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WM in Brasilien - Was sich hinter der Fassade versteckt


von thinkgreen26
16.06.2014
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Hallo ihr Lieben! ^^

 

Vor ein paar Tagen hat ja nun die WM 2014 in Brasilien angefangen.

Doch in mehr als hundert Städten gingen Millionen Brasilianer schon vor einem Jahr auf die Straße, um gegen die Ausgaben für die WM und gegen die Fifa zu demonstrieren. Bis heute finden fast jeden Tag noch Demonstrationen statt, doch die Menschen werden mit roher Gewalt von der brasilianischen Polizei bekämpft. Doch nicht nur die Demonstranten, sondern auch die Straßenkinder sind der Regierung bei der WM ein Dorn im Auge. Immer wieder werden in Brasilien Morde an Straßenkindern begangen, aber in den Medien wird nur über die Unruhen berichtet, bei denen es einige Opfer gebe.

Brasilien erhoffte sich durch die Meisterschaft einen wirtschaftlichen Aufschwung, doch die auf etwa 20.000 Millionen US-Dollar geschätzten Ausgaben für das Ereignis fehlen nun dort, wo es dringend gebraucht würde. Krankenhäuser bleiben unterversorgt, in den Schulen fehlen Lehrer. Der öffentliche Nahverkehr ist in vielen Städten zusammengebrochen, verstopfte Straßen und unzählige Staus sind an der Tagesordnung. Am Flughafen Rio fiel über Ostern der Strom aus, Bahnhöfe und Zugstrecken sind marode. Brasilien hat ein Wohnungsdefizit von fünf Millionen Wohnungen. Diese riesige Summe soll durch die Steuern der Brasilianer aufgebracht werden, doch diese profitieren sicher nicht daran, denn nur einigen wenigen Großunternehmern wird es Gewinne bringen. Die großen sozialen Probleme Brasiliens bestehen weiterhin. 6,5 Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Da das Geld nicht so schnell in die Kasse kam, musste das Land investieren und fehlende Gelder aufbringen, um die FIFA-Vorgaben zu erfüllen. Außerdem stellte die Regierung ein Sparprogramm in Höhe von 17 Milliarden Euro auf. Dieser Einsatz von öffentlichen Geldern macht für die Bevölkerung keinen Sinn, da die Probleme woanders liegen. Denn was nützen einem die schönsten Stadien und die modernsten Hotels, wenn das öffentliche Bildungs-, Gesundheits- und Transportwesen nahezu komplett am Boden liegt, die Korruption wuchert und Gewalt sowie Kriminalität nicht in den Griff zu bekommen ist?
Für die Bauarbeiten wurde eine Art „soziale Reinigung“ vorgenommen. Es wurden zum Beispiel Familien vertrieben, die seit vier oder fünf Jahrzehnten diese Gebiete bewohnen. Die Volkskomitees der Meisterschaft bestätigen, dass der Staat in 21 Städten und den Slums von sieben Städten, die Austragungsorte der Weltmeisterschaft sein werden, „Kriegs- und Verfolgungsstrategien“ anwendet. Das bedeutet das Eindringen in Wohnungen ohne Gerichtsbeschluss, die Unterschlagung und Zerstörung von Eigentum“, oder Bedrohungen und Einschränkungen von Dienstleistungen ist erlaubt und ganz legal.

Doch nicht nur die Menschen, sondern auch die Umwelt leidet darunter.
Rund 2,72 Millionen Tonnen CO₂ sollen laut der FIFA durch die WM produziert werden, was in etwa der Menge entspricht, die 560.000 Autos in einem Jahr verursachen.
"Wenn man das mit den Ausstößen anderer Industrien vergleicht, ist es nichts", betont Federico Addiechi, der im Weltverband der Chef für Angelegenheiten der sozialen Verantwortung ist. Gleichzeitig versprach er: "Wir werden 100 Prozent dieser Emissionen wieder aufwiegen." Das soll unter anderem durch Finanzierung der Wiederaufforstung in Brasilien sowie Investitionen in Windanlagen und Wasserkraftwerke geschehen. Na da können wir mal gespannt sein. Man kann ja mal hoffen. ;)

Nun ist die Frage, ob die Fußball Weltmeisterschaft all das wert ist. Muss man diese Probleme in Kauf nehmen oder geht es auch anders?

 

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Quellen:
http://www.quetzal-leipzig.de/lateinamerika/brasilien/der-bittere-beigeschmack-der-meisterschaften-brasilien-vor-der-fusballweltmeisterschaft-und-den-olympischen-spielen-19093.html
http://www.sportal.de/brasilien-und-die-folgen-der-weltmeisterschaft-2014-1-2013103031199800000
http://www.berliner-zeitung.de/politik/zur-wm-in-auffanghaeuser-kein-erbarmen-mit-brasiliens-strassenkindern,10808018,27010274.html
http://www.bild.de/sport/fussball/wm-2014/woher-kommt-der-hass-fuer-diese-wm-35713748.bild.html
http://www.spox.com/de/sport/fussball/wm/wm2014/1312/News/wm-als-umweltsuende-fifa-verspricht-ausgleich-brasilien-2014-kohlenstoffdioxid.html
http://www.zeit.de/sport/2014-05/brasilien-polizei-gewalt-wm


Bildquelle:
http://www.welt.de/sport/fussball/wm-2014/article128497999/An-Brasiliens-Haeusern-bluehen-Anti-WM-Graffitis.html
 

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Kommentare (9)
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26.06.2014
Christoph5115 hat geschrieben:
Also die Brasilianer müssen auch ihren Straßenmarkt vor 16.00 Uhr räumen für die WM;o nur Verkaüfer die Geld an die FIFA zahlen können noch stehen ÖÖ FIFA kommt und die Leute müsse na ihre. Nase tanzen!!! Das ist voll doof
23.06.2014
Helen1698 hat geschrieben:
Die Methoden mit denen für einen "reibungslosen Ablauf" gesorgt wird, sind einfach nur schrecklich und ich habe mich auch schon nicht nur einmal darüber aufgeregt. Zwar rückt Brasilien mit seinen Problemen durch die WM ein bisschen ins Licht, aber wahrscheinlich auch nur die kurze Zeit der WM-Dauer. Außerdem wird ja auch nicht klar über die Tatsachen berichtet, sodass der Welt meiner Meinung nach, wenn überhaupt, nur ein kleines Stück die Augen für diese Themen geöffnet werden.
Die Frage nach dem Sinn solcher Veranstaltungen stellt sich ja oft, seien es Winterspiele in Russland oder WM in Brasilen. Meiner Meinung nach lässt sich da aber ein Kompromiss schaffen, denn abschaffen kann man diese Ereignisse sowieso nicht. Warum kann man nicht zum Beispiel auf ein Stadion im Regenwald verzichten, in dem die Viertligamannschaft der Stadt ganz bestimmt nicht spielen wird und sich auf die Modernisierung anderer Stadien in größeren Städten konzentrieren?! Aber das wäre ja auch mal wieder der alte Punkt des Langfristigdenkens... Man darf bei seinen Überlegungen dazu jedoch auch nicht vergessen, welche Hoffnung und welchen Stolz die WM vielen Brasilianern gibt. Aber natürlich überwiegt die Tatsache, dass ein viel größerer Aufschrei mit Konsequenzen durch die Gesellschaft gehen müsste, wenn für ein Sportereignis Menschen getötet werden. Leider sind es ja keine so rosige Aussichten auf die nächsten WMs in Russland und Katar...
22.06.2014
Maike11 hat geschrieben:
Das ist ein echt guter Bericht. Über diese Themen habe ich auch schon nachgedacht....

Aber das Schlimme ist ja, dass es nicht nur alle 4 Jahre ein Land bei der WM trifft, sonderen auch bei Olympischen Spielen (Sommer- & Winterspiele) und anderen großen Sportveranstaltungen...
21.06.2014
Morgentau hat geschrieben:
Danke für den sehr informativen Bericht!
Ich schaue mir die Spiele auch nicht an, aber eher, weil ich nicht so der Fußballgucker bin. Ansonsten denke ich: Wem Fußballschauen Spaß macht, der soll das doch tun. Ich glaube (auch wenn ich es bemerkenswert finde, wie manche Menschen auf so etwas verzichten, obwohl sie Fußball mögen), dass es nichts bringt, wenn wir die WM boykottieren. Wir können dieses immer wieder kehrende Ereignis nicht stoppen oder rückgängig machen, aber wir können es dazu nutzen, Aufmerksamkeit zu gewinnen. Für ein paar Wochen schaut die Welt nach Brasilien und wir können uns Mühe geben, dass die Umwelt und die Bevölkerung an anderen Stellen ein wenig davon profitieren.
Wie gesagt: Wir können die WM nicht aufhalten. Aber es gibt doch schon (winzige) Schritte in die richtige Richtung: Die Investitionen in erneuerbare Energien und Wiederaufforstung sind doch schon mal ein kleiner Anfang. Und wir können dafür kämpfen, dass es eines Tages sogar Richtlinien gibt, was beim Bau der Stadien (wenn man denn überhaupt neue braucht), getan werden darf und was nicht, dass man auf die Umwelt achten muss, etc.

Eines Tages kann die WM ein Fest sein, wo alle die Gewinner sind: Sportler, Einwohner, Natur.

Natürlich ist es dafür wichtig, über all die Missstände zu informieren - also noch mal danke für den Bericht - aber ich sehe die Weltmeisterschaft nicht mehr als Katastrophe, sondern als Chance. Wir haben einen langen Weg vor uns, aber wir können es schaffen!
18.06.2014
Lea123 hat geschrieben:
Ich finde es traurig das Thema hatten wir auch in der Schule :( aber es stimmt abschaffen bringt nicht aufklären schon
18.06.2014
RichardParker hat geschrieben:
Hmm, irgendwie habe ich Angst meine ehrliche Meinung zu sagen :O
Ich finde es keineswegs akzeptabel siebzehn Stadien in ein Land zu bauen, wo kaum das Geld für den Wohlstand und die Bildungsmöglichkeiten der eigenen Bevölkerung reicht! Das finde ich einfach bodenlos!!! Andererseits macht die WM das Land für 4 Wochen bekannt und in den Nachrichten wird auch ständig auf die Schatten über dem Himmel Brasiliens hingewiesen und das hier Gewalt und Armut an erster Stelle stehen. Aber ich finde in gewisser Weise ist die WM für Brasilien eine Chance auf ihre Probleme hinzuweisen und der Welt zu zeigen, wie es ihnen wirklich geht.
Ich missbillige die Umstände zu tiefst, dass könnt ihr mir glauben, aber ihr müsst auch die Chance dahinter sehen. Ich glaube, dass viele das sehr kritisch sehen (auch ich), warum Brasilien überhaupt ausgewählt wurde. Ich schaue die Spiele, weil ich mitfiebern will, weil ich das sportliche an der WM spannend finde und ich finde, diese Seite sollte man auch nicht verkennen. Das entschärft meine Kritik keineswegs, aber sind wir doch mal ehrlich kann eine WM oder irgendein Event jemals komplett umweltfreundlich sein? Ich persönlich glaube es nicht.
17.06.2014
Monamona hat geschrieben:
Danke, dass du darüber berichtet hast, das machen viel zu wenige :)
Ich werde auch kein einziges Spiel gucken und versuche mich auch ansonsten, komplett daraus herauszuhalten (nicht über die Spiele quatschen und so...). Stattdessen diskutiere ich mit jedem über Sinn und Unsinn der WM und habe ziemlich viele in meiner Umgebung, die absolut WM-kritisch sind und sie ebenfalls boykottieren.
16.06.2014
Julischatten hat geschrieben:
Ich stimme euch zu das ist wirklich schrecklich was in Brasilien wegen der WM passiert. Und so wenig wird in den Medien darüber berichtet.
Ich gucke die WM aus Prinzip nicht!
16.06.2014
Kerstin hat geschrieben:
Es ist total schrecklich wie die Menschen in Brasilien leiden müssen, um ein Ereignis zu finanzieren, das ihnen selbst nichts bringt. Außerdem haben die in Brasilien viele Probleme mit fanatischen Hooligans, die ein weiteres Risiko für die Zivilbevölkerung darstellt.
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