Berichte

WWF-Treffen Baitz (12.-15. April 2018)

  • "Ausstieg in Fahrtrichtung rechts". Ohne diesen Hinweis aus der Lautsprecheranlage des Zuges wäre ich nie auf die Idee gekommen, den Türknopf zu betätigen. Was sich hinter dieser Tür befand, war nämlich nicht, wie zu erwarten, ein Bahnsteig, sondern eine frühlingsgrüne, geschätzt einen Meter schmale Graszunge, die von einer Hecke begrenzt wurde. Dieser erste Eindruck eignet sich ziemlich gut, um unseren letzten (und meinen ersten) Tagungsort Baitz zu beschreiben. Wer denkt, er lebt auf dem Land, wenn er in einem Dorf wie Deuerling oder Achtelsbach wohnt, der war noch nie in Baitz - und das ist keineswegs abwertend gemeint. Im Gegenteil: Ich glaube, ich habe in Deutschland noch nie einen derartig schönen und naturnahen Ort gesehen, wenn man von unbewohnten Gegenden mal absieht. Nichts würde sich wohl besser für ein WWF-Treffen eignen.

    Nach circa zehn Minuten Fußmarsch vom außerhalb liegenden Bahnhof war ich in unserer Unterkunft angekommen. Dort gab es nicht nur jede Menge Tiere, inklusive der Eseldamen Hildegard und Nadia, sondern auch eine Korbschaukel - mein persönliches Highlight. Als ob das nicht schon genug wäre, gab es zusätzlich ein selbstgebautes Baumhaus und ein Seil, mit dem man sich tarzanmäßig über einen kleinen Bach schwingen konnte, was ich schon am Ankunftsabend in der Dunkelheit mehr oder weniger freiwillig ausprobieren durfte.

    Bereits beim ersten Abendessen stand fest: Hungern würde dieses Wochenende mit Sicherheit niemand. Unsere großartige Köchin Anne zauberte uns von morgens bis abends neue vegane Köstlichkeiten auf den Tisch.

    Aber natürlich war unser Treffen nicht nur Urlaub.

    Wir haben das Wochenende genutzt, um unter der Anleitung von Marcel, Luise, Grit und Katharina einige organisatorische Dinge zu besprechen sowie Kampagnen zu planen. Unter anderem sind erste Ideen und Ansätze für Aktionen zu den Themen Kohleausstieg, Plastik und Earth Overshoot Day entstanden. Außerdem sollen das Antragsformular für Aktionen, als auch der Evaluationsbogen demnächst überarbeitet werden. Am Freitag haben wir uns in zwei Gruppen geteilt. In der einen hat sich die Redaktion über die Umgestaltung unserer Internetseite Gedanken gemacht, während die andere von Michael Herrmann lernte, wie man Passanten auf der Straße am wirksamsten für seine Sache begeistern kann. Ebenfalls haben wir vor, ein WWF-Kochbuch aus der Vegan-Reihe unserer Internetseite zu erstellen, und es ist eine neue Berichtreihe unter dem Motto Zukunftswerkstatt geplant.

    Zwischen den ganzen Arbeitssessions haben uns unsere Moderatorinnen Grit und Katharina mit mehr oder weniger begeistert aufgenommenen Gruppenspielen zu neuer Motivation verholfen. Ich sag nur: Flip Boing!

    Wie es sich für eine Umweltorganisation gehört, ging es dann auch noch in die Natur. Samstagmorgen wurden wir von Steffi mit auf die Pirsch genommen und mit den Basics des Fährtenlesen vertraut gemacht. Zum Schluss durften wir uns selbst auf die Jagd begeben und haben einige interessante Tierspuren entdeckt. Zum Ausklang haben wir uns aus selbst gesammelten Holz ein Lagerfeuer gemacht und bis tief in die Nacht Stockbrot gegessen.

    Am Tag der Abreise entstand aus der Namensfindung für die Gruppe eine unerwartet hitzige Debatte, da wir uns alle nicht wirklich einig waren. Ob wir nun "Wegbereiter" oder schlichtweg "Kampagnenteam" heißen werden, wurde dann doch sicherheitshalber noch einmal verschoben.

    Zu Ehren von Luises und Marcels langjähriger Arbeit für die Gruppe überreichte die WWF Jugend den beiden als Dankeschön ein selbstkreiertes Fotobuch. Auch wenn ich noch neu bin, denke ich, ich darf hier im Namen der Gruppe noch einmal ein Danke aussprechen.

    Etwas übermüdet, aber zufrieden und überfressen (laut Anne hätten wir ruhig noch mehr essen können) mussten wir uns Sonntag Mittag wieder verabschieden.

    Quelle aller Bilder: Johannes Kamera

    Danke für eure herzliche Aufnahme und das intensive Wochenende, welches sich definitiv länger als nur drei Tage angefühlt hat!

     

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