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statt nur dabei


© WWF
Für alle die ein paar Wochen Zeit haben... :)


von tanjaa
01.08.2012
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Hey liebe Community!

Ich will euch kurz von meinen letzten vier Monaten erzählen, auch wenn es kaum möglich ist, diese Erfahrung in ein paar Worte zu fassen… Aber vielleicht hat einer von euch ja Lust, der Natur genauso zu helfen und gleichzeitig eine absolut wunderbare Zeit zu erleben.

Also, am 8. April saß ich im Flugzeug Richtung Ecuador. Ich konnte es selbst kaum glauben… Vor mir lagen erstmal vier Wochen Spanisch-Sprachkurs, während dem ich in einer Gastfamilie in der Hauptstadt Quito gelebt habe. Kann ich jedem nur empfehlen, man lernt so viel so schnell, und zwar nicht nur die Sprache, sondern auch über die ganz andere Lebensart im Vergleich zu Deutschland…

Aber von was ich euch mehr erzählen will, sind die 12 Wochen, die danach folgten. Ich habe als Freiwillige in dem Naturreservat La Hesperia gearbeitet, das ca. 2 Stunden westlich von Quito liegt. Es liegt zwischen 1500 und 2000 Metern, umfasst eine Fläche von 814 Hektar und besteht aufgrund der Höhenunterschiede aus 3 verschiedenen Waldtypen, allgemein der „cloud forest“.  Die Hauptziele des Reservates sind unter anderem die Erhaltung des existierenden Waldes, die Wiederherstellung degradierter Waldgebiete, es als IBA (Important Bird Area) zu erhalten, die Allgemeinheit über Umweltthemen zu informieren und nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben.

Wir, die Freiwilligen, haben dort den Mitarbeitern bei der täglichen Arbeit geholfen. Das heißt zum Beispiel: Pflege des Gemüsegartens und des Medizingartens, Instandhaltung der Straße, der Zäune und der Wanderwege, Mithilfe bei der (Milch)Kuhhaltung und natürlich „Reforestation“. Aber das sind nur ein paar Beispiele, natürlich gibt es noch viel mehr zu helfen…

Aber natürlich kommt man nicht nur zum Arbeiten dort hin. Jeden zweiten Freitag hatten wir eine geführte Wanderung durch das Reservat, bei denen wir so viel über die Natur gelernt haben und so viel Spaß hatten. Jeden Mittwoch war „futbol-Wednesday“, alle haben sich zusammen meistens im Regen und mit Gummistiefeln beim Fußballspielen ausgepowert. Über den Lagerfeuern wurde Pizza, Fische und natürlich Marshmallows gegrillt, wir haben unsere Schokolade selbst gemacht (und mal gesehen wie viel Zucker eigentlich in normaler Schokolade steckt…) und unser Brot selbst gebacken, jedes Mal mit anderen Zutaten (interessant war das Schoko-Brot J )und wer Lust auf Orangen hatte, ist in den Garten gegangen und hat sich welche vom Baum gepflückt. Die anderen Freiwilligen und die Mitarbeiter dort kennen zu lernen war genauso eine unbeschreibliche und interessante Erfahrung. Alle sind so tolle Menschen, auf ihre eigene Art und viele Freundschaften werden bestimmt noch lange weiter bestehen. Auch das einfache Leben im Freiwilligenhaus ist eine tolle Abwechslung zum Leben in Deutschland und man lernt erst so richtig zu schätzen, was es heißt, warmes Wasser, saubere Kleidung und eine Spülmaschine zu haben. ;) Man hat so viel Zeit, über sein eigenes Leben nachzudenken und lernt eine Menge über sich selbst. Insgesamt sind die Erfahrungen, die man macht, wenn man eine Zeit lang wirklich in der Natur lebt, einfach unbeschreiblich.

Die Natur dort ist wunderschön und wirklich jeden Einsatz wert. Ich habe faszinierende Schmetterlinge und Vögel gesehen (und es macht so glücklich, wenn man ein schönes Foto machen kann….:) ), Affen, die über einem durch die Bäume klettern, Puma-Fußabdrücke, jeden Abend Unmengen an wirklich interessanten Tieren wie Motten und Käfer, die von unserem Licht angezogen wurden (erst dort ist mir aufgefallen, wie man sich sogar über solche freuen kann und wie viele unterschiedliche Formen und Farben sie haben können…), Palmen, Bananenbäume, riesige Lianen, an den man fast wie Tarzan schwingen kann, eine natürlich entstandene Wasserrutsche, über die man (wenn man sich dann überwunden hat) in das eiskalte Wasser rutscht, faszinierende Bäume und Blüten und vor allem, was mich am meisten begeistert hat, die faszinierende Aussicht auf den scheinbar nicht endenden Wald.

Insgesamt kann ich jedem nur empfehlen, sich ein bisschen Zeit zu nehmen und selber diese unvergessliche Erfahrung zu machen und damit zu helfen, die Natur dort zu erhalten…es ist wirklich jede Sekunde wert! 

Nur durch die Mithilfe der Freiwilligen (und der finanziellen Unterstützung durch die Projektgebühren), ist es möglich, dieses Reservat zu erhalten!

Und es ist es absolut wert. Die Schönheit der Natur ist unbeschreiblich.

Falls ihr Fragen habt, könnt ihr mir gerne schreiben oder euch einfach selbst einfach mal die Internetseite von dem Reservat anschauen (http://www.lahesperia.org/index.html)!

Also liebe Grüße!

Tanja

 

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Kommentare (8)
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04.08.2012
tanjaa hat geschrieben:
nein überhaupt nicht. die ganzen anderen freiwilligen und auch die projektleiterin haben eh englisch geredet. und die mitarbeiter von dort zwar nur spanisch aber da kann man sich auch irgendwie verständigen ;) also wirklich gar kein problem wenn man kein spanisch redet...
03.08.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Das klingt echt nach einer tollen Zeit! Ich finde dein Engagement super.
Aber ich nehme an mit Englisch kommt man da nicht weit, oder?
Spanisch ist sicher ein Muss?
03.08.2012
micah hat geschrieben:
@tanjaa: Ich bin jetzt erstmal ein Jahr in Kanada und danach mal sehen... Da wartet auch noch ein Studium in Deutschland auf mich ;) Wobei mich Südamerika als nächstes schon reizen würde... Ich leite es aber an meine Schwester weiter, die sucht nämlich was.
02.08.2012
tanjaa hat geschrieben:
ok jetzt hab ich auch das mit den Bildern verstanden ;)
02.08.2012
tanjaa hat geschrieben:
Um das Geld dafür zu verdienen,habe ich hier in Deutschland einige Monate in einem Altenheim gearbeitet, war auch eine wirklich coole Erfahrung ;) also wenn du was suchst, die freuen sich glaub ich immer über Leute...
02.08.2012
Marcel hat geschrieben:
Danke für deinen Bericht, tanjaa. Ich kann total gut verstehen, dass es dir dort gefallen hat. Auch ich habe so ein Praktikum in Ecuador gemacht, gar nicht so weit entfernt von deinem Standort glaube ich. Das war ein paar stunden vom Ort Tena entfernt. Meine Erinnerung an diese Zeit ist noch echt intensiv. Dieser intensive Duft überall! Die krasse Geräuschkulisse, die sich im Tagesverlauf ändert, weil unterschiedliche Tiere erwachen! Und nicht zuletzt der Geschmack von frischen Bananen, Maracujas, Baumtomaten und Cherimolas (schmecken wie eine Mischung aus Birne und Milchreis!!!). Wenn man dort diese Früchte gegessen hat, dann kommen einem die eingeflogenen Früchte in Deutschland noch absurder vor, weil die kaum schmecken. :)

Was mir aber besonders in Erinnerung blieb: In den ganzen drei Monaten habe ich das Gefühl gehabt, jeden Tag zig neue Lebewesen gesehen zu haben. Und das, obwohl ich von Biologie eigentlich kaum Ahnung habe. Das hat mir gezeigt, wie enorm die Artenvielfalt dort ist! Einfach unbeschreiblich, so ein Regenwald! Danke, dass Du uns an deinen Erinnerungen hast teilhaben lassen.
02.08.2012
Peet hat geschrieben:
Echt schön und danke für den tollen Bericht! Hast du noch Bilder? Würde mich mal interessieren :)
02.08.2012
micah hat geschrieben:
Das ist sicherlich eine unglaubliche Erfahrung und ich finde es super, dass du das gemacht hast! Was ich immer schade finde, ist, dass man nicht nur für den Flug und Sprachkurs bezahlen muss (was ich absolut ok fände) sondern letztendlich dafür bezahlt, dass man arbeitet. Dadurch ist es einfach vielen nicht möglich, an solchen Projekten teilzunehmen. Wobei ich auch verstehen kann, das irgendwovon so ein Projekt auch finanziert werden muss...
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