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Wälder in Flammen – Ursachen und Auswirkungen

  • Waldbrände zählen in vielen Regionen zu einem ganz natürlichen Prozess. Dort nehmen sie oft sogar positiv Einfluss auf das betroffene Waldgebiet, zum Beispiel dann, wenn Zapfen erst nach der extremen Hitze eines Brandes ihre Samen freisetzen um neue Bäume zu erzeugen. Doch nur etwa vier Prozent aller Brände haben eine natürliche Ursache, wie etwa einen Blitzeinschlag.

    Die restlichen 96 Prozent werden durch menschliche Eingriffe ausgelöst. Dies hat fatale Auswirkungen für den Erhalt der globalen Artenvielfalt. 84 Prozent der Ökoregionen die genau für diesen Erhalt zuständig sind, sind durch die Waldbrände gefährdet. Lediglich die anderen 16 Prozent bewegen sich in ökologisch akzeptablen Grenzen. Im Mittelmeerraum hat sich die durchschnittliche Brandfläche seit 1960 vervierfacht! Den besonderen Spitzenplatz belegt dabei Portugal, jährlich brennt es dort durchschnittliche 20.000mal. In Deutschland ist eher Brandenburg die Krisenregion, mit einem besonderen Schwerpunkt in den Kiefernwäldern südlich von Berlin. Und auch hier entstehen nur 6% der Waldbrände auf natürliche Weise, die meisten werden durch fahrlässiges Handeln oder auch vorsätzlich verursacht.

    Waldbrand in Russland © Konstantin Kobyakov / WWF Russia

    Doch neben der Gefährdung von Lebensräumen verursachen die Waldbrände noch ein ganz anderes Problem. Inzwischen gehen 15-20 Prozent aller Treibhausgasemissionen auf die Waldbrände zurück und heißen so den Klimawandel an. Das ist eine katastrophale Zahl. Die Ursachen der zunehmenden Brände liegen zum einen in den immer größer werdenden Hitzewellen und zum anderen in der Entwicklung der globalen Märkte. Rohstoffe wie Palmöl oder Holz werden immer stärker nachgefragt und heizen den Umwandlungsdruck auf die verbliebenen Wälder an. Natürliche Wälder werden immer mehr vorsätzlich abgebrannt, nur um Plätze für feueranfälligere Bäume wie zum Beispiel Eukalyptus zu schaffen.

    Feuer in Indonesien © Frenky Irawan / WWF Indonesia

    Dadurch befinden wir uns in einem Teufelskreis aus Klimawandel und Waldbränden – der Klimawandel sorgt für mehr Waldbrände, während die Waldbrände für den Klimawandel sorgen. Diesem Dilemma können wir uns nur durch eine Änderung unserer Wirtschaft entziehen.

    Feuer in Indonesien © WWF Indonesia

    Der WWF sorgt bereits für bessere Vorbeugung von Waldbränden. Er fordert den Erhalt von mehr natürlichen Wäldern und zum anderen einen Umstieg in der Forstwirtschaft. So soll mehr auf Artenvielfalt gesetzt werden insbesondere fordert er die Anpflanzung von Bäumen, die brandresistenter sind. Außerdem fehlt in vielen Regionen ein klarer Landnutzungsplan, die die illegitime oder illegale Aneignung von Land durch Waldrodung verhindern könnte.

Kommentare

5 Kommentare
  • Jayfeather
    Jayfeather Danke für diesen interessanten bericht! :)
    15. Februar
  • Wasserjunge
    Wasserjunge Informativer Bericht!
    Ein Beispiel: Indonesien hat etwa einen ANteil von 1,9 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes. Jedoch werden Waldbrände im Allgemeinen nicht in diese Statistiken mit einbezogen. Das bedeutet, dass Indonesien nach der Hinzunahme von sei...  mehr
    16. Februar
  • LorenzN
    LorenzN Ja, hätte ich auch echt nicht gedacht bevor ich mich mit dem Thema befasst habe! Noch viel trauriger ist, dass in Indonesien ein Großteil der Brände dadurch entstehen, dass unvorsichtige Plantagen Besitzer eine Waldrodung per Feuer durchführen wollen und ...  mehr
    16. Februar
  • Luke24
    Luke24 Auch mir gefällt dieser Bericht sehr gut. - So viele Infos auf den Punkt gebracht!

    Der Satz "Diesem Dilemma können wir uns nur durch eine Änderung unserer Wirtschaft entziehen." stimmt sicherlich, aber dem Grunde nach muss sich das menschliche ...  mehr
    25. Februar