Entdecke die Natur!


Ein Dorf


namens Erde


© WWF
Was wäre wenn?


von Peet
27.01.2011
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Was wäre wenn wir die Zeit gute 3.000 Jahre zurückdrehen würden? Du würdest erwachen, Dich umschauen und wundern. Keine Straßen, Autos, Busse, Bahnen, Kinos, Imbissstuben, Einkaufszentren, Supermärkte! Kein Leben - so wie wir es kennen!

Tauche ein in eine Welt, als Europa noch ein wilder, von der Natur geprägter Kontinent war. Voller natürlicher Gefahren und Abenteuer. Wo heute Städte wie Frankfurt mit ihren riesigen Finanzzentren protzen, würden uralte Buchenwälder herrschen. Ganz Mitteleuropa wäre von diesen Wäldern überzogen. Im Norden würden sich Fichten und Eichen nach und nach vermischen und der Süden wäre von Lorbeerwäldern überwuchert.

Europa würde unter einer Walddecke verschwinden. Bären und Wölfe streifen auf der Suche nach Nahrung durch das grüne Paradies Europas. Der Lärm von vorbei rauschenden Autos und Bahnen wird durch das Flüstern der Natur ersetzt. Kein Fußweg leitet dich durch die unheimlichen Tiefen des Waldes, hinaus in gemütliches Haus. Du bist auf dich alleine gestellt. Wirst du überleben?

Es gibt sie noch, auch heute, diese Wildnis Europas - wenn auch nur in Form von isolierten Inseln. So zum Beispiel der Bialowieza Nationalpark im Osten Polens, an der weißrussischen Grenze. Das größte Säugetier Europas, vor einem Jahrhundert ausgerottet und mühevoll wieder ausgewildert, streift dort durch die Tiefen des Urwaldes: der Wisent.

Oder die majestätisch wirkenden Bäume im Muddus Nationalpark im Norden Schwedens. Über 700 Jahre alte Bäume, die abgeschottet von den Menschen ihren Zyklus leben. Ein Urwald, der nie von Menschen beeinflusst wurde. Lediglich die einheimischen Ureinwohner, die Sami, sind ein Teil des Waldes mit seiner ganzen Schönheit.

Von Polen und Schweden hin nach Deutschland und Spanien, finden sich die letzten Ruhestätten der Natur. Dort wird der Wald mit seiner Flora und Fauna ganz sich selbst überlassen. So auch 360 Kilometer vor der afrikanischen Küste im Garajonay Nationalpark. Der Nebelwald, auch „Monteverde“ genannt, umringt einen circa 1.500 Meter hohen Berg. Bis zu zwei Meter hohe Farne und 30 Meter hohe Bäume stehen auf engsten Raum nebeneinander.

Nicht so dicht geht es im Bayerischen Wald in Deutschland zu. Dort geht es seit 40 Jahren stetig in die Höhe. Der Wald ist als Urwald noch nicht zu bezeichnen aber er wird seit 40 Jahren sich selbst überlassen. Pflanzen und Tiere, die längst aus dem Gebiet ausgerottet waren, kehren wieder zurück. Zusammen mit dem Böhmerwald in Tschechien, ist er der größte zusammenhängende Mischwald in Mitteleuropa.

Diese Beispiele zeigen, es gibt sie noch. Es sind zwar nur Restbestände aber sie benötigen Schutz und Ruhe. Vergleicht man einmal die Größe dieser Gebiete, so erkennt man schnell, wie wenig vom Ganzen übrig geblieben ist. Polens Urwald ist mit 152 Quadratkilometern gerade einmal so groß wie Osnabrück. Die restlichen Flächen sind Pufferzonen. Zwar wird dort auch nicht viel eingeschritten aber dort gelten andere Bestimmungen, als im Kerngebiet. Schwedens Nationalpark erscheint dagegen als große Ausnahme und ist es wohl auch. Umso mehr müssen wir ein wachsames Auge auf diese Gebiete haben.

2011 ist das Jahr des Waldes. Der WWF hat angekündigt, viele Aktionen zum Schutz der Wälder zu starten.

Ob Schweden, Polen oder Frankreich: Ihre Nationalparks beherbergen die wilde Natur. Um einen besseren Eindruck von diesen Wildnisgebieten zu bekommen, werde ich die Urwälder Europas in den nächsten Tagen nacheinander vorstellen. Es gibt also noch einiges zu entdecken - bleib dran! ;)

Nehme Teil an der großen Reise durch die fantastischen Urwälder Europas:

Begib dich nach Polen: Der Bialowieza Nationalpark

Lass dich verzaubern: Der Muddus Nationalpark

Die Insel mit dem einsamen Berg: Der Garajonay Nationalpark

Eine Rückkehr zu den Wurzeln: Der bayerische Wald

Damit befinden wir uns am Ende unserer Reise...Oder ist es erst der Anfang für etwas ganz großes?

Bilder: © Cornelia Doerr / WWF, © Elena Smirnova / WWF, © Peter Cairns / WWF

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Kommentare (11)
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Sortieren nach Aktualität:
26.04.2011
Nivis hat geschrieben:
Ich habe gerade heute einen Bericht über die Nationalparks Harz und Oberharz gesehen (Ich glaube in Sachen.Anhalt und Niedersachen gelegen), da wurde das Auerhuhn auch wieder ausgewildert. Und hier ist fast der einzige Rückzugspunkt für unsere Wildkatzen in Deutschland. Also...auch in Deutschland gibt es noch Hoffnung für die Natur!
26.04.2011
TaniaTukan hat geschrieben:
Ich bin gespannt auf die letzten Flecken Wildnis :-)
04.03.2011
anni95 hat geschrieben:
Wow... Klingt... Aufregend.!
29.01.2011
Stoffie hat geschrieben:
uuuuuh :) ich freu mich wenn du die wälder alle nach einander vorstellst!
28.01.2011
Morgan hat geschrieben:
Eine Zeitreise... hihi.
28.01.2011
Levante hat geschrieben:
Total toll! Der Bericht lädt wirklich zum träumen ein... nur schade, dass es immer noch so wenig Nationalparks und Wildkorridore in Europa gibt. Vielleicht wird sich das im Laufe dieses Jahres ändern, wenn 2011 unter so einem grandiosen Motto läuft :)
28.01.2011
Franzi hat geschrieben:
Wow, ein sehr schöner Bericht:) Wälder haben schon wirklich etwas beeindruckendes, auch wenn man so einem Wisent vielleicht nicht von Angesicht zu Angesicht begegnen will;)
Freue mich auf deine weitere Reise;)
28.01.2011
AnnaP hat geschrieben:
Tolle Idee.... Über die vier Urwälder, die du oben nennst, kamen neulich auch Filme im Fernsehen :). Hast du die auch gesehen? Naja, ich freu mich auf jeden Fall auch schon auf die Berichte.:)
28.01.2011
midori hat geschrieben:
Supertoll! Ich freue mich wie die beiden anderen auch riesig auf Deine Reise! ;o) Bitte zeig uns viele Bilder! :o)
28.01.2011
JohannesB hat geschrieben:
Schön zu hören, dass es auch im so zivilisierten und modernen Europa noch bzw. wieder Gebiete gibt, wo die Natur sich selbst überlassen bleiben darf. Leider, wie Du sagst, nur kleine Flächen, aber immerhin ...
Bin schon auf die nächsten Artikel gespannt, das war nämlich ein Start, der Lust auf mehr macht ;)
28.01.2011
Janine hat geschrieben:
Vielen Dank für den Bericht, Peter! Ich finde es total schön zu wissen, dass es noch Urwälder in Europa gibt! Gleichzeitig hat mich dein Bericht aber auch traurig gemacht, weil wir immer mehr von unseren Wurzeln aufgeben und lieber in Städte aus Beton und Metall ziehen.. Wenn ich mir vorstelle, dass mich eigentlich ein prächtiger Wald umgibt, dann werde ich gleich ganz sentimental.
Ich freu mich schon auf die Reise durch Europas Urwälder, auf die du uns bald mitnimmst! :o)
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