Berichte

Filmkritik: We feed the world

  • Der Film "We feed the world" stammt von dem Österreicher Erwin Wagenhofer. Es ist ein sehr nüchtern gehaltener Dokumentarfilm, unterteilt in Berichte über die Fischerei in Europa, Tomaten aus Spanien, Hühnerhaltung und vieles mehr. Zum Schluss wird der Konzernchef von Nestlé interviewt.

    Während des Films erklären die Betroffenen (Mitarbeiter der "Hühnerfabrik", der Tomatenanbauplantage, usw.), was wie gehändelt wird in ihrem Betrieb und sagen ihre Meinung dazu, beschreiben die Probleme, die der Betrieb durch den Markt oder die Politik hat. Das führt aber dazu, dass der Film langatmig wird. Wer sich nicht dafür interessiert, wird nur schwer dabei bleiben.

    Sehr gut gemacht sind dagegen die Zusammenfassungen der einzelnen Berichte. Dabei wird auf das Bild der Fakt geschrieben, der so erschrecken ist, ohne großes Tamtam.

    Ein Beispiel: Jeden Tag wird in Wien genau so viel Brot vernichtet, wie die zweitgrößte Stadt Österreichs (Graz) verbraucht. Anders ausgedrückt, wird täglich Brot für etwa 250.000 Menschen "entsorgt". Obwohl nur einen Tag alt, entspricht das Brot nicht mehr den Wünschen der Kunden – und wird Abfall.

    (Quelle:wwf.de)

    Auch das Thema Gentechnik wird angesprochen, und was gezeigt wird, lässt einen vezweifeln! Die Gentechnikfirmen bauen auch in "unschuldigen" Ländern an und wuchern über den Markt mit ihren Hybriden. Der Mann, der zu diesem Thema interviewt wird, Karl Otrock, ist Produktionsleiter von Pioneer Rumänien, bevorzugt selbst biologisches Essen. Er meint, das Ganze sei nur schwer aufzuhalten und schade.  An dieser Stelle hat der Film leider nicht kritisch nachgehakt, was noch dagegen getan werden kann.

    Der Film ist sehr informativ, aber nicht unbedingt das mitreißende Event, weil er als Dokumentation einfach nur zeigt, was ist, aber nicht Kritik übt. Trotzdem sind die Fakten ungemein wichtig und müssen bekannt gemacht werden!

    Trailer zum Film: http://www.we-feed-the-world.at/trailer.htm

Kommentare

4 Kommentare
  • Marcel
    Marcel Sehr interessanter Film. Bei dem Brot-Beispiel bekomme ich jedesmal wieder Gänsehaut vor Wut... Es gibt hierzu übrigens auch ein Buch, in dem die einzelnen Themen nochmal ausführlicher erklärt werden, und das ich ebenfalls sehr empfehlen kann. Darin wird ...  mehr
    18. Juni 2009
  • straetsi
    straetsi ich habe den film auch schon gesehen und hab ihn auch schon an unzählige viele freunde weiter gegeben.
    18. Juni 2009
  • keksy
    keksy haben wir bei uns im ethik unterricht gesehen, fand das mit den hühnern und küken am krausamsten, einfach krass und wachrüttelnt, kann den film jedem nur empfehlen!
    18. Juni 2009
  • Stefan1990
    Stefan1990 Ich habe diesen Film auch gesehen und kann ihn Jedem empfehlen, der sich für die Herkunft seiner Lebensmittel und die verschwenderische Nutzung unserer Ressourcen interessiert.
    Ein anderer guter Film zu diesem Thema ist übrigens \"Food Inc\".
    20. Mai 2010