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Und die Liste wird länger...

  • Die internationale rote Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wurde aktualisiert und weist inzwischen 25.821 von 91.523 untersuchten Tier- und Pflanzenarten als bedroht aus. Das heißt nicht nur etliche Tierarten gelten als gefährdet, oder sogar ausgestorben, sondern auch unsere Ernährung ist bedroht. 

    Für einige Tiere ist es schon zu spät. Beispielsweise wird man gleich drei Reptilienarten von den Australischen Weihnachtsinseln, ein Gecko und zwei Skink-Arten, nicht mehr in freier Wildbahn auffinden können. Erstmals gilt auch die Schneeeule als bedroht und der Irawadi-Delfin und der Glattschweinswal wurden ebenfalls als gefährdet eingestuft - und das ist nur eine kleine Auswahl. Zu den weltweit wichtigsten Bedrohungsfaktoren für die Artenvielfalt zählen vor allem Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung, Verdrängung der heimischen Flora und Fauna durch eingeschleppte Arten und direkte Eingriffe des Menschen wie etwa durch Wilderei. 

    Irawadi-Delfin - © Gerry Ryan / WWF Kambodscha

    Neben den etlichen bedrohten Tierarten, legt die Weltnaturschutzunion IUCN mit der aktualisierten Roten Liste ein besonderes Augenmerk auf die Bedrohung der wilden Verwandten von Reis, Weizen oder Yams. Vielerorts werden ihre natürlichen Lebensräume in Äcker umgewandelt oder durch zu intensive Beweidung zerstört. Das heißt die Pflanzen haben keinen Platz zum Überleben und zudem leiden sie auch unter viel zu viel Düngemittel und Pestiziden. "Ein übermäßiger Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sowie der fortschreitende Landnutzungswandel bedroht auch die Ernährung von morgen.", so Christoph Heinrich, WWF-Vorstand Naturschutz. Die Schlussfolgerungen sind für den WWF klar: Die Landwirtschaft der Zukunft muss raus aus ihrer starken Abhängigkeit von wenigen Pflanzensorten, künstlichen Düngern und synthetischen Pflanzenschutzmitteln. - Wie seht ihr das?

    Wilder Reis - © CC BY NC Emma Cooper

    Der Verlust der Artenvielfalt stellt heute eine der schlimmsten Katastrophen weltweit dar. 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten soll es auf der Erde geben, vielleicht auch mehr. Etwa zwei Millionen Arten sind bislang beschrieben worden. Umso schlimmer ist es, dass mehrere tausend Tier- und Pflanzenarten jährlich verschwinden. Neuste Erhebungen gehen davon aus, dass sich die Aussterberate durch menschliche Einflüsse mittlerweile um das tausendfache gegenüber der natürlichen Lage erhöht hat. Das Aussterben einer Art ist unumkehrbar und schafft auch große Risiken für uns Menschen. Tiere und Pflanzen haben neben ihrem Eigenwert eine Funktion im Ökosystem. Dieses wird durch das Artensterben aus dem Gleichgewicht gebracht und so entstehen erhebliche Folgen. Nahrung, Wasser und Medizin hängen in weiten Teilen der Erde direkt von einem funktionierenden und gesunden Ökosystem mit einer hohen Artenvielfalt ab. Wird dieses Ökosystem durch Artenverlust zerstört, so gerät auch die Existenzgrundlage eines Großteils der Weltbevölkerung unmittelbar in Gefahr.

    Banded Ground Gecko - © Shusaku Sugimoto

    Die rote Liste für 2017 könnt ihr hier nachlesen. 

     

     

     

Kommentare

1 Kommentar
  • NinaLuthien
    NinaLuthien Es ist so furchtbar traurig. Ich will gar nicht wissen, wie viele Heilmittel wir auch schon verloren haben durch das Artensterben. Sicher steht irgendwo eine Pflanze, deren Wirkstoffe Krebs, HIV oder Alzheimer heilen... und wenn es so weiter läuft, stirbt...  mehr
    6. Dezember