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Hawaii - "Kindheit eines Archipels"


von Laurii
17.08.2014
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Aloha liebe Community!
 

Hier eine kleine Lektüre zur Entstehungsgeschichte des Lebens auf Hawai’i:

Big Island ist vor etwa 700.000 Jahren entstanden und damit eine der jüngsten Inseln Hawaiis. Deshalb hatte die Erosion noch zu wenig Zeit, um die Schildvulkane abzutragen. Bei den älteren Inseln des Archipels sieht dies schon wieder ganz anders aus. Hier sieht man die Verwitterung der Zeit schon deutlicher. Auf Maui sieht man tiefeingeschnittene Täler und auf der vor fünf Millionen Jahren entstandenen Insel Kauai ist der vulkanische Ursprung kaum noch zu erkennen.
Durch die Verschiebung der Erdplatten und das abtragende Meer wird auch Kauai in einigen Jahrzehnten nur noch ein Atoll sein, wie die weiter westlich gelegenen Inseln auch. Doch es entstehen ebenfalls Neue. Ein Beispiel dafür ist Loihi, ein neuer Vulkan in der Ostküste, der sich schon bis 900 Meter unter dem Meeresspiegel erhebt und kontinuierlich weiter wächst.
Da die Inseln ziemlich Isoliert waren (4000 Kilometer bis zum nordamerikanischen Festland und 6000 Kilometer nach Asien) konnten sich Pflanzen und Tiere nur sehr langsam ausbreiten, beispielsweise durch Wind, Meeresströmungen und Vögeln, die Samen verschleppten. Einmal auf der Insel angekommen, konnten sich Pflanzen und Tiere ungestört vermehren. Aus einer Spezies entwickelten sich im Laufe der Zeit auf den verschiedenen Inseln verschiedenste Arten. Aus einer kleinen Population nordamerikanischer Finken entwickelten sich ca. 50 verschiedene Arten von den für Hawaii bekannten Kleidervögeln:

Liwi                                                             Palila                                        Schopfkleidervogel
(Gehören alle zu den Kleidervögeln) (Wiki Commons)

Bevor die Menschen auf den Inseln eintrafen und sie besiedelten existierten ca. 2200 Pflanzen und Tierarten, von denen ganze 90 Prozent nur auf Hawaii existierten.

„Polynesier besiedelten dem Hawaii-Archipel in zwei großen Wellen: Etwa um 500 n. Chr. Kamen die ersten Kolonisten von den Marquesas und vermutlich ab 1100 folgte Ihnen eine zweite Welle, diesmal von Tahiti. Die Neuankömmlinge unterwarfen und assimilierten die älteren Siedler, die bald nur in ihrer Mythologie als Zwergenvolk der Menehune in Erinnerung blieben und mysteriöse Kanalbauten, Fischteiche und Tempel hinterließen.“ (Reisen Tag für Tag- Hawaii, Vista Point)

Mit den ersten Siedlern, veränderte sich auch die Flora und Fauna. Beabsichtig brachten sie Nutzpflanzen (Bspw.: Bananen, Bambus, Süßkartoffeln) und –tiere ( Bspw.: Hühner, Schweine, Hunde) auf die Inseln. Unbeabsichtigt kamen auch ein paar blinde Passagiere wie Läuse, Flöhe, Ratten und Geckos mit. Manch einer Tier- oder Pflanzenart tat dies nicht so gut. Zum Beispiel waren die Nester flugunfähiger Vögel leichte Beute für streunende Hunde. In den nachfolgenden Jahren kamen immer mehr neue Arten nach Hawaii, vor allem nach dem Eintreffen von Menschen der westlichen Welt. Neue Tiere wie Moskitos, Mäuse und Katzen kamen hinzu und ausländische Baumarten wie Eukalyptus oder Banyan-Bäume verdrängten die langsamer wachsenden einheimischen Arten.

              
Eukalyptusbaum                                                Banyanbaum
Wiki Commons                                       http://static.panoramio.com/photos/large/48020548.jpg

Ananas, Papaya, Kaffee und Lychee wurden als Nutzpflanzen importiert und angebaut.
Heutzutage gibt es bereits erste Programme, die fremde Arten aus besonders schützenswerten Regionen entfernen.

Die Hawaiianer entwickelten über Generationen ihre eigene Sozialstruktur und Kultur. Ihre Gesellschaft ähnelte der der Europäischen Nationen des Mittelalters. Jede Insel und auch einzelne Regionen auf Inseln hatten ihren Regionalkönig (Beginn des 19 Jahrhunderts).
Ebenfalls hatten sie ihre eigenen Gottheiten. Ku war der oberste Gott, er war der Gott des Krieges, der Männer und des Fischens. Lono war der Gott der Ernte und Fruchtarkeit, Kane galt als Urvater der hawaiianischen Häuptlinge und Kanalo der Herrscher der Unterwelt. Diese vier Gottheiten regierten die hawaiianischen Naturreligion. Neben ihnen gab es noch 40 weitere.
Der hawaiianische Ausdruck der Götterverehrung war der Hula-Tanz. Mit ihm wurden Naturgewalten und Mythen dargestellt und sogar ganze Geschichten erzählt. (Auf den Hula-Tanz möchte ich in einem späteren Artikel noch einmal näher eingehen.)

Im 19. Jahrhundert kamen viele chinesische, japanische und europäische Lohnarbeiter auf die Inseln. Die Hawaiianer wurden zu Außenseitern ihrer eigenen Inseln. Im Jahr 1900 gab es bei einer Gesamtbevölkerung von 150.000 Menschen nur noch 30.000 Hawaiianer. Daher kommt es auch, dass die Menschen auf Hawaii eine sehr gemischte Abstammung haben.
In den 1970er Jahren wurde der polynesisch-hawaiianischen Bevölkerung bewusst, dass ihr Kulturwissen mit der älteren Generation auszusterben droht. Der Hula-Tanz und alte Handwerkskünste wurden wieder eingeführt. Hawaiianisch wurde vermehrt in Schulen und als Muttersprache gelehrt.



A hui hou (Tschüss), Laurii

Quellen:
Reisen Tag für Tag Hawai'i, Vista Point
Handbuch für individuelles Entdecken Hawaii, Alfred Vollmer
http://www.publicdomainpictures.net/hledej.php?hleda=Hawaii

 

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
24.08.2014
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Danke für den interessanten Bericht!!
22.08.2014
Nadja98 hat geschrieben:
Toller Bericht :) freu mich schon auf den über den Hulla-Tanz :)
18.08.2014
LenaLuchs hat geschrieben:
Sehr informativer Bericht, danke!!
18.08.2014
gelöschter User hat geschrieben:
Ist bekannt, wie viele einheimische Tier- und Pflanzenarten bereits verschwunden sind?

Erschreckend, dass die eigene Landessprache so untergehen kann, dass sie erst wieder als Muttersprache in Schulen eingeführt werden muss.
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