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21. Türchen

  • Früher war Weihnachten ein Fest der Liebe, doch mittlerweile geht es nur noch um Konsum. Laut dem Statischen Bundesamt verdient der deutsche Einzelhandel ein Fünftel seines Gesamtumsatzes an Weihnachten. Auch der Energieverbrauch steigt an. Um das Festessen zuzubereiten, wird sogar ein Drittel mehr Strom als an normalen Tagen verbraucht. Der Müll der zahlreichen Geschenkverpackungen lässt die Müllberge dabei um 10 Prozent ansteigen.

    Doch was können wir tun um das zu ändern? Wie können wir gemeinsam die Weihnachtszeit nachhaltig gestalten und welche Alternativen gibt es? Um diese Fragen soll es in diesem Artikel gehen.

    Grüner Weihnachtsbaum

    Alleine in Deutschland werden Millionen von Weihnachtsbäumen aufgestellt. Etwa 80 Prozent davon wurden in Monokulturen gezüchtet und gespritzt. Edel- und Nordmanntannen werden sogar aus dem Ausland, zum Beispiel der Region Skandinavien, importiert. Die Alternative liegt dabei gar nicht mal so weit entfernt, wie man vielleicht denken würde. Oftmals bieten örtliche Förster Bäume an, die ohnehin bei der Waldpflege gefällt wurden. Außerdem können Bäume aus dem ökologischen Anbau mit dem Naturland-, Bioland- oder dem FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) bedenkenlos gekauft werden. Diese können dann wieder eingepflanzt werden.  Doch es kann vorkommen, dass diese Bäume nur wenige Wochen überleben. Deshalb ist es empfehlenswert die Bäume mit viel Wasser zu gießen und danach vorerst in eine kalte Umgebung zu lagern, bevor man sie der Frost aussetzt. 

    Eine Liste mit Anbietern von Öko-Weihnachtsbäumen findet man auf der Homepage vom Umweltschutzverband Robin Wood.

    Plastikfreie Dekoration und Beleuchtung

    Ein Weihnachtsbaum aus Plastik sollte unbedingt vermieden werden, auch wenn er jahrelang haltbar ist und immer wieder aufgestellt werden kann. Früher oder später landet dieser auf dem Müll und braucht mehrere hundert Jahre um sich zu zersetzen; oder er wird verbrannt, was wiederum krebserregende Stoffe wie Dioxine und Furane freisetzt. Auch beim Baumschmuck lässt sich einiges machen. Alternativen bieten hier bspw. Sterne aus Stroh, Figuren aus Wachs, getrocknete Orangenscheiben oder Zimtstangen. Der Kreativitiät ist hierbei keine Grenze gesetzt.

    Bei Lichterketten sollte darauf geachtet werden, dass möglichst energiesparende LED-Lichter benutzt werden. Kerzen aus Bienenwachs oder Stearin sind gute natürliche Materialien im Gegensatz zu Paraffin-Kerzen. Weitere Dekorationsmöglichkeiten für die Umgebung bieten selbst gebastelte Kunstwerke aus Nüssen, Kastanien oder Holz.

    Bewusstes Festmahl

    Das Festmahl an Weihnachten beinhaltet in vielen Haushalten ein Tier. Doch oftmals haben diese Lebewesen ein grauenvolles Leben hinter sich. In wenigen Wochen werden die zukünftigen Weihnachtsbraten zwangsernährt, damit sie schön füllig werden. Falls man nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, gibt es auch hier einen nachhaltigeren Weg. Das Wohlergehen der Tiere auf einem Biobauernhof ist wesentlich rücksichtsvoller. Zwar ist das teuerer, aber dafür kann man sich sicher sein, dass das Tier Futter aus biologisch angebautem Getreide bekam, genügend Auslauf hatte und nicht mit Medikamenten voll gestopft wurde. 

    Einen guten Wegweiser bietet der Einkaufsratgeber des WWF. Darin finden sich weitere Infos und Tipps rund um den bewussten Einkauf. 

    Nachhaltigkeit schenken

    Geschenkpapiere verursachen einen immens hohen Ölverbrauch, nicht zu Schweigen von dem Stapel an Müll der durch sie in der Weihnachtszeit entsteht. Bevor man zu Geschenkpapier greift, sollte man sich Gedanken darüber machen, ob es überhaupt sein muss. Alternativen bieten hier recyceltes Geschenkpapier, Zeitschriften und Zeitungen. Nicht nur bei der Verpackung, sondern auch bei der Auswahl der Geschenke kann CO2 eingespart werden. Regional hergestellte Produkte eigenen sich gut, aber auch fair gehandelte Ware bspw. aus dem Weltladen. Oder wie wäre es mit einem personalisierten Baum, der sicher noch lange Freude für die nachfolgenden Generationen bereitet. Mehr dazu gibt es auf der Hompage von Treedom.

     

    Weihnachtlich dekorierter Tisch mit Plätzchen und Tannenzweigen. (Bildquelle: Pexels.com)

    Wie sich zeigt, ist ein Weihnachten ohne überfälligen Konsum möglich und das schon mit einfachen Mitteln und kleinen Veränderungen. Gerade jetzt und trotz Entfernung sollten wir unsere Mitmenschen motivieren mitzumachen. Verbreite diese Botschaft doch gerne mit deinen Freunden und Bekannten und erfreue sie mit nachhaltigen Kleinigkeiten. Lasst uns gemeinsam die Weihnachtszeit wieder ein Fest der Liebe machen. Die Liebe zu unseren Mitmenschen, zur Umwelt und allen Lebewesen, die Teil unseres Universums sind. 

    Weitere interessante Ideen finden sich auf Utopia.

    Teilt uns gerne mit, wie ihr eure Weihnachtszeit gestaltet. Habt ihr weitere Ideen zur Verbesserung? Ich freue mich auf einen Austausch in den Kommentaren!

    Quellen: https://www.dw.com/de/m%C3%BCllverbrennung-in-deutschland-entsorgung-mit-risiken/a-50759483 https://www.gevestor.de/details/weihnachten-konsum-in-dieser-zeit-am-starksten-671572.html

Kommentare

3 Kommentare
  • SteffiFr
    SteffiFr Gute Übersicht!
    Auf Utopia oder Smarticular habe ich küzrlich auch die Idee gelesen, essbaren Weihnachtsbaumschmusch zu verwenden, also Apfelringe, Plätzchen, Lebkuchen etc. aufzuhängen und dann nach und nach zu vernaschen. Bestimmt auch eine gute...  mehr
    21. Dezember 2020 - 3 gefällt das
  • LittlePingu
    LittlePingu Super coole Ideen! Danke für deine Inspirationen @SteffiFr. Ich verlinke hier mal den Link zum essbaren Weihnachtsbaumschmuck, falls jemand Lust hat das nachzumachen:...  mehr
    22. Dezember 2020 - 1 gefällt das
  • SteffiFr
    SteffiFr genau, danke fürs Link raussuchen :-)
    24. Dezember 2020 - 2 gefällt das