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Tipp der Woche: Grünes Silvester

  • Der Jahreswechsel steht vor der Tür und die Vorbereitungen für das große Feiern laufen. Das Raclette Geschirr wird geputzt, persönliche Jahresrückblicke geschrieben und Feuerwerkskörper in Massen gekauft. Letzteres führt dann dazu, dass die Umwelt in der Silvesternacht ganz schön zu leiden hat. Deshalb erfahrt ihr jetzt, wie ihr eure Party am 31.12. etwas umweltfreundlicher gestalten könnt und solltet.

    Einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019! © naturepl.com / Tim Laman / WWF

    In Deutschland landet an Silvester so viel Feinstaub in der Luft wie an 54 Tagen Autoverkehr. Feinstaub gelingt bei Menschen in die Nasenhöhle, die Bronchien und Lungenbläschen und ultrafeine Partikel sogar bis ins Lungengewebe und den Blutkreislauf. Die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub reichen von Entzündungen und Schleimhautreizungen in der Luftröhre, den Bronchien und den Lungenalveolen über verstärkte Plaquebildung in den Blutgefäßen bis hin zu Problemen mit der Regulierung der Herzfrequenz.

    Zumindest aus gesundheitlicher Sicht wäre auf Regen und Sturm in der Silvesternacht zu hoffen: Dann sinken nämlich die Feinstaubwerte innerhalb von Stunden wieder auf Normalniveau ab.

    Wenn es um den Müll geht, wäre Regen aber fatal. Die Gifte in den Abfällen der Feuerwerkskörper z.B. landen in Parks, Flüssen und Vorgärten. Regen würde das natürlich beschleunigen.

    Hinzu kommt die Lärmbelastung. Nicht nur Menschen können davon bleibende Schäden tragen, vor allem Tiere verlieren durch Lärm und Licht die Orientierung. Der Jahreswechsel bedeutet auf jeden Fall Stress und eine Menge Energieverschwendung für die Tiere. Im Winter könnten sie aber diese Energie besonders gut gebrauchen.

    Vor allem Vögel flattern bei dem Lärm aufgeregt durch die Gegend oder fliegen gegen Hauswände etc. © iStock / GettyImages

    Wer auf Feuerwerk nicht verzichten möchte, kann sich ja den großen Feuerwerken der Stadt anschließen. Diese sehen meistens eh viel professioneller aus als das eigene im Vorgarten.

    Earth Hour Mannheim © Jan Haas / Picture Alliance / WWF
    Neben Feuerwerk gibt es aber auch so viele andere Traditionen. Was machen andere Länder zum Jahreswechsel?

    Schläge auf den Rücken

    Schläge auf den Rücken sollen Gesundheit und Reichtum bringen. Dieser Neujahrsbrauch ist in Bulgarien weit verbreitet. Der Ast eines Kornelkirschbaums wird bunt geschmückt und die Kinder gehen damit dann wie an Halloween von Haus zu Haus. Den Bewohnern wird leicht auf den Rücken geschlagen und die Kinder wünschen ihnen ein gesundes, glückliches, fruchtbares und reiches neues Jahr. Dafür bekommen sie kleine Geschenke wie Bonbons, Kuchen, Früchte oder Kleingeld.

    Farbige Unterwäsche

    In Spanien und Italien gilt, wer glücklich und erfolgreich sein möchte, sollte mit roter Wäsche ins neue Jahr rutschen. Rote Farbe steht hier insbesondere für die Liebe. In Südamerika ist vor allem gelbe Unterwäsche beliebt, die steht dann für Geld. Wer sowohl Geld, als auch Liebe gebrauchen kann, sollte in der Silvesternacht am besten gemixte Unterwäsche tragen.

    Trauben Essen

    In Spanien gehören außerdem unbedingt Weintrauben zur Neujahrsnacht. Um Mitternacht soll man sich bei jedem Glockenschlag eine Traube in den Mundschieben. Wer sich verzählt oder nicht mithalten kann, dem widerfährt im neuen Jahr Unglück. Supermärkte bieten für die Silvesternacht sogar Konservendöschen mit genau zwölf Trauben an. Mit Weinrauben kann man auch richtig Geschäft machen. Kurz vor 12 sind dann noch Händler auf der Straße unterwegs, die völlig überteuerte Tütchen mit Trauben verkaufen.

    Linsen für Geld

    In vielen Ländern wird zu Silvester gerne Linsen oder Linsensuppe gegessen. Linsen sollen nämlich ein bisschen wie Münzen aussehhen und sollen somit Glück und Geldsegen bringen. Vor allem in den USA werden Linsengerichte besonders gerne serviert. Einige Amerikaner feiern auch den "Nothing Goes Out Day", nach der am ersten Tag des Jahres nichts das Haus verlassen darf, nicht mal, um den Müll wegzubringen. Offiziell heißt es, das bringe Unglück. Inoffiziell ist es vermutlich auch eine Ausrede, den Kater ungestört ausschlafen zu können.

    Probiert euch dieses Jahr doch mal an fremden Traditionen. Auch diejenigen, die mit Aberglaube eigentlich nichts am Hut haben, können es ja mal probieren und diese glückbringenden Bräuche mitmachen.

    Und zum Schluss noch ein bisschen Etymologie: Wusstet ihr, dass Silvester nach dem Papst Silvester I benannt ist? Dieser ist nämlich am 31.12.335 gestorben. Sein Ruf war zu seiner Zeit allerdings erschreckend. Er war dafür bekannt, dass Ungläubige in seiner Gegenwart an Fischgräten erstickten. Der Aberglaube besagt daher, dass am Silvesterabend Fisch nur mit Vorsicht genossen werden sollte.

    Und wenn ihr jetzt euren Freunden einen guten Rutsch wünscht, ist es vielleicht auch interessant zu wissen, dass mit diesem Sprich ursprünglich gar nicht der Rutsch in das neue Jahr gemeint ist. Der Spruch lässt sich von dem jiddischen Wort "Gut Rosch" ableiten, was Anfang bedeutet. Man wünscht sich somit also nicht nur einen guten Übergang ins neue Jahr sondern auch einen guten Start im Anschließenden.

    Wie feiert ihr Silvester? Welche verrückten Bräuche kennt ihr noch so? Schreibt es doch gerne mal in die Kommentare.

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