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namens Erde


© WWF
Neu entdeckte Primaten auf Madagaskar!


von FabianN
02.04.2013
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 Madagaskar ist als eine Insel mit einer atemberaubenden Tier- und Pflanzenwelt bekannt. Besonders die Lemuren sind charakteristisch für den zweitgrößten Inselstaat. Nun haben Verhaltensforscher auf Madagaskar zwei neue Lemurenarten entdeckt. Beide gehören zu den Mausmakis, deren Anzahl nun auf 20 verschiedene bekannte Arten steigt. Doch die Freude an der unglaublichen Entdeckung wird schon wieder getrübt: Kaum sind die beiden Primaten entdeckt worden, sind sie schon auf der roten Liste zu finden.


Die beiden Mausmakis heißen Microcebus tanosi und Microcebus marohita. So wurden sie von den Forschern, darunter auch Experten des Deutschen Primatenzentrums, genannt. Bereits 2003 und 2007 sind die beiden Forschern bei Feldforschungen aufgefallen. Forschern ist schon seit 2010 klar, dass es mehr Mausmaki-Arten geben muss, als die bereits beschriebenen Arten. Biologen untersuchten in Gewebeproben von Mausmakis die Erbgutspuren mütterlicher DNA und die von Zellkernen. In den Untersuchungsergebnissen fanden die Forscher Hinweise auf die Existenz weiterer Mausmaki-Arten. Ein Vergleich der damaligen DNA-Proben mit denen der beiden neu entdeckten Mausmakis, lieferte den Beweis, dass schon damals Spuren der beiden gefunden waren. Die Hoffnung der Forscher wurde also bestätigt. Ob dort draußen noch weitere Mausmakis unentdeckt sind, und wenn ja, wie viele, bleibt bis zu deren Entdeckung ungewiss.
 

Mausmakis sind kleine Primaten. Selbst der kleinste Primat des Planeten ist ein Mausmaki. Doch diese beiden Arten sind größer als die anderen bekannten Mausmakis. Ohne Schwanz misst deren durchschnittliche Körperlänge 15 Zentimeter. Der Kopf von Microcebus tanosi, dessen Name sich der Region Anosy im Südosten der Insel ableitet, ist auffällig rot. Sein Fell auf dem Rücken trägt eine dunkelbraune Musterung und wird von einem dunklen Streifen in der Mitte durchzogen. Am Bauch ist das Fell des Mausmakis grau und beige. Microcebus marohita ist nun tatsächlich der größte aller bisher bekannten Mausmakis. Mit seinem langen buschigen Schwanz und den großen Hinterfüßen bewegt er sich durch den Wald. Auffallend sind zudem seine besonders kleinen Ohren. Sein Name stammt übrigens von dem Wald, in dem die Forscher in gefunden haben – dem Marohita-Wald.


Doch noch ehe die beiden Arten beschrieben worden waren, empfahl Peter Kappeler vom Deutschen Primatenzentrum, sie beide sofort auf die rote Liste zu setzen. Der Marohita-Wald, ihr Lebensraum, ist zu größtenteils bereits zerstört. Große Flächen wurden bereits gerodet. Nun, da man die M. marohita und M. tanosi entdeckt hat, kann man davon ausgehen, dass wahrscheinlich beide zu den 100 am stärksten bedrohten Tierarten der Welt. Schon seit Jahrzehnten wird die Flora und Fauna Madagaskars durch den Menschen bedroht. Edles Tropenholz wird illegal gerodet und verbreitet. Etliche, teils bedrohte Pflanzen landen in den Hausapotheken, Lemuren manchmal sogar im Kochtopf, da sie als Delikatesse gelten. Für wenige Euro kann man einen Teller mit dem Fleisch der ohnehin schon seltenen Tiere bekommen.


Madagaskars Lemuren gelten allgemein als die am stärksten vom Aussterben bedrohten Säugetiere. Aufgrund des immer größer werden Tourismus, den illegalen Holzeinschlägen und dem Symbol als Delikatesse haben sie es nicht einfach. Doch solche Entdeckungen wie die der Primatenforscher lassen uns hoffen. Sie lassen uns darauf hoffen, dass die Lemuren, allen voran die beiden neu entdeckten Mausmakis, es schaffen werden, zu überleben und dass es gelingt, sie zu erhalten!

 

 

 

© web.de

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Text: eagle4nature (Fabian Nagel)

Titelbild: © goettinger-tageblatt.de

Quelle: goettinger-tageblatt.de

            zeit.de

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Kommentare (11)
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Sortieren nach Aktualität:
13.04.2013
Puma hat geschrieben:
Ich hoffe,dass es noch viele solcher Entdeckungen gibt und dass die Mausmakis i-wann w´von der roten Liste verschwinden!Denn die sind so süß! :)
05.04.2013
Helen1698 hat geschrieben:
Echt putzig! :) Schade nur, dass jede noch so kleine aufheiternde Nachricht gleich wieder durch irgendwelche vom Menschen gemachten Probleme überschattet wird! :(
04.04.2013
Niiura hat geschrieben:
Süß=) Da muss ich gleich an "I like to move it" denken =D

Bleibt nur noch zu hoffen, dass die Menschheit doch noch zum Verstand findet...
04.04.2013
isabella hat geschrieben:
Im Regenwald gibt so viele unentdeckte Arten, sowohl Tiere, als auch Pflanzen und dennoch machen die Menschen weiter damit ihn abzuholzen.
Ein Glück, dass es immer noch Forscher gibt, die neue Arten entdecken und erforschen wollen:-)
Danke für den tollen Artikel:-)
03.04.2013
LSternus hat geschrieben:
Regenwälder sind wie eine Wundertüte.
Schade, dass so viele Tiere dort bedroht sind.
03.04.2013
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Die sind aber klein ;-)
Für mich sehen die eher Nagetieren ähnlich und weniger Affen ^^
03.04.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Wie knuffig sind die denn bitte?! :)

Ich werde den Teil der Menschen nie verstehen, der für materiellen Reichtum oder Statussymbole über die Leichen der Natur geht
02.04.2013
anni95 hat geschrieben:
Danke für den Bericht, hätt's sonst nicht mitbekommen. Die Tiere sind echt niedlich und auf jeden Fall schützenswert, genau wie die ganze Insel!
02.04.2013
Saskia74 hat geschrieben:
oh nein sind die süß*-* Die Menschheit nervt mich jeden Tag aufs neue. Die armen Tiere wollen nur in Frieden Leben, dann kommen Menschen und zerstören einfach mal so ihren Lebensraum. Wir haben mehr als genug Platz und Rohstoffe. Wir brauchen nichts mehr.
02.04.2013
AlinaSky hat geschrieben:
So süße Tiere! Und doch wird ihr Lebensraum und der vieler anderer Tiere rücksichtslos zerstört...Das muss aufhören! Danke für den Artikel
02.04.2013
Lautlos hat geschrieben:
Mit jedem Tag wird diese Erde ein bisschen trauriger. Danke für den Artikel. Kaum auszudenken, wie viele Arten vielleicht bereits ausgestorben sind, ohne dass wir sie vorher noch entdecken und erleben durften, nur weil der Mensch kein Einsehen hat.
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