Berichte

Vorstellung der Zukunftsmutigen (7/15)

  • Was braucht ihr eigentlich, um glücklich zu sein?

    Sicherlich habt ihr euch diese Frage irgendwann auch schon einmal gestellt. Wünscht ihr euch Gesundheit? Frieden? Eine Arbeit, die euch erfüllt? Vielleicht. Aber ich wette, die Wenigsten von euch würden antworten: "Ein Auto", "Einen Laptop" oder "eine Fertigpizza".

    Viele Dinge die wir haben und die wir brauchen, brauchen wir gar nicht, um glücklich zu sein, sondern um uns in dieser Gesellschaft zurechtzufinden. Was wäre zum Beispiel, wenn es keine Autos mehr gäbe? Vielleicht würden wir wieder mit Kutschen fahren. Sicherlich gäbe es auch mehr Fahrradfahrer und mehr Menschen, die zu Fuß laufen. Womöglich auch mehr Reiter. Stellt euch vor, ihr würdet morgens nicht vom Schulbus abgeholt, sondern von einem Zweispänner mit großer Ladefläche, auf der genug Platz für Passagiere ist.

    Diese Vorstellung ist vielleicht lächerlich oder absurd, aber bleiben wir noch eine kleine Weile dabei. Wenn es keine Autos gäbe, würden die Autoproduzenten dann Hightech-Kutschen herstellen, die Autos in Punkto Komfort um nichts mehr nachstehen? Vielleicht gäbe es ja statt Car-Sharing auch Horse-Sharing. Und Großstadt-Lärm würde nicht aus den Geräuschen von Autohupen und -motoren, sondern aus Fahrradklingeln bestehen.

    Könntet ihr in einer solchen Gesellschaft glücklich sein? Ich jedenfalls bin mir ziemlich sicher, dass ich glücklich sein könnte. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich sogar, dass ich in einer Gesellschaft ohne Autos glücklicher wäre als in der unseren.

     

    Und damit bin ich eigentlich schon bei der dritten der drei Fragen, bevor ich zu den beiden anderen komme:

    3. Warum willst du Zukunftsmutige sein - was bewegt dich in Bezug auf unser Thema?

    Ich liebe es, mir  Utopien zu erträumen. Selbst wenn es sich dabei um unmögliche Gesellschaftsformen handelt, mag ich die Frage: „Was wäre, wenn …?“ und die Idee, das unsere Welt ganz anders aussehen könnte. Und immer häufiger wird mir dabei bewusst, dass ich viel lieber in einer solchen Gesellschaft leben würde als in der unseren.

    Viele mögen jetzt sagen, dass es müßig ist, über Dinge und Veränderungen nachzudenken, die nicht eintreffen können. Eine Gesellschaft ohne Autos, ohne Laptops, Flugzeuge, Wegwerfartikel und all die anderen dekadenten Dinge, an die wir so gewöhnt sind, würde ja gar nicht funktionieren. Oder doch?

    Die unangenehme Wahrheit ist, dass die Gesellschaft, in der wir jetzt leben, nicht funktioniert. Wir zerstören langsam unsere Lebensgrundlage – das sagen Studien und Forschungen schon seit Jahren. Wir brauchen eine andere Lösung.

    Und vielleicht würde eine Gesellschaft ohne Wachstum und ohne Umweltzerstörung nicht funktionieren. Vielleicht ist der Traum davon tatsächlich bloß ein Traum. Aber wir wissen es nicht, solange wir es nicht probiert haben. Und wenn es auch nur einen Funken Hoffnung gibt, dass wir eine solche Zukunft erschaffen könnten, finde ich diese Hoffnung wert, um sie zu kämpfen. Deshalb bin ich bei den Zukunftsmutigen.

     

    Tja, das wäre ein sehr passender Schlusssatz für meinen Bericht gewesen. Aber ich muss bemerken, dass ich dabei ganz vergessen habe, mich vorzustellen.

     

    1.Wer bist du? Schreib ein paar Zeilen über dich als Menschen.

    Ich bin Clara, bin eigentlich 20 Jahre alt, aber ich habe beschlossen, noch nicht 20 zu sein, bis ich nicht meine wegen Corona ausgefallene Geburtstagsfeier nachgeholt habe. Wenn ich gerade nicht Klavier oder Geige spiele, Bücher illustriere, bastle, nähe, handarbeite, lese, koche, backe, asiatische Sprachen lerne oder meinen sonstigen zahlreichen Freizeitbeschäftigungen nachgehe, studiere ich an der TU Darmstadt Computational Engineering und habe viel Spaß dabei. Ich habe eine kleine schwarze Katze, die gelegentlich mein Zimmer auf den Kopf stellt, schaue gerne Doctor Who und Sherlock (ich bin ein großer Fan von Steven Moffat) und tanze seit Kurzem Salsa, auch wenn das im letzten Semester leider nicht ging.

     

    2.Worüber hast du zuletzt herzlich laut gelacht?

    Am meisten und am lautesten lache ich wohl, wenn ich mit meiner Schwester herumblödele. Wir können stundenlang auf ihrem Bett sitzen, uns lustige Bilder zeigen, uns unterhalten und zusammen lachen.

    Gelacht habe ich aber auch über die Vorstellung von einem Typ mit Sonnenbrille und Goldkette, der lauten Rap hört und dabei in einer Ponykutsche über die Landstraße zockelt. Der Gedanke kam mir, als ich über eine Welt ohne Autos nachgedacht habe.

    Und mit dieser Vorstellung im Kopf werde ich euch nun auch allein lassen und meinen viel zu lang gewordenen Bericht beenden.

    Ich freue mich schon, euch alle kennenzulernen!

Kommentare

2 Kommentare
  • JohannaK
    JohannaK Eine Gesellschaft ohne Autos stelle ich mir auch sehr lebenswert vor. Deine Illustration ist unglaublich schön! Es erinnert mich sehr an verschiedene Dixit-Illustrationen (Spiel), hinter denen sich auch oft ganze Welten zu verstecken scheinen.
    28. August 2020 - 1 gefällt das
  • SteffiFr
    SteffiFr "Stellt euch vor, ihr würdet morgens nicht vom Schulbus abgeholt, sondern von einem Zweispänner mit großer Ladefläche..." - genau das gibt es übrigens im kleinen Dorf Ungersheim im Elsaß! :-) Dort werden die Schüler von der gemeindeeigenen Kutsche...  mehr
    28. August 2020 - 1 gefällt das