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© WWF
Neues aus Südafrika #1


von peacemeinfreund
22.11.2014
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 Die Sonne knallt von Oben, vor mir ist ein großer Eimer mit Wasser und um mich herum über 1000 Spinat-Jungpflanzen in kleinen Säcken, die nach Wasser dürsten. Nach nun mittlerweile zwei Monaten kann ich sagen, dass ein normaler Arbeitstag für mich so beginnt.

Zwei Wochen nach meiner letzten WWF Jugendaktion im Cottbuser Tierpark ging es für mich ab in Süden - genauer gesagt nach Soweto. Wie auch Sarah aus der Redaktion habe ich mich nach dem Abi für das “weltwärts”-Programm entschieden und auf nach Afrika begeben.

“Und was machst du dann in Südafrika genau?”
Ich weiß gar nicht, was oft ich die Frage in den letzten vier Monaten gehört habe und brav beantworten musste. Nun wo ich da bin, wird alles natürlich konkreter und ich will euch davon nicht vorenthalten. Im meinem ersten Bericht will als erstes meine Arbeit näher bringen.

Hier in Südafrika arbeite ich bei der NGO “COPESSA” mit. COPESSA steht für "Community-based Prevention & Empowerment Strategies in South Africa" und hat sich zum Ziel gesetzt eine sichere Umgebung zu schaffen, in der die Kinder aufwachsen. Soweto, Southern West Territory, ist immer noch ein Township, weshalb die Kriminalitätsrate aber auch Vergewaltigungsrate sehr hoch ist - all das versucht Copessa zu ändern. Bis noch vor fünf Jahren haben die Kinder der Faranani Primary School auf einer vermüllten Fläche gespielt, recht weit weg von eigentlichen Schulgebäude, so dass sie keiner beaufsichtigen konnte. Deshalb wurde der Faranani Garten angelegt, damit die Fläche besser genutzt werden kann, so dass die Kinder nicht mehr unbeaufsichtigt spielen können. Dadurch wurde aber auch den Mitgliedern der Community die Möglichkeit geboten Gemüse anzubauen und damit ihre Familien zu ernähren. Der Garten ist recht groß, er besteht aus zehn kleinen Tunneln, einem großen Tunnel mit Bewässerungsanlage, vielen weiteren Gemüse Beeten und einigen Pfirsich Bäumen.
Die Aufgabe von meinem Mitfreiwilligen und mir besteht darin im Garten mitzuhelfen, insbesondere bei der Spinaternte. Das große Ziel ist es zu schaffen, den Garten als eigenständig und unabhängig von COPESSA als Unternehmen führen zu können.

 

Der große Tunnel im Faranani Garden, mittlerweile ist er aber nicht mehr so voll

 

so sieht es draußen aus

 

Aber nicht nur Spinat wird hier angebaut

Der zweite Garten, der Waterworks Garden, befindet sich bei den Charks. Charks sind kleine Wellblechhüten, die du sicherlich von Bildern aus Slums kennst. Obwohl Südafrika wirtschaftlich mit am besten in Afrika steht, kann man es immer noch als Entwicklungsland zählen und so gehört das immer noch zum normalen Bild, wenn man sich an den Rand einer Metropole bewegt. Der Garten hier ist leider noch nicht so weit entwickelt und man findet hier sechs kleine Tunnel. Das Ziel von uns ist es genau das zu ändern, in den nächsten Monaten wollen wir hier mehrere Bete anlegen, damit noch mehr Gemüse geerntet wird.

 

Der Garten ist wie man sieht noch eher klein, doch das wollen wir in ändern

 

die Charks

In den Tunneln wird vor allem nur Spinat angebaut, der dann an den nahegelegen Supermarkt verkauft wird. Das Geld, was die Gärten erwirtschaften wird und nicht für neue Seedlings oder Dünger verwendet wird, wird am Ende des Jahres an die Mitglieder als Weihnachtsgeld ausgezahlt.

 

Unsere erste Ernte aus dem Faranani Garden. Nah was denkt ihr, wie viele Bunches sind das?

Die Freiwilligen vor uns haben einige Monate bevor sie gegangen sind ein Programm gestartet, dass die Kinder der Faranani Primary School auch in “ihren” Garten bringt - das Projekt "Young and Green". Zweimal die Woche bringen wir ungefähr fünf bis sieben Kindern der siebten Klasse etwas über den Garten bei, dabei werden wir auch öfters praktisch tätig. Im Moment muss der Club aber noch pausieren, da sich die Kinder in ihrem letzten Jahr an der Primary School befinden und damit schreiben sie nun ihre Exams. Mit dem neuen Jahr fängt hier auf dem anderen Teil der Erde ein neues Schuljahr an, so dass wir im Januar auch einen Kurs aufmachen werden.
Nicht nur das ist anders am Bildungssystem, den ersten Schock musste ich auch schon verarbeiten. In unserer zweiten Stunde haben wir mit den Kindern die Photosynthese behandelt und auch die Bedeutung der Photosynthese besprochen. Es hilft ja schließlich nicht nur die Ozon Schicht aufzubauen und um unsere Nahrung zu produzieren, es ist sehr wichtig um Kohlenstoffdioxid aus der Luft zu speichern und den Klimawandel ein zu dämmen. Für uns ist das ja klar wie Kloßbrühe, darum haben wir ja auch die Astrein-Aktion gestartet. Als ich sie allerdings gefragt habe, ob sie schon mal etwas von dem Klimawandel gehört habe, konnte ich es gar nicht glauben. Doch wie immer heißt es positiv bleiben, zum Glück haben wir den Club angefangen um all das zu ändern.

Wenn wir uns allerdings mal nicht im Garten herumtreiben, dann sitzen wir mit vier Kindern in der Bibliothek und bringen Ihnen den Umgang mit den Computer bei. Im nächsten Jahr soll es, wenn alles gut läuft, auch noch einen Basketball Club folgen. Ich halte euch also auf dem Laufenden.

Im nächsten Berichten geht es dann mal um Energie, Mobilität, Ernähren, Wohnen, Müll, Plastik und Naturschutz. Wenn euch irgendein Thema über Südafrika noch besonders interessiert über das ich berichten soll, dann schreibt es einfach in die Kommentare! Ich freue mich aber auch so über jeden einzelnen. Bis zum nächsten Mal (:

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Kommentare (10)
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Sortieren nach Aktualität:
23.11.2014
FranziL hat geschrieben:
Jetzt weiß ich endlich was du am anderen Ende der Welt so treibst! ;D Das alles klingt auf jeden Fall sehr interessant, aber auch sehr anstrengend ;D
23.11.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Schönes Projekt.
Ich bin schon gespannt auf den nächsten Bericht!
23.11.2014
midori hat geschrieben:
Prima, dass es Dir gut geht! Ich bin schon gespannt darauf, mehr zu erfahren!! :o)
23.11.2014
LSternus hat geschrieben:
Super Projekt. Ich drücke euch allen die Daumen :-)
22.11.2014
Sunlight hat geschrieben:
Wow, das klingt echt super! Danke, dass Du Deine Eindrücke mit uns teilst!!
Auch ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Teil und wünsche Dir weiterhin eine wundervolle Zeit! :)
22.11.2014
Jayfeather hat geschrieben:
Ein tolles Projekt! und auch ein toller bericht ;)
22.11.2014
Franzichen hat geschrieben:
Toller Bericht, bei dem man einen tollen Einblick bekommt! Dankeschön dafür, ich freu mich sehr auf die weiteren Berichte deines Aufenhaltes.:)
22.11.2014
Tigerlein hat geschrieben:
Super Bericht! Ich finds echt gut, dass du dich dafür entschieden hast, diese Freiwilligenarbeit zu machen. Auch die Projekte hören sich toll an, ganz nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe".

Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Spaß und Erfolg dort und freue mich schon auf den nächsten Bericht! :)
22.11.2014
regentag hat geschrieben:
Super, dass du jetzt auch so einen ausführlichen Artikel über deinen Freiwilligen Dienst geschrieben hast, jetzt muss ich auch nicht länger herum spekulieren was du so treibst ;) Ich bin mir sicher, du hast eine wahnsinnig spannende und eindrucksvolle Zeit in Südafrika! Bin schon gespannt auf deinen nächsten Bericht!
Das mit der Unkenntnis vom Klimawandel ist schon hart - und auch sehr deprimierend irgendwie. Aber echt genial, dass ihr da Aufklärungsarbeit leistet!
22.11.2014
somebodywholovesourearth hat geschrieben:
Danke für den Bericht!
Das Projekt an dem du mitarbeitest glingt echt gut. :)
Ich habe auch vor ein Weltwärts Freiwilligendienst zu machen, aber ich habe dann eher vor nach Süd-Amerika zugehen, am liebsten nach Chile.
Mein Bruder ist zur Zeit mit ijgd weltwärts in Indien, wer Interesse hat, kann gerne mal in seine Block schauen: http://weltwaertsinindia.wordpress.com/
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