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© WWF
Naturschutz in Ecuador


von Tierfreundin
27.05.2015
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Mein Traum vom Ausland

Quelle: http://www.ecuador.com/images/map-new.gif

Schon während meiner Vorbereitungen auf das Abitur war mir klar: Danach muss ich hier weg ! Ich will etwas Nützliches tun ! Nicht, dass das Abitur mir nicht von Nutzen wäre, jedoch war Naturschutz schon immer ein großes Anliegen von mir und auch der Wusch einmal etwas von unserem wunderschönen Planeten zu sehen wuchs immer weiter.

Da mich Biologie und die Geschichte der Galapagos Inseln schon immer interessierte, war schnell klar: Das Ziel heißt Ecuador !

Erst als ich mich näher mit diesem kleinen südamerikanischen Land befasste war mir klar, dass die Galapagos Inseln bei weitem nicht der einzige Naturschatz sind, die dieses Land zu bieten hat !

Ich bewarb mich also bei der Umweltschutzorganisation Jatun Sacha auf Galapagos und zudem noch bei Yana Cocha, einer Wildtierauffangstation im Amazonasgebiet.

Die Vorfreude war unbeschreiblich groß und endlich machte ich mich auf den Weg! In Quito, der Hauptstadt Ecuadors, angekommen wohnte ich in einer WG und hatte zunächst einen vierwöchigen Spanischkurs. Ich lernte viele tolle Leute kennen und an den Wochenenden reisten wir durchs Land und schauten uns die wundervolle Natur an.

Unter anderem bestiegen wir den Cotopaxi - einen der höchsten aktiven Vulkane weltweit !

Auch die berühmte Vulkankraterlagune Quilotoa blieb nicht aus.

 

Von Beginn an war ich einfach fastiniert, dass solch ein kleines Land wie Ecuador so eine riesige Biodiversität zu bieten hat ! Angefangen von den vier Ökosystemen:

Amazonas,Anden,Küste und natürlich den Galapagos Inseln.

Egal, wo man sich aufgehalten hat: an jedem Fleck hat man neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt!

Anfang Februar ging es endlich weiter nach Galapagos ! Allein schon der Landeanflug war atemberaubend ! Zu wissen, dass man in Kürze die Füße auf eines der wichtigsten Kapitel in der Geschichte der Biologie setzt hat mich schon wahnsinnig berührt. Am Flughafen wurde ich von Cesar, meinem Projektkoordinator abgeholt. Da dieser noch ein Meeting hatte durfte ich mir in der Zeit den Ort Puerto Baquerizo Moreno auf San Cristobal anschauen. Ich lief zum Strand und war überwältigt ! Im Sand lagen überall gemütlich dösende Seelöwenbabys, die etwas Älteren und Erwachsenen Tiere haben im Wasser Saltos geschlagen oder Fange gespielt und auf den pechschwarzen Lavafelsen haben sich die großen Galapagos Krabben sowie verschlafene Seelöwen gesonnt. Ich war unbeschreiblich glücklich und ganz sicher: hier ist das Paradies !

Ich konnte es kaum erwarten etwas zu dem Erhalt dieses einmaligen Ökosystems beizutragen ! Auf Jatun Sacha angekommen bezog ich mein Zimmer in dem schönen, gemütlichen Holzhaus und traf sogar auf aus Quito bekannte Gesichter !

Unsere Arbeit bestand darin vom Menschen eingeschleppte Pflanzen, wie beispielsweise Mora (Brombeeren) mit Macheten zu bekämpfen, endemische Pflanzen zu züchten und pflanzen sowie zwei mal in der Woche in der Zuchtstation für Riesenschildkröten, der Galapaguera de Cerro Colorado, zu helfen, wo wir ebenfalls einheimische Pflanzenarten züchteten sowie beim Anbau und der Bewässerung halfen.

Ab und an arbeiteten wir in unserem Obst- und Gemüsegarten, wo das Meiste was wir zum Leben brauchten angebaut wurde. Hierbei wird drauf geachtet, dass nur Sorten angepflanzt werden, die sich nicht ausbreiten und somit die einheimische Flora nicht gefährdet wird.

Leider gibt es im Hochland von San Cristobal so viele Moskitos, dass man ohne Ganzkörperschutz nicht arbeiten konnte. Auch nachts waren die Plagegeister aktiv und man war schon nach wenigen Tagen übersät mit Stichen.

An manchen Tagen war es nachmittags viel zu heiß zum arbeiten und wir durften uns entweder ausruhen oder machten gemeinsam mit unserem Anleiter einen Ausflug zum wunderschönen Puerto Chino Strand oder zum großen Wasserfall.

Seelöwe am Puerto Chino

Blaufußtölpel

Neugieriger Darwinfink

Nach vier Wochen war leider die Zeit des Abschieds gekommen und es ging für mich zurück zum Festland. Doch die Trauer war schnell vergessen, als ich in der Wildtierauffangstation Yana Cocha in Puyo ankam. Das tolle an dieser Station ist, dass sie die Tiere, wenn möglich, wieder auswildern. Dazu hat Yana Cocha ein riesiges Gebiet Regenwald gekauft, in der die Faultiere, Affen, Vögel, Ozelots, Margays, Nasenbären und all die anderen ecuadorianischen Wildtiere wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurück gebracht werden. Dieser Punkt war mir persönlich enorm wichtig, da es nahe Puyo eine weitere Auffangstation gibt, die ihre Tiere jedoch nicht auswildern kann, da sie keinen eigenen Regenwald besitzen und es von der Regierung verboten ist die Tiere auf neutralem Gebiet zu entlassen.

Zwei-Finger-Faultier

Der Arbeitstag in Yana Cocha bestand darin morgens in der Futterküche die Eimer für die verschiedenen Tierarten vorzubreiten. Dazu wurde Fleißig Obst,Gemüse und Grünzeug geschnitten und während wir das Futter verteilten reinigten wir auch gleich die Gehege von altem Futter und Kot, putzten die Wasserpools und schauten generell nach dem Rechten. Während wir Pfleger in den Gehegen waren, wurden die Wildtiere in so genannte Handling Cages gesperrt, um möglichen Angriffen vorzubeugen. Bei den kleinen Affenarten und Vögeln waren diese Sicherheitsmaßnahmen jedoch nicht vorgeschrieben.

Während die eine Gruppe also das Futter vorbereitete, verteilte und die Käfige säuberte, war die andere Gruppe mit "Extra Work" bschäftigt. Dort half man beim Bau von neuen Gehegen oder Wegen durch die Station, säuberte die Käfige der Futtertiere, oder half bei Reparaturen. Nachmittags wurde zwischen der späten Fütterung und Spezialfütterungen unterschieden. So werden die größeren Tiere zweimal täglich gefüttert und außerdem auf abwechslungsreiche, artgerechte Ernährung aller geachtet. So kam es dazu, dass man ab und zu zur "Eier-Runde", "Babybrei-Runde" oder "Heuschrecken-Runde" eingeteilt wurde oder auch mal im Stationseigenen See zum Angeln ging, um den Raubtieren ihren Fisch zu fangen. Im Großen und Ganzen wurde der menschliche Kontakt zu den Tieren, die ausgewildert werden sollen weitestgehend verhindert. Bei anderen wiederum, die ihr Leben aufgrund von Behinderungen in Yana Cocha verbringen werden oder die einfach zu lange als Haustiere gehalten wurden, dass sie nicht mehr an ein Leben in Freiheit gewöhnt werden können, ist der Nähere Kontakt möglich. Doch auch hier wird drauf geachtet, dass die Tiere nicht vermenschlicht werden, sondern ihre natürlichen Verhaltensweisen beibehalten. Wer Glück hat und zur richtigen Zeit dort ist kann sogar bei einer Auswilderung dabei sein !

Futterküche

Babybrei-Runde

Einmal in der Woche gab es die Möglichkeig einen Ausflug in das Auswilderungsreservat von Yana Cocha zu machen. Es folgte eine fünfstündige Wanderung durch Amazonasregenwald, durch Flüsse, über Baumstämme, bergauf, bergab. Das Ziel war ein riesiger Wasserfall, wo wir baden konnten und unser Mittagessen verspeisten. Es war ein unglaubliches Erlebnis die unberührte Natur so hautnah erleben zu können !

Leider ging auch diese Zeit viel zu schnell vorbei, aber ich bin dankbar für jeden Tag, den ich in diesem wunderschönen Land verbringen konnte !

Das, was ich in diesem Artikel erzählt habe ist nur ein kleiner Ausschnitt einer gigantischen Reise ! Ich könnte ein ganzes Buch über die verrückten, wunderschönen, unzähligen Erlebnisse schreiben, die ich in Ecuador hatte. Allein die unglaubliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren war geradezu atemberaubend ! Ich kann nur jedem raten solche Erfahrungen zu sammeln, vor allem da die hier beschriebenen Organisationen Jatun Sacha und Yana Cocha sich ausschließlich durch Volunteers, Spenden und Besuchergelder finanzieren ! Die Organisationen leisten immens wichtige Arbeit im Naturschutz und sind jede Unterstützung wert !

Ich bin unglaublich dankbar für all die kostbaren Momente in Ecuador !

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Kommentare (13)
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Sortieren nach Aktualität:
10.06.2015
Tierfreundin hat geschrieben:
Ich habe mich zwei Monate vorher beworben und ware drei Monate dort
07.06.2015
AnnaDM hat geschrieben:
Wie weit im Voraus hast du dich denn beworben? Und wie lange warst du insgesamt in Ecuador?
03.06.2015
Tierfreundin hat geschrieben:
Danke für die tolle Rückmeldung ! Richtig, ich konnte kein spanisch, ich habe mich über Praktikawelten beworben. Die haben das alles geklärt. Ich kann bei Interesse aber auch die Facebook Daten der zwei englisch sprechenden Koordinatoren von Yana Cocha rausgeben, dann kannst du über die auf englisch buchen, Eva. Bzw dich mal informieren :)
31.05.2015
Franiz hat geschrieben:
Deine Reise klingt echt nach einer super schönen und spannenden Zeit! :) Toll. Ich finde es super wenn sich Leute für sowas einsetzen. Ich stoße allerdings auf die gleichen Probleme wie andere hier schon geschrieben haben: Es ist leider in der Regel sehr teuer :/
29.05.2015
SarahU hat geschrieben:
Danke für diesen spannenden Bericht! Tolle Fotos! :) Super, dass es dir so gut gefallen hat! :)
Ich mache nächstes Jahr Abi und mein Traum ist es, ein FÖJ im Regenwald in Südamerika zu machen im Bereich Natur- und Tierschutz. .. also eigentlich das, was du gemacht hast.
Leider habe ich im Internet nur Organisationen gefunden, wo ein FÖJ total teuer ist :/
29.05.2015
Anticap hat geschrieben:
Ich mache nächstes Jahr Abi und habe schon mit ähnlichen Gedanken gespielt. So ein Erfahrungsbericht bestätigt mich komplett. Vielen Dank, dass für den Artikel und die tollen Bilder :D
29.05.2015
EvaUll hat geschrieben:
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! ;)
Ich werde mich in den Sommerferien genau informieren und bewerben! Wie bist du denn auf die organisationen gestoßen? Ich habe mal yana cocha in ecosia :D eingegeben...aber die seite ist auf spanisch (ich kann leider kein spanisch :/)...wie hast du das dann gemacht (du hast ja geschrieben, dass du kein spanisch konntest)?
29.05.2015
Tierfreundin hat geschrieben:
@EvaUll und Doriana:
Zunächst mal danke für euer Lob :)

Mit der Finanzierung ist das so eine Sache. Allein der Flug nach Südamerika ist schon sehr teuer..
Ihr könnt aber bei den Organisationen direkt buchen. So weiß ich beispielsweise,dass man für eine Woche in der Wildtierauffangstation Yana Cocha bei Puyo ca. 150Euro zahlt, einiges weniger, als ich über Praktikawelten bezahlt habe.
Wenn ich nochmal ins Ausland gehe, werde ich nicht mehr über eine Organisation buchen, da Praktikawelten einige Fehler gemacht hat (übrigens nicht nur bei mir). Für das erste Mal allein im Ausland, noch dazu am anderen Ende der Welt war es jedoch schon beruhigend, dass man sich um Unterbringung und Organisation (fast) keine Sorgen machen musste. Das ist jedoch Typsache. Ihr könnt wie gesagt oft auch bei den Organisationen direkt buchen, was euch billiger kommt, aber ihr müsst dann eben mehr Zeit und Nerven investieren. Leider ist so ein Aufenthalt in der Regel schon sehr teuer, da sich die Organisationen wie gesagt durch Volunteers, Spenden und Besuchergelder finanzieren.

Je nachdem, was ihr für Pläne habt, könnt ihr eure Reise billiger gestalten. Wenn ihr zum Beispie "nur" in solch einer Organisation/Station arbeiten wollt und nur den Flug und dort das Geld fürs Projekt zahlen müsst sowie die ein oder anderen Nebenkosten (z.B. Transport vom Flughafen zur Station (z.B. Quito nach Puyo ca. 6 USD und in Puyo werdet ihr am Busbahnhof von Mitarbeitern abgeholt) oder Essen am Wochenende)
Mir war es wichtig, dass ich so viel wie möglich vom Land sehe, ich bin viel herumgereist, hab auf Galapagos Island-hopping und im Amazonas eine Woche Urlaub in einer Eco-Lodge gemacht. Während meiner Zeit in Quito bin ich an den Wochenenden durch die Andenregion gereist und habe dort viel angeschaut. Das alles sind natürlich Faktoren, die die Kosten des Auslandsaufenthaltes natürlich enorm in die Höhe treiben. Da müsst ihr euch eben überlegen, ob ihr dann "nur" in der Station arbeiten wollt oder ob es euch wichtig ist das Land kennen zu lernen.

Zu deiner Frage der Finanzierung, Doriana:
Ich hatte mir einiges angespart, da ich mir ursprüngich ein Pferd kaufen wollte. Aus verschiedenen Gründen konnte ich mir diesen Traum nicht erfüllen und bin dann einfach ins Ausland (was im Nachhinein auf jeden Fall die richtige Entscheidung war !). Ich kann nicht einschätzen mit wie viel Geld du rechnen musst, da das auf deine Pläne und Wünsche ankommt, wie ich oben beschrieben habe. Des weiteren hängt das auch ganz stark von dem Land ab, das man bereist. Ecuador ist glücklicherweise ein sehr günstiges Land, wenn man von Galapagos absieht (da ist es extrem teuer).
Viele Leute, die ich vor Ort getroffen habe haben sich die Reise durch jahrelanges Arbeiten (Neben- und Ferienjobs) und sparen finanziert.

Ich hoffe ich konnte euch behilflich sein, bei weiteren Fragen gerne schreiben! :)
Auf jeden Fall lohnt es sich ins Ausland zu gehen, die Erfahrungen die man dort macht sind unbezahlbar !
29.05.2015
Doriana hat geschrieben:
Wirklich ein sehr schöner Bericht :). Ich möchte ab September auch gerne noch einmal ins Ausland und etwas gutes tun. Leider habe ich gesehen, dass man überall sehr viel zahlen muss. Leider habe ich nicht ganz so viel Erspartes um mir einen Aufenthalt für ein paar tausend € zu finanzieren. Darf ich fragen, wie du es dir fanzieren konnteset und mit wie viel Geld ich ungefähr rechnen muss?
Danke :)
28.05.2015
EvaUll hat geschrieben:
Toller Bericht und wunderschöne bilder!!! Mein traum ist es nach dem Abitur auch nach Südamerika zu gehen und für den Naturschutz zu arbeiten , also z.b bei tierauffangstationen wie du. ..war das sehr teuer? Ich habe bis jetzt nur Organisationen gefunden, bei denen ein halbes Jahr ca. 10 000€ kostet.... :/
28.05.2015
Tierfreundin hat geschrieben:
Dankeschön für die positive Rückmeldung !
Insgesamt war ich drei Monate in Ecuador, ich konnte vorher kein Wort Spanisch, habe alles dort gelernt. Man kommt aber in den Projekten auch mit Englisch durch ;)
28.05.2015
Raquel hat geschrieben:
Super Bericht mit tollen Bildern:) Vielen Dank.
Ich würde so etwas auch gerne nach dem Abitur machen, das klingt wirklich total spannend:)
28.05.2015
CaelumMeaRegula hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen faszinierenden Bericht und die wunderschönen Bilder.
Ein Buch über diese Reise würde ich nur zu gerne lesen ;-)
Wie lange warst du insgesamt dort?
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