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Umweltbildung, Erneuerbare Energien und Naturschutz - ein Freiwiligendienst


von Sarah25
10.10.2014
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Du machst gerade dein Abi, wirst mit dem Bachelor fertig oder beendest deine Ausbildung? Du fragst dich, was du danach machen kannst? Wenn du dich für andere Länder, Kulturen und Sprachen interessierst und dich nebenbei zum Beispiel im Bereich Umweltschutz engagieren willst, ist weltwärts vielleicht das Richtige für dich!
Zur Zeit laufen die Bewerbungsphasen und es gibt interessante Angebote im Bereich Umweltbildung, Naturschutz, Erneuerbare Energien und mehr.

Was ist weltwärts?

weltwärts” wurde 2007 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen und versteht sich als Lerndienst, der jungen Menschen die Erfahrung des direkten interkulturellen Austausches in so genannten Entwicklungsländern ermöglichen soll. Der Freiwilligendienst soll die gegenseitige Verständigung, Achtung und Toleranz stärken. Die Durchführung des Programmes „weltwärts” erfolgt mit Hilfe von Entsendeorganisationen in Deutschland und Partnerorganisationen vor Ort. Jährlich gehen etwa 3500 deutsche Jugendliche weltwärts. Das BMZ hat nun erkannt, dass auch der umgekehrte Austausch, also von Süden nach Norden, wichtig ist. Deswegen kommen dieses Jahr 150 Jugendliche aus Schwellen- und Entwicklungsländern nach Deutschland und machen hier einen Freiwilligendienst.

Wo und wie lange kann ich einen Freiwilligendienst machen?

Ein weltwärts-Dienst ist in vielen Schwellen-und Entwicklungsländern möglich. Einige Länder sind aus Sicherheitsproblemen jedoch ausgeschlossen. Grob gesagt kann man weltwärts in Lateinamerika, Asien, Afrika und Osteuropa machen. Die Dauer des Freiwilligendienstes beträgt meistens ein Jahr, es gibt aber auch kürzere oder längere Optionen.

Was sind die Vorraussetzungen?

Du hast ein starkes Interesse an einer anderen Kultur? Du möchtest deinen Horizont erweitern, bist offen für Neues, lernbereit und teamfähig? Das sind sehr gute Vorraussetzungen für einen weltwärts-Dienst. Zusätzlich musst du bei der Ausreise zwischen 18 und 28 Jahren alt sein, eine Fachhochschulreife, Allgemeine Hochschulreife oder einen Hauptschul- oder Realschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung oder vergleichbaren Erfahrungen vorweisen können, gesundheitlich geeignet sein und im Besitz der Deutschen Staatsbürgerschaft oder eines dauerhaften Aufenthaltsrechts sein.

                                                 

Was kostet weltwärts?

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übernimmt 75% der Kosten des Freiwilligendienstes. Die restlichen 25% müssen von der jeweiligen Entsendeorganisation selbst eingeworben werden. Die Freiwilligen müssen daher einen Eigenbeitrag von oftmals 1800 Euro zu ihrem Freiwilligenjahr beisteuern. Das klingt nach viel Geld, doch sollst du diesen Betrag keinesfalls selbst bezahlen. Ziel ist es, einen Unterstützerkreis aufzubauen und durch Fundraising die erforderliche Summe einzutreiben. Ein Unterstützerkreis kann aus Verwandten und Freunden, aber auch Unternehmen und gemeinnützigen Vereinen bestehen. Die Anreise zum Auswahltreffen und über das Taschengeld hinausgehende Ausgaben im Gastland muss jeder Freiwillige bzw. Bewerber selbst bezahlen. Außerdem kann die Entsendeorganisation verlangen, dass du gegebenenfalls anfallende Visakosten übernimmst.

Was wird von dir erwartet?

Engagement! Engagement beim Aufbau deines Unterstützerkreises, Engagement beim Einleben im Gastland und bei der Arbeit, Engagement während der Seminare und auch nach deiner Rückkehr! Es wird zum Beispiel von dir erwartet, dich kritisch mit entwicklungspolitischen Themen auseinander zu setzen. Außerdem solltest du deine Erfahrungen während des weltwärts-Jahres nicht für dich behalten, sondern mit anderen Menschen teilen. Schön wäre es auch, wenn sich dein Engagement nach dem Jahr verstärkt, sei es im Bereich Entwicklungszusammenarbeit oder Umweltschutz.

Warum weltwärts?

Weltwärts gibt dir die einmalige Möglichkeit, ein anderes Land durch einen langen Aufenthalt intensiv kennen zu lernen. Dazu zählt die Verbesserung von Sprachkenntnissen und der Einblick in eine andere Kultur. So kannst du falsche Vorurteile abbauen und einen anderen Blick auf die Welt bekommen. Gleichzeitig kannst du Arbeitserfahrungen sammeln, in einem anderen Arbeitsumfeld als dem deutschen. Es sind all diese Erfahrungen, die weltwärts besonders machen.
Ich bin durch meinen weltwärts-Jahr reifer und selbstbewusster geworden, habe mich kritisch mit Entwicklungszusammenarbeit und Rassismus beschäftigt und eine neue Sprache gelernt. Dazu kommen all die Erlebnisse und Erfahrungen, mit denen ich zurück nach Deutschland gekommen bin, und die dem Jahr einen unbeschreiblichen Wert geben.

                                      Kulturaustausch steht im Vordergrund bei weltwärts

Wie kannst du dich bewerben?

Auf der Internetseite von weltäwrts findest du eine sogenannte „Einsatzplatzbörse“. Dort kannst du mit Hilfe einer Karte und eines Suchformulars, die Einsatzstellen suchen, die dich interessieren. Du kannst dich zum Beispiel auf eine Region und den Themenbereich „Landwirtschaft und Umwelt“ spezialisieren. Dann erhälst du eine Auflistung aller möglichen Tätigkeiten in diesem Bereich. Dies sind oft über 100. Fühl dich deswegen nicht überfordert! Schau, was dich vom Namen her anspricht und setze es auf die Merkliste. Lies dir dann die genaueren Informationen durch. Gefällt es dir, schau dir die Webseite der Entsenderganisation an. Die Bewerbung geht nicht an weltwärts, sondern an diese Organisation! Als nächstes ist es wichtig sich über die Bewerbungsformularitäten zu informieren. Wann ist Bewerbungsfrist? Was muss ich einreichen? Was kommt danach? Meistens wirst du zu einem Bewerbungsgespräch, -tag oder sogar -wochenende eingeladen.

Was kann ich im Umweltbereich machen?

Umweltbildung, Erneuerbare Energien, Naturschutz, Waldschutz – zu allen Themen gibt es Einsatzsplätze. Man muss sie nur finden. Man kann die Suche der Einsatzplätze auf „Landwirtschaft und Umwelt“ eingrenzen. Euch wird dabei jedoch auffallen, dass trotzdem viele Einsatzplätze nicht zum Bereich Umweltschutz zählen. Lasst euch nicht entmutigen und klickt euch durch alle aufgelisteten Einsatzplätze durch! Es lohnt sich! Findest du eine interessante Tätigkeit, schau was diese Entsendeorganisation noch für Einsatzplätze anbietet. Vielleicht findest du darüber hinaus noch weitere interessante Angebote. Einige Entsendeorganisationen, die ich im Bereich Umweltschutz kenne, sind Deutsch-Tansanische Partnerschaft e.V. (meine Entsendeorganisation), artefact gGmbH und pro Regenwald e.V. Es gibt auch viele Organisationen, die einige Einsatzplätze in diesem Bereich haben.

Wichtiges zum Schluss!

1. Jeder weltwärts-Dienst ist anders. Ein weltwärts-Jahr ist auf jeden Fall eine interessante und spannende erfahrung. Du solltest dir jedoch bewusst sein, dass es immer Höhen und Tiefen gibt und es kein perfektes Jahr gibt.
2. Es kommt darauf an, was du aus dem Jahr machst. Je mehr Engagement und Eigeninitiative du zeigt, desto so mehr kannst du machen. Das ist meine Erfahrung
3. Weltwärts ist KEIN Praktikum! Weltwärts ist ein Lerndienst. Du wirst wahrscheinlich viel neues lernen, jedoch nicht unbedingt deine Kenntnisse speziell vertiefen wie bei einem Praktikum. Setze nicht voraus, dass du so arbeiten kannst wie du es in Deutschland gewohnt bist. Du befindest dich in einem anderen Kulturkreis.
4. Der Kulturaustausch steht bei weltwärts im Vordergrund. Die Arbeit ist ebenfalss ein wichtiger Teil des Freiwilligendienst, doch meiner Erfahrung nach ist der Kulturaustausch der wichtigere Teil.

Falls du mehr über mein weltwärts-Jahr erfahren möchtest, schau hier und hier.

Du hast Fragen? Schreib mir einfach eine persönliche Nachricht oder einen Kommentar. Ich stehe euch gerne zur Hilfe :)

Bild 1 & 3: Copyright Sarah Hanus

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Kommentare (6)
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Sortieren nach Aktualität:
30.10.2014
NelEng hat geschrieben:
Der Bericht ist echt gut. Schon seit 2 Jahren spare ich auf Auslandsjahre. Die sind einfach immer zu teuer für mich.... Naja aber dein Bericht ist seeeehr informativ!
12.10.2014
Franzichen hat geschrieben:
Toller Bericht!:) Ich möchte so gerne nach der Schule auch einmal ins Ausland und das am liebsten als Freiwilligesjahr, also kommt mir dein Bericht sehr gelegen!. :)
11.10.2014
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Total klasse, deine Information zu weltwärts! Und wunderschönes Bild! Ich freue mich, wenn ich die Sonnenscheinsarah mit dem strahlenden Lächeln mal wiedersehe :-)
11.10.2014
Jayfeather hat geschrieben:
super Bericht!
ich behalte das bei den Überlegungen für die Nach-Abi-Zeit mal im Hinterkopf :)
11.10.2014
RichardParker hat geschrieben:
Danke für den interessanten Bericht :)
11.10.2014
Ria2000 hat geschrieben:
Klingt interressant, danke für den Bericht!:)
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