Berichte

#SpontitarierSindSuper

  • Vor dem morgigen ersten Schultag habe ich nochmal in meinen Schulordner aus dem letzten Jahr geschaut. Da schrieb eine Freundin kurz vor Weihnachten hinein "Spontitarier sind super". Spontitarier waren in ihrer Definition Menschen, die keine Regeln für das Essen von Fleisch, Fisch und anderen Naturprodukten haben. Das war als scherzhafte Bemerkung gemeint und genau als das wähnte ich den Spruch auch. Bis jetzt. Denn beim Aufschlagen meines Ordners kam mir ein Gedanke. Dazu muss man ergänzen, dass ich selber Pesketarierin bin, also Fisch esse. Wer dazu mal eine Übersicht sucht, dem rate ich sich folgende verlinkte gelungene Grafik der ZEIT anzuschauen (https://www.zeit.de/lebensart/essen-trinken/2013-10/infografik-artikel-ernaehrungsarten). Aber zurück zu den Spontitariern. Nach fast zwei Jahren pesketarischer Ernährung habe ich mir endlich mal wieder Gedanken um Ernährungsweisen gemacht. Eigentlich war das ganze für mich klar, denn ich hatte meine Ernährungsform gefunden, aber die Spontitarier haben mich dazu veranlasst nochmal nachzudenken, auch im Bezug auf die Gesellschaft. Und genau da ist mir aufgefallen, dass meine Freundin Recht hatte mir ihrer Bemerkung. Wer sich jetzt denkt "hä? Aber wenn man komplett unkontrolliert Fleisch in sich reinschiebt, ist das doch nicht super, oder?!", den kann ich beruhigen. Denn ab jetzt bekommen die Spontitarier eine neue Definition, da ich lieber die Aussage bewahrheiten würde, als meiner Vorstellung von Spontitariern einen neuen Namen zu geben. Ab jetzt sind Spontitarier Menschen, die zwar spontan und ungeregelt Fleisch und andere Tierprodukte essen, sich aber bewusst sind, wann sie Fleisch essen und wo es herkommt. Den Menschen, die sich darum nicht kümmern, entziehe ich der Einfachheit halber das "i" und so nenne ich sie jetzt Spontarier. Vielleicht wird dadurch klar, dass es vom unbewussten Fleisch, Fisch und etwaiges essen nur ein kleiner Schritt zu dem Menschen ist, der die Augen aufmacht und sich wenigstens Gedanken macht und realisiert, was er da isst und wo es herkommt. Es gibt sicherlich mehr Leute als früher, die sich informieren und vielleicht auch etwas umstellen an ihrer Ernährungsform, aber ich denke doch, dass es wesentlich mehr noch schaffen würden vom Spontarier zum Spontitarier zu werden. Bedenken sind angebracht, da nicht alle Leute auf der Welt die gleichen Vorraussetzungen haben oder es sich leisten könnten ihre Essensweisen umzustellen. Auch sind viele Menschen überhaupt nicht informiert über Alternativen und froh, wenn sie Essen bekommen. Aber auch genau aus diesem Grund, dass wir unsere Möglichkeiten nutzen sollten, denke ich, dass wir als hochentwickelte Länder über unsere Verhaltensweisen nachdenken sollten. Zumindest das ist möglich. Auch wenn nicht alle etwas ändern, der Schritt zum "i" ist kleiner und wichtiger als man denken würde. 

    Auch wenn meine Freundin bis heute nicht an ihrem Fleischkonsum geändert hat und wahrscheinlich immer noch ein Spontarier ist, so bin ich ihr doch dankbar, dass sie mich auf diese Idee gebracht hat und dass wenigstens ich jetzt eine Namensdifferenzierung habe. Und vielleicht freut sich ja der ein oder andere auch über einen alternativen Namen zu "Fleischesser" und nimmt meine Formulierungen für sich mit. Ich möchte niemanden damit brandmarken, es bleiben frei erfundene Namen, aber vielleicht sehen manche sie ja als Möglichkeit. 

Kommentare

1 Kommentar
  • silkeberlin
    silkeberlin Den Begriff Spontitarier hatte ich vorher noch nie gehört! Ich finde, dass mehr Menschen selektiver tierische Produkte zu sich nehmen sollten. Auch wenn eine komplett pesketarische/vegetarische/pflanzliche Ernährung für viele undenkbar ist, gibt es...  mehr