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Ein Dorf


namens Erde


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Reisebericht aus dem Land des Lächelns - Teil 4


von HannaS
11.04.2010
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Geheimnisvolle Dschungelinsel mit Traumständen

Nach einer langen, etwas beschwerlichen Reise (durch den Nachtmarkt in Chiang Mai ist unser Gepäck schon ziemlich angewachsen) mit Bussen kommen wir am Ziel an: Ko Chang, Thailands zweitgrößter Insel ganz im Osten, an der Grenze zu Kambodscha.

Am Abend vorher haben wir noch einen Zwischenstopp in Pattaya eingelegt, einer vollen und stinkenden Stadt. Hier überwintern auch viele Deutsche – dabei gibt es doch so viel schönere Ecken in Thailand… Vielleicht liegt es auch an den vielen schönen Thaifrauen, die überall leicht bekleidet an Stangen tanzen. Ein komischer Anblick, bisher habe ich hier nur höfliche, zurückhaltende Frauen gesehen.

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Nächtliche Aussicht auf die Küstenmetropole Pattaya


Nun ja, jetzt sind wir endlich da. Hier verbringen wir unsere letzte Woche. Ko Chang, übersetzt „Elefanteninsel“ sieht schon von weitem so aus wie die einsame Insel bei „Lost“. Sie hat ganze 299 Gipfel und einen Urwald, der zu den am besten erhalten Thailands zählt. Vielleicht, weil sie lange militärisches Sperrgebiet war. Mittlerweile boomt der Tourismus und es wird viel gebaut, aber kein Gebäude darf die Palmen überragen.

Deshalb hat man, wenn man am Strand steht, wirklich das Gefühl, der Dschungel würde direkt bis an den Strand heranwachsen. An einigen Stellen tut er das auch, meistens ist jedoch noch die Ringstraße mit ihren zahlreichen Läden, Restaurants, Schneidereien und Reisebüros dazwischen.

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Postkartenansichten findet man immer noch reichlich auf Ko Chang - aber es wird voller

Wir verziehen uns an das ruhige Ende des White Sand Beach. Dort gibt es noch günstige Hütten ohne viel Komfort und es ist schön ruhig. Genau das richtige nach dem Ölsardinen-Strand-Schockerlebnis gestern in Pattaya…
Wir beziehen eine kleine rosa Hütte, die auf Stelzen an einem Felsen festgeklebt ist. Die Hütten und das Restaurant werden von drei lässigen Niederländern geleitet, irgendwie fühlen wir uns gleich heimisch.

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Bunte Hütten an Felswänden am Ende des White Sand Beach


Nach einem Strandtag, den ich wegen der Hitze fast anstrengender finde als alle anderen Tage, brechen wir wieder zu Erkundungsausflügen auf.
Wir besuchen den größten Wasserfall der Insel – da sind wir nicht die Einzigen, der Badebetrieb erinnert an ein Freibad. Trotzdem schön, und vor allem erfrischend.

An einem Tag mieten wir uns todesmutig einen Motorrad und cruisen über die alpinartigen Straßen bis zum sagenumwobenen „Long Beach“ ganz am Ende der Insel. Außerdem mieten wir uns ein Kajak, mit dem man durch den Mangrovenwald an der Küste paddeln kann. Ein eindrucksvolles Erlebnis – die Bäume stehen mit ihren riesigen Wurzeln im Brackwasser, dicht an dicht. Kleine und größere Kanäle ziehen sich durch den Urwald. Große Artenvielfalt herrscht hier nicht, aber Mangrovenwälder sind für viele Meerestiere eine wichtige Kinderstube. Da ist es schon kritisch, dass mittlerweile nur noch 7,5% der thailändischen Mangrovenwälder erhalten sind.
Umso schöner, noch ein intaktes Gebiet zu sehen. Bei Ebbe sieht man hunderte kleine Löcher, die von schwarzen Krebsen bewohnt werden. Außerdem klicken die Shrimps – ziemlich laut für so kleine Tierchen…

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Bäume stehen mit ihren großen Wurzeln im Brackwasser der Mangrovenwälder


Ein weiteres Highlight ist ein Tag Dschungelwandern in einer kleinen Gruppe mit Guide. Wir sind fast nur junge Deutsche.
Der Wald hier ist ganz anders als der im Norden Thailands – eher so, wie man sich einen tropischen Urwald vorstellt. Grüner, dichter, mit vielen Lianen und Bächen. Unser Guide ist aufmerksam und ein bisschen lustig – er fotografiert für uns die scheue Tarantel-Mama mit ihren vielen Babys, verteilt brennendes Mückenzeug und fordert uns an einigen Lianen auf, Tarzan zu spielen. Gesagt, getan. Auch an einigen Wasserfällen kommen wir wieder vorbei. Es ist genial, dass man an fast allen baden kann, sie haben tiefe Felsenbecken, in die man sogar hineinspringen kann. Da lassen sich die Jungs doch nicht aufhalten…

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Coole Lianen im dichten Urwald von Ko Chang

Einige interessante Tiere sehen wir auch, zum Beispiel weiße Spinnen oder eine kleine grüne Schlange, die gemütlich neben dem Weg liegt und sich geduldig fotografieren lässt. Auch eine Affenmama mit ihrem Baby sehen wir in den Baumkronen herumhangeln.
Ich muss an den Dzangha-Sangha-Trip denken und wie unglaublich die Begegnung mit den riesigen Gorillas gewesen sein muss – immerhin finde ich hier schon Taranteln und Schlangen faszinierend.

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Weiße Spinnen - was es alles gibt...

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Eine Tarantelmama mit Nachwuchs - sind sie nicht süß, die Kleinen?


Ganz unberührt ist der Urwald jedoch nicht – des Öfteren sieht man angezapfte Bäume, deren weißer Saft gesammelt und zu Latex verarbeitet wird. Riecht ganz schön muffig, das Zeug… Später kommen wir noch an dem Haus der Sammler vorbei, mitten im Wald. Aber natürlich gibt es einen Moped-Pfad dorthin. Und Haufen alter Coladosen zeigen, dass die Zivilisation mit all ihren Macken auch hier nicht ganz ausgeblendet ist.

Nach einem letzten Strandtag müssen wir leider wieder den weiten Weg nach Hause antreten. Auf der Fähre schaue ich zu Insel zurück und hoffe für sie, dass sie noch etwas von ihrem wilden Charme behalten wird. Der Bauwahn hat schon viel davon vernichtet, im Gegensatz zu anderen Urlaubsziele in der Nähe von Pukhet ist es aber noch schön ruhig und entspannt hier.

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Hauptsache ein Plätzchen im Schatten - echtes Relaxen ist hier noch möglich


Auf dem Rückflug zurück sitzen wir nicht am Fenster und alle haben die Rolladen geschlossen. Schade eigentlich, denn wir fliegen über so interessante Gegenden wie Indien, nicht weit vom Himalaya entfernt, über Afghanistan oder Russland.

Als wir in Düsseldorf ankommen, kommt auch die Sonne in Deutschland an und versöhnt uns mit dem kalten Winterwetter. Immerhin: Stickig ist es hier ganz und gar nicht, wir atmen endlich wieder frische Luft.

Als ich zu Hause eine Runde am moorbraunen Kanal laufen gehe, bietet sich mir das Panorama eines ostfriesischen Wintermärchens. Und für eine halbe Stunde bin ich fast überzeugt davon, wieder am schönsten Fleck der Erde angekommen zu sein. Wie schön, denn die Sehnsucht nach dem warmen Golf von Thailand wird mich noch früh genug wieder einholen...

 


 

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