Entdecke die Natur!


Ein Dorf


namens Erde


© WWF
Zurück zur Natur?


von Rhino
04.02.2013
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 "Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte. Ich wollte nicht das leben, was nicht Leben war; das Leben ist so kostbar. Auch wollte ich keine Entsagung üben, außer es wurde unumgänglich notwendig. Ich wollte tief leben, alles Mark des Lebens aussaugen, so hart und spartanisch leben, dass alles, was nicht Leben war, in die Flucht geschlagen wurde."

Dies ist eines der bekanntesten Zitate aus dem 1854 erschienen Buch „Walden or Life in the Woods“ des US-amerikanischen Schriftstellers und Philosophen Henry David Thoreau, der etwa zwei Jahre lang in einer selbst gebauten Hütte auf sich selbst gestellt in den Wäldern von Massachusetts verbrachte. In seinem Buch beschreibt er anhand von Tagebucheinträgen, wie er dieses abgeschiedene  Leben gestaltete und etabliert dabei bewusst einen völlig neuartigen alternativen Lebensstil, der stark dem materialistischen und schnelllebigen Gedankengut der, zu dieser Zeit vorangeschrittenen, Industriellen Revolution widersprach.

Durch seine positiven Erfahrungen im Einklang mit der Natur, seine Kritik an der Industriegesellschaft und zusätzlich durch seinen Pazifismus hatte Thoreau eine extrem inspirierende Wirkung und er war maßgeblich an der Entwicklung des amerikanischen Transzendentalismus beteiligt, einem Lebensmodell, bei dem individuelle Freiheit und Naturverbundenheit von entscheidender Bedeutung sind. Es stellt sich klar gegen strenge religiöse Dogmen und außerdem gegen das bloße Streben nach Wohlstand und Reichtum, generell gegen Materialismus.

Selbst Mahatma Gandhi bezeichnete Thoreau als entscheidendes Vorbild! 

Doch warum erzähle ich euch heute davon? Wer folgt im 21. Jahrhundert schon Thoreaus alternativen Prinzipien? In der globalisierten Welt ist die Industrie omnipräsent.

Kraftstoffe werden mit allen Mitteln abgebaut, um die Wirtschaft voranzutreiben, Umwelt- und Klimaverschmutzung wird dafür ebenso in Kauf genommen, wie Umsiedlungen ganzer Menschenmassen.

Und das Fatale an der Globalisierung: jeder ist Teil dieses Systems. Auch wenn unser Strom aus erneuerbaren Energien stammt, Erdöl, dessen Verbrennung in hohem Maße klimaschädlich ist, findet sich als Treibstoff in Autos und Flugzeugen und steckt auch in den allermeisten Plastikverpackungen, Kleidungsstücken und Reinigungsmitteln – in einem Industrieland wie Deutschland sind letztlich alle Einwohner Erdölkonsumenten und das ist nicht einmal alles, in anderen Produkten sind auch noch weitere, düster belastete Stoffe enthalten, in unserem Handy steckt Coltan, in zahlreichen Kosmetika und Nahrungsmitteln steckt Palmöl, beides vernichtet Regenwälder und auch Menschenleben – wir, Vertreter der „Ersten Welt“ leben somit letztlich wohl eher gegen die Natur, nicht mit ihr!

Der Durchschnittsbürger mit Haus, Auto, Handy und Sommeraufenthalten am Mittelmeer hat mit Thoreaus Lebensstil also definitiv kaum etwas zu tun.

Dabei wird immer stärker die Befürchtung laut, dass wir unsere Erde in absehbarer Zeit völlig unbewohnbar machen, wenn wir in Zukunft nicht radikal unserem ausgeprägten Überkonsum Einhalt gebieten.

Immer heftigere Dürreperioden, gerade in den ariden Räumen Afrikas, so wie immer intensivere Überschwemmungen an den Küsten Südostasiens stützen heute schon die alarmierenden Prognosen seriöser Klimawissenschaftler und Wachstumskritiker!

Doch auch in diesem kritischen Zustand scheint die Philosophie vom Leben im Wald eher ein Relikt der Vergangenheit darzustellen, beim Verzicht auf ein Dach über dem Kopf (im heutigen Sinne) hört nämlich selbst bei den radikalsten Wachstumskritikern der Spaß auf …

Aber eine reine Traumtänzerei stellt die Rückkehr zur Natur auch in der derzeitigen Gesellschaft ganz sicher nicht dar, als besonders prominenter „Waldflüchtling“ ist dabei definitiv der US-Amerikaner Christopher McCandless zu werten, der von 1990 bis 1992, inspiriert u. a. von Thoreaus Literatur, durch die mittlere USA und schließlich bis nach Alaska reiste und ein Leben im Einklang mit der Natur und ganz ohne Reichtum führte.
Spätestens seit Sean Penn 2007 dieses bemerkenswerte Leben in seinem Roadmovie „Into the Wild“ verfilmte, erfreut sich der Abenteurer McCandless auch heute noch, vor allem bei Jugendlichen, durchaus beachtlicher Beliebtheit.

Doch häufig wird dabei vergessen, dass McCandless bereits nach 112 Tagen in der Wildnis Alaskas entweder elendig verhungerte oder am Verzehr einer giftigen Pflanze starb, aber unabhängig davon, was davon der genaue Grund für seinen Tod war, ist es für zahlreiche Experten vollkommen offensichtlich, dass McCandless, der zwar ein Gewehr bei sich hatte, dafür aber auf andere materielle Hilfsmittel, wie z. B. einen Kompass oder Schneeschuhe aus Prinzip verzichtete, keine Karte der Region bei sich trug und in Sachen Jagd recht unerfahren war, in der eisig kalten Tundra von Alaska überhaupt keine Überlebenschance hatte.

Eine besonders drastische Meinung zum Aussteiger McCandless hat der alaskanische Ranger Peter Christian:

„Ich bin ständig dem ausgesetzt, was ich als „McCandless-Phänomen“ bezeichne. Junge Menschen, fast immer junge Männer, kommen nach Alaska, um gegen eine gnadenlose Wildnis und eine Landschaft zu bestehen, wo die Bequemlichkeit eines Zugangs und die Möglichkeit einer Rettung praktisch nicht vorhanden sind […] McCandless war aus meiner Perspektive auch nicht besonders mutig, sondern einfach nur dumm, tragisch und rücksichtslos. Zunächst einmal verwendete er nur sehr wenig Zeit, um zu lernen, wie man in freier Wildbahn überlebt. Er kam an den Stampede Trail ohne eine Karte von der Gegend. Hätte er eine gute Karte gehabt, hätte er sich leicht retten können […]“

McCandless’ Flucht vor der materialistischen Zivilisation in die Freiheit der Natur lässt sich also ganz verschieden interpretieren. Die einen sehen ihn als mutigen, inspirierenden Einzelkämpfer an, für die anderen stellt er hingegen den drastischen Beweis dafür dar, dass die Flucht in die unberührte Natur wohl lediglich eine naive Utopie ist.

Zweifelsohne zeigt McCandless aber, dass es für uns als „Erste Welt“-Bewohner ein unbeschreiblich schwieriger und lebensgefährlicher Akt ist, gänzlich MIT der Natur zu überleben.
Vielleicht können wir uns in dieser Hinsicht mit Zootieren vergleichen, so ähnelt das Schicksal des ausgewilderten Orcas „Keiko“, der zuvor in den erfolgreichen Free-Willy-Filmen mitwirkte, stark dem vom Christopher McCandless, auch „Keiko“ gelang die Anpassung an die erschwerten Bedingungen der Natur mitnichten, er verhungerte fast und konnte sich nur am Leben halten, indem er sich in Nähe eines großen Hafens aufhielt, wo er letztlich vertrautes Futter fand, dennoch überforderte ihn das Leben im weiten Meer auf Dauer maßlos und er starb bereits nach etwa anderthalb Jahren Freiheit.

Würde es uns nicht auch so ergehen? So wie Keiko an Fütterungszeiten und Trainingselemente angepasst war, pflegen auch wir schließlich eine recht strikte Routine, bei der wir uns ständig auf Arbeitszeiten und Fristen konzentrieren und uns wohl kaum täglich darüber Gedanken machen, wie man zeitig die Grundversorgung sichern kann.
Letztlich haben wir mit unseren Urvätern in Wäldern und Höhlen wohl mittlerweile nur noch so viel zu tun, wie Keiko mit einem wilden Killerwal.
Da stellt sich natürlich die Frage, ob „back to the roots“ (im wahrsten Sinne des Wortes) wirklich etwas Vernünftiges ist. War Thoreau mit seiner Vorstellung von natürlicher Harmonie vielleicht etwas zu naiv? Sind wir physisch und psychisch überhaupt in der Lage uns vom Zootier zum Wildtier zu transformieren?

Doch ich persönlich sehe noch ein anderes schwerwiegendes Problem in Thoreaus Natur-Idylle: die Einsamkeit und Verlassenheit.
Zwar haben im Transzendentalsimus die Freiheit des Einzelnen und das selbstverantwortliche Handeln oberste Priorität, doch ich bin der festen Überzeugung, dass beides nicht einfach den Fakt übergehen kann, dass wir Menschen auch soziale Wesen sind.
Wir brauchen den Kontakt zu anderen, wir brauchen Zustimmung und Kritik, wir brauchen Freundschaft und Liebe, Zuneigung, Gestik, Mimik, Verständnis, Hilfe, Inspiration … McCandless war bereit, das alles für ein Leben in der Natur einfach aufzugeben.
Paradoxerweise äußerte gerade er das Zitat: „Happiness only real when shared” („Glück ist nur echt, wenn es geteilt wird“), doch mit wem er in der alaskanischen Wildnis sein Glück hätte teilen können, bleibt im Endeffekt durchaus rätselhaft …



Wie steht ihr zu all diesen Ideen und Fakten? Könntet ihr euch jemals vorstellen, ein Leben im Einklang mit der Natur zu führen?

Ich bin auf eure Meinung gespannt!

gez. Maxim Podobed 2013
 

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Kommentare (14)
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24.02.2013
girlofnature hat geschrieben:
Ein toller Text, den du verfasst hast, er regt zum Nachdenken an. Einerseits bewundere ich McCandless, doch wenn man darüber nachdenkt, war es wirklich naiv, was er gemacht hat. Er ist ein Illusionist. Aber ich finde, es ist ein gutes Beispiel, wie wir uns von der Natur weggelebt haben. Wir können ohne Industrie und Zivilisation kaum mehr überleben, was traurig ist. Aber eine andere Frage ist dann, warum sich die Menschen überhaupt so weit entwickelt haben. Deshalb denke ich, sollte man das Leben, das wir führen, nicht aufgeben und allein in den Wald ziehen, um zu sehen, ob man überlebt. Aber man sollte zumindest so leben, dass die Natur außenrum keinen (allzugroßen) Schaden dadurch hat.
06.02.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
06.02.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
06.02.2013
UnsereGeneration hat geschrieben:
Hey,

erst mal toll, dass du das diesen Text verfasst hast. Ich habe nur darüber gelesen, weil ich die meisten fakten auch schon selbst weiß.
Ich bin der Meinung, dass ein Leben in der Wildnis etwas Tolles sein kann. "back to the roots" ist nichts schlimmes, sondern genau der Weg, den viele Menschen, glaube ic hbräuchten.
Und das nicht nur für einige Tage im Urlaub, sondern ein Leben lang.

Das Problem, das du angeschnitten hast: EInsamkeit, Alleinsein, ist sehr wichtig.
Daher ist meiner Meinung nach ein "einsames Losziehen, um die Welt zu sehen", wirklich nur für einige Monate oder vielleicht Jahre möglich, aber nicht ein Leben lang.

Ich denke, um eine solche Lebensweisde ein Leben lang durch zu halten, braucht es Gleichgesinnte. Einen festen Wohnsitz, die Möglichkeit mit Menschen in Kontakt zu kommen, sich gegenseitig zu schützen und beschützen zu könnne.
Denn genau das ist die Uraugabe eines jeden Lebewesens auf dieser Welt.
Kein Lebewesen ist komplett allein, und auf sich selbst gestellt. Kein Tier dieser Welt würde "allein" überleben.
Es braucht Gleichgesinnte, um zu leben und überleben.

1. Da in unseren Urinstinkten immer noch alles darauf pocht unsere Gene weiter zu geben, also Nachfahren zu zeugen. das geht schon mal nicht alleine.

2. Weil wir den Urinstinkt haben zu beschützen. Mütter kümmern sich um die Kinder, da sie einen sehr emotionale Verbindung aufbauen, da es immerhin die Frauen sind, die das Kind 9 Monate mit sich herumschleppen. Da entwicklen sich eben auch Gefühle.
Und die Männer haben disen Instinkt, der sich darin zeigt, dass sie Essen sammeln, jagen gehen und sich um die Versorgung der Familie kümmern.

Wie sollte all dies alleine gehen.

ich glaiube, dass viele Menschen pilgern gehen, um die Einsamkeit zu spüren.
Für immer funktiioniert eine solche Lebensform nicht. Ich finde es zudem sinnfrei, weil ich alles, was ich erlebe, für mich an Erkenntnissen sammel, nie mit jemanden teilen kann. Ich kann mich nciht darüber mit jemandem austauschen, das erkannte nie umsetzen oder ausprobieren, wenn ich nciht interagieren kann.

Macht es für einige Zeit, aber findet auch wieder zurück zu den menschen, denen ihr wichitg seit, mit denne ihr euch verbunden fühlt und die euch geborgenheit bieten.
06.02.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Die Menschheit wird sich nicht zurückentwickeln. Sie will und - das behaupte ich jetzt mal - kann es nicht. Für die meisten sind ein paar Stunden ohne Handy schon eine Bestrafung. Wie sähe es denn da bei Wochen oder Monaten ohne warme Dusche und Dschungelcamp aus?
Die Herstellung von Computern etc. ist alles andere als umweltfreundlich. Aber ist eine Welt ohne Computer und Internet überhaupt noch möglich?

Wir müssen uns weiterentwickeln und dabei die Konsumgesellschaft so weit wie möglich hinter uns lassen. Das ist ein realistisches Ziel, wenn Gesellschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam und zielstrebig darauf hinarbeiten. Aber auch hier kommt es auf den Willen des Einzelnen an. Wenn viele ein bisschen verzichten, dann müssen nicht einige auf viel verzichten.

Ich würde im Wald ausgesetzt vermutlich nicht lange überleben. Nach 2 h Stunde hätte ich mich hoffnungslos verirrt und welche Pflanzen ich essen dürfte und welche nicht.....tja da hätte ich auch keine Ahnung von.
Aber mit nem Aufpasser würde ich es schon gerne mal probieren. Einfach um die eigenen Grenzen auszutesten. Wie weit würde ich es schaffen, wozu ist mein Körper eigentlich in der Lage und wann würde die Natur mich in die Knie zwingen.

@Juliaaa
Ich glaube kaum, dass der tagtägliche Kampf ums Überleben eintönig werden würde. Zeit für Langeweile wird wohl Mangelware sein in der echten Wildnis.

@Peet
Ich finde trotz alledem, dass die Natur schön ist. Die Frage ist nur, wie wir "schön" definieren.
Der Blick auf eine blühende Wiese, das weite Meer oder ein Blätterdach ist wunderschön - auch - oder vll. auch gerade weil? - wenn dort getötet wird um zu überleben.
Aber dass das die wenigsten so sehen stimmt leider. Tiger sind nur solange wunderschön und faszinierend, wie sie fertig zubereitetes Futter im Zoogehege bekommen. Sobald sie es selbst erlegt haben sind es Mörder.
05.02.2013
Cosima hat geschrieben:
Ein Mensch der heutigen Zeit im Einklang mit der Natur ist, glaube ich nicht einfach so möglich und auch nicht sinnvoll. Denn selbst wenn jetzt jemand von uns in die Natur geht und wirklich im Einklang mit ihr lebt es gibt noch den Rest der Welt der weiterhin die Natur die man erleben möchte zerstört.

Es ist bestimmt eine einzigartige Erfahrung, doch ich glaube wie auch schon in vorherigen Kommentaren erwähnt in der heutigen Zeit sollte man "mit der Natur im Einklang leben" anders ausdeuten. Für mich steht das Wort "Nachhaltigkeit" da im Vordergrund.
Unsere Natur zB Rohstoffen können benutzt werden, doch eben nicht in einem Maß in dem es wir im Moment fordern.
05.02.2013
Franzichen hat geschrieben:
Ja ich glaube ich würde sehr gerne im Einklang mit der Natur leben..dieses richtige Gefühl von Freiheit erleben und die wunderschöne wilde Natur...vielleicht kann ich das für ein paar Jahre oder ein Jahr mal machen und wenn ich so etwas nicht machen kann hoffe ich falls es ein früheres Leben gibt das ich damals schon gelebt hatte als die Menschen noch im Einklang mit der Natur lebten...
05.02.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
05.02.2013
Marielle hat geschrieben:
Ich könnte mir das sogar sehr gut vorstellen. Ich würde jetzt nicht einfach so nach Alaska losziehen um in der Wildnis zu leben. Baer im Einklang mit der Natur muss ja nicht gleich die einsamste wildnis sein. Und wenn man noch jemanden bei sich hat. Warum denn eigentlich nicht.
Nachdem ich den Film gesehen hatte, hab ich mir nur gedacht: Ich will auch einmal für einen bestimmte Zeit im Einklang mit der Natur leben. Mich selbstversorgen, nach meiner inneren Uhr leben und dann aufstehen, wenn mein Körper es von mir will und nicht, wenn mein wecker mich aus dem Bett schmeist und einmal frei zu sein, von all dem Stress der unseren Lebensstil prägt. Klingt naiv, ist es vielleicht auch.
05.02.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
05.02.2013
Juliaaa hat geschrieben:
Ich könnte es mir vorstellen auf Zeit in der Wildnis zu leben, aber nicht mein ganzes Leben lang. Das wäre mir auf Dauer zu eintönig, glaub ich..
05.02.2013
Peet hat geschrieben:
Achso und noch eine Sache bezüglich dem Thema "Natur". Wir Menschen haben schon längst die Realität verloren, was Natur wirklich bedeutet. Auf FB hatten wir doch vor kurzer Zeit den Punkt von verstörten Bildern im Film "Life of Pi". Das alleine zeigt doch schon, wie wir den Bezug dazu verlieren. Natur ist eben nicht schön, sondern funktional. Wir interpretieren es als eine schöne Sache, indem wir "Gefällt mit" bei FB klicken.
05.02.2013
Peet hat geschrieben:
Ist der Transzendentalismus zwingend auf ein alleiniges Leben in der Natur ausgelegt? Wenn nicht, wäre doch das Problem der Einsamkeit gelöst. Es müsste sich nur jemand finden, der sich dir anschließt und die Sache hätte sich erledigt.

Zum eigentlichen Thema: Die Diskussion hatten wir bereits vor kurzer Zeit mit Ulis Bericht aber auch ich hatte diese Thematik mehr oder weniger angedeutet. Es gibt im Grunde nur eine logische Konsequenz, die du ja auch schon herausgearbeitet hast: Entweder ändern wir unser Verhalten im Bezug auf den Ressourcenverbrauch oder die Welt ist hoffnungslos überlastet; Sei es ökologisch aber auch ökonomisch und ich wage es nicht zu sagen, welches schlimmer ist.

Wir können von der Menschheit nicht verlangen, dass sie sich 300 Jahre zurückentwickelt und alles liegen lässt. Aber wir müssen von der Menschheit erwarten, dass ihr Verhalten sich ändert. Es muss uns klar werden, dass bspw. endloses Wachstum nicht möglich ist - sei es mit der Ressource Mensch oder eben ökologisch. Und in meinen Augen ist eine Veränderung nicht abgeschlossen, nur weil ich ausschließlich Bio-Produkte kaufe aber morgen nach Afrika fliege, nur weil ich es unbedingt will. Die Menschheit will einfach zu viel und das von möglichst allen Produkten. Die Thematik kommt aber immer wieder auf einen Punkt: Wir haben aber leider nur einen Planeten und wir können uns in der westlichen Welt einfach nicht herausnehmen zu sagen, ich will meine Freiheit ausleben so wie ich es will. Das erzeugt automatisch Ungerechtigkeit, in jeglicher Hinsicht.

Der Punkt ist einfach, wer ist bereit dazu? Gute Frage. Wenn ich mich selber anschaue, bin ich es momentan nicht. Und grob gesagt, jeder andere hier auch nicht., auch wenn die Absichten da sind.

Guter Artikel, Maxim. Werde mir das Buch mal im Second Hand Laden anschauen. Brauche sowieso mal ein neues Buch...;)
05.02.2013
micah hat geschrieben:
Richtig guter Bericht und im Großen und Ganzen genau meine Meinung. Ich denke, für die allermeisten Menschen ist ein Leben im Einklang mit der Natur im Sinne von Thoreau oder McCandless nicht möglich, aus genau den von dir aufgeführten Gründen. Zu Thoreau ist im übrigen interessant, dass er zwar in "Walden" sein Leben in der Wildnis beschreibt, seine Hütte aber tatsächlich nur wenige Kilometer von seinem Heimatort entfernt war, wo seine Mutter ihm diie Wäsche wusch...

Ich glaube allerdings schon, dass ein Leben im Einklang mit der Natur möglich ist, wenn man "Einklang mit der Natur" nicht ganz so streng definiert wie Thoreau oder McCandless, sondern als Lebensstil, mit dem man die Natur nicht schädigt. Das machen genug Aussteiger auf kleinen Familienfarmen bereits vor.
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