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Interviews mit Klimaaktivist:innen auf der ganzen Welt (3/3)

  • © Pixabay

    Heute vor genau zwei Monaten haben wir uns gemeinsam auf eine kleine Reise begeben, um inspirierende Persönlichkeiten auf der ganzen Welt kennenzulernen. Von Brasilien über Kolumbien bis nach Trinidad und Tobago - wir durften bereits viele spannende Orte und Aktivist*innen besuchen. Zum Abschluss nehme ich euch heute noch einmal mit nach Anguilla und Peru zu Devon und Roxana.

    Darf ich vorstellen? Devon Carter, 27 Jahre alt, aus Anguillla:

    © Devon Carter

     

    Hallo, Devon! 

    1) Was ist dein Schwerpunktthema?

    Artenschutz auf Anguilla.

     

    2) Warum ist dieses Thema wichtig für dich?

    Dieses Thema ist wichtig für mich, weil ich Lebensräume und Wildtiere für zukünftige Generationen erhalten möchte. Artenschutz ist wichtig, weil er die Grundlage für alles ist - wir brauchen die Artenvielfalt für einen gesunden Planeten, für die Wirtschaft und für die Menschen. Es ist alles miteinander verbunden. Für mich ist es ein Bereich, in dem ich auf der kleinen Entwicklungsinsel Anguilla einen spürbaren Unterschied machen kann, aber hoffentlich auch andere dazu inspirieren kann, das Gleiche zu tun.

     

    3) Was ist Dein größter Wunsch an junge Aktivist*innen aus dem Westen?

    Mein größter Wunsch ist, dass junge westliche Aktivisten sich an der angewandten Forschung beteiligen - Forschung, die zu Aktionen vor Ort führt oder diese unterstützt. Dass jeder durch die Entscheidungen, die er trifft, eine Rolle zu spielen hat. Aber auch, dass wir mehr tun müssen als das. Indem wir zusammenarbeiten, können junge Aktivist*innen  einen noch größeren Unterschied und eine noch stärkere Wirkung erzielen. Und dass wir vielleicht Maßnahmen ergreifen müssen, um die großen Probleme anzugehen - Klimawandel, Verlust von Lebensraum und Artenvielfalt, Verschmutzung der Ozeane uvm. Wir können nicht wirklich darauf warten, dass unsere Generation in die Politik geht, um Veränderungen zu bewirken. Veränderung in unserer Wertschätzung und in der Art und Weise, wie wir mit diesem Planeten umgehen und für ihn sorgen, muss jetzt geschehen. Das bedeutet, dass wir als junge Menschen die aktuellen Entscheidungsträger dazu bringen müssen, uns und die Bedürfnisse unseres Planeten ernst zu nehmen - und zwar sofort.

     

    Vielen Dank für diese wahren Worte! Bleib weiterhin so motiviert und engagiert!

    Für uns geht es nun weiter nach Peru...

    ... zu Roxana Borda Mamani, 28 Jahre alt.

    Hallo, Roxana!

    1) Wofür setzt du dich ein?

    Als Klimaaktivistin und indigene Quechua mache ich mich für die Rechte der Umwelt und der indigenen Frauen stark. Den Amazonas zu verteidigen, heißt für mich, das Leben zu verteidigen. Wir müssen alles verteidigen!

     

    2) Erzähl uns etwas mehr über dein Engagement!

    Ich arbeite mit dem Environmental Education Observatory Moema Viezzer und dem International Network of SDG promoters zusammen. Außerdem bin ich Mitglied des BB4CA, einem gemeinsamen Projekt junger Aktivist*innen aus Lateinamerika, der Karibik und Europa.

     

    3) Warum sind diese Themen wichtig für dich?

    Als junge Menschen ist unsere Zukunft und die der nächsten Generationen bedroht. Gesegnet sind diejenigen, die noch die Stimmung und die Schönheit der Natur sehen, hören und fühlen können.... Ich bin persönlich in diesen Kampf hineingeboren, denn als indigene Amazonas-Anden-Frau bin ich inmitten der Natur geboren und aufgewachsen. Aber jetzt sehe ich drastische Veränderungen, und nichts ist mehr so wie damals, als ich ein Kind war. Jetzt sehe ich Dürren, Abholzung, Brände, den Einsatz von Chemikalien, das Aussterben von Arten, Krankheiten. Die Menschheit geht mit ihrer einzigen Heimat zu Ende ... Deshalb ist es zwingend notwendig, dass die Staaten ihre Verantwortung und Verpflichtungen zur Bewältigung der globalen Klimakrise wahrnehmen, sei es in Form von Aktionen oder Plänen. Diese Klimaambitionen müssen konkret und umsetzbar sein und die festgelegten Fristen einhalten. Um die vorgeschlagenen Ziele zu erreichen, braucht es eine echte Kooperation, Zusammenarbeit und die Vereinigung zwischen dem globalen Norden und Süden sowie den Staaten und Bürgern. Lasst uns daran denken, dass wir alle im gleichen Boot sitzen. Wir müssen alle in die gleiche Richtung rudern, unabhängig von Sprache, Ethnie, Hautfarbe, Reichtum und Armut. Denn die Klimakrise betrifft uns alle, aber vor allem trifft sie die am meisten gefährdeten Regionen und Menschen, die die Umwelt wenig oder fast gar nicht verschmutzen. Im Gegenteil, diese Menschen verteidigen die Umwelt, sogar mit ihrem eigenen Leben. Weil die NATUR das Leben ist.

     

    Sehr berührende und starke Worte! Vielen Dank euch beiden für euren unermüdlichen und inspirierenden Einsatz!

    Und hiermit endet unsere kleine Weltreise.

    Wir hoffen, dass ihr neben all den interessanten Orten und spannenden Begegnungen vor allem zwei Dinge mitnehmt: Inspiration und die Erkenntnis, dass trotz der Vielfalt und Unterschiede der Aktivist*innen immer der Klimaschutz als verbindendes Element besteht. Denn wie Roxana und Devon richtig schreiben, ist die Klimakrise ein Problem, das alle Nationen betrifft. Umso schöner, zu hören, dass es Menschen auf der ganzen Welt gibt, die sich so tatkräftig für unseren Planeten einsetzen!

     

    Bildquelle:

    https://pixabay.com/photos/earth-blue-planet-globe-planet-11015/

Kommentare

2 Kommentare
  • Sunlight
    Sunlight Wow, Gänsehaut! Danke für diese tollen Interviews, liebe Sally mich macht es immer wieder ganz demütig zu sehen, wie in anderen und weniger privilegierten Erdteilen gegen die Klimakrise gekämpft wird. Lasst uns deren Stimmen in der westlichen Welt...  mehr
    27. März - 3 gefällt das
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    Cookie Vielen Dank für diese interessanten und inspirierenden Interviews! Wie schade, dass das schon der letzte Teil Eurer kleinen Reihe war. Es ist wirklich bereichernd, zu lesen, was Aktivist*innen an anderen Orten auf der Welt bewegt, und einen kleinen...  mehr
    31. März - 2 gefällt das