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Vor dem Holunder zieh den Hut herunter

  • Zum Thema saisonales möchte ich euch den Holunder vorstellen. Schon seit meiner Kindheit begleitet er mich durch jeden Winter und hält mich bei Laune. Er hat viele verschiedene Eigenschaften. Alles der robusten Sträucher oder kleinen Bäume kann verwendet werden, egal ob die Rinde, die Blätter, die wohlduftenden Blüten oder im Spätsommer die natürlich bitteren Beeren.

    Holunder ist schon seit vielen Jahrhunderten in Mitteleuropa heimisch und weltweit findet man etwas über 10 Arten, wobei der schwarze Holunder am bekanntesten ist. Dank seinen vielseitigen Eigenschaften, ersetzte er früher die Apotheken und war in jedem Haushalt zu finden. Sambucus nigra gehört zu den Moschuskrautgewächsen, ein Halbschattengewächs. Je nach Region wird er auch als Fliederbeere bezeichnet und ist in sämtlichen Hecken, Wäldern und Gärten zu finden. Ich möchte euch die bedeutendsten Eigenschaften des Holunders vorstellen und euch hiermit inspirieren, dass Ein oder Andere auszuprobieren.

    Saisonzeit des Holunders ist September bis Oktober, das heißt JETZT! Also greift zu euren Körben, packt eure Scheren ein und macht euch auf die Suche nach dieser vielseitigen Heilpflanze. Während die Blüten der Pflanze bereits Ende Mai bis Anfang Juli blühen, reifen die Beeren erst im Spätsommer. Sie sollten erst gepflückt werden, wenn alle Beeren am Blütenstand eine blauschwarze Farbe haben, denn die unreifen Früchte sind giftig. ACHTUNG: Die unreifen Früchte, die Rinde und die Blätter tragen den sog. Giftstoff Sambunigrin in sich. Dieser kann Erbrechen, Krämpfe oder auch Durchfall mit sich bringen. Die runden Früchte sind weitgehend frei von dem Giftstoff, können bei empfindlichen Menschen jedoch trotzdem Übelkeit auslösen. Dem kann man aber ganz einfach entgegenwirken, indem man die Beeren bei über 80 Grad erhitzt und damit die Giftstoffe zerstört. Dennoch können alle Bestandteile der Heilpflanze genutzt und weiterverarbeitet werden.

    So kann aus den saftigen Beeren Saft, Sirup, Gelee oder Marmelade zubereitet werden. Das Versaften der Beeren gelingt durch eine Tuchpresse oder durch einen Dampfentsafter, welchen wir zu Hause verwenden. Da der natürliche Geschmack der Beeren eher herb und bitter ist, sollte man dem Saft genug Süßungsmittel, wie Zucker oder Honig, zugeben. Auch kann man den fertigen Holundersaft in Mischgetränke oder Schorlen mixen, ebenso Apfel- oder Grapefruitsaft sollen sehr gut dazu passen. Ich mische mir den Holundersaft immer unter meinen normalen Tee, damit bekommt er eine extra Ladung frische Vitamine und ist gleich etwas süßer. Apropos Vitamine, wusstest du schon, dass der Holunderstrauch pro Kilo 180mg Vitamin C mitbringt? Des Weiteren sind auch Provitamin A und B-Vitamine in der Beere enthalten, also eine echte Vitaminbombe. Durch die enthaltenen ätherischen Öle, wird der Holunder zur Heilpflanze. Durch seine stärkende Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem wirkt er super gegen Erkältungen und grippale Infekte. Der Saft der Beeren stärkt das Immunsystem und hat gleichzeitig eine schleimlösende, schmerzlindernde und fiebersenkende Wirkung.  Hier kann bei Hustenanfällen zum Beispiel Holunderblütentee inhaliert werden. Neben der Weiterverarbeitung zum Saft, kann durch die Zugabe einer gleich großen Menge an starkem Gelierzucker auch Gelee gemacht werden. Wer lieber die Konsistenz von Marmelade mag, kann auf Apfelstücke nach dem Aufkochen zurückgreifen.  

    Die sehr empfindlichen Blüten können an trockenen Tagen gepflückt und dann getrocknet werden (nicht in der prallen Sonne!). Wenn ihr diese sucht, dann am besten einfach einem wohlwollenden, intensiven und fast aufdringlichem Geruch folgen. Wenn die Blüten vollkommen geöffnet sind, können sie geerntet werden. Auch die Blüten haben eine vielseitige Verwendung und können z.B. ganz einfach zu leckerem Tee oder Holunderblütensekt weiterverarbeitet werden. Ein kurzer Tipp am Rande: Die gelblich-weißen Blüten können auch zur Körperpflege verwendet werden. Bei unreiner Haut kann ein Gesichts-Dampfbad helfen, bei müden Augen oder einem Gerstenkorn ein angenehmes Augenbad oder gegen schmerzende und überanstrengte Beine hilft ein Holunderblütenfußbad. Also, auch die Blüten haben jede Menge zu bieten.

    Die Blätter und Rinde der Pflanze haben eine abführende Wirkung und ebenfalls eine heilende Wirkung auf Haut. Aber ACHTUNG: Zu große und unbedachte Mengen sind giftig!

    Holundersalbe soll gut gegen Quetschungen, Verstauchungen und Wunden auf der Haut helfen. Als letzten Fakt: Auch ungekochter frischer Saft hat eine heilende Wirkung bei z.B. Neuralgien (stark schmerzenden Nervenentzündungen) und Herpes.

    Zum Ende noch etwas leckeres: Mit Holunder kann man auch super Kuchen oder Torten backen. :)

    So, das war jetzt eine Menge an theoretischem Input, aber ich hoffe ich konnte euch von meiner Geheimwaffe gegen...eigentlich alles überzeugen. Jetzt könnt ihr eure eigenen Schlüsse ziehen und rumprobieren. Aber ich denke auch ihr seit jetzt der Meinung, dass das altbewährte Sprichwort "Vor dem Holunder zieh den Hut herunter" auf jeden Fall zutrifft ?!

     

     

     

    Quellen Text:

    https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/essen-und-trinken/natur/02698.html; 12.09.17
    http://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/holunderbeeren; 12.09.17
    http://www.apotheken-umschau.de/Holunder; 12.09.17
    http://www.heilkraeuter.de/lexikon/holunder/anwendung.htm; 12.09.17
    http://www.bankhofer-gesundheitstipps.de/holunderblueten-naturarznei-den-sommer.html; 12.09.17

    Quellen Bilder:

    https://pixabay.com/de/holunder-holunderbeeren-beeren-saft-2652553/

    https://pixabay.com/de/holunder-sambucus-zitrone-2395559/

     

Kommentare

2 Kommentare
  • FranziL
    FranziL Mega cool! Ich wusste gar nicht, dass man aus Holunder so viel mehr als Saft machen kann :)
    13. September 1 gefällt das
  • Marlarina
    Marlarina Ja, es kommt so einiges bei raus, wenn man sich mal mehr informiert. Finde das auch alles sehr erstaunlich, wie viel man damit machen kann und wozu Holunder alles fähig ist! :)
    14. September