern. Spätestens beim ersten Schnee werden Meisenknödel aufgehängt und Futterhäuschen gefüllt. Das Thema, ob man Wildvögel wirklich füttern sollte, wird aber immer wieder diskutiert. Verhungern die Tiere, wenn man sie im Winter nicht füttert? Oder ist das nur ein sinnloser Eingriff in die Natur?

    Wir sagen: Es spricht nichts gegen das Füttern von Vögeln, solange man es richtig macht.

    Die Bestände von Haussperlingen nehmen ab. Vermutlich besteht ein Zusammenhang zum Insektensterben...  © iStock / gettyimages

    Anzunehmen, dass man durch`s Füttern zum Artenschützer wird, ist allerdings falsch. Laut dem NABU kommen die typischen Vogelfütterungen etwa 10 bis 15 Vogelarten zugute. Dazu gehören Meisen, Finken, Rotkehlchen und Drosseln, die allesamt in ihrem Bestand nicht bedroht sind. Weiter außerhalb der Stadt kann man aber durchaus seltenere Vögel am Futterhäuschen sehen.

    Also wie macht man es jetzt richtig?

    WWF, NABU und NDR geben Aufschluss:

    Ob Futterhäuschen, Silos oder Futterspender, alle drei Futterstellen sind gut geeignet. Am besten sind Futterstellen, bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Eine Überdachung hilft, damit das Futter nicht verdirbt. Es ist auf jeden Fall wichtig, die Futterstelle öfters zu reinigen, am besten mit heißem Wasser, damit sich keine Krankheitserreger ausbreiten. Klassische Futterhäuschen sollten einmal am Tag ausgefegt werden. An größeren Futterstellen treten häufiger Krankheitskeime auf. Deshalb eher mehrere kleine als eine große aufstellen.

    Achtet beim Aufstellen der Futterstelle darauf, dass keine Fenster in der Nähe sind, gegen die die Vögel fliegen könnten. Die Futterstellen sollten am besten zwei bis drei Meter von Büschen entfernt frei aufgestellt oder -gehängt werden. So haben heranschleichende Katzen keine Chance und die Vögel können schnell vor einem Greifvogel wie dem Sperber fliehen. Wie ihr Futterstellen selber bauen könnt, erfahrt ihr hier.

    Bei der Wahl des Futters kann man mit Körnermischungen selten etwas falsch machen. Amseln, Drosseln oder Rotkehlchen mögen auch weiches Futter wie Haferflocken, Rosinen oder Obst. Grundsätzlich ungeeignet sind Speisereste oder Brot, da diese Gewürze und Salz enthalten, was die Tiere nicht vertragen. Bei den beliebten Meisenknödeln sollte man unbegingt darauf achten, dass sie nicht in Plastiknetze eingewickelt sind. Das ist nicht nur unnötiger Plastikmüll, sondern ist auch für die Tiere gefährlich, weil sie sich leicht verheddern können. Was zu jeder Futterstelle dazugehört, ist eine Vogeltränke. Das Wasser sollte bestenfalls täglich gewechselt werden.

    Solche Plastiknetze auf jeden Fall vermeiden!© iStock / gettyimages
    Wer mit dem Füttern beginnt, sollte es auch konsequent und täglich bis zum Ende des Winters tun. Die Vögel verlassen sich auf ihre Futterplätze und könnten sonst in kürzester Zeit verhungern. Am sichersten ist es, mit dem Füttern erst aufzuhören, sobald die natürlichen Futterquellen im Frühjahr wieder mehr werden. Es wird auch angenommen, dass z.B. Meisen im Frühjahr Körner an Küken verfüttern würden, die aber nur Insektenkost vertragen. Die Gegenannahme ist aber, dass der Bruterfolg höher ist, wenn gefüttert wird. Letzteres wird von vielen Naturschutzorganisationen bestätigt.
    Sicher ist, dass die Naturerfahrung enorm viel wiegt. Besonders Kinder und Jugendliche haben die Chance, die Tiere ausgiebig zu beobachten. Nicht selten weckt der Spaß dann auch das Interesse, selber aktiv zu werden und sich im Naturschutz zu engagieren.

    In diesem WWF Junior Camp vor drei Jahren waren die Kids Greifvögeln ganz nah. © WWF / Schnurbusch Frithjof

    Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass deutlich weitreichendere Maßnahmen notwendig sind, um den Rückgang gefährdeter Vogelarten langfristig zu stoppen. Eine Aktion von LBV und NABU macht es möglich, dass sich jeder am Vogelschutz beteiligen kann. Vom 4. Bis zum 6. Januar findet wieder die „Stunde der Wintervögel“ statt. Jeder ist eingeladen, sich an der größten Vogelzählung Deutschlands zu beteiligen. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, ließen sich auch zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Notiere von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus die höchste Zahl der Vögel einer Art, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Ergebnisse reichst du dann ganz einfach per Online-Meldeformular ein. Über 136.000 Vogelfreunde haben sich 2018 an der Aktion beteiligt und Zählungen aus über 92.000 Gärten übermittelt – ein neuer Rekord.

    Die Kohlmeise - die größte unserer Meisenarten. Sie imitiert nicht nur andere Vögel, sondern auch Handytöne. © Ralph Frank / WWF

    Mehr Infos und auch Tipps und Tricks, wie man die Vögel am genausten zählt, findet ihr hier. Je mehr an der „Stunde der Wintervögel“ teilnehmen, desto wertvoller werden die Ergebnisse. Und das ist vor allem in diesem Jahr ist das wichtig. "Nach dem Jahrhundertsommer 2018 dürfte die Zählung besonders spannend werden", sagt Nabu-Geschäftsführer Leif Miller. "Bisher können wir mangels Daten nur spekulieren, wie sich die Dürre auf die Vogelwelt ausgewirkt hat." Durch den warmen Sommer trügen wilde Bäume und Sträucher aber auch besonders viele Früchte. "Die Wintervögel finden also einen reich gedeckten Tisch vor."

    Anlässlich der "Stunde der Wintervögel" findet auch eine kleine nachweihnachtliche Verlosung statt. Der illustrierte Vogelkalender 2019 lässt euch nicht nur eure Termine koordnieren, er vermittelt auch eine Menge Wissen über Vogelarten. Der Kalender gibt euch die Möglichkeit, jeden Tag aufzuschreiben, welche Vögel - oder auch andere Tiere - ihr gesehen habt. Man kann auch jeden Tag ankreuzen, wie das Wetter ist. Der Kalender hilft euch, euer Bewusstsein für die Natur und den Wechsel der Jahreszeiten zu schärfen.

     

    Postet einfach ein Bild von einem Vogel, den ihr beobachtet habt, und packt ein paar Infos dazu. Welcher Vogel ist das? Wieviele dieser Art habt ihr gesehen? Wo kann man ihn am besten beobachten? Aus diesen Fotos losen wir dann den Gewinner aus und schreiben euch persönlich an.

    Also dann: Frohes Beobachten!

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