Entdecke die Natur!


Ein Dorf


namens Erde


© WWF
Geysire


von Franzi
02.04.2010
6
0
78 P

Was für ein Anblick! Eine Wasserfontäne schießt vor dir aus dem Boden, wie aus dem Nichts ist sie aufgetaucht. Du musst den Kopf in den Nacken legen um zu sehen, wo sie endet. Das Wasser ist kochend heiß und es dampft ordentlich. 

In diesem Szenario wäre es natürlich angebracht, ein paar Schritte zurück zu gehen. Und tatsächlich kann dieses Naturphänomen auch ziemlich beängstigend sein. Der Geysir spuckt und speit für einige Sekunden große Mengen an Wasser aus, dann ist er wieder still und alles ist, als wäre nie etwas gewesen...

 

Das Wort „Geysir“ kommt aus Island und bedeutet soviel wie „wild strömend“. Die meisten Geysire findet man in der Tat in Island, in Neuseeland, Indonesien, Chile, Kamtschatka und in den USA. 

Geysire sind so etwas wie „die kleinen Schwestern“ von Vulkanen, da sie hauptsächlich in der Nähe dieser, oder zumindest in jungem vulkanischem Gestein, vorkommen. Je nach ihrer Größe und Beschaffenheit sind ihre Fontänen nur wenige Zentimeter oder mehrere hundert Meter hoch. Auch die Ruhepausen zwischen den einzelnen „Ausbrüchen“ schwanken zwischen ein paar Minuten und mehreren Monaten. Generell kann man aber sagen, dass Geysire immer inaktiver werden, desto älter sie sind. 

 

Doch wie kommt es eigentlich zu einem solchen Ausbruch? 

Nun, ein Geysir besteht zunächst einmal aus einem tiefen Schacht, in dem Wasser steht. Die unteren Wasserschichten werden nun durch die Nähe zum vulkanischen Gestein erhitzt und erreichen Temperaturen von über 100 Grad, können jedoch durch den Druck der Wassersäule nicht verdampfen. Stattdessen bilden sich Gasblasen, die das Wasser an der Oberfläche leicht überschwappen lassen. Der Druck wird geringer und das Wasser am Grund verdampft schlagartig. Das Wasser-Dampf-Gemisch schießt nun mit hoher Geschwindigkeit an die Oberfläche. 

 

Oft findet man viele Geysire nah beieinander. Diese werden dann unterirdisch durch ein ganzes Grundwassersystem mit Wasser versorgt, welches bis zu drei Kilometer tief in der Erde liegen kann. Wird der Wasserstrom weniger oder erhitzt sich die Wassersäule nicht mehr so schnell, werden die Ruhepausen der Geysire länger. 

 

Geysire sind also sichtbare Zeichen der Wärme, die unter unseren Füßen herrscht. Und diese kann auch vielfach durch den Menschen genutzt werden. Geysire sind in diesem Zusammenhang so etwas wie der „Prototyp“ der Natur, was die Nutzung von Erdwärme angeht. Bei dem „Hot-Dry-Rock-Verfahren“ (HDR) wird zum Beispiel Wasser durch ein Bohrloch in den Boden getrieben, wo es sich dann aufheizt und durch ein anderes Loch als Dampf wieder austritt. Damit kann dann eine Turbine angetrieben werden. 

 

Ohne es zu beabsichtigen hat uns die Natur also wiedermal eine wunderbare Idee geliefert, wie wir Energie erzeugen können ohne unserer Erde dabei zu schaden. Und mal ganz davon abgesehen sind Geysire einfach von beeindruckender Kraft und unglaublicher Schönheit. 

 

Quellen:

www.vulkane.net

www.weltderphysik.de

www.blog.fernwaermeforum.net

 

Weiterempfehlen

Kommentare (6)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
12.04.2010
David hat geschrieben:
Ich hatte vor einigen Tagen auch das Glück, einen Geysire bei meinem Schüleraustausch in Neuseeland zu sehen. So beeindruckend es auch war, so geschockt war ich, als ich sah, wie sie den Ausbruck für die Zuschauer auslösen. Dazu kippen sie einen faustgroßen Beutel Seife in den Gysire, welche danach mit dem Wasser wieder zurückkommt und in dem Boden versickert. Der Touristenführer hatte im Satz davor erwähnt, wie wichtig die saure und schwefelhaltige Umgebung für die Tiere und Pflanzen dort war.
08.04.2010
Marcel hat geschrieben:
Ich werde diesen Sommer hinfahren und kann es gar nicht erwarten!!! :) Und zwar nicht mit dem Flieger. Inzwischen gibt es eine Fähre, die von Dänemark aus abfährt und in zwei Tagen da ist. Ist günstiger als Fliegen, und man muss nicht ins klimaschädliche Flugzeug ;) Wenn ich zurück bin, werde ich natürlich Fotos mitbringen. Und vom umweltbewussten Reisen aus Island berichten, denn gerade dort ist die einmalige Natur empfindlich für Störungen. Wer zum Beispiel in einem Jeep quer durch die Pampa fährt, zerstört die empfindliche Bodenvegetation auf Jahre hinaus. Ist also streng verboten, auch wenn's leider selten vorkommt. Wir werden hingegen per Bus auf der Hauptstraße forwärtskommen und bei ausgewählten Stationen auf angelegten Pfaden zu Fuß durch die Wildnis wandern. Unter anderem beim Nationalpark Skaftafell. Bin gespannt, was ich Euch danach alles erzählen werden kann :)
03.04.2010
Fredi hat geschrieben:
ich möchte auch unbedingt mal nach island und dieses spektakel live erleben. :D
02.04.2010
Bienenkoenigin hat geschrieben:
Island ist mein absolutes traumziel... einer meiner größten träume ist es einmal dort zu sein... ein toller bericht ;)
ich kann den Film von Stefan Erdman für jeden Island-Fan empfehlen, einfach nur wunderschööön.. http://www.islandfilm.de/
02.04.2010
Franzi hat geschrieben:
Danke schön!:)
02.04.2010
midori hat geschrieben:
Ein toller Bericht! Dein erster Absatz ist so schön beschrieben, dass man das Gefühl hat, man könnte diesem Naturwunder selbst zuschauen! :)

Wollte noch zusätzlich ergänzen, dass dieses "Hot-Dry-Rock"-Verfahren wirklich zum Großteil in Island angewandt wird. Schöne Sache! :D
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Bienvenue en France! (5) - Die Kehrseite der Medaille (2)
Bienvenue en France! (5) - ...
Hallo meine Lieben, schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute steht Montepellier auf d... weiter lesen
Empowering Locals - Ökotourismus am Victoriasee in Kenia
Empowering Locals - Ökotou...
  Der Victoriasee ist der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. E... weiter lesen
Ergebnisse der Befragung: nachhaltige Jugendreisen
Ergebnisse der Befragung: n...
Hier sind nun endlich die Ergebnisse der Umfrage zu nachhaltigen Jugendreisen! Danke nochma... weiter lesen
Empowering Locals - Das SEE...
Hallo liebe Community   Ihr erinnert euch doch noch bestimmt entfernt an meinen ersten A... weiter lesen
Bienvenue en France! (5) - Die Kehrseite der Medaille (1)
Bienvenue en France! (5) - ...
Liebe Community, ich glaube so langsam werden wir heimisch in Frankreich! Wieder geht es in den... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil