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Reisen mit dem Zug – Europa per Interrail-Ticket


von Marfrie
30.09.2014
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September war mein Reisemonat, unglaublich schön und eindrucksvoll noch dazu. Mit einem riesigen Rucksack samt Campingausrüstung ausgestattet und zwei Freunden im Schlepptau ging die Reise durch verschiedene Länder Europas los. Meine goldene Fahrkarte war das Interrailticket, welches mir ermöglichte einfach jeden Zug in jedem Land zu nehmen. Im folgenden Bericht möchte ich euch anhand meiner Reise das Interrailticket vorstellen und wie es so ganz leicht ist Wildnis und Großstadtdschungel kennenzulernen.

Auf unserer Reise hatten wir die unterschiedlichsten Stationen. Beginnend mit Kopenhagen ging es von dort aus weiter nach Schweden wo wir die meiste Zeit unserer Reise verbringen wollten. Wir machten Halt in Malmö, Karlskrona, Göteborg, Eskilstuna und Stockholm. Schweden war für mich der beste Teil der Fahrt, ich habe mich in diesem Land mit der wunderbaren Landschaft und den freundlichen Leuten einfach sehr wohl gefühlt. Von Stockholm aus fuhren wir weiter nach Oslo. Danach ging es nach Paris per Flugzeug (leider nicht ganz so im Sinne des Interrailtickets und dem ökologischem Reisen). In Frankreich fuhren wir zudem noch nach Bordeaux um noch ein bisschen Sommer einzufangen. Bordeaux war unser südlichster Punkt, von dort aus ging es weiter nach Brüssel und abschließend Amsterdam. Ursprünglich waren noch Genf und Toulouse geplant, diese Ziele mussten allerdings aus Zeit- und Geldmangelgestrichen werden. Insgesamt kann ich unsere Route nur so weiterempfehlen. Vor allem durch Schweden zu fahren lohnt sich wirklich! Am Ende würde ich jedoch weniger große Städte, wie Paris oder Oslo, und dafür mehr Natur bevorzugen. Das schont auch den Geldbeutel.

Das Interrailticket funktioniert recht einfach. Bevor man eine Zugfahrt antritt trägt man Abfahrtszeit, Start- und Zielort in das Ticket ein und dann kann es auch schon losgehen. Meistens kann man die Züge ohne weiteres nehmen, bei manchen allerdings (vor allem Hochgeschwindigkeitszügen) ist jedoch vorher eine Reservierung notwendig. Dies führt dann zu einem geringen Aufpreis. Soweit zur Theorie, welche in Schweden beispielsweise reibungslos geklappt hat. In anderen Ländern, wie Frankreich, wird das Interrailticket nicht immer geduldet. Manche TGVs sind für Interrailer nicht benutzbar, andere fordern einen hohen Preis für die Sitzplatzreservierung.
Der Preis des Interrailtickets variiert je nachdem wie die Reise aussehen soll, sprich: Wie lange bin ich unterwegs? Wie viele Tage möchte ich davon die Züge nutzen können? Möchte ich nur ein Land oder mehrere Länder Europas sehen? Wir haben uns dafür entschieden 22 Tage unterwegs zu sein und davon 10 Tage per Zug zu reisen. Somit ergab sich ein Preis von etwa 270 Euro für mein Ticket. Ein Preis, den man schon von der TGV-Fahrt von Paris nach Bordeaux und wieder zurück raus hat. Es lohnt sich also wirklich!

In Sachen Unterkünften war mein Ziel und auch das von meinen Mitreisenden so gut es geht Geld zu sparen. Am besten eignete sich hierfür das Wildcampen. Vor allem im Schweden bietet das Jedermannsrecht die Möglichkeit, sein Zelt überall in der Wildnis und öffentlichem Gelände aufzuschlagen. Wichtig ist hier einzig und allein, dass die Natur respektiert und so hinterlassen wird, wie sie aufgefunden wurde. Wildcampen war für mich ein Highlight meiner Reise. Morgens, nachdem man von den Geräuschen der Natur geweckt wurde, tritt man aus dem Zelt und steht vor einem riesigen See auf dem das Sonnenlicht glitzert. Man lernt auch, dass man häufig mit viel weniger zurechtkommt, als man es von zuhause gewohnt ist. Was ihr alles zum Wildcampen braucht könnt ihr auf zahlreichen Internetseiten nachlesen. Als besonders praktisch haben sich Dinge herausgestellt wie ein kleiner Campingkocher, Müllsäcke (nicht nur um alles richtig wegzuräumen, sondern auch etwas gut verpackt im Rucksack verstauen zu können) und ein spezielles Waschmittel wie beispielsweise von Vaude „Wash 4 Eco“. Dieses Waschmittel kann man sowohl als Duschgel als auch Spülmittel oder Waschmittel für Kleidung verwenden. Darüber hinaus ist es biologisch abbaubar, sodass man sich damit in Seen etc. unbedenklich waschen kann.
Zeltaussicht in Göteborg
Jedoch ist Wildcampen auch mit Vorsicht zu genießen! In Belgien ist Wildcampen zwar (eingeschränkt) auch erlaubt, jedoch hatten wir etwas außerhalb von Brüssel ein Erlebnis der etwas unschöneren Art mit einem düsteren Gesellen. Zum Glück ist nochmal alles gut ausgegangen. Informiert euch also vorher genau, ob der Platz auch zum Wildcampen geeignet ist.
Eine weitere Übernachtungsmöglichkeit bieten auch Hostels. Hostels sind in etwa wie Jugendherbergen und in jeder Stadt zu finden. Sie sind meistens sehr günstig und man lernt schnell andere Reisende kennen und kann sich über seine Erfahrungen austauschen. Das war immer sehr schön!
Eine dritte Möglichkeit findet sich auf Websites wie Couchsurfing oder Air BnB, bei denen man bei Privatpersonen unterkommt. Darüber hatten wir auch eine sehr schöne Unterkunft gefunden, man sollte sich aber so gut es geht informieren bei wem man da landet!
Wenn ihr in einem anderen Land unterwegs seid empfiehlt es sich auch den Bekanntenkreis zu fragen ob es vielleicht Freunde, Verwandte etc. gibt, die man auf eurer Reise besuchen könnte. Dadurch hatten mein Freunde und ich beispielsweise einen zweitätigen Aufenthalt in der Nähe von Eskilstuna. Auf einem kleinen Hof hielten unsere Gastgeber sich eigene Hühner. Das Haus lag ruhig und abgeschieden in der Natur. Nicht einmal einen Kilometer entfernt lag ein großer See und am nahegelegenen Waldrand sieht man wohl hin und wieder einen Elch (wir haben trotz des Suchens leider keinen gesehen :( ). Auch ein guter Gastgeber trägt immens zum Wohl-fühl-Effekt bei.

Abschließend möchte ich euch noch ein paar sich lohnende Ziele vorstellen. Wie ihr schon gemerkt habt, bin ich ganz begeistert von Schweden. Und auch Schwedens Hauptstadt hat so einiges zu bieten. Stockholm hat eine wunderschöne Altstadt mit vielen kleinen Gassen, den „Gamla Stan“. Zudem muss man in Stockholm nach Grünem nicht lange suchen. Eine Faustregel besagt, dass die Stadt zu einem Drittel aus Bebauten, einem Drittel aus Grünflächen und einem Drittel aus Wasser besteht. Für Naturfreunde ist der Ecoparken empfehlenswert, ein urbaner Nationalpark mit einer Größe von 27km². Er eignet sich hervorragend für lange Naturspaziergänge. Zudem ist Stockholm voll von Museen und schönen Gebäuden.
Ein weiteres Highlight, auch in Schweden, war Karlskrona. Ein Teil dieser Stadt, welche im Süden und verteilt auf verschiedene Schäreninseln liegt, ist Teil des UNESCO-Welterbes. Die Schäreninseln, welche sich vor Karlskrona erstrecken sind faszinierend und bieten den perfekten, ruhigen Platz zum Campen. Auf einer der Inseln, Aspö, schlugen wir unser Zelt auf einer kleinen Waldlichtung auf. Nur 70 Meter weiter erstreckte eine Felsenküste mit der Ostsee gleich im Anschluss. Für Naturfreunde der richtige Ort um die Seele baumeln zu lassen.
Nahelegen möchte ich euch auch Städte wie Kopenhagen oder Amsterdam. Es ist unglaublich wie viel Fahrrad hier gefahren wird! Leiht euch unbedingt selbst ein Fahrrad aus, wenn ihr dort seid und entdeckt die Stadt mithilfe der unzähligen Fahrradwege. Aber Vorsicht! Vor allem in Kopenhagen wird ohne Rücksicht auf Verluste gefahren. Da ist der Fahrradverkehr schon bald gefährlicher als der Autoverkehr. Nichtsdestotrotz sind beide Hauptstädte auch wundervoll und absolut liebenswert!
Amsterdam
Wenn ihr mal nach Bordeaux im Südwesten Frankreichs kommen solltet, genießt nicht nur die malerische Stadt. Fahrt weiter raus, denn ganz in der Nähe befinden sich herrliche Sandstrände und nicht zu vergessen, in La Pyla, die Dune du Pilat – die größte Wanderdüne Europas!

Alles in allem kann ich eine solche Reise jedem ans Herz legen. Ich habe in diesen gut 3 Wochen so viel gelernt, erlebt und gesehen. Das alles kann man kaum in Worte fassen. Durch diese Reise hat mich nun die Wanderlust gepackt. Ich möchte mehr Landschaften Europas und der Welt sehen und wenn ich diese per Zug und Reisebus erreichen kann – umso besser! Ein letzter Tipp um Zeit, Geld und Nerven zu sparen: Organisiert und bucht vor eurer Reise so viel wie nur möglich. Spontan sein klappt leider nicht immer so wie man es sich vorstellt.
Bei Fragen oder eigenen Erfahrungen freu ich mich natürlich über eine Nachricht :)

Frognerpark in Oslo

Abenddämmerung in Karlskrona                                  Auf Aspö, Karlskrona
Göteborg

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Kommentare (6)
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Sortieren nach Aktualität:
16.10.2014
Zweitagsfliege hat geschrieben:
Das hört sich nach einer wirklich tollen zeit für dich an! :)
Vielen Dank! Das werde ich mir auf jeden Fall merken. Und auch deine Städte -Tipps. Ich war diesen Sommer auch in Schweden, aber nur in einem ländlichen Gebiet, auf einem See unterwegs. Wirklich schöne Natur. :) Aber in Stockholm war ich noch nicht. Vielleicht ja bald mit Interrail. ;)
02.10.2014
FranziL hat geschrieben:
Das klingt ja super! Ich kannte dieses Interrail-Ticket noch gar nicht. Eure Reise klingt aber echt toll - vorallem der schwedische Teil. Ich kann dir nur zustimmen, Schwedens Natur ist einfach unbeschreiblich schön (Ich spreche da aus eigener Erfahrung vom diesjährigen Schwedencamp ;D) Daran musste ich sofort denken, als du das wildcampen erwähnt hast.
30.09.2014
hirscher33 hat geschrieben:
Sehr schön :) mir träumt es ja von Rumänien stücke vom letzten eurpäischen Urwald zu sehen.
30.09.2014
Chillkroete hat geschrieben:
Dankeschön für den Bericht! :)
30.09.2014
Ria2000 hat geschrieben:
Danke für deinen tollen Bericht und die super Fotos! Hört sich echt toll an! Ich war diesen Sommer auch in Schottland, wildzelten mit meiner Familie, war auch total cool! :)
30.09.2014
vince hat geschrieben:
Das klingt echt super! Interrail muss ich glaub ich auch mal machen. Danke für die vielen Tipps!
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