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Neues aus Südafrika #3


von peacemeinfreund
31.01.2015
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Einfach mal reset drücken und zurück dahin als es noch ohne geht, einfacher gesagt als getan. Auch ich habe mich dem Experiment Plastik Pause angeschlossen und wollte es wagen in Südafrika vo Plastikfrei wie möglich zu leben. Ein guter Zeitpunkt, um mal das Verhalten der anderen zu beobachten.


Einkaufen und Essen

Teilweise kann man Gemüse hier auch ohne Plastikverpackung kaufen, doch wie alles sind die meisten Dinge im Supermarkt findet man sie in kleinen Tüten, eingeschweißt oder man muss sie zum Wiegen in eine Tüte einpacken. Die Wage an der Kasse wurde hier scheinbar noch nicht eingeführt, selbst an den Ständen am Straßenrand sind die meisten Dinge in Plastiktüten eingepackt. Die Auswahl des Obst und Gemüse ist da bregentzt auf Weißkohl, Spinat, Möhren, Rote Beete, Mango und Kürbis. Ein Grund mehr meinem Ziel einen eigenen kleinen Garten anzulegen, nach zu kommen. Leider sind meine Tomatenjungpflanzen von meinen Urlaubssitter auf Grund der falschen Pflege getötet worden, dafür gedeien meine Melonenpflänzchen sehr gut. Leider hat sich mein Mitfreiwilliger geweigert, dass Experiment mitzumachen, so dass ich auch an seine Speisewünsche anpassen musste. Beim ersten Einkauf waren so nur der Spinat und das Mehl sowie die Konservendosen plastikfrei. Dabei sind die Konservendosen bekanntlich um kein Haar besser. Um die Plastiktüten des Brotes zu sparen und entschied ich mich dazu selber eines zu backen. Die Hefe, das Öl und das Salz waren werden in Plastikverpackungen verkauft, selbst den Zucker hatte ich in einer Plastiktüte gekauft mittlerweile, wird dieser zumindestens in einem alten Gurkenglas gelagert. Doch dafür hält es sogar länger als die kleinen Brote, die ich sonst gekauft habe. Selbst unser Hafeflocken gab es nicht mehr in der Pappverpackung, so dass ich schweren Herzens zu der Plastikverpackung greifen musste.


Vor einer Woche haben wir den Versuch gemacht und an einem Straßenstand einzukaufen, an dem man eher weniger Plastikverpacktes Gemüse erhält. Das Gemüse hatte allerdings für den höheren Preis keine bessere Qualität, so dass wir uns dagegen entschieden dort erneut einzukaufen.
Bei dem Einkauf an einem solchen Stand hatte ich auch mein erstes „Plastikerlebniss“ . Um das Gemüse einzupacken, griff er natürlich nach einer Plastiktüte. Als ich meinte, dass ich keine braucht, entgegenete er noch völlig entgeistert, dass sie doch aber kostenlos wäre und konnte gar nicht verstehen, dass ich keine brauchte.


Schon seit langer Zeit verzichte ich auf Plastiktüten beim Einkauf. Wie viel das eigentlich ausmachen kann, wurde mir erst hier bewusst. Wirklich jeder nimmt die Plastiktüten, welche einem bei jedem Einkauf angeboten werden, dabei halten diese Null. Bei unserer Strecke, die wir immer bis zum Supermarkt jedes Mal zurücklegen müssen, würden sie alle nach der Hälfe durchreißen. Zwar steht auf jeder Tüte ganz vorbildlich „Reduce, Reuse, Recycle“, doch wenn die Tüten keine Haltbarkeit haben, kann man sie auch schlecht wieder benutzen. Glücklicherweise habe ich von meinen Eltern einen große Einkaufstasche aus Baumwolle bekommen, so dass ich auch meine großen Einkäufe damit sicher nach Hause bringen kann. Unsere Lieblingsverkäuferin, zu der wir durch Zufall immer kommen – dabei sollte man wissen, dass man sich bei Pick´n´Pay sich an eine große Schlange stellen muss und dann an die nächste freie Kasse gerufen wird- weiß mittlerweile, dass wir nie eine Plastiktüte nehmen und fragt nicht mal mehr. Sie grinst nur und fragt, immer keine Plastiktüte?


Bereits eine Woche vor dem Experiment konnte ich mir bei unseren Freunden in Melville eine alte Bierflasche erstehen, die ich nun fleißig überall mit hinnehme, selbst wenn mir das dein ein oder anderen Kommentar einheimst. Der Nachteil ist das der Verschluss aus Plastik ist, doch besser geht es nicht. Das Gewicht der Flasche stört mich dabei gar nicht und besser als mit dem Gedanken zu leben, welche Weichmacher gerade an mein Wasser abgegeben werden.
Da ich meistens das vorgekochte Essen mit auf Arbeit nehme, dieses dann in warm zu machen, hatte ich mir noch ein paar weitere Gläser aufgehoben und konnte in diese beruhigter Weise mein Essen füllen. Die Plastikdosen konnten so im Schrank vereinsamen.


Kleidung
Durch meinen Flug nach Südafrika konnte ich nur eine gewisse Menge an Kleidung mitnehmen und hatte mir mit dem Gedanken an den Rückflug bisher eher weniger Kleidung gekauft. Mal sehen ob dies sich im Winter ändert, wenn mein noch begrenzterer Pullover Anteil in der kalten Jahreszeit dienen muss. Aus diesem Grund habe ich mir gar nicht erst die Mühe gemacht, einen do and don´t Stappel anzuhäufen. Doch dafür werde ich mir vornehmen bei den nächsten Kleiderkäufen darauf verstärkt zu achten und mich bewusster für die Baumwollkleidung zu entscheiden. Ich muss ehrlich sein, bisher spielte für mich eher weniger auf die Zusammensetzung meiner Kleidungsstücke eine Rolle.


Kosmetikprodukte
Auf meine Zahnschiene, die komplett aus Plastik besteht sowie meine Gummis, welche ich bei meiner Zahnspange einhängen muss, durfte ich nicht verzichten. Vielleicht besorge ich mir nur mal eine plastikfreie Dose in der ich diese aufbewahren kann. Bei mir war das Problem, dass ich keine Möglichkeit hatte mir Zahnpasta in Tablettenform kaufen zu können und meine Zahnbürste bestand aus Plastik. Also konnte ich auch hier keine Alternativen finden.


Seitdem ich auf dem Blog Experiment Selbstversorger davon gelesen habe, dass man sich seine Haare nur mit Wasser waschen kann, versuche ich die Anzahl der Haarwäschen zu reduzieren und hatte auch Erfolg bisher. Zwar benötige ich immer noch Shampoo aus der verhassten Plastikflasche, doch der insgesamte Verbrauch dieser wird immer kleiner. Anstelle des Shampoos kämmt man sich die Haare vorher oder jeden Morgen 100 mal das Haar, 25 mal von jeder Seite. Am besten ihr lest selbst. Meinen Kamm habe ich mir bei der letzten Neuanschaffung sehr vorbildlich mit Naturborsten und einem Holzgriff gekauft, ein paar Plastikborsten befinden sich leider trotzdem noch dazwischen. Gerade weil ich jeden Morgen joggen geh, möchte ich mir nicht jeden Tag die Haare waschen. Am Anfang muss sich die Kopfhaut daran natürlich gewöhnen, doch mittlerweile benötige ich nur zweimal die Woche meine Haare waschen und soweit ich weiß ist Lisa, die Schreiberin dieses Eintrages, bereits bei einmal in der Woche. In meiner Zeit in Südafrika hat sich der Verbrauch von meinen Kosmetikprodukten heruntergeschraubt, da es mir alles nicht mehr so wichtig erscheinen. Alleine die Sonnencreme (die brauche ich hier wirklich jeden Tag), Deo, Duschbad sowie Shampoo sind meine einzigen Plastikprodukte.


Was das Wochenende noch so bringt und wie ansonsten der Plastikkonsum in Südafrika aussieht, könnt ihr in meinem nächsten Bericht lesen.

Fals ihr einen Bericht aus Südafrika verpasst habt, hier geht es zum ersten und zweiten. ach, und sonst schreibe ich noch regelmäßig auf meinem Blog.

 

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Kommentare (5)
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01.02.2015
regentag hat geschrieben:
Sehr schöner Bericht! Klingt so, als wäre das Experiment für dich ganz schön frustrierend gelaufen... Aber die Idee, einen eigenen Garten anzulegen, finde ich super! Und auch, dass du Brot selbst gebacken hast!
Der Blog ist sehr interessant! Von deinen Ergebnissen musst du mir dann mal genauer berichten :)
Bezüglich des Wiegens im Supermarkt - du musst die Dinge nicht zum wiegen in Plastiktüten stecken. Wiege sie doch einfach so und leg sie danach in deinen Einkaufskorb - eigentlich kommt es ja nur auf den Aufkleber an. So mache ich es zumindest immer.
31.01.2015
lolfs hat geschrieben:
Über den Plastikkonsums eines anderes Landes zu lesen finde ich ziemlcih interessant. VIelen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen.
31.01.2015
Cookie hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht! Ich finde es total super, dass du sogar in Südafrika an dem Experiment teilnimmst! Hier scheint es plastikmäßig ja sogar noch schwieriger zuzugehen als hier in England. Mehl bekomme ich hier immerhin in der Papiertüte, ich wollte nämlich diese Woche auch noch selbst Brot backen. Das mit der Zahnspange geht mir genauso. ;-)
Danke auf jeden Fall für den superinteressanten Link zum Haarewaschen ohne Shampoo!
31.01.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Ich finde es toll, dass du auch mitmachst, obwohl es sich wirklich schwierig anhört in Südafrika, plastikfrei einzukaufen.
Ich bin schon gespannt auf deinen nächsten Bericht! =)
31.01.2015
Jayfeather hat geschrieben:
da dachte ich, es wäre in Deutschland schwer Lebensmittel ohne Plastik zu finden. Aber im Vergleich zu deinen Erfahrungen ist das hier ja echt angenehm. Dass sogar Sachen wie Haferflocken, die man hier ja ohne weiteres in Papierverpackung bekommt, in Plastik verpackt sind...
Echt toll, dass du trotzdem weiter machst ;)

Der Blog ist ja echt interessant!! Hätte ich nicht gerade erst festes Shampoo gekauft, würde ich diese Methode nur mit Wasser auf jeden Fall aus probieren :)
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