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Mein Jahr in Costa Rica (Teil 3)


von Sarah25
07.10.2011
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Um 5:30 Uhr aufstehen und mit kaltem Wasser duschen, so fing mein Tag jeden Morgen in Costa Rica an. In dem Haus meiner Gastfamilie gab es nur kaltes Wasser bzw. durch die Sonne leicht erhitztes, lauwarmes Wasser. Allerdings hatte diese kalte Dusche einen großen Vorteil: Ich wurde morgens richtig wach! Um 6:20 Uhr kam der Schulbus. Meistens hatte ich vorher wenig Zeit, um noch etwas zu Essen zu machen, so dass mein Frühstück sich von Montags bis Freitags meistens auf ein paar Kekse oder Stücke Plátanos (Kochbananen) beschränkte.

                                                                 Meine Schule


Kurz vor 7 Uhr im "Colegio": So langsam trudeln alle 300 Schüler ein. Jeder hat ein hellgraues Poloshirt, eine blaue Hose, schwarze Schuhe und dunkelblaue Socken an. Nur mein Jahrgang, der Abschlussjahrgang, trägt türkise Blusen, um sich von den anderen Klassenstufen zu unterscheiden. Ich fiel durch mein blondes Haar und den blauen Augen zwischen den Costaricanern deutlich auf. Untereinander begrüßten wir uns mit einem Kuss auf die Wange.

                                        Meine Klasse in Costa Rica (11. Jahrgang)

Mathe, Spanisch, Geschichte, Englisch, Physik, Sport: die Schulfächer meiner costaricanischen Schule waren den deutschen identisch außer dass Spanisch den Deutschunterricht ersetzte. Es gibt in Costa Rica jedoch auch viele Schulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, zum Beispiel auf Tourismus oder Agrarwissenschaften.


Um 7 Uhr klingelt es zur ersten Stunde. Ich setzte mich an einen der Einzeltische und fing an abzuschreiben, was der Lehrer an die Tafel schrieb. Frontalunterricht ist in Costa Rica üblich und mündliche Mitarbeit existiert praktisch nicht. Vielleicht gerade deshalb hören viele Schüler während des Unterrichts Musik, reden mit den anderen oder essen. Es ist dort nie so ruhig wie in deutschen Klassenräumen. Übrigens ,in Costa Rica gibt es gar keine Klassenräume, sondern jeder Lehrer hat seinen eigenen Raum, das heißt ich musste nach jeder Stunde den Raum wechseln.

Süße und salzige Bananenchips, Yukachips und Wassereissorten aller Art zählen zum Soriment des Schulkiosk. Um 8:20 Uhr, in der ersten Pause führte mein Weg fast immer dorthin, denn die Bananenchips schmecken einfach unwiderstehlich gut und wenn es nachmittags richtig heiß wird, ist das Eis eine wunderbare Erfrischung.

                  "Vamos Diablos! Vamos!": Anfeuerung unseres Fußballteams

11:20 Uhr Mittagspause: eine große Schlange baut sich vor dem Essensraum auf. Jeder möchte möglichst schnell etwas Essen. Manchmal gibt es Hühnchen, manchmal Rindfleisch oder Nudeln mit Thunfisch, doch eines gibt es immer: Reis und Bohnen. Diese beiden Grundnahrungsmittel Costa Ricas dürfen auch in der Schulküche nie fehlen. Mein Lieblingsessen in der Schule war „Arroz con Pollo“, also Reis mit Gemüse und Hühnchenfleisch, zusammen mit Salat, Tortillachips und Bohnenmus als Dip. Das war einfach köstlich.

               Nach dem Mittagessen werden die Zähne geputzt – auch in der Schule

Klassenarbeiten zum Ankreuzen?! Das normalste der Welt! In Costa Rica ist es üblich, dass ein Teil der Klassenarbeiten aus Ankreuzfragen besteht, ein weiterer Teil sind Kurzantworten. Nur im letzten Teil der Arbeit muss man einen Text schreiben. Das costaricanische Notensystem reicht von 0-100, wobei 100 die Bestnote ist. Bis zu einer 70 besteht man. Es werden in allen Fächer achtzigminütige Arbeiten geschrieben, zwei pro Trimester. Ich habe einmal in einer Schulwoche sieben Arbeiten geschrieben.

                                costaricanische Klassenartbeiten zum Ankreuzen

Zwischen Lehrern und Schülern herrscht in Costa Rica ein ganz anderes Verhältnis als in Deutschland. So ist es zum Beispiel normal seinen Lehrer bzw. seine Lehrerin manchmal in den Arm zu nehmen. Natürlich gibt es auch dort nette und weniger nette Lehrer, dennoch überwiegen die Sympatischen. Man sieht seine Lehrer eben nicht nur als Lehrer sondern auch als Freunde. So kann man gut mit ihnen scherzen und sie sind meist auch im Unterricht gelassen.

                               Meine Spanischlehrerin und ich bei meinem Abschied

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesen drei Berichten Costa Rica, die "Ticos" und das "Pura Vida" ein wenig näherbringen. Natürlich gibt es noch viel mehr zu erzählen. Also schreibt mir doch einfach eine Nachricht, falls ihr noch etwas wissen wollt!

Ihr habt die vorherigen Berichte verpasst? Hier geht es zu Teil 1 und hier zu Teil 2!

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Kommentare (5)
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03.01.2012
AnnaFossil hat geschrieben:
Mensch, Sarah! Total klasse Berichte!
Erstmal formal: Schön aufgebaut, toller Schreibstil und die Idee mit den Fotos und den Tagebucheinträgen ist einfach Spitze!
Und inhaltlich: sind die Berichte sehr informativ und interessant, weil du die vielen Eindrücke sehr gut in den Text eingebaut hast. So bekommt man einen guten Überblick und vor allem: Lust, nach Costa Rica zu fahren - aber nicht in irgendein Hotel, sondern so richtig unter die Ticos, um la pura vida selbst erfahren zu können! :)
¡mil gracias!
16.11.2011
Lucesco hat geschrieben:
ich beneide dich wirklich sehr :) klingt wirklich alles interessant. costa rica wird auf jeden fall irgendwann auch eines meiner reiseziele sein!
10.11.2011
UnsereGeneration hat geschrieben:
Sehr schöne Berichte meine Liebe.
Ich habe mich mit deinem Schreibstil total wohl gefühlt.
:)
danke, bin ganz neidisch :)
08.10.2011
Carina hat geschrieben:
Auch von mir ein Dankeschön für diese Berichtreihe! Find die Klassenfotos übrigens lustig, du als einzige Blonde zwischen den ganzen Costa Ricanern ;)
08.10.2011
Josephine hat geschrieben:
Deine Berichte waren wundervoll - vielen Dank dafür! Muchas gracias :)
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