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namens Erde


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Vorsatz fürs neue Jahr – Nicht mehr fliegen?!


von Sarah25
12.01.2016
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Ich besitze kein Auto, sondern nutzte öffentliche Verkehrsmittel oder am liebsten mein Rad. Ich bin Vegetarierin, kaufe nicht nur Bio-Lebensmittel, sondern auch nur Bio-Kleidung ein und konsumiere insgesamt relativ wenig Produkte. Aber ich liebe es zu reisen und andere Länder kennen zu lernen. Deshalb bin ich seit 2010 drei Mal nach Costa Rica und ein Mal nach Tansania geflogen.

Ich kenne die Auswirkungen von Treibhausgasen auf das Klima. Ich weiß, dass fliegen absolut klimaunverträglich ist und ich fliege trotzdem. Oft verstehe ich mich in diesen Situationen selbst nicht. Ich achte sonst darauf, ressourcensparend zu leben. Ich erzähle anderen, sie sollten weniger Fleisch essen, da es klimaschädlich sei. Und dann setzte ich mich trotzdem in ein Flugzeug?

Bevor ich meine Diskussion weiter führe kurz ein paar Fakten zum Thema Treibhausgasemissionen. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen liegen in Deutschland bei knapp elf Tonnen pro Jahr. Damit liegen wir weit über dem weltweiten Pro-Kopf-Aufkommen von ca. 6,8 Tonnen. Durch ein paar mathematischen Berechnungen kann gezeigt werden, dass bei einer Weltbevölkerung von ca. 7 Milliarden Menschen CO2-Emissionen von 2 Tonnen pro Jahr klimaverträglich wären, da die Natur der Luft jährlich ca. 18 Millarden Tonnen CO2 entzieht. In Deutschland betragen die staatlichen CO2-Emissionen pro Kopf schon 1.1 Tonnen pro Jahr. Ein Langstreckenflug (Hin-und Rückflug) kann eine CO2-Bilanz von ca. 5 Tonnen CO2 haben. Das heißt, ich dürfte nach meinem Langstreckenflug zwei Jahre lang nicht existieren, um noch eine klimaverträgliche CO2-Bilanz zu haben. Neben CO2-Emissionen, welche durch die Verbrennung von Benzin oder Kerosin entstehen, haben beim Fliegen noch Kondensstreifen und Schleierwolken und der Aufbau von Ozon sowie der Abbau von Methan eine Klimawirkung.

In der Bilanz sieht das dann etwa so aus:

Deinen eigenen CO2-Fußabdruck, also deine jährlichen CO2-Emissionen, kannst du über sogenannte CO2-Rechner auf der Internetseite des WWF und des Umweltbundesamtes berechnen. In die Berechnung fließen Faktoren wie Transport, Ernährung, Konsum, Heizkosten und weiteres ein. Meine CO2-Emissionen liegen laut dem WWF etwa im deutschen Durchschnitt. Allerdings bin ich bei den gering berechneten Emissionen im Bereich „Zuhause“ skeptisch. Es ist jedoch klar zu erkennen, dass meine CO2-Emissionen auf keinen Fall klimaverträglich sind! Und auch nicht unterhalb des deutschen Durchschnitts! Das ist für mich erschreckend, da ich doch eigentlich zum Klimaschutz beitragen will! Wäre da doch nicht die Sache mit dem Fliegen...

Pro Kopf CO2-Emission in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern und meine CO2-Emissionen 2015 im Verleich zum deutschen Durchschnitt

Als ich dieses Jahr in ein Flugzeug stieg, dass mich von Düsseldorf nach Miami bringen sollte, hatte ich ein sehr schlechtes Gewissen (nicht nur weil die Maschine nur zu einem Drittel gefüllt war). Das Gefühl der Erde, so wie wir sie kennen, unglaublichen Schaden zu zufügen, war grausam! Aber als ich schließlich in Costa Rica ankam und  meine Freunde sah, war ich heilfroh dorthin geflogen zu sein! Ich dachte also: "Danach fliege ich wirklich nicht mehr!". Doch dann kamen die Nachfragen, wann ich das nächste Mal käme. Und an meiner Uni entdeckte ich eine zweimonatige Exkursion nach Brasilien, die meinen Vorsatz, nicht mehr zu fliegen, gleich wieder zunichte machte. Also vielleicht nur noch ein Mal (oder doch zwei Mal) fliegen? Das kann doch nicht so schlimm sein! Oder doch? Im Folgenden möchte ich euch ein paar Argumente für das Fliegen vorstellen und entkräftigen.

Die Flugzeuge fliegen doch sowieso! Tja, Flugzeuge fliegen sowieso und beim Fleisch im Kühlregal sind die Tiere sowieso schon gestorben! Jeder, der sich schon einmal mit Fleischkonsum oder Konsumkritik generell auseinander gesetzt hat, weiß, dass diese Argumentation nicht legitim ist.

Es fliegen so viele andere Menschen, einige bis in die Dominikanische Republik, nur um dort zwei Wochen am Strand zu liegen! Da kann ich doch auch alle zwei Jahre mal einen Langstreckenflug machen! Nur weil andere Menschen falsch handeln, muss man es nicht auch machen! Zudem ist die Sichtweise, dass so viele Menschen fliegen, sehr subjektiv! Wir sind es aus Deutschland nicht anders gewohnt. Jedoch ist mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in ihrem Leben wahrscheinlich noch nie geflogen!

Aber Fliegen ist einfach viel billiger und schneller als mit der Bahn zu fahren. Ein Flugticket für Februar von Hamburg nach München kostet jetzt etwa genauso viel wie ein Bahnticket. Der Flug dauert 1:30h, der Zug braucht hingegen 5:30h. Zwar muss man am Flughafen wesentlich früher da sein und der Flughafen liegt meist dezentraler als der Bahnhof, dennoch machen billige Preise und kurze Reisezeit Flüge sehr attraktiv. Dieses Argument ist schwer zu entkräften, jedoch kann man versuchen nachzuvollziehen, warum fliegen günstiger ist. Und dann stellt sich die Frage: Will man das billigste oder das klimafreundlichste?

Warum ist Fliegen so billig?

1944 wurde durch das Chicagoer Abkommen die Steuerfreiheit im internationalen Luftverkehr vereinbart. Diese Steuerbefreiung sollte nach Ende des zweiten Weltkrieges die Weltwirtschaft und den Wiederaufbau fördern. Dies gilt bis heute. Jedoch haben einige Länder eine Luftverkehrssteuer eingeführt, die nicht das Kerosin direkt besteuert, sondern die Flüge. Auch in Deutschland wurde am 1. Januar 2011 eine Luftverkehrssteuer eingeführt. Seitdem werden auf Starts in Deutschland pro Passagier je nach Flugstrecke zum Zielflughafen 7,50 Euro, 23,43 Euro oder 42,18 Euro erhoben. Dies bescherte dem deutschen Staat 2014 knapp eine Millarde Euro Steuereinnahmen. Die Fluggesellschaften und Flughäfen wehren sich jedoch gegen diese Luftverkehrssteuer.

Objektiv gesehen gibt es keine guten Gründe dafür, um die Welt zu fliegen. Trotzdem ist Fliegen sehr attraktiv. Wahrscheinlich ist Fliegen nicht nur bei mir der große, schwarze Fleck auf der weißen Weste. Warum? Meiner Meinung nach sind Menschen unglaublich gut darin, ihr Handeln von ihrem Wissen zu entkoppeln. Am besten geht dies, wenn die negativen Auswirkungen des Handelns nicht direkt sichtbar sind. Außerdem hoffen wir immer darauf, dass es vielleicht doch nicht so schlimm ist. Zusätzlich glaube ich, dass wir alle – so hart das auch klingt – egoistisch sind und meistens unsere Wünsche an erste Stelle stellen.

Fliegen ist hundertprozentig klimaunverträglich! Es ist meiner Meinung nach nicht zu rechtfertigen trotzdem zu fliegen! Dennoch kann ich es selbst nicht lassen...

Nun meine Frage an euch! Was ist eure Meinung? Habt ihr das gleiche Dilemma? Ändert ihr euch? Setzt ihr euch für 2016 den Vorsatz nicht mehr zu fliegen? Warum nicht oder warum doch? Ich bin gespannt :)

Quellen: Titelbild Copyright Sarah Hanus, 1. Bild: Copyright atmosfai; 2. Bild: EEA; 3. Bild: WWF

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Kommentare (16)
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24.01.2016
Caroline1996 hat geschrieben:
Ich würds ja für die umwelt tun, aber ich hab familie in brasilien :(
21.01.2016
JohannaKaucher hat geschrieben:
Ich stimme Hummelelfe zu. Natürlich kann man so einen Flug schlecht ausgleichen, aber du scheinst dir wirklich Mühe zu geben, damit du möglichst wenig fliegen und trotzdem verreisen kannst. Im Gegensatz zu anderen Leuten, für die ein Flug mittlerweile so selbstverständlich wie eine Bus- oder Bahnfahrt geworden ist. Ich finde es traurig, dass sie gar nicht mehr über die Folgen ihrer Reisen nachdenken.
Ich selbst bin zwar schon einmal geflogen, aber nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Gleitschirm. Da gibt es keine Emissionen, dafür kommt man nicht so weit. Aber man hat eine super Aussicht, weshalb ich gerne einen Flugschein machen würde. Wahrscheinlich werde ich aber trotzdem irgendwann mit dem Flugzeug fliegen, einfach weil es Orte gibt, an die man sonst schlecht kommt. Aber auch wenn es schade ist, werde ich die meisten davon wohl nur im Traum besuchen, aber das ist ja eigentlich auch nicht schlecht. :)
20.01.2016
Hummelelfe hat geschrieben:
Ich finde, Sarah25, dass du sehr klimafreundlich lebst. Da ist es doch nicht schlimm, wenn du abundzu mal fliegst, oder?
19.01.2016
Sarah25 hat geschrieben:
Wow ich finde es wunderbar, wie viele von euch noch nicht oder erst ganz selten geflogen sind! Das ist echt schön. Ich will auf jeden Fall keine Flüge mehr innerhalb Europas machen (und bin daher schon sehr gespannt nach Madrid mit dem Zug zu reisen :D) Das dauert zwar wirklich etwas länger, aber da ist es auf jeden Fall vermeidbar. Auch nach Asien kommt man noch recht gut mit der Transsibirischen Eisenbahn, auch wenn man da natürlich fast ne Woche unterwegs ist. Amerika ist ohne Flugzeug sehr schwierig. Ich habe mich schon mal nach Schiffen erkundigt und es ist fast unmöglich etwas zu finden, was nicht dreimal so teuer wie ein Flug ist.

Ich bin auch nachdenklich in wie weit ich Geschäftsreisen per Flugzeug dulden kann. Oft ist es nicht nötig, gerade weil da auch viel innerhalb von Deutschland geflogen wird. Wir haben uns nur so an die kurze Zeit gewöhnt, dass bei Geschäftsreisen nach Spanien halt nur 1 oder 2 Tage eingeplant werden..
18.01.2016
Wasserjunge hat geschrieben:
Ich bin 18 Jahre alt und erst zwei Mal im Leben geflogen, das vor 10 Jahren. :D Ich werde so oft wie möglich mit Bus und Bahn fahren, falls es dennoch zu dem Fall kommt (was sicherlich in geraumer Zeit passieren könnte) dass ich in den Flieger steige, werde ich auf Atmosfair oder einer anderen Seite ausgleichen :)
17.01.2016
Squirrel hat geschrieben:
Zu den Berufsflügen die Regentag erwähnt hat: Bei Ärzten oder Wissenschaftlern, die entweder sehr schnell oder für längere Zeit weg müssen, finde ich fliegen noch akzeptabel. Mein Onkel jedoch arbeitet bei einer Technikfirma in der Kundenberatung und muss fast jede Woche reisen. Im Inland nimmt er meistens die Bahn und bei zweiwöchigen Konferenzen in den USA muss er fliegen, soweit noch in Ordnung. Aber die Kunden sind teilweise dermaßen ignorant, dass er für einstündige Gespräche, die problemlos per Videoschaltung geführt werden könnten zwei Tage reisen muss.
Die Denkweise dieser Menschen kann ich absolut nicht nachvollziehen.
15.01.2016
Marielle hat geschrieben:
Ich bin bis 2010 noch nie geflogen, wollte es aber schon immer unbedingt mal ausprobieren. Dann bin ich mit meiner Schwester von Frankfurt nach Hamburg geflogen weil ich ja a) schon immer mal fliegen wollte und b) der Flug günstiger war als die Bahn. Sinn gemacht hat dieser Flug nicht und ich würde so eine Strecke auch nie wieder fliegen. Damals war es aber einfach der Drang etwas Neues zu erleben. Seitdem bin ich noch drei mal geflogen. 2012 und 2014 nach London (wie Cookie bereits sagte nach England mit dem Zug ist ein Katastrophe, von Frankreich oder den Niederlanden mag das durch den Euroexpress gut möglich sein, aber von Deutschland aus der reinste Albtraum) und dann erst vor 2 Wochen nach Finnland. Und ich habe jedes Mal wieder ein schlechtes Gewissen, wenn ich fliege. Mein Drang unbedingt fliegen zu wollen hat sich aber auch mit dem ersten Flug schon wieder gelegt. Ich habe Probleme mit dem Druckausgleich, mir wird oft schlecht und als angenehm, in der Luft zu sein, kann ich es auch nicht bezeichnen. Und ich hasse Sicherheitskontrollen, der reinste Horror. Fliegen ist für mich eher etwas nerviges, wovon ich immer Kopfschmerzen bekomme und noch dazu ein schlechtes Gewissen. Es geht mir also wie den meisten hier: die Welt will entdeckt werden, der Preis für ist leider sehr hoch.
Auf der anderen Seite denke ich mir: Marielle, du hast es dir verdient ab und zu einen Urlaub per Flugzeug zu machen. Warum? Anders als viele Menschen hier habe ich noch nichtmal einen Führerschein, kann also nicht anders als mit dem Fahrrad und dem Zug zur Arbeit, Schule etc. zu kommen. Oft laufe ich sogar 30 Minuten vom Bahnhof, welcher sich im Nachbarort befindet zu mir nach Hause, weil ich einfach keine Lust habe mit dem Bus zu fahren. Es sind Dinge die ich gerne auf mich nehme, z.B. dass ich fast 1 Stunde zur Arbeit brauche, mit dem Auto wäre es die Hälfte, oft Ewigkeiten an kalten, schmutzigen Bahnhöfen warte um nach Hause zu kommen. Das macht das Fliegen an sich nicht besser und rechtfertigt es auch nicht, aber wenigstens kann ich sagen, dass ich dafür eben auf andere Dinge verzichte, die ein anderer vermutlich als selbstverständlich ansieht.
14.01.2016
regentag hat geschrieben:
Meine Nachbarin in meinem Heimatort war schon lange vegan, bevor ich damit angefangen habe. Sie interessiert sich für Umweltschutz und belehrt andere Leute gerne über die Konsequenzen ihres Verhaltens, aber trotzdem fliegt sie munter durch die Weltgeschichte. Dafür habe ich kein Verständnis.
Eine Freundin meiner Mutter stritt sich neulich mit ihr, weil sie auf Teneriffa im Urlaub war. Meine Mutter machte eine ironische Bedeutung über den Klimakiller Flugzeug und ihre Freundin war sofort beleidigt. Fliegen ist für die meisten Leute ein Luxus, auf den sie nicht verzichten wollen, obwohl sie sonst gerne Biolebensmittel kaufen und Ökostrom beziehen. Eine Woche später meldete sich besagte Freundin wieder und verkündete etwas schnippisch, sie habe jetzt eine Woche lang nur kalt geduscht, das Auto nicht benutzt und kein Fleisch gegessen. Ob jetzt alles wieder gut sei. Schön wäre es, ein Flug nach Teneriffa produziert so viel Co2 wie ein Jahr lang mit einem Mittelklasse Wagen herumzufahren.
Natürlich ist reisen spannend und schön und bereichernd und lehrreich, schon Goethe wusste das. Aber ich finde es toll, wie Uli oder meine Mutter damit umgehen - und einfach Urlaub in Deutschland oder Europa machen. Ich bin immer wieder erschrocken, wenn Leute keine Ahnung haben, wo das Harz liegt und noch nie an der Ostsee waren, sich dafür aber auf Mallorca auskennen wie in ihrer Hosentasche. Und auch in Europa gibt es viel schönes, fremdes, exotisches zu sehen.
Ich bin nach Brasilien und zurück geflogen, um nach dem Abi bei einem Austausch teilzunehmen. Das war eine spannende Erfahrung. Und es gibt noch viele Orte, die auf Bildern wunderschön aussehen, aber kaum ohne ein Flugzeug zu erreichen sind. Aber bisher ist mein Vorsatz, nicht mehr zu fliegen - bis es Solarflugzeuge gibt :)
Verständnis habe ich für Berufsflüge. Menschen, die in verschiedenen Ländern arbeiten und schnell von einem Ort zum anderen kommen müssen, seien es Politiker, Manager, Wissenschaftler oder Astronauten, können auf Flüge manchmal nicht verzichten.
Und selbst, wenn sich ein Flug nicht vermeiden lässt, sollte man zum Ausgleich an atmosfair oder eine andere Organisation spenden, um seinen Klimagasausstoß zu kompensieren. Dadurch werden die Flüge auch teurer und man denkt zweimal darüber nach, ob es sein muss.
13.01.2016
Cookie hat geschrieben:
Ich habe neulich jemanden sagen hören: "Wenn man fliegt, kann man sich auch alle anderen Umweltschutzmaßnahmen im Alltag sparen, weil die im Vergleich nicht mehr ins Gewicht fallen." Obwohl ich diese Denkweise doof finde (Warum sollte man sich nicht trotzdem bemühen), hat mir das ganz schön zu denken gegeben. Mit meiner Familie sind wir eigentlich nie in den Urlaub geflogen, das erste Mal geflogen bin ich für eine Klassenfahrt. Da kamen dann noch weitere Flugreisen dazu. Während der Schulzeit war ich in Australien, da bin ich natürlich auch hingeflogen. Und während ich in England an der Uni war, bin ich auch immer nach Hause geflogen, weil die Zugfahrt ungefähr drei mal so teuer war und vier Mal so lang gedauert hat, allerdings jedes Mal mit ganz schlechtem Gewissen. Ich kann diesen Zwiespalt so gut nachempfinden. Es gibt so viele Länder, die ich gerne noch besuchen würde, aber natürlich weiß ich, dass Fliegen eigentlich nicht zu rechtfertigen ist. Für Inlandsflüge hab ich allerdings genausowenig Verständnis wie Uli.

So viel Kopfzerbrechen das Thema auch bereitet, finde ich deinen Bericht auf jeden Fall super geschrieben. Vor allem die Aufzählung der Argumente fürs Fliegen und wie du sie entkräftet hast.
13.01.2016
Luke24 hat geschrieben:
Meine Güte, das Thema schlägt aber hohe Wellen! Interessant zu lesen, dass doch einige noch nicht so viel in ihrem Leben geflogen sind.
Meine Meinung deckt sich diesbezüglich vollständig mit der von FranziL: Europa ist schon alleine so vielseitig, dass man kaum allzu weit reisen muss, um abwechslungsreiche Kulturen, Klimazonen und Erfahrungen zu finden.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich das Flugzeug schon für innereuropäische Reisen genutzt habe.
13.01.2016
FranziL hat geschrieben:
Ich bin tatsächlich noch nie in meinem Leben geflogen, nicht zuletzt, weil ich einfach Flugangst habe und somit aus diesem Dilemma ziemlich gut entkommt ;) Meine Familie hat auch nie Urlaub irgendwo weit weg gemacht, weil ganz ehrlich, Kinder ist es egal, ob sie bei dreißig Grad auf Mallorca oder Rügen am Strand spielen...
Ich persönlich finde es auch viel cooler Bahn zu fahren, als nur so eine kurze Strecke zu fliegen, denn beim Zugfahren sieht man immer was von der Landschaft und bekommt auch ein Gefühl von der Entfernung. Ich verstehe natürlich das Zeitargument: Klar, nach 24-stündiger Busfahrt, nur um nach Rumänien zu kommen, was ja immerhin noch in Europa liegt, hat man irgendwann auch mal die Nase voll, aber sowas nehme ich dann auch mal gerne in Kauf, wenn mir der Urlaub in Deutschland nicht reicht.
Mich haben übrigens auch nie fremde Kulturen irgendwo auf der Welt gereizt, denn wenn man Europa kennt, dann hat man auch schon extrem viel gesehen, denn Oslo ist nunmal nicht gleich Rom, aber ich verstehe es, wenn jemand sagt, dass er mal beispielsweise asiatische Verhältnisse kennen lernen will.
Ja, klar, den tropischen Regenwald kann man in Europa nicht kennen lernen, aber mir reicht es, mich mit Alternativen zu begenügen. Statt den Kilimandscharo zu besteigen, könnte doch auch der Mont Blanc reichen, oder nicht?
Und wenn man trotzdem mal nach Süd- oder Nordamerika beispielsweise will, dann gibt es immernoch die ewig dauernde Variante, dass man auf einem Containerschiff mitfährt und dort mithilft, was die Kosten verringert.
Ganz gegen das Fliegen bin ich nicht, denn ich weiß, dass es Situationen gibt, in denen man mal innerhalb eines Tages zum anderen Ende der Welt muss/sollte, aber ich glaube in den Maße, wie wir Deutsche das Flugzeug nutzen, nur um zum Urlaubsort zu kommen ist es eindeutig nicht gut und in den meisten Fällen vor allem vermeidbar.
13.01.2016
JohannesB hat geschrieben:
Das Fliegen ist wirklich ein wunder Punkt. Auch bei mir.
Weil einfach eine einzige Flugreise massiv zu Buche schlägt, im persönlichen Klimabudget.

Ich halte nichts davon, sich das Fliegen kategorisch zu verbieten. Aber natürlich sollte man sich bei jedem Urlaub fragen, ob es wirklich ein fernes Ziel sein muss oder ob man nicht mal lieber regional(er) Urlaub macht.
Wenn ich mir, gerade zur Ferienzeit, meinen Facebook-Stream so ansehe, so besteht der eigentlich nur noch aus Flugreisen in alle Ecken dieser Welt. Irgendwie traurig. Und für mich ein Indiz dafür, dass Fliegen einfach zu billig ist.

Wenn man die "wahren" Kosten des Fliegens berechnen würde, also die Umweltverschmutzung, den Lärm für die Anwohner usw., dann wäre Fliegen deutlich teurer und man würde sich vielleicht zweimal überlegen, ob man einen Wochenend-Trip nach Paris nicht lieber mit der Bahn bestreitet und statt auf die Malediven zu fliegen lieber in Europa bleibt.
Auch wenn es natürlich überall auf der Welt so viel zu entdecken gibt und es eine unglaubliche Bereicherung darstellt, andere Länder und Kulturen zu entdecken. Und schließlich sollte man auch ein bisschen von der Welt kennenlernen, die man schützen will ;)

In Sachen Kurzstrecke glaube ich, dass das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn ausgebaut werden sollte. Es gibt ja durchaus schon längere Strecken, wo die Bahn unschlagbar schnell ist. Stuttgart-Köln in 2 Stunden beispielweise. Oder Hamburg-Berlin in 1:40h. Da fliegt keiner mehr. Und so sollte es deutschlandweit sein. Wenn es Geschäftsreisenden auf die Zeit ankommt, dann muss man ihnen dieses Argument einfach nehmen. Und außerdem, wie oben schon erwähnt, Flügen einen fairen, echten Preis geben und den Mehrwertsteuersatz auf Bahnfahrten senken. Nur mal so als Ideen.

Kurz gefasst:
Für mich ist Fliegen kein absolutes No-go. Das ist, auch wenn das jetzt eine überhebliche und dekadente Sichtweise im gut situierten Deutschland ist, weltfremd. Aber: Zu vielen Flügen gibt es wunderbare Alternativen. Und da wo Flüge unvermeidlich sind, sollten sie zumindest einen "echten" Preis bekommen. Deshalb kompensiere ich auch, wenn ich denn mal fliege, grundsätzlich mit Atmosfair.
13.01.2016
EvaUll hat geschrieben:
Ich bin bis jetzt noch nie geflogen, aber nach dem Abi will ich für ein halbes Jahr nach Südamerika (evtl. Costa Rica), um dort bei einer tierauffangstation zu helfen....dahin muss ich wohl fliegen. . ;) Und nach Australien würde ich auch gerne mal gehen bzw. fliegen :/ :D
Wie Puma schon geschrieben hat, finde ich auch, dass es davon abhängt warum man wohin fliegt und für wie lange! ;)
13.01.2016
Puma hat geschrieben:
Ich bin, soweit ich mich erinnern kann, auch erst ein paar mal geflogen. Ein oder zweimal, bin mir gar nicht mehr sicher (da war ich mit meiner Familie im Urlaub und hatte das Problem mit dem Klimawandel noch nicht so im Kopf (das erste Mal war ich 6 Jahre alt)) Doch ich möchte dieses Erlebnis des Urlaubs nicht missen.
Aber ich kann dich sehr gut verstehen, denn mir geht's genauso. Auch ich möchte noch so viel von der Welt sehen und das geht nun mal nicht ohne Fliegen... Wie viel auch diese CO2-Kopensionszahlungen bewirken, weiß ich nicht und dann stellt sich ja auch noch die Frage, ob man sich die leisten kann. ... Aber ich finde sowieso, es kommt darauf an, wieso man fliegt. Wenn man helfen möchte (zum Beispiel durch einen Freiwilligendienst) oder zu einer wichtigen Konferenz fährt (wobei es ja mittlerweile auch Videokonferenzen gibt) oder ob man nur 2 Wochen in den Urlaub fliegt, damit man am Strand liegen kann, es einem aber ansonsten wie zu Hause geht. ... In den ersten beiden Fällen finde ich es noch vertretbarer als im letzten. (Meine ganz persönliche Meinung)
Doch auch ich stehe Kurzstreckenflügen komplett ablehnend gegenüber. Vielleicht lässt es sich manchmal nicht vermeiden, doch ich denke, man kann sich immer eine Alternative suchen.
13.01.2016
Sarah25 hat geschrieben:
@Uli: Ich bewundere echt Leute aus Deutschland, die noch nie oder erst einmal geflogen sind! Mein allergrößte Respekt an dich! Und du hast vollkommen recht! Deutschland und Europa ist auch so wunderschön. Deswegen erkunde ich auch im Moment Europa mit dem Zug, Bus oder Rad! Das ist sehr gut ohne Flugzeug machbar, man muss sich nur daran gewöhnen, dass man länger unterwegs ist ;)
Und nach Norwegen kommt man auch gut per Schiff oder Zug/Auto als kleiner Tipp ;)
13.01.2016
midori hat geschrieben:
Ich bin bisher nur einmal in meinem Leben geflogen - zur Abschlussfahrt nach Schottland und zurück. Das war schon ein aufregendes Erlebnis. Ansonsten habe ich bisher immer in Deutschland Urlaub gemacht - hier ist es einfach super schön :o)

Trotzdem habe auch ich weit entfernte Reiseziele vor Augen. Ich möchte gern nach Afrika, nach Bhutan und nach Japan und auch noch einmal nach Norwegen. Ich sehe schon - das wird übel..

Absolutes Unverständnis habe ich aber für Kurzstreckenflüge, wie Du sie erwähnt hast. Klar, ich kann den Zeitfaktor gut verstehen. Aber ich finde es einfach unfassbar ignorant. Es ist eine riesige Sauerei!

Bei Menschen wie Dir, die ansonsten bewusst umweltfreundlich leben, kann ich es verstehen und auch gutheißen, wenn sie ab und zu fliegen. Viele gute Menschen, die zur Rettung unserer Erde beigetragen haben und auch nach wie vor beitragen, fliegen immerzu um die Welt. Selbst Mitarbeiter vom WWF besuchen ab und an ihre Projektgebiete in Fernost oder Südamerika...

Außerdem würde ich es sehr schade finden, wenn Du nicht mehr existierst :D
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