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Wie überzeugst du andere, sich für den Klimaschutz zu engagiere

  • Auch wenn ich Euch mittlerweile schon einige unserer 2°Campus- Teilnehmer *innen vorstellen durfte, ist jedes Interview für mich auf seine ganz eigene Art und Weise interessant und inspirierend. Ich hoffe, Euch geht es genauso. Und eins haben unsere Teilnehmer*innen ja doch alle gemeinsam: ein Herz, das für den Klimaschutz schlägt.


    So ist es auch bei Sarah(18), Hannah(15) und Dorothea(14), die ich Euch heute vorstellen werden:

    Was möchtest du einmal erforschen bzw. welches Problem möchtest du lösen?
    Hannah:
    Als ich etwa vier Jahre alt war, bastelte ich aus Papier Vanillezuckertütchen für meinen Einkaufsladen. Ich nahm für jedes Tütchen ein neues Blatt Papier. Irgendwann bat mich meine ältere Cousine damit aufzuhören und erklärte mir, dass für das Papier Bäume aus dem Regenwald gefällt werden. Das fand ich sehr erschreckend und ich beschloss mich für das Klima zu engagieren.

    Sarah: Zum einen liegt mir die Energiewende am Herzen, d.h. der Ausstieg aus den fossilen Energien. Wichtig ist mir, dass wir nicht nur den Wandel zur anderen Energieerzeugung gestalten sondern auch weniger Energie verbrauchen. Hierbei ist meiner Ansicht nach ein fundamentaler kultureller Wandel notwendig: Um die Ausbeutung der Natur zu beenden, sollten wir lernen, wie wir anders mit ihr umgehen. Suffizienz, d.h. weniger zu verbrauchen, spielt hier für mich eine entscheidende Rolle.

    Wenn wir uns fragen, was wir brauchen, um gut leben zu können, sind es oft immaterielle Dinge wie Beziehungen zu Freund*innen, der Familie und der Natur, die wichtig sind. Erforschen möchte ich zum anderen also auch das gute Leben für alle, d.h. für Pflanzen, Tiere sowie Menschen. Es geht mir darum, das gute Leben gesellschaftlich breit zu diskutieren und Orte der sozial-ökologischen Transformation wie beispielsweise Transition Towns zu beforschen.

    Außerdem ist es mir wichtig, dass gesellschaftliche Bereiche wie z.B. die politischen Institutionen, die Wissenschaft, die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft miteinander kommunizieren und im Austausch zum Klimawandel sind. Wie unterschiedliche Systeme miteinander in Kontakt kommen, möchte ich demnach auch erforschen. Meiner Meinung nach ist der Klimawandel ein Prozess, bei dem wir eine neue Kultur des Miteinanders auf der Erde entwickeln können und müssen. Dies ist eine Chance, die ich wahrnehmen möchte.

     

    Was war für dich der Auslöser (z.B: ein bestimmtes Erlebnis/eine Episode in deinem Leben; Familienmitglieder und/oder Freunde als Vorbilder / Werte, die dir wichtig sind / ein bestimmter Bericht/Buch/Fernsehbeitrag/ Erlebnisse in der Natur) dich für den Klimaschutz zu engagieren?
    Sarah:
    Seit dem Beginn meines Freiwilligen Ökologischen Jahres habe ich sehr stark mit dem Klimawandel zu tun. 

    Innerhalb der letzten Monate hatte ich verschiedene Schlüsselmomente:

    Als ich auf der zweiten Seminarfahrt mit meiner FÖJ-Seminargruppe war, hielt ein Physiker vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung einen Vortrag. Bei diesem Vortrag verstand ich, dass ein 5°C-Szenario zur Folge haben wird, dass Küstenstädte in Nordamerika und West- sowie Mitteleuropa überschwemmt werden. Klimawandel wird somit, wenn jetzt nicht angemessen Emissionen reguliert wird, auch industrielle Regionen erreichen. Ich vermute, dass diese Tatsache, Menschen dazu bewegen könnte aktiv zu werden, die sich mit den Klimawandelfolgen in anderen Weltregionen nicht identifizieren können. 

    Ein weiterer Auslöser für ein Engagement im Klimaschutzbereich war mein Besuch beim Transition Town Film Festival in Totnes in Südwestengland. Vier Filme berührten mich sehr: “Ice and Sky”, „A plastic Ocean“, 1.84 Million“ und „How to Let Go of the World and Love All The Things Climate Can’t Change”. Ich verstand, dass Klima- und Umweltschutz für mich bedeutet, all das Schöne, was ich als Mensch erlebe, kommenden Generationen zu ermöglichen: Es geht mir um ein Leben in lebendiger Natur und Vielfalt.

    Schon seit der 7. Klasse bin ich in der Umweltgruppe unserer Schule aktiv. Gemeinsam versuchen wir, unseren Mitschüler und Lehrern den Umwelt- und Klimaschutz näher zu bringen, z.B. mit Ausstellungen und Vorträgen, aber auch mit Upcyclingprojekten und der Vermeidung und Trennung von Abfall in der Schule. Außerdem betreuen wir mehrere Bienenvölker auf dem Schulgelände. Solche gemeinsamen Aktionen machen Spaß und verbessern zumindest kleine Dinge!

    Dorothea: Schon seit der 7. Klasse bin ich in der Umweltgruppe unserer Schule aktiv. Gemeinsam versuchen wir, unseren Mitschüler und Lehrern den Umwelt- und Klimaschutz näher zu bringen, z.B. mit Ausstellungen und Vorträgen, aber auch mit Upcyclingprojekten und der Vermeidung und Trennung von Abfall in der Schule. Außerdem betreuen wir mehrere Bienenvölker auf dem Schulgelände. Solche gemeinsamen Aktionen machen Spaß und verbessern zumindest kleine Dinge!

     

    Wie überzeugst du andere, sich für den Klimaschutz zu engagieren? Oder wie würdest du dies tun?
    Hannah:
    Ich erkläre anderen die Folgen des Klimawandels und dass wir alle unter diesen leiden werden. Außerdem mache ich ihnen Vorschläge, wie sie mit wenigen Veränderungen im Alltag schon viel erreichen können.

    Dorothea: Man kann anderen Menschen zeigen, wie einfach Klima- bzw. Umweltschutz ist, indem man es ihnen vormacht. Wenn man z.B. eine Schulklasse vom Umweltschutz überzeugen will, kann damit beginnen, dass man im Klassenzimmer Müll trennt. Außerdem kann man mit Upcyclingprojekten anderen zeigen, wie man Müll sinnvoll weiterverarbeiten kann. Ein weiterer Punkt wäre, den Menschen die Folgen ihres Handelns in der Praxis vor Augen zu führen, z.B. mit Selbstverpflichtungen, die ich auch in der Umweltgruppe anregen werde. Ich denke, dass man seine Mitmenschen gerade mit solchen Projekten zum Umdenken bewegt.

    Sarah: Meiner Meinung nach bewege ich andere Menschen nicht dazu, sich stärker mit den Auswirkungen ihres Handelns auf die Umwelt auseinanderzusetzen, indem ich sie überzeuge. Viel mehr sind es Denkimpulse, die ich aussenden möchte. Dies gelingt mir zum einen, indem ich selbst klimabewusster lebe (was z.B. bedeutet, nicht zu fliegen, kein Fleisch zu essen, keine neue Kleidung zu kaufen). Zum anderen versuche ich in Diskussionen wissenschaftliche Fakten einzubetten, die meinen Mitmenschen vorher nicht bewusst waren.



    Hast du beim Klimaschutz/Forschen ein Vorbild, und wenn ja welches?
    Dorothea:
    Mein Biologielehrer

     

    Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft?
    Hannah:
    Dass alle mit anpacken und wir gemeinsam den Klimawandel stoppen können. Zudem dass alles Leiden auf Erden beendet wird.

     

    Danke, für das tolle Interview Sarah, Hannah und Dorothea!

    Weitere Interviews findest Du hier, hier und hier.

    Weitere Interviews folgen in Kürze!

    Mehr Info's zum 2°Campus gibt's hier.


    Dorothea (links) und Sarah (mitte) im Gespräch über Ernährung im Zusammenhang mit dem Klimaschutz

     


    Hannah (erste v.l.) und Dorothea (dritte v.l.) bei einem WUP mit den anderen 2°Campus-Teilnehmer*innen

     


    Sarah

     


    Hannah

     


    Dorothea

     

    © Fotos A. Morascher/WWF Deutschland

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