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Flora, Fauna und Agrar


von liberti
14.10.2009
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Agroforstwirtschaft bezeichnet ein Anbausystem, das Elemente der Landwirtschaft mit den Elementen der Forstwirtschaft kombiniert. Das heißt, Hölzer wie Fruchtbäume oder Palmen werden mit einjährigen landwirtschaftlichen Nutz- und Heilpflanzen auf derselben Fläche angebaut.

Insbesondere in tropischen Regenwäldern werden agroforstwirtschaftliche Systeme weiter vorangetrieben, da die unterschiedlichen Pflanzen sich gegenseitig im Wachstum fördern. So werden Pflanzen, die in der Lage sind Stickstoff aus der Luft zu binden, neben Pflanzen angebaut, die dies nicht können, aber eine höhere Stickstoffkonzetration für eine optimale Entwicklung benötigen.

Agroforstwirtschaftliche Systeme werden als ökologisch vorteilhaft angesehen, da sich durch die artenreiche Pflanzenvielfalt auch einen größeren Lebensraum für Tiere, Nützlinge wie Schädlinge, anbietet. Das Ökosystem wird so relativ stabil gehalten.

Bodenerosionen von Feldern wird durch den Widerstand der Bäume entgegen gewirkt. Gleichzeitig wird die Wasserverdunstung verringert, da Baumwurzeln das Eindringen von Wasser in den Boden erleichtern. Natürlicher Dünger wird produziert, da Bäume durch ihre Wurzeln pflanzliche Nährstoffe in ihre Blätter führen und diese nach dem Laubfall an die Bodenschicht, mit den dort verwurzelten Nutzpflanzen, abgeben.

Nachteile der Agroforstwirtschaft ergeben sich weniger aus dem  Ökosystem, sondern eher für den Landwirt, da es ein mehr an Arbeitsaufwand pro Hektar Feldfläche im Jahr ist und die Bäume erst nach ein paar Jahren einen Ernteertrag einbringen. Somit müssen die Bauern anfangs eine längere Zeit mit weniger Ertrag rechnen, bis die Bäume so herangewaschen sind, dass sie den Verlust anfangs sogar wieder ausgleichen.

Ein beispielhaftes Projekt für die Anwendung der Agroforstwirtschaft ist das Projekt Kaule in Nepal am Rande des Himalaja.

Die dort übliche landwirtschaftliche Methode ist der Anbau auf künstlich angelegten Terrassen. Angebaut werden meist nur geringe Anzahlen von Nutzpflanzen wie Mais, Hirse, Gemüse und Obst. Bewässert werden die Terrassen meist künstlich oder durch die Umlenkung von natürlichen Wasserläufen.

Der Terrassenbau in seiner jetzigen Form führt auf Dauer zu ernsthaften ökologischen Problemen. Wasserverschmutzung, Bodenerosion und Rückgang von vielfältiger Flora und Fauna, stellen eine Gefährdung für die natürliche Umwelt am Fuße des Himalaja dar.

Ebenso steht dadurch die Existenzgrundlage der landwirte auf dem Spiel, da eine einseitige Bepflanzung auch zu vielen Schädlingen führt und so die Erträge die Grundbedürfnisse der dort lebenden Menschen nur knapp deckt.

Kaule e.V. hat zum ersten Mal 1994 den Landwirten von Kaule Schulungen angeboten, wie man von der bisherigen traditionellen Terrassenanbauweise zu Agroforstwirtschaft überwechseln kann. Viele Landwirte reagierten zunächst mistrauisch. Für sie war es schwierig die Vorteile dieses Projektes zu erkennen, da erst nach mehreren Jahren die Vorteile zu tragen kommen. So sprangen anfangs wieder viele Landwirte ab. Ein paar Familien waren bereit für die Umstellung und schafften es, dass das neue System mittelrweile autark und erfolgreich läuft. So ließen sich nach 10 Jahren auch mistrauische Landwirte überzeugen.

Das Projekt Kaule e.V. hilft den nepalesischen Landwirten mit Materialien, Schulungen und freiwilligen Helfern (soziales jahr) den Wechsel in die Agroforstwirtschaft zu unterstützen. Längerfristig sollen auch benachbarte Gebiete autark bewirtet werden, damit ausgewogene ökologische Systeme geschaffen werden.

Eine Freundin von mir ist zur Zeit für ein halbes Jahr in Kaule um dort freiwillig zu helfen, sie schreibt mir wöchentlich spannende Erlebnisse von der teils anstrengenden aber sehr zufriedenstellenden Arbeit, darum wollte ich die Info weitergeben an alle, die sich sowas vielleicht auch interessant finden.

 

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Kommentare (2)
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19.10.2009
liberti hat geschrieben:
@ isi das stimmt, das thema ist noch relativ mau in der öffentlichkeit.
16.10.2009
Isi hat geschrieben:
danke für deinen bericht! hatten das thema auch in der oberstufe und ich finde dass es viel mehr zum gesprächsthema werden sollte da dies eine anbauweise ist, die einfach am effizienteste für diese regionen ist
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