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Storchenbabys, Führungen, Freddy & Co. oder „Wie viel Prozent der Kraniche sterben an Herzinfarkt?"


von Lena97
30.06.2015
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Draußen wird es unaufhörlich wärmer und mit dem Sommer kommt auch das Ende meines FÖJs immer näher. Ziemlich genau 1 Monat bleibt mir noch, höchste Zeit, dass ich mein Versprechen erfülle, einen Bericht über mein Jahr in der NABU Storchenschmiede in Linum zu schreiben. Was nebenbei bemerkt gar nicht so einfach ist. Wie soll ich denn ein ganzes Jahr in nur ein paar Worten zusammenfassen? Es folgt ein Versuch:

 


Als ich vor knapp einem Jahr als frisch gebackene Abiturientin und naturkundlicher Laie ins beschauliche Storchendorf Linum kam, hatte ich kaum eine Ahnung, was mich hier erwartet. Ich hatte noch nie einen Kranich gesehen, Gartenarbeit war mir ein Rätsel und eine Kasse hatte ich auch noch nie bedient (ehrlich gesagt komme ich mit unserer Kasse bis heute nicht so ganz klar :D ). Ich habe mich jedoch schnell eingewöhnt und schon bald folgte ein Highlight dem anderen.

 


Da Linum am größten Kranichrastplatz in Mitteleuropa liegt, bedeutet Herbstzeit Kranichzeit. Und das wiederum bedeutet nicht nur, dass 123000 Kraniche darauf warten dienstags bei Sonnenaufgang (und Eiseskälte) gezählt zu werden, sondern auch, dass unzählige Touristen nach Linum strömen, um dieses Naturschauspiel zu beobachten. In der Ausstellung der Storchenschmiede wurde jede helfende Hand benötigt und nachdem ich einige Male bei Kranichführungen mitgelaufen bin, durfte ich auch selber Führungen zum Vorsammelplatz der Kraniche machen. Bei dieser Gelegenheit wurden mir übrigens neben der obrigen noch viele andere seltsame Fragen gestellt.

 Ein Bruchteil der Masse an Kranichen :D


Die Storchenschmiede hat im Winter geschlossen, also habe ich 2 Monate in der Nachbareinsatzstelle, der Naturschutzstation Rhinluch, verbracht. Dort habe ich hauptsächlich bei der Tierpflege und bei Außeneinsätzen mitgeholfen. (Kiefern und Zäune aus dem Boden reißen macht sehr viel mehr Spaß, als man denken würde :D )

 


Im Frühling war jede Menge in unserem Ökogarten zu tun: Unkraut zupfen, Beete abdecken, Samen aussäen, Pflanzen großziehen und einsetzen, gießen und vieles mehr. Ende März kamen die ersten Störche nach Linum und auch auf dem Horst der Storchenschmiede ließ sich zum ersten Mal seit vielen Jahren ein Storchenpaar nieder. Das naheliegende (und wunderschöne) Teichgebiet füllte sich mit Vogelleben, sowohl Durchzügler, als auch Brutvögel lockten Ornithologen nach Linum. Seit die Ausstellung wieder offen ist, kommen auch zahlreiche Schulklassen zu uns, denen wir Störche, Frösche und das Teichleben näherbringen.

 Das Teichgebiet in interessantem Licht

Ein Beutelmeisennest im Teichgebiet

Der Poser-Frosch aus einem der Gartenteiche


Im Frühjahr wurde außerdem ein sehr junger, noch federloser und blinder Haussperling zu uns gebracht, den wir liebevoll Freddy tauften und pflegten. Freddy musste gefüttert, beschmust und vor der Katze gerettet werden. Anfangs machten wir uns Sorgen, wie man denn als Nicht-Vogel einem Spatz das Fliegen beibringt, doch auch das war kein Problem. Inzwischen ist Freddy (alias Frederike) mit einem männlichen Gefährten durchgebrannt und wir hoffen, dass ihr Liebhaber ihr die Vogelwelt zeigt.

Freddy war kein Einzelfall. Im Laufe des Jahres waren hier die verschiedensten Vögel in Pflege, angefangen von Kranichen über Mäusebussarde und ein Entenküken bis hin zu einer jungen Schleiereule und jeden einzelnen von ihnen habe ich in mein Herz geschlossen.

Freddy als Baby-Spatz

 Die jugendliche Freddy


Seit Mai habe ich die Möglichkeit, an regelmäßigen Vogelberingungen im Teichgebiet teilzunehmen. Das ist wirklich ein außergewöhnliches Erlebnis, denn wie oft sieht man schon eine Bartmeise, ein Blaukehlchen, einen Grünspecht oder einen Eisvogel aus nächster Nähe?

Letzte Woche wurden außerdem alle 21 Jungstörche in Linum beringt.

Bartmeise

 Blaukehlchen

Grünspecht & ich


Das nächste und vermutlich letzte Highlight meines FÖJs wird das Kinderferienlager sein. Dabei werde ich als „Azia“ (Erzieher) bei der Betreuung von Kindern- und Jugendlichen mithelfen, die hier in ihren Sommerferien eine naturkundliche Woche verbringen möchten. (In dem zweiten Durchgang für Jugendliche ab 11 Jahren sind übrigens noch Plätze frei!!)

 


Im Laufe des Jahres habe ich sowohl hier in der Storchenschmiede als auch auf den Seminaren mit den anderen Brandenburger FÖJlern unglaublich viele tolle, nette, interessante, wundervolle Menschen kennengelernt, von denen ich sehr viel gelernt habe und die mich, genauso wie zahlreiche Erlebnisse, stark geprägt haben.

 


Ich kann das FÖJ auf jeden Fall weiterempfehlen, es ist eine einzigartige Zeit, in der man viel Spaß hat, viel lernt und sich auch selbst besser kennenlernt. Falls ihr euch also überlegt ein FÖJ zu machen, überlegt nicht länger, sondern bewerbt euch!

Sowohl in der Storchenschmiede als auch in der Naturschutzstation Rhinluch sind für das Jahr 2015/16 noch FÖJ und BFD-Plätze zu vergeben. Bei Fragen dazu könnt ihr euch gerne an mich wenden.

 


PS: Ich weiß noch immer nicht, wie viel Prozent der Kraniche an Herzinfarkt sterben. Aber ehrlich gesagt will ich es auch gar nicht wissen.

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Kommentare (2)
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01.07.2015
Cookie hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht und die wunderschönen Fotos! Das klingt wirklich nach einem unvergesslichen Jahr :)
01.07.2015
midori hat geschrieben:
Wie schön, dass Du uns von Deinem FÖJ berichtest. Das klingt nach einem fabelhaften Jahr mit vielen unvergesslichen Erfahrungen! Ich bekomm auch direkt Lust :o) Und mich würde mal interessieren, was für seltsame Fragen die Besucher gestellt haben... :D
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