Entdecke die Natur!


Ein Dorf


namens Erde


© WWF
Mehr Natur vor unserer Haustür wagen!


von SilverHawk
13.12.2012
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Hallöchen,

Da ich das letzte Jahr in Kanada verbracht habe, wollte ich euch erzählen, was die Kanadier von der  "Natur vor ihrer Haustür" halten.  

 

Bär am Badesee? Puma in der Einfahrt? Reh im Garten?

Alles kein Problem!

 

Im Vergleich zu Deutschland schmücken weitaus mehr Wälder und Seen das Land im Norden Amerikas. Die atemberaubenden Landschaften, z.B. die Rocky Mountains oder der Banff National Park, ließen auch mir ein ums andere Mal den Atem stocken.

Folglich ist es kein Wunder, dass die Kanadier im Alltag mehr mit der Natur in Berührung kommen als die meisten 'Stadt- Germanen'.                                                                                      Das bekam ich bereits an meinem ersten Tag in Kanada zu spüren.      

Kaum war ich in einem kleineren Naturpark ungefähr drei Stunden nördlich von Vancouver aus dem Auto geklettert, wurde ich von der einheimischen Fauna in Form eines Babybären gebührend begrüßt.                                                                                                                                Um ehrlich zu sein hätte ich den Bären am Hang vermutlich nicht entdeckt, wenn meine Bekannte mich nicht aufgeregt auf ihn aufmerksam gemacht hätte.                                 Interessierte Reaktionen ja - Panik Fehlanzeige. Die Kanadier im Park flippten nicht aus, sondern begaben sich lediglich zügig in ihre Autos, denn wo ein Babybär herumtapst, kann die Mutter nicht weit sein.                                                                                                                          In einem Park einem Bären zu begegnen sei keine so große Besonderheit, hatte mir die Bekannte auf meine Nachfrage hin erklärt. Schließlich lebten die Bären dort und die Menschen wüssten das.                                                                                                                           Da Bären in Kanada dazugehören wie die Marmelade am Frühstückstisch wären also Panikreaktionen à la Bruno (der Braunbär, der in den Alpen erschossen wurde) undenkbar.  Wenn die Kanadier in die freie Natur gehen, wissen sie, was sie erwarten können. Mitten in der Innenstadt überfallen wird  so gut wie niemand.

Wohnt man jedoch etwas außerhalb der Stadt, an einem größeren Berg oder Wald, lassen sich ab und zu auch Pumas blicken. An den Puma in der Auffahrt kann sich meine Bekannte noch gut erinnern.                                                                                                                                        Auf meine Frage, ob sie einen Wildhüter gerufen habe, lacht sie.                                           "Warum denn? Wir sind einfach im Haus geblieben und haben gewartet, bis der Puma wieder verschwunden ist. Außerdem hat er sich in der Morgendämmerung blicken lassen, tagsüber verstecken Pumas sich. Wenn man sich nicht leichtsinnig verhät und sich ihm absichtlich in den Weg stellt, kann nichts passieren".

Schließlich gibt die Bekannte dann doch zu, dass es ihr etwas mulmig wird, wenn sie ein Raubtier wie einen Bären oder Wolf  zu Gesicht bekommt. Klar, wer hätte keine Angst, wenn sich in der Nähe eine potentielle Bedrohung aufhält?

Allerdings muss man betonen, dass sich wilde Tiere nicht, wie in diversen Gruselgeschichten behauptet wird, auf die Lauer legen, um vorbeikommende Menschen zu erbeuten. Bären wie Wölfe sind meist scheu und wagen sich nicht in die Nähe von Menschen, außer sie sehen ihren Nachwuchs oder ihr Revier bedroht.

Ich habe keine Statistiken, aber die Zahl von wilden Tieren getöteter Menschen in Kanada dürfte äußerst überschaubar sein. Wer alleine mitten in einem Nationalpark wandern geht und im Zelt mitten im Wald übernachtet, ist sich bewusst, dass er ein Risiko eingeht.

Dass Einzelfälle von den Medien dankbar aufgegriffen und aufgeputscht werden, um die Auflage zu steigern, verzehrt dieses Bild natürlich.

Menschen lassen sich gerne in Panik versetzen (siehe Bruno).

Bären und Pumas sind allerdings nicht die einzigen Besucher in kanadischen Gärten und Parks. Manchmal schaut auch ein harmloses Reh vorbei- das sich so wohlfühlt, dass es im heimischen Garten  wenig später ein Junges zur Welt bringt.

Meiner Meinung nach sollten sich die Deutschen, was den Umgang mit wilden Tieren betrifft, eine Scheibe von den Kanadiern abschneiden. 

Behandelt man die Tiere mit Respekt und lässt ihnen ihren Lebensraum, ist die Gefahr angefallen zu werden verschwindend gering.

Und wir alle sollten lernen, nicht gleich laut loszuschreien, wenn sich ein Wolfsrudel in Sachsen oder ein Bär in Bayern ansiedeln.

 

 

 

 

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Kommentare (19)
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23.03.2013
Puma hat geschrieben:
Das ist ja klasse!EIn Rehkitz im Garten.Aber ich find echt klasse,dass die Kanadier da nicht ausflippen.Wenn sie das tun würden,wär das wahrscheinlich nicht ganz so gut :)Schade,dass es in Deutschland anders ist.Aber die Medien machen halt immer zu viel PAnik.
24.02.2013
girlofnature hat geschrieben:
Ich bin ganz deiner Meinung. Auch die Tiere wollen nur friedlich leben und wehren sich halt manchmal, wenn sie sich bedroht fühlen - wie würden wir uns denn verhalten!? Ich finde es toll, dass die Kanadier das so gelassen hinnehmen und nicht gleich ausrasten, so wie die Deutschen. Wir sollten uns daran echt ein Beispiel nehmen! Toller Bericht! :D
19.12.2012
Tierfreundin hat geschrieben:
Toller Bericht ! Ich bin ganz deiner Meinung, in Deutschland sollte man nicht immer gleich den Teufel an die Wand malen und sich lieber mal freuen, wenn die einst vertriebenen Tiere wieder zurückfinden.
18.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
18.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
18.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
18.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
18.12.2012
Jolly hat geschrieben:
Klang nach einem super Trip, hat sicherlich spaß gemacht :) Aber vielleicht könnten wir uns eine kleine Scheibe von den Kanadiern abschneiden, das wäre ein Anfang.
17.12.2012
Anais hat geschrieben:
Du hast sicherlich Recht, dass die Kanadier "entspannter" mit wilden Tieren umgehen, aber es kommt auf die SItuation drauf an. In der Natur werden die Bären in Ruhe gelassen, aber sobald sie sich den Menschen nähern lässt die Gelassenheit leider nach ;-)

Als ich in Vancouver gewesen bin hat mir ein Freund erklärt, dass die Bären manchmal auch in die Stadt kommen, dann die Wildhüter alamiert werden und den Bär markieren (mit einen Chip), bevor sie ihn zurück in die Wildnis bringen. Sollte der gleiche Bär erneut in bewohnten Bereich auftauchen (was sich ja anhand des Chips feststellen lässt), dann wird er erschossen, da er sich an Menschen gewöhnt zu haben scheint und deshalb eine Gefahr darstelle.

Insgesamt würde ich dir aber zustimmen - während ich dort war habe ich Kojoten in Burnaby gesehen :)
16.12.2012
AliceimWunderland hat geschrieben:
Toller Bericht, mein Traum aber hier in Deutschland leider Utopie.
Hast du das Bild gemacht?
14.12.2012
Nivis hat geschrieben:
Total schööön...da schwelgt man in tollen Träumereien...hach...

Hoffentlich wird es in Deutschland auch eine Zeit geben, in der so mit wilden Tieren umgegangen wird!
14.12.2012
Madamsel hat geschrieben:
Ein wirklich schöner Bericht. Du schreibst sehr persönlich und sympatisch. Danke, dass du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt. Sie sind ja sowasvon richtig!
14.12.2012
Jayfeather hat geschrieben:
toller bericht :) so ein reh im Garten wäre doch auch mal was schöen :)
14.12.2012
midori hat geschrieben:
Ein wirklich schöner Bericht mit einem tollen Statement. Gut zu wissen, dass es nicht überall auf der Welt so ist, wie hier in Deutschland! ;o)
13.12.2012
Kathinki hat geschrieben:
Ich bin ganz deiner Meinung!
Ich hoffe das es in Deutschland bald viele wilde Tiere gibt,die nicht gleich erschossen werden!
13.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
13.12.2012
raubkatze hat geschrieben:
Ein sehr eindrucksvoller Bericht!
Es wäre wirklich schön, wenn in Deutschland mehr wilde Tiere leben würden, ohne dass alle deswegen Alarm schlagen.
13.12.2012
Sandsturm hat geschrieben:
Ganz meine Meinung! Ein weiterer Grund, warum ich auch ein Jahr nach Kanada möchte.
13.12.2012
Juliaaa hat geschrieben:
Es ist ja auch einfach so, dass wir viel zu weit in den Lebensraum der Tiere eindringen. Das merkt man ja auch an den ganzen Wildschweinen, die sich in irgendwelche Städte verlaufen..
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