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© WWF
FÖJ - Deine Alternative


von Peet
06.01.2011
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Die Schule ist geschafft, das Arbeitsleben oder das Studium liegt vor einem. Doch viele wissen gar nicht, was genau sie wollen. Abschluss in der Tasche und dann? Gibt es eine Alternative?

Ja, die gibt es! Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) gibt es seit 2002 für 16 bis 27 jährige und hat eine Menge zu bieten.

Einsatzstellen sind unter anderem:

• Landwirtschaft und Gartenbau
• Stellen bei Unternehmen die im ökologischen Bereich tätig sind
• Umweltbildung
• Verbandsarbeit
• Umwelt- und Naturschutzzentren
• Stellen bei öffentlichen Trägern und Einrichtungen
• Lebensmittelverarbeitung

Es gibt unzählige Projekte, Stiftungen und Unternehmen, die sich in diesem Bereich engagieren und motivierte Jugendliche für ein FÖJ suchen. Auch der WWF sucht engagierte Menschen! Zwei Stellen werden jedes Jahr im August für 12 Monate frei. Eine der zwei Stellen befindet sich im hohen Nordosten Deutschlands. In Stralsund, einer rund 50.000 Einwohner Stadt.

Der WWF betreibt dort ein Projektbüro und arbeitet dort mit vielen anderen WWF Organisationen sowie nationalen Fachbehörden an Konzepten für den Schutz von Ostseeräumen. Ich hatte die Gelegenheit Jannik Petersen aus Stralsund zu interviewen. Er ist seit mehr als vier Monaten als FÖJ’ler vor Ort.

Peet: Jannik, wie hast Du vom FÖJ erfahren?

Jannik: Es gibt da so ein Informationsheft vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das über die Möglichkeit zum FÖJ oder auch FSJ informiert hat (wird jedes Jahr neu rausgegeben). Eine Freundin von mir wusste, dass ich mich für Umweltschutz begeistere und dass ich nach einer Alternative zum Zivildienst gesucht hab‘ und ja, da hat sie mir das gegeben.

Peet: Und Dir war von vorne herein klar, dass Du das FÖJ beim WWF machen willst oder war das rein zufällig?

Jannik: Das war total zufällig, weil bei unserem Träger (das FÖJ wird finanziell von unterschiedlichen Institutionen unterstützt) immer nur ein Bruchteil von Einsatzstellen vorgeschlagen wurde. Ich war also eigentlich auf dem Weg zu einer völlig anderen Einsatzstelle, nämlich in einem Nationalparkamt, als mich die Leiterin des Regionalbüros anrief und schrieb, sie hätte noch eine Stelle beim WWF in Stralsund unbesetzt. Ich wusste gar nicht, dass der WWF in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt ein Büro hat, hab‘ mich aber natürlich sofort auf die Stelle gestürzt!

Peet: Ist das Klischee des Kaffee und Kopieren eingetroffen oder ging es in eine völlig andere Richtung?

Jannik: Ähm, sagen wir mal so, ich gehe in beide Richtungen. Es ist schon etwas erfrischend Anderes und immer wieder Spannendes, beim WWF zu arbeiten und ich kann hier Vieles machen und lernen, was man anderswo nicht kann. Aber ich werde eben auch benutzt für diese Klischeeaufgaben, also Kaffee kochen, die Kopien machen und das Auto tanken, dieser ganze Kleinkram halt; es gehört doch irgendwie immer dazu.

Peet: Kannst Du auch noch mal kurz erwähnen, was der WWF dort macht?

Jannik: Klar, also wir sind das Ostseebüro und kümmern uns vordergründig – da kommt ihr nie drauf – um den Schutz der Ostsee. Dabei geht es vor allem um eine vernünftige Meeresraumplanung (im Moment gibt es gar keine), also, dass wirtschaftliche und touristische Interessen an der Ostsee (Fischfang, Energiegewinnung, etc.) sich auch mit Naturschutz vereinbaren lassen können. Außerdem geht es um die Rettung der letzten Schweinswale in der Ostsee oder die Wiederansiedlung der Kegelrobbe. Das sind jetzt einfach mal ein paar langfristigere und größere Projekte, die ich genannt habe.

Peet: Du bist jetzt schon über vier Monate vor Ort. Wie blickst Du auf die vergangenen Monate?

Jannik: Mit sehr wechselhaften Gefühlen, also ich hatte da ein paar Hochs und Tiefs, sagen wir es mal so. Vieles ist nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe, das ist natürlich ärgerlich. Aber ich habe auch Erfolgserlebnisse zu verzeichnen und kann sogar ein bisschen stolz auf mich sein ;-) Auf jeden Fall kann ich jetzt schon sagen, dass sich das Jahr gelohnt hat/lohnt.

Peet: Meinst Du alles gesehen zu haben oder ist jeder Tag für Dich eine Überraschung?

Jannik: Das ist immer unterschiedlich, also ganz gewiss habe ich noch längst nicht alles gesehen, z.B. in diesem Kegelrobbenprojekt, das ich vorhin erwähnt habe, bin ich noch überhaupt nicht drin. Es gibt hier viele Bereiche, in die ich noch nicht reingeschaut habe. Aber es ist auch nicht so, dass jeder Tag eine Überraschung bereithält, weil es viele Sachen gibt, an denen ich arbeite, die sich teilweise eine Woche oder so hinziehen. Und ein bisschen Routine ist nach 4 Monaten natürlich auch schon eingekehrt.

Peet: Was würdest Du jedem empfehlen, der sich für ein FÖJ interessiert? Welche Voraussetzungen braucht man, muss man irgendwo besonders gut sein?

Jannik: Ich empfehle auf jeden Fall: Guckt euch eure mögliche Einsatzstelle vorher an und fragt vor allem, wie ein Tag hier aussieht, also was ihr hier genau machen könnt und erwähnt auf jeden Fall auch Dinge, die ihr machen wollt. Und gut sein…also ich sag‘ mal so, wir alle sind ja in irgendwas gut und ich bin sicher, es findet sich in jeder Einsatzstelle (in meiner zumindest) eine Möglichkeit, diese Stärken einzubringen. Ob ich jetzt gut Texte schreiben kann oder lieber handfest anpacke, alles wird gebraucht und ist nützlich. Insofern sind die Voraussetzungen lediglich Interesse, Leidenschaft und, ja, ein wenig Ausdauer könnte nicht schaden! ;-)

Peet: Hattest Du vorher viel mit dem Umweltschutz oder der Natur an sich zu tun oder war es ein Sprung ins kalte Wasser?

Jannik: Ich war jahrelang Mitglied in einer vogelkundlichen Wander-AG von der Schule aus, die zufälligerweise auch schon viele Exkursionen in die Region unternommen hat, in der ich jetzt eingesetzt bin. Das heißt, sowohl die Arbeit in der Natur als auch die Umgebung sind mir vertraut. Trotzdem ist es natürlich immer eine große Veränderung, aber wie ich schon sagte, für Naturschutz hab‘ ich mich ja schon immer begeistert; es ist halt nochmal was anderes, direkt in einer Organisation dafür zu arbeiten.

Peet: Bereust Du es?

Jannik: Auf keinen Fall, am Anfang war es natürlich erst einmal eine große Umstellung, also neue Stadt, neue Arbeit, man kennt nichts und weiß nichts. Aber irgendwie findet man sich dann ja zurecht. Manchmal kann man einen Sprung ins kalte Wasser sehr empfehlen, denn es ist mal was Anderes, Erfrischendes, und außerdem wird einem schnell wieder warm.

Peet: Was willst Du nach dem FÖJ machen und vor allem, wirst Du Dich weiter dem Umweltschutz widmen?

Jannik: Ich möchte gerne Filmwissenschaft, wenn’s geht, in Berlin, studieren. Ich weiß schon, dass das was völlig Anderes ist, aber ich sage immer, man sollte seine verschiedenen Interessen verfolgen und in Alles reinschauen, was einen fasziniert. Aber natürlich widme ich mich auch weiterhin dem Umweltschutz, in welcher Form, weiß ich noch nicht, als WWF-Mitglied bleibe ich aber natürlich erhalten! Und außerdem kann ja jeder Einzelne jeden Tag Naturschutz betreiben, schon durch den bewussten Umgang mit Müll, Strom, etc. . Und das ist ein Bewusstsein, das sich durch das FÖJ bei mir nochmal sehr verschärft hat.

Peet: Zum Schluss vielleicht noch ein Grußwort an die WWF Jugend?

Jannik: Ich finde es super, dass ihr euch schon jetzt so engagiert, ihr seid eine Hoffnung, dass sich auch die nächste Generation für Umweltschutz begeistern wird. Ja, und ich hoffe natürlich auch, dass eine/einer von euch sich eines Tages vorstellen kann, im Ostseebüro meine Nachfolge anzutreten! Und lasst euch in Schule/Studium/was-auch-immer nichts sagen von wegen „bekloppte Ökos“, denn es ist klasse, was ihr macht, und es zeugt einfach nur von Intelligenz und Bewusstsein.

Peet: Vielen Dank für das Interview.

Außerdem interessant für euch: Marco93 fasst noch einmal die Beweggründe für ein FÖJ zusammen. Hier geht's lang.

Bilder: © J.Fieber / Ingreen Media | © Harmut Jugius / WWF-Canon

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Kommentare (1)
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06.01.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Supi :-) Danke für`s Interview Peter und Jannik !
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