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TEMPO für den Klimaschutz!

  • „Was ist unser Ziel? Wir wollen gerne, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen im Einsatz sind. Und bis 2030 könnten es sechs Millionen Fahrzeuge sein.
    Das bedeutet, dass wir zügig vorangehen müssen – und vor allen Dingen auch die allgemeinen Bedingungen dafür schaffen müssen, dass Elektromobilität in unserem Lande auch wirklich gelebt werden kann. „- Angela Merkel im Videopodcast vom 14. Mai 2011

    2011. Das Jahr, wo unsere Bundeskanzlerin ein großes Ziel im Thema Elektromobilität gesetzt hat.
    Eine Million E-Fahrzeuge bis 2020 und bis 2030 sogar Sechs Millionen!
    Dieses Ziel ist zwar nun am 15.05.2017 revidiert worden, doch damit ist der Traum der Verkehrswende noch lange nicht ausgeträumt - vielmehr sollten die Forscher mehr Zeit bekommen, um doch noch eines Tages auf Elektromobilität umzusteigen. Noch läuft der Verkauf der „Stromer“ schleppend - doch Angela Merkel ist optimistisch, dass der Durchbruch des Elektromotors kommen wird.
    Das klingt nicht gerade nach wenig Arbeit für die Forscher und Forscherinnen die schon seit Jahren daran basteln und tüfteln, wie man das Elektroauto endlich absolut marktfähig machen kann.

    Aber wie steht es jetzt, sechs Jahre später, um das Thema Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen?

    2016 gab es rund 34.000 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge, aber um Frau Merkels 1-Million-Marke knacken zu können bräuchten wir immer noch 66.000 Autos mehr.
    Aber was macht die Elektroautos so unbeliebt auf den deutschen Märkten?

    Zwei der am meisten diskutierten Nachteile der Elektroautos sind wohl zum Einen die Reichweite, zum Anderen der Preis. Diese Faktoren gehen oftmals Hand in Hand, so schaffen die momentan weitreichendsten E-Autos, die Tesla-Modellreihe S (Stand Januar 2017), beachtliche 400 - 600 km - kosten aber auch ab 70.700 € aufwärts. Günstigere Modelle wie der Renault Twizy sind zwar schon ab knapp 7000 € erhältlich, kommen aber höchstens 100km weit und sind für nur 2 Personen ausgelegt.
    Zudem kann dem Betreiber ein kalter Winter schonmal einen Strich durch die Rechnung machen: Teilweise kann sich die Reichweite bei zu niedrigen Temperaturen um bis zu 50% verringern, was aber nicht nur am höheren Energiebedarf der Batterie, sondern auch an anderen Stromfressern wie der Heizung liegen kann.
    Nichtsdestotrotz hat die Forschung enorme Fortschritte gemacht, was die Technik der Elektroautos angeht. Immer mehr Ladesäulen werden aufgestellt (+ 65.264 gegenüber 2015) und die Batterien werden leistungsstärker.
    Aber es sind noch immer Lithium-Ionen-Batterien, mit denen die Fahrzeuge betrieben werden. Diese Akkus sind zwar die bisher Leistungsstärksten, doch gerade die in der Kathode enthaltenen Metallsalze sind äußerst giftig und aufwändig zu recyclen.

    Hier setzt das Forscherteam Mobilität des 2°Campus 2017 um Mentor Johannes Betz an. Unser Ziel: Die Entwicklung einer Kathode, in der die Metallsalze durch ein Polymer, also eine organische Verbindung, ersetzt werden. Besonders vielversprechend ist dabei das TEMPO-Polymer (Poly (2,2,6,6 Tetramethylpiperidinyloxymethacrylat)) mit welchem wir im 2. Block in Münster forschen werden.
    Dabei wollen wir testen, ob diese organischen Akkus das Potential haben, die Lithium-Ionen-Akkus auf lange Sicht zu ersetzen.
    Für diesen Praxistest werden wir eine solche organische Zelle selbst bauen. Unser Rezept:
    Die Herstellung eines Slurrys, der auf eine Metallfolie übertragen, im Vakuum getrocknet und dann ausgestanzt wird. Als Anode dient eine Lithiumfolie.

    TEMPO für den Klimaschutz - und eine grüne Mobilität!

     

    Quellen:

    Bilder: WWF/ Arnold Morascher

    https://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Podcast/2011/2011-05-14-Video-Podcast/links/2011-05-14-text.pdf;jsessionid=528DCA41D9D3236E19571DDA02C0C987.s2t1?__blob=publicationFile&v=1

    https://www.greenfinder.de/e-autos/modelle/
    https://utopia.de/ratgeber/elektroautos-groesste-reichweite-top-modelle/

    http://www.tagesspiegel.de/mobil/elektromobilitaet-e-autos-haben-probleme-mit-kaelte/12958550.html
    https://de.chargemap.com/about/stats
    https://ecomento.tv/2017/05/18/merkel-kassiert-deutsches-elektroauto-ziel-das-sagen-politiker-und-verbaende/

Kommentare

3 Kommentare
  • Puma
    Puma Die Chemikalie ist ja unheimlich kompliziert zu lesen... Aber gut.
    Ich finde euren Ansatz toll, also einen organischen Akku zu bauen. Ich wäre da nicht drauf gekommen.
    ALlerdings denke ich, dass bei Elektroautos noch ein großes Problem besteht: Wenn...  mehr
    21. Mai 2017
  • TobiS
    TobiS Im zweiten Teil habe ich ehrlich gesagt nicht viel verstanden. Es wäre cool, wenn Ihr eure Forschungsarbeit anschaulicher darstellen könntet, so dass auch jemand das ganze versteht, der seit sieben Jahren nicht mehr mit Chemie konfrontiert wurde

    Die...  mehr
    21. Mai 2017
  • Ivonne
    Ivonne Danke für den Einblick in Eure Forschungsfrage. Ich kann Euern Ansatz sehr gut nachvollziehen und bin schon gespannt. Das Thema Autos ist aber in den heutigen Zeiten wirklich ein besonders sensibles und klar, auch abseits davon, müssen wir uns Gedanken...  mehr
    24. Mai 2017