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Ein Dorf


namens Erde


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Reisebericht aus dem Land des Lächelns - Teil 2


von HannaS
09.04.2010
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Eindrücke aus der Millionenstadt Bangkok

Der erst drei Jahre alte Flughafen in Bangkok ist schon mal extrem schick. Und riesig. Wobei das wahrscheinlich nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Sieben-Millionen-Stadt ist. Nach einer sehr freundlichen Passkontrolle treten wir ins Freie – warme, klebrige, abgasschwangere Luft schlägt uns entgegen. Nach drei Monaten deutschem Winter gewöhnungsbedürftig…
Im Bus geht es über den Highway zur berühmten Khaosan-Road im Backpacker Viertel Banglampoo.

Die berühmte quirlige Khaosan Road


Bangkok gefällt uns sofort – hier ist alles anders als in Europa. Es ist heiß, bunt, durcheinander, überall sieht man Essensstände und goldene Tempel zwischen Hochhäusern. Ganze 400 Tempel gibt es in der Stadt, einer schöner als der andere.

Mofas, Boote und Tempel

Sehr auffällig ist der berühmte Verkehr. Über die Hälfte aller Fahrzeuge Thailands fahren in Bangkok – und das merkt man. Es ist ganz schön voll auf den Straßen. Jedes zweite Auto scheint ein pinkes oder gelbes Taxi zu sein.
Fast 70% aller in Thailand registrierten Fahrzeuge sind Motorräder – was nicht heißt, dass sie wie Motorräder nur von einer oder zwei Personen benutzt werden. Ganze Familien finden bei geschickter Raumausnutzung auf so einem Gefährt Platz. Der Fahrer schlängelt es dann geschickt durch den mörderischen Verkehr.

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Ein schickeres Einkaufsviertel in Bangkok mit breiten Straßen


Auch auf dem Chao Phraya, dem mitten durch die Stadt führenden Fluss, herrscht ein reger Schiffsbetrieb. Fähren, Expressboote, bunte Longtailboote für Touristen und Frachtschiffe fahren munter durcheinander, Regeln scheint es nicht zu geben…

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Blick von einem Tempel auf den Chao Phraya, einer wichtigen Verkehrsader


Wir schauen verschiedene Tempel an, natürlich auch den Palast des allseits hoch verehrten Königs. Fast jeder Taxifahrer hat ein kleines Bild von ihm am Armaturenbrett, überall in der Stadt stehen große Königsfotos mit Blumen verziert. Zwar regiert er nicht offiziell, aber er segnet alle wichtigen politischen Entscheidungen ab und wird vom Volk für seine Wohltätigkeitsarbeit geschätzt.
Er sieht ganz normal aus, sehr durchschnittlich – ist aber schon seit 1946 im Amt. Nicht schlecht…

 Eine Radtour durch Bangkoks "Dschungel"


Die Fahrradtour am nächsten Tag ist genial, denn sie führt durch Bereiche Bangkoks, die man normalerweise eher nicht sieht. Da wir etwas zu spät kommen, haben wir den Guide „Nathalie“ ganz für uns alleine. Sie fährt mit uns durch die armen Viertel, sehr schmale Wege, manchmal mitten durch die Wohnungen hindurch. Dann steht auf einer Seite des Weges eine Frau am Herd, auf der anderen Seite schauen Kinder Fernsehen oder spielen… Trotzdem lächeln uns alle freundlich an und sagen Hallo. Es gibt viele Hunde und Katzen hier. Ich frage Nathalie, ob auch die armen Viertel Wasser- und Stromanschluss haben – sie sagt ja. Einen Fernseher scheinen sich fast alle zu leisten.


Nach einer kleinen Bootsfahrt mit unseren Rädern kommen wir in einer Art Dschungelviertel an. Hier gibt es nur grün, Kokosnusspalmen, viel Wasser, gelegentlich Hütten auf Stelzen – und ein Netz aus sehr schmalen Betonpfaden, auf dem wir herum eiern. Ich frage mich an mehreren Stellen, was wohl passiert, wenn ich jetzt herunterfalle.
Wenig später kenne ich die Antwort: Man wird zwar fast von Glasscherben aufgespießt und schürft sich das Bein auf – aber wenigstens habe ich mir kein Krokodilgewässer ausgesucht. Wahrscheinlich gibt´s die hier sowieso nicht…

Kaum zu glauben, dass in Bangkok so viel grüner Wildwuchs existiert...

Die ganze restliche Fahrt muss ich über meinen unfreiwilligen Dschungelkontakt lachen. Ich wohne doch in der „Fahrradhauptstadt“ Münster und dachte immer, ich könnte Rad fahren. So kann man sich täuschen.

Haifischflossenrestaurants und Kokosnüsse mit Strohhalmen

Abends essen wir im chinesischen Viertel, wo auch sehr viel los ist. Touristen sieht man aber weniger.
Erschreckend finde ich die große Anzahl an Restaurants, die Haifischflossen anbieten. Automatisch tauchen bei mir Bilder von Hai-Massakern auf Hochseeschiffen auf… Nicht schön. Auch Wagen mit getrockneten Tintenfischen, so plattgepresst wie Papier, gibt es viele. Und natürlich Skorpione, Heuschrecken, Maden… Sie sehen zwar knusprig aus, aber ich verzichte auf eine Kostprobe.
Dafür schmeckt das Obst hier umso besser, an jeder Ecke gibt es Ananas, Bananen, Papaya, Melonen und junge Kokosnüsse für ein paar Baht (50 Baht sind ein Euro).


Auffällig sind die 7 Eleven Filialen alle hundert Meter. Dort wird einem für jeden Einkauf eine Plastiktüte in die Hand gedrückt. Angesichts der Hitze ist unser Wasserkonsum hoch, da tut es ein wenig weh, dass es nur Plastikeinwegflaschen gibt. Zu Hause trinke ich immer Leitungswasser, das ist hier natürlich nicht so empfehlenswert. Auch die guten alten Getränkedosen sind hier sehr verbreitet. Ich muss lächeln, als ich mir das Gesicht eines mit der Idee von Dosenpfand konfrontierten Thailänders vorstelle. Das scheint hier sehr weit weg zu sein… Später sehen wir noch häufiger große Haufen von Plastikflaschen, die einfach am Wegesrand verbrannt werden. Komisch eigentlich, dass der Himmel trotzdem blau ist.

Nach drei Tagen Hauptstadt auf in den Norden

Nach drei Tagen Bangkok reicht es vorerst. Diese Stadt ist zwar faszinierend, schillernd, vielseitig – aber erholsam ist sie nicht. Deshalb brechen wir in auf nach Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt Thailands, die ca.700km weiter nördlich liegt. Wir reisen über Nacht in einem sogenannten VIP-Bus, was bedeutet, dass man die Sitze nach hinten lehnen kann. An erholsamen Schlaf ist angesichts der klappernden Karosserie und des gemeinen WC-Geruchs trotzdem nicht zu denken…
Wir sind froh, als wir kurz nach Sonnenaufgang das Ziel erreichen und aussteigen können. Kühle Morgenluft empfängt uns und in der Ferne sehen wir schon die Umrisse der Berge…

Morgen: Teil 3 - Trekking in den Bergwäldern

Hier direkt zu Teil 3 gehen
 

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