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Grün studieren?! (2) Agrarökologie/Agrarwissenschaften


von Tamina
21.10.2013
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Grün zu studieren bedeutet nichts anderes als im Umwelt- bzw. Umweltschutzbereich zu studieren. „Warum und was?“ steht da in vielen Gesichtern geschrieben. Die Studiengänge im Bereich Umwelt und Natur sind vielseitig und oft ist es schwer, einen Überblick zu bekommen. Auch der Studiengang Agrarökologie ist dort angesiedelt und vereint verschiedene Bereiche wie Chemie, Biologie, Mathe, ...

Hier ein grober Überblick über das Agrarökologie/-wissenschafts-Studium mit ein paar (hoffentlich) hilfreichen Links:

Agrarökologie/Agrarwissenschaften (Bachelor):

Inhalt:
Das Studienfach Agrarökologie/-wissenschaft befasst sich mit der Gestaltung, Nutzung und Entwicklung des ländlichen Raumes (z.B. von Acker- oder Grünland, Wälder, Moore) – sowohl in naturwissenschaftlicher, landwirtschaftlicher und ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht. Das bedeutet, dass vor allem Themen wie Ökologie, Landbewirtschaftung, Landpflege, erneuerbare Energien und Ressourcen sowie Agrar- und Umweltökonomie Schwerpunkte sind. Es werden Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen, Nahrungsnetz-Interaktionen und eine Naturschutz-Bewertung von Kulturlandschaften und Agrarökosystemen in den gemäßigten Breiten und Tropen wissenschaftlich untersucht. Auch Kurse wie Mathe und Statistik, Physik und Chemie sind Bestandteil der Lehre. Während des Studiums werden Praktika absolviert und sowohl Theorie als auch die praktische Arbeit auf dem Freiland sind Teil des Lernens.
Ab dem 5. Semester bieten manche Universitäten an, dass Studierende selbst Wahlpflicht-Module wählen können und so schon während des Bachelorstudiums eigene Interessen vertieft werden.

Erworbener Abschluss: Bachelor of Science (B.Sc.)

Studienzeit: 6 Semester, Start immer zum Wintersemester (WS) am 01.10.

Studienorte in Deutschland (Auswahl):

Universität Rostock: Die Universität ist die älteste im Ostseeraum. Jährlich beginnen dort rund 4.500 Studenten ihr Unileben und insgesamt befinden sich ca. 15.000 Studenten an dieser Lehranstalt. Nachhaltigkeit spielt für die Universität Rostock eine entscheidende Rolle, weshalb sie gemeinsam mit rund 300 anderen Hochschulen Europas die Hochschul-CHARTA für nachhaltige Entwicklung unterschrieben hat. Dieses Projekt sieht für Universitäten ein Konzept für Nachhaltigkeit vor, das die Universität umsetzen muss.

HU Berlin: Bereits 1810 von Wilhelm von Humboldt gegründet, wurde 2010 das 200-jährige Jubiläum groß gefeiert. Seit 2012 gehört die Universität zu den elf Exzellenzuniversitäten Deutschlands, gehört im Ranking zu den zehn besten Universitäten Deutschlands und ist für sehr gute Forschung und Lehre bekannt. Rund 5.000 Studenten fangen ihr Studium jährlich an der HU Berlin an.

Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn: Die Universität in Bonn vereint Moderne und Tradition. Auch international werden viele der Studiengänge angeboten, sodass ein reger Austausch mit ausländischen Forschungseinrichtungen oder den ca. 60 Partneruniversitäten im Ausland gern unterstützt wird. Auch diese Universität zählt zu den bekanntesten Universitäten Deutschlands.

Justus-Liebig-Universität Gießen: Ca. 26.000 Studierende sind zurzeit an etwa 400 Jahre alten Universität. Zwei Nobelpreisträger (Wilhelm Conrad Röntgen und Wangari Maathai) haben dort studiert. Auch diese Universität legt Wert auf Forschung, Lehre und auf die Gleichstellung von Frauen und Männern. So werden Frauen, die bereits Kinder haben, und andere Familien besonders gefördert. Besonders ist, dass der große Botanische Garten zum Fachbereich Biologie und Chemie gehört, sodass dieser von März - Oktober besucht werden kann. Ebenso gehört zur Universität ein Uniorchester, das mehrmals im Jahr Auftritte hat.

Georg-August-Universität Göttingen: Internationalität, Vielfalt, forschungsorientiertes Lernen und Mut zur Kritik an der Vergangenheit sind charakteristisch für die Universität in Göttingen. Bereits 1734/37 wurde das Institut auf den Wunsch des Kurfürsten Georg August von Hannover gegründet.

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Diese sogenannte „Volluniversität“ wurde bereits 1694 gegründet. Ein großes Ziel ist es, Wissenschaft, Kunst und Lehre an der Universität zu vereinen. Schon das architektonisch interessante Gebäude weist darauf hin. Besonders hervorstechend ist, dass die Universität mit 52 Partneruniversitäten im Ausland kooperiert und so vielen Studierenden Auslandssemester möglich gemacht werden können, sofern sie gewünscht sind.

Universität Hohenheim: Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucher- und Umweltschutz sowie Ökonomie und Kommunikation werden als Forschungsschwerpunkte gesetzt. Mit 51 Studiengängen und ca. 10.000 Studierende ist die Universität Hohenheim eine recht überschaubare Universität. Besonders ist jedoch, dass etwa 12% der Studierenden aus dem Ausland aus fast 100 versch. Ländern kommen und ein internationaler Austausch unterstützt wird.

Christian-Albrechts-Universität Kiel: An dieser schon lang (seit 1665!) bestehenden Volluniversität lehren ca. 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler etwa 24.000 Studierenden. Allein die Anzahl an Studiengängen (185) zeigt, dass ein vielseitiges Studienfeld geboten wird. Bekannt ist die Uni dafür, dass die Universität sich durch Meeresforschung auszeichnet. Dabei wird z.B. nach Lösungen für ein nachhaltiges Fischereimanagement geforscht und es werden die Auswirkungen verschiedener Eingriffe sowie deren Konsequenzen betrachtet.

TU München-Weihenstephan: Die TU München-Weihenstephan ist durch 13 Nobelpreisträger eine der bekanntesten Universitäten. Beispielsweise hat auch Robert Diesel (berühmt wegen Erfindung des Dieselmotors) dort studiert und sein Examen abgelegt. Die Universität hat aber nicht nur viele Preise gewonnen, sondern wurde 2011 dort auch ein Elektroauto entwickelt. Agrarwissenschaften ist also nur ein Studiengang von insgesamt 151 und sicherlich interessant aufgebaut.

Universität Kassel: Jung, modern und lebendig. So versteht sich die Universität Kassel, die erst 1971 gegründet wurde. Themen wie Natur, Technik, Kultur und Gesellschaft sind zentrale Bereiche, doch auch die Bereiche der Agrarwissenschaft werden hierbei hervorgehoben. Die sogenannte „Reformhochschule“ ist eine sehr junge und neue Universität, an der sich bereits rund 22.000 Studierende und 307 Professoren der Lehre widmen.

Zukunftschancen:
Um mit dem Agrarökologie/wissenschafts-Studium auf dem Arbeitsmarkt richtig Fußfassen zu können, sollte das Masterstudium ebenfalls abgeschlossen werden (ohne diesen ist es aber in den meisten Bereich sehr schwierig).


Agrarökologie/Agrarwissenschaften (Master):

Inhalt:
Der Masterstudiengang dient einer Spezialisierung des bisher während des Bachelorabschlusses Gelernten. Deshalb variieren die Angebote hier sehr, haben stets unterschiedliche Namen und gehören doch zur gleichen Fachrichtung. Im Bereich Agrarökologie/ -wissenschaften beschäftigt man sich mit der ökologischen und nachhaltigen Ernährungssicherung, der umweltgerechten Nutzung von natürlichen Ressourcen oder der umweltgerechten Landbewirtschaftung. Auch die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im Landbau werden thematisiert. Der Masterstudiengang besteht dabei sowohl aus Pflichtmodulen als auch aus Wahlmodulen, sodass je nach Schwerpunktsetzung unterschiedlichste Stundenpläne individuell zusammengestellt werden können.

Erworbener Abschluss: Master of Science (M.Sc.)

Studienzeit: 4 Semester, Start immer zum Wintersemester (WS) 01.10.

Studienorte in Deutschland (Auswahl):

Da hier meist die Spezialisierung stattfindet, steht hinter dem Studienort, wie genau der Studiengang heißt und in welche fachliche Richtung dieser geht. Bei fast allen folgenden Universitäten sind die Beschreibungen im Bachelorstudiengang oben zu finden:

Universität Rostock

HU Berlin

Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Justus-Liebig-Universität Gießen

Georg-August-Universität Göttingen

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


Christian-Albrechts-Universität Kiel

TU München-Weihenstephan

Universität Kassel (Ökologische Landwirtschaft)

Uni Hohenheim (unter Agrarökologie der Tropen und Subtropen)

Weitere:

MCI Management Center Innsbruck (unter Rohstoff- & Lebensmittelwirtschaft; der Unterricht findet in Deutsch und Englisch statt und ist berufsbegleitend)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Landschaftsökologie)

Fachhochschule Bingen (unter Landwirtschaft und Umwelt; nur 3 Semester!)

Fachhochschule Köln (unter Technologie und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen)

Zukunftschancen:
Anschließend kann man mit dem erworbenen Abschluss des Masterstudiums in verschiedenen Bereichen arbeiten. Dazu zählen beispielsweise die Arbeit in Forschung und Lehre, in Umweltschutzorganisationen, in Landesforschungsanstalten, Behörden der Agrarverwaltung oder auch in der praktischen Landwirtschaft.
 

Ich hoffe, ihr habt einen groben Überblick über das Studium. Wie es genau aufgebaut ist, variiert je nach Universität, sodass man sich den Studiengang an der Wunschuniversität nochmal genau durchlesen sollte. Vielleicht waren ja ein paar Anregungen dabei?! Wenn jemand Fragen hat, können diese gerne gestellt werden und mölicherweise findet sich hier ja jemand, der im Bereich Agrarwissenschaften studiert hat und so von seinen Erfahrungen berichten kann.
 

Bildquellen:
Bild 1 © Pfatter via Flickr
Bild 2 © Barockschloss via Flickr

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Kommentare (8)
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24.10.2013
Babbuina hat geschrieben:
Alles klar, danke Tamina. Werde ich mal machen. :)
23.10.2013
Tamina hat geschrieben:
@Babbuina: Das klingt doch aber schon mal nach einer groben Vorstellung. :) Hast du dir schon einmal den Studiengang "Umweltmanagement" in Gießen oder "Umwelt und Nachhaltigkeit" in Berlin angeschaut?
Zum "Nachhaltigen Tourismusmanagement" kann ich dir erst einmal raten die Studienberatung der Universität anzurufen und dort nachzufragen. Falls du dort nicht weiter kommst bleibt immer noch die Arbeitsagentur und ihre Berufsberatung. Dort kann man oft auch mehr über den Arbeitsmarkt und das Berufsfeld erfahren. :)
23.10.2013
Babbuina hat geschrieben:
Danke peacemeinFreund, das hat mir schon weitergeholfen. :)
@Tamina : Also in Hannover an der Leibnizuniversität gibt es Umweltplanung, was ich persönlich eigentlich ziemlich interessant finde.
Aber eigentlich kann ich nur ausschließen. :D Also ich denke für einen Ingenieur bin ich nicht gemacht. Physik und Mathe sind nicht so meins. :)
Nachhaltiges Tourismusmanagement ist zum diesen Zeitpunkt eher mein Favorit. Weil ich dadurch auch meine Liebe zum Reisen verbinden kann.. :D Nur kann ich mir dort nicht wirklich vorstellen, was ich später beruflich mache. Hab zwar schon viel recherchiert, jedoch kommt dann immer nur raus, dass ich später bei Hotels, Fluggesellschaften etc arbeiten kann, aber nicht WAS genau ich dort mache.
23.10.2013
Tamina hat geschrieben:
@Babbuina:

Also, ich persönlich kenne keinen, der das studiert.
Aber ich kann dir sagen, dass es so unglaublich viele Studiengänge im Umweltbereich gibt, dass man sich eigentlich nicht entscheiden könnte. Ich werde hier ja ab und zu welche vorstellen und habe bisher schon mehr als 80 Studiengänge gefunden habe (Bachelor und Master). Weißt du denn ungefähr, welche Richtung und Themengebiete dich interessieren? :)
22.10.2013
peacemeinfreund hat geschrieben:
@ Babbuina:
du kannst natürlich reinen Umwelt- und Naturschutz auch studieren (Greiswald usw.)
Landschaftsarchitekt ist dann vielleicht die kreativere Richtung, dabei bestäftigt man sich wie die Landschaft gestaltet werde soll und plant, somit auch Straßenverläufe und ähnliche Dinge
weitere gute Studiengänge in die Richtung:
- Umweltingieurwesen (mein Plan)
- Energie- und Umwelrsystemtechnick
- Technischer Umweltschutz
- Umweltmanagment
-Wirtschafts- und Umweltrecht
- Global Change Ecology (Master)
- nachhaltiges Tourismusmanagment (Master)

Ich hoffe, dass es dir weiter hilft :)
22.10.2013
Babbuina hat geschrieben:
Ich würde gerne nächstes Jahr auch etwas mit Umwelt-und Naturschutz studieren, jedoch für mich ist Agrar nicht so interessant bzw. ich bin nicht dafür gemacht, auch wenn es sich total interessant anhört. Kennst du oder jemand anders noch einen Studiengang der in diese Richtung geht? Würde mich über Vorschläge freuen. :D
22.10.2013
Nora2.0 hat geschrieben:
Ich denke, alle hier die irgendwie noch nicht wissen was sie später studieren sollen, sollten mal einen Blick darauf werfen. Wer weiß, vielleicht ist es ja das richtige!
22.10.2013
Gluehwuermchen hat geschrieben:
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