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Alles Banane? Zuckersüße Plastikalternativen der Zukunft

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    Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich euch hier kurz vorstellen.

     

    Das gibt es diesen Monat:

    -          Die Banane der Zukunft?

    -          Laufen auf Algen

    -          Kunststoff aus Zucker

    -          MoLa on Tour

    -          Selber aktiv werden

     

    © pixabay.com/ Pexels

     

    Die Banane der Zukunft?

    Auf der Suche nach Alternativen zum extrem ressourcenaufwändigen Baumwollanbau und Kunststofffasern wie Polyester oder Nylon, die keine Alternative darstellen weil sie Mikroplastik verursachen, könnte es in Zukunft bald vermehrt Produkte aus Bananenfasern in unserem Alltag geben. Die Stauden an denen die Bananen wachsen werden nämlich bisher, nachdem sie Früchte getragen haben, einfach entfernt und entsorgt. Aus den jährlich mehr als eine Milliarde anfallenden Kilogramm Bananenstaudenmüll wäre es möglich über 27 Millionen Tonnen Bananenfasern herzustellen. Auch wenn ihre Ökobilanz durch Weiterverarbeitung und Transport immernoch ziemlich CO2 lastig wäre, könnten die Fasern eine biologisch abbaubare Alternative darstellen. Hinzu kommt, dass aus einer Banane sehr unterschiedliche Fasern hergestellt werden könnten. Die Forschung interessiert sich immer mehr für die Pflanze mit der süßen Frucht und erforscht ihre Verwendung sogar als Fasermaterial für der Automobilbranche.

     

    © pixabay.com/ Schlumpf98

     

    Laufen auf Algen

    Studenten der kalifornischen Universität UC San Diego haben einen Kunststoff aus Algen herstellen können, der ohne Erdöl auskommt. Im Gegensatz zum herkömmlichen Kunststoff, bei dessen Herstellung CO2 freigesetzt wird, binden die Algen das Gas. Nachdem bereits Surfbretter aus Algen hergestellt werden konnten, machten die amerikanischen Wissenschaftler das Wissen um den kompostierbaren Kunststoff alltagstauglich: Die Idee war es, Flip-Flops aus den Pflanzen herzustellen. Das Paar Flip-Flops soll in Zukunft nur etwa 3 USD kosten und damit für eine große Masse an Menschen erschwinglich bleiben. Die Hoffnung besteht darin, die herkömmlichen Schuhe auf Dauer gegen ihre biologisch abbaubare Variante zu ersetzen, denn immer noch landen Millionen von Plastikschuhen in den Weltmeeren und bedrohen damit Tiere und Ökosystem.

     

    Ein neuer Kunststoff aus Zucker

    Eine weitere Alternative zum Kunststoff auf Erdölbasis haben Forscher der Universität Bath in England erforscht. Sie stellten einen Kunststoff aus Zucker und Kohlenstoffdioxid her, der weder giftige Bestandteile enthält, noch aufwändige Verfahren benötigt, um kompostiert zu werden. Unter niedrigem Druck und bei Raumtemperatur wird aus dem natürlich vorkommenden Thymidin Zucker ein Polycarbonat (also Plastik) hergestellt, das sowohl für Trinkflaschen als auch für Brillengläser oder CD’s verwendet werden kann. Der Unterschied zu bisherigen Verfahren aus Zuckern Plastik herzustellen liegt laut den Forschern darin, dass das hochgiftige Kohlenoxidchlorid nicht mehr benötigt wird um den Kunststoff herzustellen. Der Vorteil an Thymidin Zucker sei zudem, dass er auch im Körper als natürlicher Zucker vorkommt und somit auch unter medizinischen Gesichtspunkten eingesetzt werden könnte.

    © pixabay.com/ Humusak

     

    MoLa on Tour!

    Bald schon könnte es sein, dass ihr auch ohne Unverpacktladen in eurer Stadt problemlos verpackungsfrei einkaufen könnt- Nämlich wenn das Projekt von Andreas Achtziger eines Low-Waste-Trucks mit dem Namen MoLa (Abkürzung für MobilerLaden) durchgeführt werden kann. Achtziger hatte schon die Idee einer verpackungsfreien Markthalle, die in Hamburg errichtet werden sollte. Da das Projekt jedoch eher schleppend voranging, versucht er es nun etwas kleiner und vor allem mobiler, mit einem Unverpacktladen auf Rädern. Dieser wird dann auf Wochenmärkten Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Nüsse anbieten. Dinge, die ohne Unverpacktladen oft nur schwer ohne Verpackung erhältlich sind. Aber auch Seifen und Drogerieartikel sollen ins Sortiment und damit eine Erweiterung des Wochenmarktangebots darstellen. Bis zum Sommer 2018 wird es noch dauern bis der Truck ins Rollen gerät, sollte die Crowdfundingschwelle von 8500 € erreicht werden. Unterstützen könnt ihr das Projekt hier.

     

    Selber aktiv werden

    Finde hier 14 super nützliche Alternativen zu Plastik, die sich ganz einfach in den Alltag integrieren lassen.

     

    Zusammen mit Greenpeace startet der National Geographic Verlag einen Fotowettbewerb zur Schönheit unseres Planeten. Unter dem Hashtag #ourplanetourfuture könnt ihr noch bis zum 31.10 eure schönsten Naturfotos posten und eine Reise nach Hamburg gewinnen!

     

    Ihr macht Yoga aber habt noch nicht die richtige Matte gefunden, die sich mit eurem Umweltbewusstsein vereinbaren lässt? Noch bis zum 01.11 könnt ihr die Crowdfunding- Kampagne von hejhej-mats unterstützen, die Yogamatten aus Abfällen produzieren wollen.

     

    Lest euch auch durch, was Antonia, Anne, Ulrik und Lea in Leipzig bei der Trashbusters- Aktion an Müll sammeln konnten!

     

    Erschreckend aber sehr eindrucksvoll ist auch das Video der Trashbuster-Aktion 2017:

     

    Und wenn ihr erfahren wollt, ob ihr reif seid für die Müllinsel, dann schaut euch das letzte Plastik-Update von Anne an.

     

     

    Quellen

    https://www.codecheck.info/news/Bananenfasern-statt-Baumwolle-Polyester-238226

    https://enorm-magazin.de/plastik-flip-flops-aus-algen

    http://ucsdnews.ucsd.edu/feature/a_flip_flop_revolution

    https://www.weforum.org/agenda/2017/10/scientists-have-made-biodegradable-plastic-from-sugar-and-carbon-dioxide

    https://utopia.de/mola-verpackungsfreier-unverpackt-laden-truck-65607/

     

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