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Tipp der Woche: Straßenkunst mit Barbara

  • „Als Mensch spüre ich in dieser wirren politischen Zeit die Verantwortung, nicht stumm zu bleiben und mich unter anderem gegen den fremdenfeindlichen Hass zu stellen …“
    Die anonyme Straßenkünstlerin Barbara hat auf Facebook über 650.000 Abonnenten und veröffentlichte in diesem Jahr ihr drittes Buch. Dort dokumentiert sie eigene Streetart-Objekte, die zumeist politisch-ironischen Charakter haben. Die von Barbara angesprochenen Themen fangen an bei der AfD und Feminismus, gehen über zu Homophobie, bis hin zu Body Positivity. Hierbeigeht es immer um ihre persönliche Meinung und sie hält sich auch mit kontroversen Themen nicht zurück. So wird bereits mit einem Blick auf ihre Instagram-Seite klar: Barbara steht und kämpft für die Legalisierung von Marihuana. Sie hat inzwischen eine enorme Reichweite und sagt dennoch: „Als Künstlerin habe ich nur die Verantwortung vor mir selbst.“.

    Instagram: ich_bin_barbara
    Doch auch Umweltthemen kommen bei Barbaras Kunst nicht zu kurz. Neben Klimawandel, Fahrrad und Plastik geht es auch um Überfischung, Insektensterben und die ständige Erinnerung, das wir ein Teil der Natur sind. Doch längst nicht alle Posts haben einen ernsten Hintergrund. Häufig gestaltet Barbara Straßenschilder um, sodass aus „Ausfahrt verboten“ -> „Denken verboten – Just Google it“ und aus der Einbahnstraße die Einhornstraße wird. Es sind Kunstprojekte, mit denen die Künstlerin zum Einen unterhalten und zum Anderen „einen kleinen Teil zu einer friedliebenden, toleranten und weltoffenen Gesellschaft beitragen“ will.
    Anfangs des Jahres hat Facebook mit Einführung des Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) einige von Barbaras Bildern gelöscht. Barbara selbst schreibt:
    „Die Bilder wurden ohne Angaben von Gründen gelöscht und mir wurde gedroht, dass im Wiederholungsfall meine gesamte Seite entfernt wird. Daraufhin habe ich ein Statement auf Facebook veröffentlicht, da ich in den gelöschten Beiträgen nichts erkennen konnte, das eine Löschung gerechtfertigt hätte. […]Als immer mehr Medien über den Fall berichteten, hat mich Facebook per Nachricht kontaktiert und sich mit den Worten entschuldigt: „Die Beiträge wurden versehentlich gelöscht.“ In Wahrheit wurden die Fotos von unqualifizierten und völlig überlasteten Call-Center-Mitarbeitern entfernt, die nur wenige Sekunden Zeit haben, um einen Beitrag zu bewerten. Diese Call-Center-Mitarbeiter werden von Facebook faktisch als Richter für das soziale Netzwerk eingesetzt und das kann natürlich keine Lösung sein.“

    Einige der von Facebook gelöschten Bilder von Barbara (Instagram: ich_bin_barbara)
    Seither beschäftigt sich Barbara umso mehr mit der Diskussion der Sanktionen, freien Meinungsäußerung und Kunstfreiheit in den sozialen Netzwerken. Absolut frei fühle sie sich aber auf der Straße, da sie dort kleben könne, was sie wolle.

    Instagram: ich_bin_barbara

    Unter anderem auf Grund der aktuellen Entwicklungen verspürt sie aber auch zunehmend den Drang, sich über die kleinen Plakate hinaus einzubringen. Um sich gegen Rassismus und Diskriminierung stark zu machen, sei der Platz auf den Zetteln häufig zu begrenzt. Daher gibt sie an, seit einiger Zeit parallel zu der Streetart neue Wege zu gehen. Bis sie davon etwas öffentlich machen kann, werde es allerdings noch dauern, sagt Barbara.

    In allen Interviews mit Barbara merkt man, wie voller Tatendrang sie ist. Wir dürfen also gespannt sein.

    Quelle Zitate: Urbanshit

     

Kommentare

2 Kommentare
  • FranziL
    FranziL Da sind ja teilweise echt witzige und gute Sprüche dabei! Danke für den Tipp :)
    2. Nov.
  • SteffiFr
    SteffiFr den mit "...fahr Fahrrad" fand ich auch klasse ;-)
    3. Nov.