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Fluss-Giganten in Gefahr

  • Vier der zehn größten Süßwasser-Fische der Welt kommen im südostasiatischen Mekong-Fluss vor. Darunter der Riesen-Stachelrochen, der mit bis zu 600 Kilogramm Gewicht und bis zu fünf Metern Länge die Maße eines Kleintransporters besitzt und als der größte Süßwasserfisch der Welt gilt.

    Oder der 350 Kilogramm schwere Mekong-Riesenwels, der sich als reiner Vegetarier ausschließlich von Wasserpflanzen ernährt. „Der Mekong-Strom ist ein Fluss der Superlative. Hier leben mehr riesige Süßwasser-Fische als in jedem anderen Strom der Erde“, sagt Petr Obrdlik, Mekong-Experte bei der Umweltschutzorganisation WWF.

    Doch nach einer neuen WWF-Untersuchung sind die Giganten im Mekong durch den geplanten Bau von elf Staudämmen im Unteren Mekong extrem gefährdet. Denn Fische von dieser Größe sind schlichtweg nicht in der Lage, große Flussbarrieren wie etwa Staudämme zu überwinden. Somit werden wichtige Wanderrouten unterbrochen und die Laichgründe nicht mehr erreichbar.

    „Sollten die geplanten Dämme tatsächlich realisiert werden, könnte das mittel- bis langfristig zum Kollaps der Populationen führen”, warnt WWF-Experte Obrdlik. Dabei stehen die Mekong-Giganten stellvertretend für ein ganzes Ökosystem, neben zahlreichen wandernden Fischarten sind auch die seltenen Irawadi-Flussdelfine von den geplanten Wasserkraftwerken bedroht.

    Solange nicht geklärt ist, wie sich die geplanten Staudämme auf die Vorkommen der Fisch-Giganten und das gesamte Mekong-Ökosystem auswirken könnten, fordert der WWF ein Bau-Moratorium. Davon würden nicht nur die Riesenfische und Flussdelfine profitieren, sondern auch die 320 Millionen Menschen, die entlang des Mekongs leben. Denn Landwirtschaft und Fischerei sind auf einen vitalen und fruchtbaren Mekong angewiesen.

    Besonders den Damm in der Sayabouly Provinz in Laos, dessen Planungsverfahren am weitesten voran geschritten ist, bewertet der WWF kritisch. Sollte der Damm tatsächlich gebaut werden, wäre dies für den Mekong-Riesenwels eine Katastrophe. Die Fischart steht bereits heute auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion und gilt als vom Aussterben bedroht. Daneben wären auch der Vielfrass-Haiwels, ein Raubfisch der auch vor Hühner- oder Hundekadaver nicht zurückschreckt, und der Siamesische Riesenkarpfen in ihren Beständen gefährdet.

    Tolle Diashow auf www.youtube.com/WWFDeutschland

    Foto: © Zeb Hogan / WWF-Canon

Kommentare

5 Kommentare
  • Morgan
    Morgan wozu wollen die überhaupt dämme bauen?
    28. Juli 2010
  • NinaFlo
    NinaFlo Staudämme werden zum Beispiel gebaut, um Wasser für die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorgung zu gewinnen oder um Strom zu produzieren. Für die Menschen ist ein guter Zugang zu Trinkwasser selbstverständlich sehr wichtig, keine Frage! Aber der WWF ...  mehr
    28. Juli 2010
  • Florilla
    Florilla leider gibt es auch politische und menschenverachtende Hintergründe für den Staudammbau im Mekong-Gebiet. Die burmesische Militärregierung plant Staudämme am Salween, dem Grenzfluss zwischen Thailand und Burma. Mit dem Bau eines oder mehrerer Staudämme so...  mehr
    28. Juli 2010
  • spiegel98
    spiegel98 Ich habe mit ein paar Freunden auch einen Damm gebaut aber das war auch ein entwässerungs Graben und in dem Lebten auch keine Besonderen Lebewesen... zumindestens keine die wir so hätten erkenne können. Aber solche Megastaudämme wie einer der Dafür benöti...  mehr
    31. Juli 2010