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Nachhaltigkeit im Alltag - Anregungen für ein Leben mit weniger

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    Seit ein paar Monaten beschäftige ich mich immer mehr mit den Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Klimawandel. Irgendwann bin ich so auch bei den Themen Plastikmüll, Plastik vermeiden, plastikfrei leben, Zero Waste etc. angelangt. Am Wichtigsten ist mir dabei, was kann ich tun, wie kann ich es in meinen Alltag integrieren?

    Einige Tipps, die ich auf diesem Weg für mich entdeckt habe, möchte ich gerne mit euch teilen.

    Also, wie kann man Plastik im Alltag vermeiden, und welche Alternativen gibt es?

    Hier einige Anregungen:

     

    - statt Kugelschreiber öfter Füller benutzen, mit Konverter und Tintenfass

    - zum Einkaufen nehme ich schon immer einen Rucksack und/oder Stoffbeutel mit. Auch wenn ich Kleidung einkaufen gehe

    - Brot lasse ich mir nicht mehr in der Papiertüte geben, sondern nehme einen selbstgenähten Beutel aus Stoff mit - funktioniert super, bisher hatte ich noch nie Probleme damit. Ich backe aber auch oft selbst Brot

    - der Stoffbeutel beim Bäcker funktioniert natürlich auch für süße Teilchen (oder hier ggf. eine Edelstahldose mitnehmen), Brezeln etc.

    - als Ersatz für Plastikdosen habe ich mir Dosen aus Edelstahl besorgt. Sie sind in der Anschaffung etwas teurer, aber es lohnt sich. Man bekommt sie in Haushaltsgeschäften/-abteilungen, Unverpackt-Läden, manchen Bio-/Naturkostgeschäften, oder im Internet

    - statt Joghurt, Pudding, Grieß etc. aus dem Plastikbecher nehme ich als Vesper bei der Arbeit diese Alternativen: Joghurt aus dem großen Pfandglas in ein kleineres Glas umfüllen und mitnehmen, Milchreis, Gries oder Pudding selber kochen und im Glas mitnehmen. Das funktioniert sehr gut, man kann es super am Tag vorher vorbereiten, oder sich eine eigene, leckere Mischung kreieren

    - auch anderes Vesper (Gemüsesticks etc.) nehme ich nicht mehr in der Plastikdose mit, sondern in einer kleinen Edelstahl-Dose oder in einem Glas

    - nachdem meine kleine SIGG-Flasche kaputt ging, habe ich sie durch eine EMIL-Glasflasche ersetzt. Die schöne Stoffhülle dafür habe ich aus einer Verschenke-Kiste bekommen

    - anstatt Plastik-Obsttüten (ich habe sie früher immer wieder verwendet, bis sie regelrecht auseinandergefallen sind) habe ich mir Beutel aus dünnem Stoff selbst genäht in verschiedenen Größen (ähnlich wie die  "Naturtaschen", die einige vielleicht kennen). Lässt sich super aus Stoffresten, alten T-Shirts, Bettbezug etc. machen. Das meiste lege ich aber auch lose aufs Band bzw. ich kaufe viel auf dem Markt, und hatte damit noch nie Probleme. Die Beutel nehme ich eher für kleinere Sachen wie Pflaumen, Kirschen, mehrere Zwiebeln etc. Falls jemand Bedenken hat wegen dem zusätzlichen Gewicht der Beutel: die Kassen haben in der Regel verschiedene Gewichte als Tara eingespeichert, die der Kassierer abziehen kann

    - ich kaufe öfter im Unverpackt-Laden ein

    - da Unverpackt-Läden ja nicht überall vorhanden sind, sind Wochenmärkte eine sehr gute Alternative. Schlendert einfach mal drüber, und schaut, was man dort so alles unverpackt bekommen kann. Ich habe gestaunt, wie viel es doch ist: neben Obst und Gemüse auch Käse, Wurst, Seifen, Tee, Süßigkeiten, eingelegte Oliven und anderes, und vieles mehr. Evtl. auch an verschiedenen Wochentagen schauen, manche Marktbeschicker kommen nur an bestimmten Tagen
    Oder vielleicht gibt es bei euch eine Markthalle, wo man Essig, Öl, Oliven etc. unverpackt, in eigene Gefäße, bekommen kann. Auch Asia-Läden, Türkische oder Griechische usw. Geschäfte haben so manches unverpackt bzw. in größeren Säcken (wie z.B. Reis). Bei größeren Mengen kann man sich ggf. mit Familie, Freunden, Nachbarn zusammentun, und sich den 5kg-Sack Reis teilen
    Auch bei Hofläden gibt es unverpackte Sachen (bzw. ohne Plastik), z.B. Mehl, Getreideprodukte, Milchprodukte. Oder, wer eine in der Nähe hat, bei Mühlen nachschauen

    - mein Müsli mische ich mir selbst, statt "fertiges" Müsli im Bioladen zu holen. Die Zutaten sind aus dem Unverpackt-Laden

    - Süßigkeiten hole ich unverpackt (Fruchtgummis, Lakritz, gebrannte Mandeln, Schokolade usw.), ich backe aber auch oft selber: Kekse, Müsliriegel. Lässt sich super in einer Edelstahldose aufbewahren
    Süßigkeiten gibt es auch bei Kaufhof, Karstadt, oder am Kiosk lose. Wenn man in den Süßwarenabteilungen eine Plastiktüte nehmen muss, kann man diese ja immer wieder verwenden

    - Käse gibt es ohne jede Verpackung auf dem Wochenmarkt (oder in Käsegeschäften). Ich nehme meine Edelstahldose mit und lasse ihn mir dort reinlegen. Funktioniert super, und einen netten Kommentar vom Verkäufer gibts gratis dazu

    - auch Feta bekomme ich im Unverpackt-Laden, Weichkäse auf dem Wochenmarkt oder im Käsegeschäft

    - Wurst gäbe es auch auf dem Wochenmarkt, in eigene Dose, aber die hole ich ohnehin nur ganz selten. Bei Metzgern ist es unterschiedlich. Oft akzeptieren Metzger eigene Behälter besser als Wurstabteilungen in großen Geschäften. Einfach mal ausprobieren! In der Regel ist es kein Problem, wenn die Dose auf der Theke oben stehen bleibt, und nicht in den Bereich dahinter kommt

    - nicht benutzte Plastiksachen habe ich nach und nach aussortiert (nicht alles, aber so einiges), und immer wieder mit einem "zu verschenken"-Schild rausgestellt für Nachbarn. Denn: Plastik wegzuverwerfen ist schlimmer als Plastik zu benutzen

    - auch einige nicht genutzte dicke Marker, Filzstifte u.ä. aus Schulzeiten habe ich an Nachbarn weitergegeben

    - wenn ich nun einen Text etc. markiere, nehme ich stattdessen einen dicken Buntstift. Es gibt auch spezielle Textmarkter-Stifte in fester Form, und ohne Plastik (für mich persönlich leisten dicke Buntstifte aber einen wunderbaren Dienst. Man bekommt sie auch einzeln, und kann sich Leuchtfarben gezielt aussuchen)

    - Milch gibts bei mir nur noch in der Pfandflasche statt im Tetrapack. Das ist etwas teurer wie im Tetrapack, aber da ich meinen Haferdrink nun selber mache, gebe ich insgesamt sogar eher etwas weniger für Milch/Haferdrink aus

    - ebenso Sahne - Pfandflasche statt Plastikbecher

    - Haferdrink mache ich mir selber, das geht ganz einfach aus Haferflocken und Wasser, man braucht nur einen Mixer dazu. Das ist übrigens auch günstiger als Haferdrink zu kaufen

    - zum Aufbewahren von Lebensmitteln habe ich mir nach und nach einige Drahtbügel-Gläser aus Glas besorgt (für die größeren Mengen wie Nudeln, Haferflocken). Teilweise habe ich die Gläser auch Second-Hand bekommen. Man kann auch gut Einweg-Gläser dafür nehmen, besonders für kleinere und mittlere Mengen (z.B. von Brotaufstrich, Mais etc)

    - als meine Seifenschale aus Plastik kaputt ging, wurde sie durch eine aus Olivenholz ersetzt

    - statt Shampoo benutze ich inzwischen eine Haarseife. Die ersten paar mal war etwas ungewohnt, aber sie wirkt sehr gut bei mir. Es gibt auch Shampooseifen. Ich bekomme die Haarseife auf dem Wochenmarkt, es gibt sie auch im Unverpackt-Laden. Evtl. auch mal bei Lush, oder in anderen Körperpflege-/Naturkosmetik-Geschäften nachfragen

    - bei der Zahncreme habe ich bisher eine Plastik- und eine Metalltube benutzt, derzeit steige ich um auf Metalltube und Zahnputz-Tabs. Die bekomme ich bei uns im Unverpackt-Laden, und bei Lush gibt es auch welche. Leider sind sie eher teuer, und ich werde bald mal Zahncreme bzw. Pulver selber machen

    - bei Deo bin ich von Deo-Spray auf eines in der Glasflasche umgestiegen. Wenn das leer ist, möchte ich mein eigenes Deo dort reinfüllen (habe beim Kauf extra darauf geachtet, dass sich der Kopf abschrauben lässt - das geht z.B. bei den Deos von Weleda oder Alverde)

    - Putz-/Reinigungsmittel kann man gut selber machen. Ich brauche gerade meine Restbestände auf, und werde dann umsteigen und die Flaschen mit selbstgemachten Reinigern befüllen.
    In einigen Geschäften gibt es auch Nachfüllstationen für Spülmittel und andere Reiniger

    - bei Kleidung achte ich schon immer auf Baumwolle, und dass keine (oder möglichst wenig) Kunstfasern enthalten sind. Das meiste kaufe ich inzwischen Second-Hand, oder habe es aus Verschenke-Kisten. Da gibt es sehr schöne Teile. Schaut euch am besten verschiedene Second-Hand-Läden an, und wo ihr am besten was für euch findet. Flohmärkte, Kleidertauschaktionen etc. sind auch eine Alternative.

    - beim Einkaufen auf dem Markt sage ich immer, dass ich keine Plastiktüte, oder andere Verpackung möchte, und nehme alles in meinen Stoffbeutel rein, und ggf. noch in einen zusätzlichen kleineren Beutel oder eine Papiertüte (immer wieder benutzt)

    - wenn etwas in Plastik verpackt ist, frage ich mich: brauche ich es wirklich? Wenn ja - kann ich es auch anderswo, ohne Plastik bekommen?
    Oder wenn der Gegenstand selbst aus Plastik ist, genauso

    - eine gute Informationsquelle sind auch unsere Omas: wie habt ihr es früher gemacht? Da kommen ganz tolle Tipps

     

    Nach diesen ganzen Tipps nun noch was zu einzelnen Sachen:

    - Mülltüten: kann man eigentlich problemlos darauf verzichten. Für den Biomüll lege ich 2 Lagen Zeitungspapier in den Eimer, Restmüll kommt ohne Tüte in den Eimer, und wird dann wie er ist in den großen Container geleert. Bisher hat sich niemand daran gestört, Restbestände an Müllbeuteln habe ich verschenkt.

    - Taschentücher: in meiner Hose habe ich schon praktisch immer ein Stofftaschentuch, als Ergänzung/Ersatz bisher eine Packung Papiertaschentücher (Werbegeschenk aus der Apotheke) im Rucksack. Da bin ich umgestiegen, und habe mir ein kleines Täschchen genäht, wo ich einfach 2-3 Ersatz-Stofftaschentücher reintun kann und im Rucksack immer dabei habe. Ich finde, das sieht auch schön aus. Man kann es natürlich auch häkeln oder stricken

    - Kassenzettel: ich habe gelesen, dass die mit irgendwas beschichtet sind (BPA?), und auch gar nicht in den Papier-, sondern Restmüll sollen. Ich verzichte möglichst auf Kassenzettel. Das macht natürlich nur Sinn, wenn der Bon im Laden gar nicht erst ausgedruckt wird. Bei uns wird z.B. im Bioladen der Bon nur ausgedruckt, wenn man es ausdrücklich möchte, auf dem Wochenmarkt ebenso. In vielen Geschäften ist es allerdings andersrum, kommt also drauf an

    - Zahnbürste: da bin ich immerhin umgestiegen auf eine mit Wechselkopf (gibts bei Alnatura und in manchen DM-Filialen). Holzzahnbürsten habe ich mir auch angeschaut. Wegen dem doch eher hohen Preis von 4, eher 5 €/Stück bin ich noch etwas zurückhaltend

    - bei Alnatura gibt es seit einiger Zeit Veggie-Bags, wiederverwertbare Obst-/Gemüsebeutel als Alternative zu Plastikgemüsetüten. Ich habe mir einen Pack (4 Stk.) geholt, bleibe aber lieber bei meinen selbstgenähten Stoffbeuteln. Die Veggie-Bags sind aus Kunstfasern (habe ich leider erst zu Hause gesehen, auf der Banderole habe ich das nicht gefunden) und für mich eher unangenehm zum anfassen. Auch wegen Microplastik finde ich sie nicht so gut. Aber im Vergleich zu den bisherigen Plastikbeuteln allemal eine Alternative, sie sind waschbar und immer wieder verwendbar.

    - einfrieren kann man auch gut in Schraubgläsern. Die Gläser nicht ganz voll machen, und den Deckel zuerst nur lose auflegen. Funktioniert gut, ich habe so selbstgemachtes Pesto, Schnittlauch vom Balkon, Suppe, Soße eingefroren. In Stoffbeuteln soll es auch gehen (für Brot etc.), habe ich aber noch nicht getestet

    - Nüsse, oder Obst, Beeren, kann man oft auch gut selber sammeln. Wer keine Bäume/Sträucher in der Umgebung kennt, kann z.B. unter www.mundraub.org nachschauen. Ich habe letztes Jahr einen Beutel mit Walnüssen gesammelt, der hat mir das ganze Jahr über gereicht zum Backen oder ins Müsli, und man muss die Nüsse dann nicht im Laden kaufen, wo sie oft in Plastik verpackt sind. Auch Äpfel lassen sich gut sammeln, für Apfelkompott, Apfelmus, oder anderes Obst, je nach dem, was bei euch "öffentlich" wächst oder was man sogar im Garten hat.
    Dieses Jahr möchte ich mich auch an Trockenobst versuchen.

    Im Laufe der Zeit werde ich bestimmt noch das ein oder andere finden, und freue mich auf einen Austausch mit euch.

     

    Bildquelle: http://simmonsnaturals.blogspot.de/2013/04/i-have-one-word-for-youplastics.html (Zugriff 9.9.17)

Kommentare

5 Kommentare
  • Marlarina
    Marlarina Das sind echt tolle Hinweise und Tipps von dir. Ich finde deine Liste mit alternativen Vorschlägen auch sehr gut
    11. September 2017
  • Hannah2000
    Hannah2000 Hi, vielen Dank für die vielen tollen Tipps! Eine super Liste mit vielen Anrgungen
    Einiges davon haben wir auch beim 2°Campus 2016 herausgefunden.
    12. September 2017
  • SteffiFr
    SteffiFr danke für die positiven Rückmeldungen!
    12. September 2017
  • Sunlight
    Sunlight Mega mega gut werde auf jeden Fall versuchen, einiges mehr noch davon umzusetzen
    12. September 2017