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Ein Dorf


namens Erde


© WWF
Fliegende Nashörner


von Marcel
09.11.2011
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Artenschutz, mal ganz verrückt und spektakulär! Diese Aufnahmen wirken für euch vielleicht befremdlich, aber dieses abtenteuerliche Projekt ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Rhinos.

Schnallt euch an: Der WWF organisierte mit neuer Technik den aufwändigen Umzug für 19 Spitzmaulnashörner per Helikopter. Die Beine himmelwärts an einem Seil baumelnd, die Augen verbunden, und das Ganze in luftiger Höhe, mehrere hundert Meter über dem Erdboden. So sieht es aus, wenn Nashörner umziehen. Mit Hilfe eines Militärhubschraubers organisierte der WWF den Umzug für gleich 19 Dickhäuter - logistisch und technisch alles andere als ein leichter Job.

Tierärzte und Naturschutzexperten überwachten die Aktion. "Das Unternehmen war besonders schwierig wegen der Anzahl der Tiere und den weiten Transportdistanzen", sagte der WWF-Projektleiter Dr. Jacques Flamand. Tierärzte und Naturschutzexperten des WWF begleiteten die Rhinozerosse sicher in ihr 1600 Kilometer entferntes neues Zuhause.

2.000 Kilogramm können Nashörner auf die Waage bringen! Mit einem Hubschrauber wurden sie aus dem schwer zugänglichem Hügelland der östlichen Kap-Provinz in Südafrika geflogen. Nach 25 Flugkilometern fuhren Spezialfahrzeuge die lebende Fracht in die neue Heimat nach Limpopo.

Doch warum das Ganze? Die Aussiedlung ist Teil der so genannten "Black Rhino Expansion in South Africa". Seit dem Jahr 2003 versuchen Naturschützer mit Hilfe dieses Programms, zum einen die bestehenden Nashorn-Populationen in Südafrika zu vergrößern. Zum anderen bieten die neuen Lebensräume auch größeren Schutz vor Wilderern. Insgesamt sieben neue Populationen mit über 120 Tieren konnten bereits erfolgreich ausgesiedelt werden - weg von der blutigen Nashorn-Jagd.

"Die Überführung mit dem Helikopter dauert ungefähr zehn Minuten. Die Tiere erleiden dabei so gut wie keine schädlichen Wirkungen der Narkosemittel, wie uns die anwesenden Tierärzte versicherten", sagte Jacques Flamand.

Die Vorteile der spektakulären Technik, die tonnenschweren Tiere an den Füßen frei hängend zu ausfliegen, erklärt Flamand: "Diese Methode ist sanfter und die Tiere stehen kürzer unter Narkoseeinfluss und müssen nicht so lange über holprige Pisten transportiert werden." Bislang wurden die Nashörner entweder per LKW oder in einem Netz mit dem Hubschrauber ausgesiedelt.

Die afrikanischen Spitzmaulnashörner sind stark bedroht. Nur noch etwa 3700 Tiere, so schätzt der WWF, gibt es noch in freier Wildbahn. Mit großer Sorge beobachtet der WWF eine starke Zunahme der Wilderei und des Schmuggels. In diesem Jahr wurden in Südafrika so viele Nashörner gewildert wie seit Jahrzehnten nicht mehr, erklärt Susanne Honnef, Artenschutzexpertin vom WWF. Bis Ende Oktober waren es schon 341 Tiere - ein trauriger Rekord.

Java-Nashorn in Vietnam ausgerottet - Nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien sind die Nashörner wieder vermehrt ins Fadenkreuz der Jäger gerückt. In Vietnam gilt das Java-Nashorn nun offiziell als ausgerottet, wie Wissenschaftler in der vergangenen Woche bekanntgaben. Es wurde mit einer Gewehrkugel im Körper und ohne Horn aufgefunden. Letzte Exemplare der Java-Nashörner leben jetzt nur noch auf der indonesischen Insel Java.

Fotos: © Michael Raimondo / WWF

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Kommentare (8)
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18.01.2012
isabella hat geschrieben:
Wahnsin was die Menschen sich so alles einfallen lassen um Tiere zu retten und die Welt vor dem Absturz der Artenvielfalt zu bewahren. Also ich bin schwer beeindruckt und als ich das letztens in den Nachrrichten sah konnte ich es selber gar nicht fassen, das ein Hubschrauber 2000kg einfach so über eine weite Entfernung fliegen kan:-) ,toll!
Der Artikel ist gelungen.
10.11.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Das sieht nicht wirklich gemütlich aus. Hoffentlich sind die Tiere auch richtig ko.
Aber es geht so natürlich wesentlich schneller, als mit dem Lkw über die Holperstrecke und die kürzere Narkose-Zeit ist auch besser für das Wohl der Tiere.

Passen die denn auch auf, dass der Haken beim Herunterfallenlassen nicht auf die Tiere schlägt? Sah im Video eher nach Zufall aus, dass der Haken neben dem Tier aufgeschlagen ist...

Schade, dass man zu so drastischen Maßnahmen gezwungen ist.
Aber Daumen hoch für den WWF! Sehr erfinderisch und anscheinend ja auch sehr erfolgreich :)
10.11.2011
Kaninchen hat geschrieben:
Ich finds auhc einfach super , dass die Leute von WWF sich so dafür einsetzen ! :-)
Schlimm jedoch ist , dass die Tiere immer wieder von Wilderen getötet werden , haben diese denn kein schlechtes Gewissen ? Solche Menschen machen ja schließlich auch die Erde "kaputt" !
10.11.2011
HannaS hat geschrieben:
Mann, was für ein Bild! Dachte, bis ich den Artikel gelesen habe, dass es nur ein Nashorn-Modell ist und das irgendeine WWF Aktion für die Öffentlichkeit ist. War dann total überrascht, dass die Tiere echt sind.
Toller Artikel und sehr interessante Transportmethode :)
09.11.2011
midori hat geschrieben:
Da fällt mir auf.. wenn die Nashörner wieder abgesetzt werden.. bleiben sie dann mit dem Horn im Boden stecken? *thihihihi* :D
09.11.2011
midori hat geschrieben:
Hab das Titelbild als Desktophintergrund und könnt mich jedesmal kringlich lachen, wenn ich das sehe ;o)
Schöne Sache!
09.11.2011
Rhino hat geschrieben:
She innovative Idee!!! Man kann nur hoffen, das man dadurch tatsächlich die schwer angeschlagene Spitzmaulnashorn-Population vergrößern kann
09.11.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Gott, das sieht wirklich skurril aus! Steigt den Armen nicht das Blut zu Kopf? Aber schön, dass man sich so sehr bemüht!
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