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Tipp der Woche: Lasst Laub liegen!

  • Es wird kälter, der Nebel hängt morgens über den Gärten und die Bäume leuchten in orange-rot. Der Herbst ist da - und zwar in seiner vollen, goldenen Pracht. Doch je weiter diese Jahreszeit voranschreitet, desto mehr Blätter schmücken eher den Boden als die Bäume. Viele stören sich am vielen Laub und gehen dagegen vor – mit Rechen, Harke oder Laubbläser. Vor allem letzteres ist deutlich schädlicher als man zu vermuten mag, denn ein Laubbläser bläst nicht nur Laub in die Luft, Kleintierchen wie Käfer, Asseln, Spinnen und Tausendfüßler müssen auch dranglauben.
    Neben Laubbläsern gibt es auch Laubsauger. Das Laub – und alles, was sich zwischen den Blättern befindet – wird eingesogen und meistens noch gehäckselt bevor es im Laubsack landet.
    Das bringt das Ökosystem ganz schön durcheinander. Igeln und Vögeln wird so die Nahrung verscheucht. Hinzu kommt, dass eine natürliche Deckschicht aus Laub im Herbst notwendig ist, um den Boden, empfindliche Pflanzen und kleine Bodenbewohner vor Austrocknung und Kälte zu schützen.

    Viele Tiere suchen unter den Laubhaufen Schutz vor Kälte, so auch Igel und Kröten. © iStock / GettyImages
    Neben dem Schaden, den Tiere und Pflanzen auf Grund der Laubbläser nehmen, tun sich auch gesundheitliche Bedenken für uns Menschen auf. Bei einer Blasgeschwindigkeit von bis zu 320 km/h werden nämlich neben Blättern und Kriechtieren auch Schimmelpilze, Sporen und getrockneter Hundekot aufgewirbelt. Die TU München hat die Feinstaubbelastung der Laubbläser untersucht: Die Geräte wirbelten zehn Mal so viele Partikel auf wie ein Rechen. (Quelle: Helmholtz Zentrum München)

    Also: Hände weg vom Laubbläser! Und eigentlich könnt ihr das Laub auch gleich ganz liegen lassen. Denn nichts nährt den Boden besser als Herbstlaub. Was heute vom Baum fällt, düngt morgen alles, was darunter lebt. Im beginnenden Frühjahr wird das Laub dann von Bodenlebewesen zersetzt und wertvolle Mineralstoffe wandern in den Boden.

    Eine Faustregel lässt sich daraus aber nicht formen. Denn nicht alle Blätter verrotten schnell genug und sind somit als Dünger geeignet. Kastanien z.B. sind über jedes entfernte Stück Laub dankbar. Denn die Puppen der Minier-Motte, mit der Kastanien jährlich zu kämpfen haben, fallen gemeinsam mit den Blättern von den Bäumen. Schon nach 2–3 Tagen verkriechen sich die Larven dann in den Boden, wo sie überwintern. Um das zu verhindern und die Mottenpopulation des nächsten Jahres einzudämmen, muss das Laub gesammelt und richtig entsorgt werden, am besten in Laubsäcken oder auf Wertstoffhöfen der Stadt oder Gemeinde.
    Laub von Walnussbäumen oder Eichen verrottet sehr langsam. Denn dieses weist viele Gerbstoffe auf, die durch ihre keimhemmende Wirkung die Zersetzung der Blätter verlangsamen. Damit also am besten gleich auf den Koposthaufen.
    Generell gilt aber: Blätter von Obstbäumen, Ahorn oder Linde auf jeden Fall liegen lassen! Diese verrotten schnell und sind als Dünger gut geeignet.

    So gut wie jeder Baumarkt wirbt mit Laubbläsern - die Preise fangen schon bei 30€ an. CC0 Matthew Hamilton / https://unsplash.com/photos/YzSed_tOzrM
    Zu den ökologischen Nachteilen von Laubbläsern kommt natürlich noch die Belästigung durch Lärm und Abgase. Spart euch also den Aufwand oder greift, wenn es wirklich notwendig ist, zur Harke. Durch ein bisschen Bewegung lässt sich das Ergebnis ja eh besser genießen.

    Quelle: WWF Blog Eintrag von Joern Ehlers


    Habt ihr noch einen guten Tipp für den Umgang mit Laub, z.B. der Kompostierung?
    Schreibt`s doch hier in die Kommentare!

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