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Ein Dorf


namens Erde


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Reisebericht aus dem Land des Lächelns - Teil 3


von HannaS
10.04.2010
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Berge und Wald im „kühlen“ Norden

In Chiang Mai wohnen wir für vier Euro pro Nacht im „Linda´s Guesthouse“, das von der netten deutschen Auswanderin Thedda geleitet wird. Nachdem wir uns mit ihrem genialen Obstsalat und Bananenshake gestärkt haben, drückt sie uns eine Karte in die Hand und zeichnet uns alle wichtigen Punkte der Stadt ein. Außerdem geben wir unsere Wäsche ab, buchen gleich einen Thai-Kochkurs für den nächsten Tag und eine Drei-Tages-Trekkingtour in den Bergen. Alles sehr unkompliziert hier.

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Unser günstiges und sehr gemütliches Guesthouse in Chiang Mai

Thai-Kochkurs, Thai-Massage, Thai-Zoo...

Nach ein paar Stunden durch die Stadt latschen beschließen wir, eine berüchtigte Thai-Massage auszuprobieren. Im Thai Massage Conservation Center gibt es nur blinde oder sehbehinderte Masseure – eine gute Sache. Für drei Euro werden wir eine Stunde lang – tja, soll man es massiert oder gequält nennen? Der schmerzhafte Einsatz von Ellenbogen und Knien wechselt sich mit erholsamen Passagen ab. Unerwarteterweise drückt mein Masseur mir sogar auf dem Bauch herum – ich hätte vorher nochmal pinkeln gehen sollen… Danach fühlen wir uns zwar ganz relaxed, eine zweite Thai-Massage trauen wir uns diesen Urlaub jedoch nicht mehr.

Eine Enttäuschung ist der Zoo von Chiang Mai. Im Reiseführer stand, man bemühe sich um artgerechte Tierhaltung. Ich habe eher den Eindruck, diese Bemühungen fließen in die schönen Blumenbeete und nicht in die Tiere. Die Hälfte ist sowieso nicht zu sehen und versteckt sich wahrscheinlich vor der heißen Sonne. Wir scheinen die einzigen Doofen zu sein, die hier durch laufen. Alle anderen brausen mit Mofas oder den bunten Elektrobahnen hier durch. Ständig halten die Fahrer an und sind irritiert, dass wir nicht mitfahren wollen.
Ein Highlight für die Thai ist eine Eis- und Schneekammer. Nein Danke, davon hatten wir diesen Winter genug. Das zweite Highlight ist ein Baby-Pandabär – als wir die Schlange sehen, drehen wir prompt wieder um.

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Wok-Rühren in Rekordzeit beim Thai-Kochkurs

Der Thai-Kochkurs am nächsten Tag ist dafür absolut klasse, jeder hat seinen eigenen Wok und kann unter der netten Anleitung von Toon leckere Gerichte in Fast-Food-Tempo kochen. Da wir alle unsere Gerichte auch selber essen müssen, rollen wir am Ende des Tages aus der Kochschule.

Wandern in den Bergwäldern

Dann geht es endlich los zum Trekking in die Berge. Unser Guide Jack stopft die ganze Gruppe in ein Sammeltaxi – 13 Personen, für zwei Stunden Fahrt schon etwas eng. Zum Glück dürfen die Rucksäcke auf dem Dach sitzen und behindern nicht unsere Beinfreiheit.

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Gewöhnungsbedürftige Transportmethoden auch auf der Autobahn


Das Trekking beginnt mit einer Runde Elefantenreiten. Gezähmte Elefanten haben in Thailand eine große Tradition, früher wurden sie als Arbeitstiere im Wald oder auch im Krieg eingesetzt. Heute dienen die meisten nur noch als Touristenattraktion. Viele von ihnen werden zwar trotzdem gewissenhaft für die Arbeit im Wald ausgebildet, aber eingesetzt werden sie seit dem Holzfällverbot 1989 kaum noch.
Durch Entwaldung und Jagd sank die Elefantenpopulation in hundert Jahren von 100.000 auf unter 5000. Davon sind nur noch ca. 1500 freilebend, der Rest ist gezähmt. Jeder Elefant hat seinen eigenen Mahut, also einen Elefantenführer, der sich seit seiner Jugend um ihn kümmert. Oft eine lebenslange Freundschaft, denn Elefanten können so alt werden wie Menschen.

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Ein häufiger Anblick in Thailand: Touristenattraktion Elefantenreiten


Wir steigen von einer Baumplattform aus auf – der Sattel gleicht einer Plattform und schaukelt ganz schön hin und her. Etwas unheimlich ist es schon, so ein mächtiges Tier unter sich zu haben und darauf zu vertrauen, dass es uns nicht schadet. Von hier oben wirkt der Elefant noch größer als von unten.
Wir füttern ihn mit Bananen (leider ist sein Rüssel etwas kurz) und dürfen auch auf seinem Nacken sitzen, wie ein Mahut. Gut, dass ich keine kurze Hose anhabe, denn die Borsten sind sehr stikelig.
Das Gelände ist unwegsam und steil, aber die Elefanten sind ja dafür geschaffen, sich hier zu bewegen.


Den Rest der drei Tage laufen wir auf abenteuerlichen Pfaden durch den Wald. Über Gräben oder Bäche führen oft nur Baumstämme oder Steine. Am ersten Abend übernachten wir im Dorf eines Bergstammes, den Lahu. Sie leben hier in Bambushütten, der Tourismus ist auch für sie eine wichtige Einnahmequelle. Ansonsten jagen sie oder betreiben Brandrodung – auf dem Weg sehen wir oft genug verkohlte Felder. Auch nachts sieht man an einigen Hängen Feuer, die Luft riecht nach Brand.

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Typische Bambushütte in den Dörfern der Bergstämme


Am zweiten Tag wird es besser. Wir kommen in dichteren Wald mit Bächen, können in zwei Wasserfällen baden und die Landschaft sieht atemberaubend aus. Unsere Gruppe ist sehr international: Ein Paar aus Kananda, zwei Jungs aus England, zwei Geschwister aus Australien, ein Japaner und Klaus aus Österreich. Unser zweites Nachtlager ist eine einsame Bambushütte direkt am Fluss. Wir sitzen noch länger am Lagerfeuer und lauschen den unheimlichen Geschichten von Jack.

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Nachts wird es im Norden ziemlich kühl - gerade richtig für Lagerfeuerabende


Als ich gerade am Bach stehe und die Zähne putze, kommen aus dem Dunkel des Waldes Männer mit Fackeln. Es sind Fischer, die nachts ihre Jagd beginnen. Sie setzen sich zu Jack ans Lagerfeuer. Er scheint hier alle zu kennen – kein Wunder, er ist selbst ein Jäger und kommt aus einem Bergdorf. Dass die Jagd ihm im Blut sitzt, sieht man. Bei jedem Rascheln im Gebüsch zückt er seine Zwille und will herausfinden, welches Tier das war. Auch ein riesiges Messer hat er dabei, aber ich vermute, das ist eher für die Touristen.
Immerhin behauptet er, schon einmal vor einer aufgerichteten Cobra gestanden zu haben. Er erklärt uns, was man dann zu tun hat, nämlich: Stocksteif stehenbleiben, ganz langsam sein T-Shirt ausziehen, es zusammenrollen und der Cobra entgegenwerfen. Wenn man Glück hat, beißt sie ins T-Shirt, verwickelt sich darin und man kann sie fertig machen… Und zu Hause essen. Mhmm.

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Unser jagdbegeisterter Guide Jack


Am Ende des dritten Tages kommen wir zu einem größeren Fluss. Jetzt in der Trockenzeit fließt er träge dahin, aber wir steigen trotzdem in ein „Whitewater-Rafting-Schlauchboot“. Unser lustiger Captain bringt uns sicher durch die reißenden Fluten und macht uns nebenbei ganz schön nass – immer mit der Ausrede, das wäre ein Krokodil gewesen.

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Der in der Trockenzeit nicht ganz so wilde Fluss für´s Rafting


Nach einer ruhigen Weiterfahrt auf dem „Bamboo-Submarine“ (einem Bambusfloß, das unserem Gewicht nicht ganz standhielt) müssen wir Abschied nehmen von Thailands Norden, dem Bergen und dem Wald. Schön war´s – aber langsam freuen wir uns auch auf Meer und Strand.

Am Abend nehmen wir den Zug zurück nach Bangkok…
 

Morgen: Teil 4 - Ab auf die Elefanteninsel

Hier direkt zu Teil 4 gehen

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