Berichte

2°Campus - Forschung, Freude und Faszination im Sommer

  • Regen prasselt auf die Blätter der Bäume. Das Wasser sammelt sich in Pfützen und Rinnsalen, die die Wege und Straßen bedecken. Im wolkenverhangenen Zwielicht leuchten nur die Rückleuchten einiger Fahrräder auf, deren Fahrer bereits vollständig durchnässt sind.
    Diese Fahrradfahrer sind wir. Oder besser gesagt: Die Gruppe Mobilität und die Gruppe Energie, die den ersten Teil des 2. Blocks des 2°Campus in Münster verbringen.

    Aber lasst mich von vorne anfangen.
    Besser gesagt, am Morgen des 25.07.2017, als ich mit einem Koffer voller Erwartungen in den Zug stieg, um zum Sommerblock des 2°Campus aufzubrechen. Für mich und 9 andere Teilnehmer ist die erste Station Münster, während die Gruppe Gebäude nach Wuppertal und die Gruppe Ernährung nach Eberswalde aufbricht.

    Trotz des wenig einladenden Wetters ist die Stimmung so gut wie eh und je als wir uns alle zum ersten Mal seit dem 1.Block wiedersehen und die Vorfreude auf die vor uns liegende Zeit ist groß: Schließlich werden wir nun nach intensiver Vorbereitung endlich unsere Forschungspläne in die Tat umsetzen können.
    Am MexLab der Uni Münster treffen wir auf unsere wissenschaftlichen Mentoren Pia und Johannes, die sich nach einer kleinen Einführung sofort mit uns an die Arbeit machen. Johannes führt uns ins MEET, das Batterieforschungszentrum der Uni Münster, während die Gruppe Energie im MexLab bleibt.
    Die Zeit vergeht wie im Flug, als so viele neue Eindrücke und vor allem neues Wissen auf uns einströmen; es gibt nichts was nicht unglaublich faszinierend wäre und ich kann mich für alles, was uns im Labor begegnet, begeistern. Und die Begeisterung springt über und wird geteilt, wir staunen über jeden Erfolg und lachen über alles, was schief geht. Ich bin von Gleichgesinnten umgeben, die eben diese Faszination für die Wissenschaft und Forschung teilen und genau das ist es, was den 2°Campus ausmacht: Unter Gleichgesinnten sein.
    Wir sind 20 Jugendliche aus ganz Deutschland, die eine Aufgabe und ein Ziel zusammengebracht hat, wir sind freiwillig hier, weil uns eben dieses Ziel am Herzen liegt. Und das spürt man während dieser gemeinsamen Tage.

    Viel zu schnell geht dieser erste Teil des 2. Blocks vorbei und wir müssen uns kurzzeitig von unseren Mentoren trennen, die erst zwei Tage später nach Berlin hinterherreisen werden. Dafür kommen wir alle in der großen Gruppe wieder zusammen als wir in Berlin ankommen und haben uns viel von den vergangenen Tagen zu erzählen.
    Müde von der Zugfahrt aber in freudiger Erwartung der weiteren Ereignisse kommen wir zum ersten Austausch der Forschungsergebnisse in einem Raum der Jugendherberge zusammen, die für den Rest des Blocks unser Zuhause sein wird. Natürlich kein Vergleich zum Wannsee-Forum des 1.Blocks - aber auch das ist uns schnell egal.
    Den Übergang von der Forschungsphase zur Nächsten markiert ein freier Sonntag, den wir im Berliner Tiergarten mit diversen Erkundungen und Sinneseindrücken beginnen und später frei gestalten dürfen. Hier herrschen sommerliche 30 Grad und die Sonne scheint - gerade für uns Münsteraner eine ungewöhnliche Abwechslung.
    Am Montag geht es dann in die Präsentationsphase: Die Mentoren sind zurück und wir haben gemeinsam die Aufgabe, unsere Forschungsergebnisse in eine PowerPoint-Präsentation umzuwandeln, was zwar viel Stress aber auch Spaß mit sich bringt - wie eigentlich alles beim 2°Campus.
    Zwei weitere Highlights dieses Abschnitts sind zum einen weitere Natur-Erkundungen und Gesänge im abendlichen Tiergarten sowie eine erfrischend andere Interpretation des Dramas „Faust“ im Monbijou-Theater in Berlin. Gerade Letzteres sorgt für viel Gelächter und war für mich einer der schönsten Abende überhaupt.
    Am Mittwochvormittag ist es dann soweit: Jede einzelne Gruppe stellt ihre Forschungsergebnisse mithilfe ihrer Präsentationen den anderen Teilnehmern vor und zeigt das, was sie in den letzten Tagen gemeinsam erreicht haben. Das erste und auch vorerst letzte Mal, dass wir diese Arbeit vorstellen dürfen.
    Anschließend verabschieden wir die wissenschaftlichen Mentoren, die leider beim letzten Teil dieses Blocks nicht mehr dabei sein werden. Ihre Abreise markiert das Ende dieses Abschnitts - und es folgt für die meisten von uns ein Loch; zwei Stunden ohne etwas zu tun, in dem sich die Anstrengung und der Stress der letzten Tage nun doch bemerkbar machen. Für einen kurzen Moment ist die Euphorie, die sonst alles andere überlagert hat, verschwunden und es wird ruhig.


    Selbst als das dreiköpfige Team aus Wissenschaftsjournalisten - Gabi, Benno und Frank - ankommt und uns auf die dritte und letzte Phase des Blocks vorbereitet, braucht es einen Moment, bis die Müdigkeit verschwindet.
    Vielleicht war das auch der Grund, aus dem am nächsten Tag nicht alles nach Plan lief: Für die Radiospots, die für die Gruppen Ernährung und Mobilität gedreht werden, mussten wir selbstständig zu den Interviewpartnern anreisen um die Interviews zu führen, was nicht in allen Fällen auf Anhieb geklappt hat. Trotzdem haben wir alles geschafft und aufgenommen und konnten so die kommenden Stunden mit dem Durchsuchen, Skripten und Schneiden des gesammelten Tonmaterials verbringen.
    So waren wir auch bereit, am Freitag ins ARD-Hauptstadtstudio zu fahren und die Podcasts professionell aufzunehmen, was insbesondere für die Sprecher eine ganz besondere Erfahrung war. Im Studio zu sitzen und seine eigene Stimme so zu hören war gleichermaßen seltsam wie aufregend, während wir den Text eingesprochen und hinterher alles zu einem Spot zusammengeschnitten haben.
    Und dann?
    Dann kam der Abend, der letzte Abend, mit einer offenen Bühne. Noch einmal haben wir alle zusammen gelacht und gesungen, Gedichten und Geschichten gelauscht und Zaubertricks bestaunt. Noch bis spät saßen wir zusammen, damit dieser Abend so lange wie möglich währt.
    Doch auch der Abreisetag kam, mit einer letzten Evaluation und den Verabschiedungen. Ein letztes Mal umarmen und winken, bevor wir uns alle wieder in die vier Winde verstreuen.
    Einmal noch werden wir zusammenkommen, für ein paar Tage im Oktober, für die Abschlussveranstaltung.
    Diesen Tagen blicke ich freudig und traurig zugleich entgegen, während ich die Bilder aus Berlin und Münster bewahre und gerne daran zurückdenke.
    Die ein oder andere Freundschaft ist hier entstanden, die auch hoffentlich über die Zeiten des Campus hinaus währt. Ich durfte unglaublich tolle, inspirierende Menschen kennenlernen und kehre mit einem Koffer voller Erinnerungen nach Hause zurück.
    Danke an euch alle - es war eine unvergesslich schöne Zeit!

    Fotos: WWF / Arnold Morascher

Kommentare

4 Kommentare
  • FranziL
    FranziL Bin mal gespannt auf eure Ergebnisse :)
    14. August
  • Chaosmenschlie
    Chaosmenschlie Wunderhübsch! Der Käptn ist höchst erfreut und unser Oberbefehlshaber wird es sicherlich auch sein wenn er von seiner Mission wieder da ist ;)
    14. August
  • TobiS
    TobiS Sehr schöner und lebhafter Bericht :)
    20. August
  • Ivonne
    Ivonne Es war toll mit euch!!! Danke für die schöne Zusammenfassung. :-)
    28. August