Deine Chance!


Mittendrin


statt nur dabei


© WWF
Wie bin ich hier hergekommen? – Mein FÖJ beim WWF #2


von Jenni.E
07.12.2015
1
8
41 P

Bevor ich euch etwas über meine jetzige Einsatzstelle berichte, möchte ich euch erstmal beantworten, wie ich überhaupt auf die Idee kam, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu machen. Da der Weg dorthin nicht komplett nach Plan verlief, ist mein Bericht ist etwas länger geworden als erwartet. Dennoch möchte ich euch die ganze Geschichte erzählen. 

Warum ein Freiwilliges Ökologisches Jahr?

Ich war 17, steckte mitten im Abitur und hatte kaum noch Zeit für außerschulische Aktivitäten. Mein Kopf war vollgestopft mit Proteinbiosynthese, Integration und Exilliteratur – wo blieb da noch Platz für Zukunftspläne? Ich wusste zwar, dass ich gerne einmal studieren wollen würde, hatte aber nicht die geringste Ahnung, in welche Richtung es gehen sollte. Für solch eine Entscheidung fühlte ich mich überhaupt noch nicht bereit. Außerdem fand ich die Vorstellung, gleich nach dem Abitur mit dem Studium anzufangen und noch mehr Theorie in meinen Kopf einprügeln zu müssen, ziemlich deprimierend.

Ich wollte viel lieber ein Jahr lang etwas anderes, etwas Praktisches tun. Ein Jahr lang Erfahrungen sammeln, ohne den Zwang, dieser Tätigkeit für den Rest meines Lebens nachgehen zu müssen. Einfach mal etwas ausprobieren und sich dabei am besten für etwas Gutes einsetzen! Sofort kam mir ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in den Sinn. Bei meiner Recherche zu möglichen Einsatzstellen stieß ich immer wieder auf Kindergärten, Altersheime, Krankenhäuser, Behindertenheime – sicherlich wäre das eine Erfahrung wert gewesen, aber mein Gefühl sagte mir, dass das nicht das richtige für mich sei. Also entschied ich mich für die ökologische Alternative: das FÖJ! 

Ich finde die Natur schon von klein auf faszinierend. Seit ich mich erinnern kann, liebe ich es, draußen zu sein, dem Rauschen der Blätter zu lauschen und den Wind auf der Haut zu spüren. In einem FÖJ sah ich die Möglichkeit, mich aktiv und sinnvoll für den Umweltschutz einzusetzen, Teil einer großen Bewegung zu sein und etwas in den Köpfen der Menschen zu verändern – damit unsere EINE wunderschöne Welt so lange wie möglich erhalten bleibt!


Wie bin ich auf den WWF gekommen?

Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte, diesen Weg einzuschlagen, stellte sich mir nur noch die Frage, wo ich mein FÖJ am besten anfange. Irgendwo in Berlin, so viel stand schon mal fest! Doch Berlin ist groß, bunt und vielfältig – in so einer großen Stadt gibt es unzählige Möglichkeiten, sich ein Jahr lang freiwillig für die Umwelt einzusetzen. Also recherchierte ich erstmal ein bisschen im Internet. Schnell habe ich die drei FÖJ-Träger Berlins* gefunden und mich kurzerhand bei der Stiftung Naturschutz beworben.

Dabei durfte ich bereits meine ersten drei Wunsch-Einsatzstellen angegeben. Die Entscheidung war wirklich nicht leicht, denn die Stiftung Naturschutz bot eine Vielzahl an verschiedensten FÖJ-Möglichkeiten an – von der wissenschaftlichen Arbeit im Labor über Waldorfkindergärten bis hin zum Bauernhof. Schließlich entschied ich mich für die Einsatzstellen WWF Bildung, WWF Jugend Onlineredaktion und Community Management sowie für eine Stelle bei der BUND Jugend. Warum ich gleich zweimal den WWF angegeben habe, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich hatte mich vorher gar nicht viel mit dem WWF beschäftigt, stellte es mir jedoch spannend vor, bei einer so großen Organisation mitzuwirken. Durch die Medien erschien mir der WWF außerdem ziemlich vertrauenswürdig und bemüht, aus unserer Welt eine Bessere zu machen.

*Die drei FÖJ-Träger Berlins sind: Stiftung Naturschutz Berlin (SNB), Vereinigung junger Freiwilliger (VjF) und Jugendwerk Aufbau Ost (JAO)

Auf Umwegen zu meiner Einsatzstelle

Einige Zeit nach meiner Bewerbung wurde ich in die Stiftung Naturschutz zu einer Informationsveranstaltung mit Bewerbungsgespräch eingeladen. Dort kam ich zuerst in einen Raum mit etwa 20 anderen Leuten in meinem Alter, die fast alle dieses Jahr ihr Abi hinter sich gebracht hatten und sich – genauso wie ich – um einen FÖJ-Platz bemühten. Wir alle warteten gespannt auf den Beginn der Veranstaltung, bis es dann endlich losging. Zuerst wurde uns potentiell zukünftigen FÖJlern eine Menge über die Arbeitsbedingungen erklärt: Wie lange muss ich jeden Tag arbeiten? Wie viele Urlaubstage habe ich? Was mache ich, wenn ich krank bin? Wie viel Geld bekomme ich? All diese Fragen wurden uns geduldig beantwortet. Danach ging es in die Einzelgespräche. Das waren die eigentlichen Vorstellungsgespräche, bei denen persönliche Stärken, Schwächen, Hobbys und Charaktereigenschaften in Erfahrung gebracht wurden. Auch nach den Vorstellungen und Erwartungen vom FÖJ wurde gefragt. So konnten die Mitarbeiter der Stiftung Naturschutz beurteilen, welche Stelle am besten zu einem passen würde. Anfangs war ich sehr aufgeregt und machte mir viele Gedanken darüber, wie mich mein Gesprächspartner wohl einschätzte und ob ich einen guten Eindruck machte. Doch meine Nervosität hielt nicht lange an. Die Dame, die mir gegenüber saß, war super freundlich, bestärkte mich und gab mir Sicherheit und Selbstvertrauen.

Nachdem ich das Vorstellungsgespräch bei der Stiftung hinter mich gebracht hatte, wurde ich tatsächlich zu einem nächsten Gespräch ins WWF-Büro eingeladen! Dort sollte ich mich für die Stelle bei der Online Community vorstellen und das erste Mal auf meine zukünftigen Vorgesetzten treffen. So lernte ich Marcel kennen – ja richtig, Marcel, den WWF Jugend Community Manager! Er war mir von der ersten Sekunde an total sympathisch, was sich im weiteren Verlauf des Gesprächs nur noch bestätigte. Natürlich war ich am Anfang sehr aufgeregt, aber ich merkte schnell, dass ich keine Angst haben musste. Unser Gespräch verlief total locker, wir lachten viel und ich war mir immer sicherer, dass es mir beim WWF sehr gefallen würde. Leider gab es außer mir noch andere Bewerber für die Stelle – und unter ihnen jemanden mit viel Erfahrung im Programmieren und Verwalten von Internetseiten. Damit hatte er mir gegenüber natürlich einen entscheidenden Vorteil, mit dem er die Entscheidung zwischen uns beiden knapp für sich gewann. Als ich die Absage vom WWF in meinem E-Mail-Postfach entdeckte, war ich natürlich enttäuscht, aber zugleich auch sehr gerührt, da sich Marcel in der Mail aufrichtig bei mir entschuldigte. Trotzdem war ich ziemlich traurig, weil ich mich nach dem positiven Bewerbungsgespräch schon so auf die Stelle gefreut hatte.

Doch dann erreichte mich plötzlich ein Anruf: Es war die Personalreferentin des WWF, die mich zu einem zweiten Vorstellungsgespräch einlud! Diesmal allerdings für eine Stelle im Kinder- und Jugendprogramm (KiJu). Scheinbar hatte Marcel mich innerhalb des WWF weitervermittelt! Ich war total happy über die Einladung und sehr erleichtert, als auch dieses Gespräch entspannt und freundlich verlief. Schon etwa eine Stunde später bekam ich dann den entscheidenden Anruf: eine Zusage!!! Endlich hatte ich festen Boden unter den Füßen. Endlich musste ich nicht mehr darum bangen, dass ich Anfang September wohlmöglich ohne FÖJ-Platz dastehen würde. Dem Jahr in Berlin stand nun nichts mehr im Wege! Auch, wenn ich zuerst eine andere Stelle im Visier hatte, war ich nun überglücklich, dass ich doch noch beim WWF angenommen wurde.

Und so landete ich beim WWF im KiJu-Team. Hier arbeite ich mittlerweile schon fast drei Monate mit meiner Vorgesetzten Sabine und meinen Kolleginnen Luise, Nicole und Verena zusammen in einem Büro. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und in das Team, zu dem übrigens auch Marcel und FÖJler Leonard gehören, gut eingegliedert. Inzwischen bin ich zu einem wichtigen Bestandteil des Teams geworden. Mehr und mehr Aufgaben werden mir anvertraut und ich lerne jeden Tag etwas Neues. Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben und bin total gespannt, was mich in den nächsten Monaten erwartet!

 

Herzliche Grüße aus Berlin,

eure Jenni ❤

Weiterempfehlen

Kommentare (1)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
13.12.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Schöner Bericht :-) Super, dass Du doch noch eine Stelle gefunden hast! Ich könnte mir auch vorstellen, nach dem Abi ein FöJ zu machen. Oder doch lieber etwas weiter weg, mit "weltwärts"? Es gibt so viele Möglichkeiten...! Aber ich hab ja noch ein bisschen Zeit :-)
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Grüne Praktika und Jobs
Grüne Praktika und Jobs
1. Bezahltes Praktikum in Ökologischer NABU-Station Ostfriesland, NABU Niedersachsen ... weiter lesen
Grüne Praktika und Jobs
Grüne Praktika und Jobs
1. BFD-/FÖJ Stelle, NABU-Besucherzentrum Rühstädt Beschreibung: Das... weiter lesen
Grüne Praktika und Jobs
Grüne Praktika und Jobs
1. Bundesfreiwilligendienst bei der Welttierschutzgesellschaft, Welttierschutzgesellschaft e.V.... weiter lesen
WWF Portraits Teil #1
WWF Portraits Teil #1
Pandatastisches Team! Der WWF ist eine der größten Naturschutzorganisation der ... weiter lesen
Grüne Praktika und Jobs
Grüne Praktika und Jobs
1. Climate and Energy Internship bei der Heinrich-Böll-Stiftung North America ... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil