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Klima-Aufklärung für Touristen! - die „Climate Change“-Ausstellung auf Kreta


von Rhino
15.08.2012
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Wer auf der Mittelmeerinsel Kreta Urlaub macht, hat in der Regel nicht viel mehr vor, als am Strand braun zu werden, Cocktails an der Hotelbar zu schlürfen oder sich für kleines Geld gefälschte Markenkleidung zu kaufen, dabei hat Kreta viel mehr zu bieten: Ruinen antiker Tempel, eine wunderschöne Gebirgslandschaft und seit Neustem sogar eine hochmoderne Ausstellung, die sich mit der Erderwärmung auseinandersetzt, und diese heißt, kurz und einleuchtend - „Climate Change“.

Erst Aquarium, dann „Climate Change“
Seit 2005 befindet sich in der Nähe von Kretas Hauptstadt Iraklion ein modernes Aquarium, das sich auf Haie, Meeresschildkröten, Seepferdchen, Zackenbarsche und zahlreiche andere Bewohner des Mittelmeeres spezialisiert hat, das so genannte „Cretaquarium“.
Das Ausflugsziel erfreut sich bei Touristen großer Beliebtheit und verzeichnet jährlich enorm viele Besucher aus ganz Europa, doch man darf das Cretaquarium keinesfalls als reine Kommerzeinrichtung abtun, denn es setzt sich, z. B. durch den Auffang und die spätere Auswilderung verletzter Karettschildkröten, aktiv für den Erhalt der Artenvielfalt im Mittelmeer ein, doch nicht nur das, auch die Entwicklung der „Climate Change“-Ausstellung wurde maßgeblich durch das Cretaquarium gefördert.

Und da das Exhibition Center, in dem man „Climate Change“ besichtigen kann, nur ein paar Meter vom Cretaquarium entfernt ist, neigen viele Touristen dazu, nach dem Besuch des Aquariums, direkt einen Blick auf die Ausstellung zu werfen, auch ich habe erst durch die Besichtigung des Cretaquariums etwas von „Climate Change“ mitbekommen, und war natürlich sehr gespannt, auf diese etwas andere Touristen-„Attraktion“!

Umfangreich, informativ und verständlich
Nachdem ich schließlich die Ausstellung betreten hatte, war ich von der Qualität schwer beeindruckt, große Hinweistafeln fallen durch wunderschöne Fotos und hochwertiges Grafikdesign auf, die Info-Texte sind stets kurz und verständlich.
Moderne Modelle, wie z. B. mehrere Erdkugeln, die per Knopfdruck verschiedene Zukunftsszenarien der Erde zeigen, veranschaulichen wichtige Klima-Problematiken, wie das Schmelzen des Packeises.

Thematisch reicht die Ausstellung von „Klima allgemein“, über die Entwicklung des menschlichen Verbrauchs, bis hin zu sozialen und ökologischen Konsequenzen der Erderwärmung. An konkreten Beispielen, werden Probleme für Mensch und Natur deutlich, dazu zählen sowohl zunehmende Fluten, die das Leben an den Küsten asiatischer Entwicklungsländer immer weiter erschweren, als auch die immer weiter nach Süden verschobene Verbreitung von Eisbären und Polarfüchsen.

Und wie sieht’s vor Ort aus?
Zusätzlich weist die Ausstellung einen Bereich auf, der sich mit den ökologischen Problemen des Mittelmeerraums beschäftigt. Die Informationen, die hier vermittelt werden, sind gerade für Touristen besonders wichtig, denn viele sind leider der Auffassung, das man Tierarten, die kurz vor dem Aussterben stehen, nur in den entlegenen Regenwäldern weit entfernter Inseln antrifft, dabei ist gerade Südeuropa voll mit kritisch gefährdeten Spezies, ein besonders drastisches Beispiel ist die Mittelmeer-Mönchsrobbe, mit nur noch etwa 400 Exemplaren eines der seltensten Säugetiere Europas. Die extreme Bedrohung dieser Robbe, ist zum großen Teil, auf den massiven Tourismus im Mittelmeerraum zurückzuführen, es gibt kaum noch wilde Strände, an denen die Mönchsrobben in Ruhe ihre Jungen großziehen können, denn dort wo sich in vergangenen Zeiten noch Robbenkolonien tummeln konnten, ist heute nur noch Platz für Sonnenschirme, Liegen und Schwimmringe.

Neben der Bedrohung der Mönchsrobbe, berichtet die „Climate Change“-Ausstellung außerdem über Projekte zum Schutz gefährdeter Meeresschildkröten-Arten, und weist den Besucher auf wichtige Verhaltensregeln hin, die er unbedingt beachten muss, wenn er sich an Stränden aufhält, an denen Schildkröten ihre Eier ablegen.

Klima-Phänomene – live präsentiert!
Auch bei Kindern soll, durch die Ausstellung, ein größeres Interesse an der Klima-Thematik geweckt werden. Dies geschieht nicht nur durch kindgerechte Erläuterungen an den einzelnen Stationen des Museums, sondern auch zweimal täglich, durch eine Vorführung thematisch passender, und auch ziemlich kurzweiliger Experimente. Da es sich um eine internationale Ausstellung handelt, gibt es, neben einer griechischen Kommentierung, auch leicht verständliche, schriftliche Erklärungen auf Englisch, Deutsch und Russisch. Solche Präsentationen gehören in unseren Museen mitnichten zum Standardprogramm, und sind deshalb eine besonders interessante Erfahrung für alle Besucher!

Zeit für Veränderungen?
Nun kann man nur noch hoffen, dass die Ausstellung ihren Zweck nicht verfehlt und einigen Menschen, wertvolle neuen Eindrücke mit auf den Rückflug gibt. Aber ob irgendjemand nach der Besichtigung von „Climate Change“ gleich einen Baum pflanzt, oder sich vornimmt weniger zu Drucken oder mehr Fahrrad zu fahren? Nun, so abwegig ist dieser Gedanke gar nicht, denn immerhin haben sich per Knopfdruck etwa 4.000 Besucher dazu bereit erklärt, den Arbeitsalltag klimafreundlicher zu gestalten, etwa 6.000 nehmen sich offenbar vor, bewusster zu konsumieren, die meisten haben sich jedoch für ökologische Gartenarbeit bzw. für das Pflanzen von Bäumen entschieden, etwa 8.500 Besucher wollen sich diesen Maßnahmen widmen.
Ich sehe dies mit großer Begeisterung, und hoffe nun sehr, dass all die Besucher ihre Versprechen auch ernst nehmen.


Und wer noch weitere, innovative Ideen, zur Rettung des Weltklimas hat, und diese unbedingt mit anderen teilen will, hat hier die Möglichkeit, seine eigenen Verbesserungsmaßnahmen aufzuschreiben und an die Wand zu hängen, sodass sich kommende Besucher diese Ideen zu Herzen nehmen können!

Ich für meinen Teil bin mehr als froh, dass man gerade auf der Touristenhochburg Kreta eine derart vorbildliche und moderne Einrichtung auf die Beine gestellt hat und ich hoffe sehr, dass hier auch weiterhin ganz viele Menschen anschaulich informiert und zu einem bewussten Handeln angeregt werden!

Text & Bilder: Maxim Podobed 2012

 

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Kommentare (9)
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24.11.2012
gutesHerz hat geschrieben:
schöner bericht
22.09.2012
SaveTheWorld. hat geschrieben:
Wow, toller Bericht! Da will ich auch mal hin :)
19.08.2012
MarleyFelisCatus hat geschrieben:
Ich fände es echt toll wenn man so ein Climate Change Ausstellung überall auf der Welt an Touristen reichen Orten aufstellen würde. Der Bericht inspiriert einen echt. Danke dafür.
17.08.2012
FabianN hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht ;)
Die Ausstellung klingt wirklich toll, super, dass Kreta das anbietet!
17.08.2012
Puma hat geschrieben:
Ich war vor ein paar Jahren auf Kreta und fand es sehr schön dort.Es freut mich,dass die Insel jetzt auch eine Austellung für Klima hat. :))
16.08.2012
LaLoba hat geschrieben:
Die Ausstellung klingt echt spannend! Super, dass Kreta so etwas anbietet!
16.08.2012
Viveka hat geschrieben:
Die Ausstellung hört sich toll an!
Vor allem bietet sie sowohl etwas für Kinder als auch für Erwachsene, so dass alle etwas lernen können!
16.08.2012
LSternus hat geschrieben:
Cool, danke für den Bericht. Ich find die Ausstellung super.
15.08.2012
Peet hat geschrieben:
Echt stark! :) Danke für den genialen Einblick. Wo die WWF Jugend mittlerweile überall ist ;)
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