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Empowering Locals - Das SEED Symposium in Nairobi


von Puma
12.10.2016
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Hallo liebe Community

 
Ihr erinnert euch doch noch bestimmt entfernt an meinen ersten Artikel zu Thema „Empowering Locals“.(Wenn nicht, klickt hier) Ich weiß gar nicht mehr, ob ich euch erzählt habe, dass ich Ende September deswegen auf ein Symposium in Nairobi eingeladen war. Wenn nicht, wisst ihr's jetzt, wenn ja, dann erinnere ich euch nur dran.

Das Symposium lief zwei Tage, Mittwoch und Donnerstag.

Mittwoch Morgen waren wir in einem Workshop zu Frauen Empowerment und wie man das Internet und Social Media dazu nutzen kann. Es ging aber auch um Geschlechtergleichheit und wie man diese hier in Afrika, bzw überall auf der Welt, erreichen kann. Zumindest vielleicht. Hat also nicht unbedingt was mit unserem Ökotourismusprojekt zu tun, war aber trotzdem interessant, weil es auch einen anderen Bereich der Arbeit von Ecofinder abdeckt.

Nach dem verdammt reichhaltigen Mittagessen gab es die offizielle Begrüßung, da die Workshops am Vormittag nur für geladene Gäste waren. Es gab eine Diskussion über Scale-up (Vergrößerung) oder Replication (Wiederholung). Ich konnte mit dem Thema nicht unbedingt was anfangen und da der Grat zwischen diesen beiden Varianten der Erweiterung eines Unternehmens ziemlich schmal ist, konnten die Menschen an meinem Tisch damit auch nicht viel mehr anfangen. Meine Kollegin und meine Chefin wollten danach fahren, obwohl das Symposium durchaus bis weit in die Nacht ging, wie ich am nächsten Tag erfahren habe. Ich wäre gerne geblieben, aber da ich ohne meine Kollegin nicht zurück in die Stadt gefunden hätte, musste ich mitfahren.

Donnerstag ging es dann mehr um unser Ökotourismusprojekt. Den Vormittag haben wir an einem Workshop zum Thema Sponsoren teilgenommen. Beziehungsweise war dieser Workshop dazu da, dass sich verschiedene Sponsoren vorstellen und man mit ihnen in Kontakt treten kann, Networking genannt. Leider kommt für uns keiner dieser Sponsoren in Frage, da die Projekte mindestens schon ein Jahr laufen müssen, damit sie gesponsert werden. Und das ist bei uns ja leider nicht der Fall.

Danach gab es erneut ein sehr reichhaltiges Mittagessen und da wir uns um 17 Uhr mit einer Organisatorin dieses Symposiums treffen wollten, mussten wir wohl oder übel einen weiteren Workshop besuchen (meine Kollegin wäre am liebsten schon wieder gefahren, meine Chefin ist diesen Tag gar nicht erst aufgetaucht). Ich war froh drum, denn dieser Workshop hat mir am meisten Spaß gemacht. Es war ein interaktiver Workshop, bei dem sich die Teilnehmer Gedanken über Probleme bei Unternehmensgründungen machen sollten. Im Großen und Ganzen. Außerdem sollten wir eine eigene Businessidee entwickeln und die Schwierigkeiten und Chancen dieses Projekts vorstellen. Ist vielleicht nicht unbedingt eins zu eins auf unser Projekt übertragbar, weil wir das alles schon haben, aber mir hat dieser Workshop unheimlich viel Spaß gemacht und ich habe schon viel über die afrikanische Kultur gelernt, die im Bezug auf Selbstständigkeit und Arbeit so viel anders ist als Deutschland. Zumindest aus meiner Sicht.


Worüber ich aber unbedingt noch schreiben wollte, sind zwei Projekte, die ich auf dem Symposium kennen gelernt habe. Und sie drehen sich um unser aller Lieblingsthema: Plastik!

 

Müllsammeln auf Mauritius


Das erste Projekt kommt aus Mauritius und heißt Belle Verte. Als ich die Idee gehört habe, musste ich direkt an die Trahbusters denken. Im Prinzip ist das, was Belle Verte macht, nichts weiter als eine lange Trashbusters Aktion. Sie sammeln Müll und Plastik an den Stränden von Mauritius. Doch nicht nur ein oder zwei Personen: Sie wollen selbstständige Müllsammler ausbilden, die den Müll regelmäßig sammeln und entweder an Belle Verte verkaufen um damit ein Einkommen zu sichern oder direkt selbst upcyceln. Außerdem führen sie Müllsammelaktionen auch als Veranstaltungen für Unternehmen durch, also als Team Building Maßnahmen. (stellt euch das mal in Deutschland vor...). Außerdem fungieren sie auch als Müllabfuhr, da es diese auf Mauritius nicht gibt. Das hat nicht nur gute Folgen für die Umwelt: Es wird ein Bewusstsein für Umwelt und Müll geschaffen, welches meistens nicht vorhanden ist. Außerdem wird eine Einkommensquelle für Menschen geschaffen, die vorher keinen Job hatten. Die Vorteile davon muss ich ja gar nicht erst aufzählen.

Und sie haben großes vor: das Ziel ist, die Menge des gesammelten Mülls zu vergrößern auf 25 Tonnen Ende 2018 (von jetzt 14 Tonnen). Außerdem wollen sie ein Zentrum aufbauen, wo sich alle Partner versammeln und austauschen können, noch mehr professionelle Müllsammler ausbilden, damit mehr Menschen einen sicheren Job haben.

Wenn ihr Französisch könnt, könnt ihr euch hier auch noch weiter informieren.

 

Green Roads

Das andere Projekt nennt sich Green Roads LTD und kommt aus Kenia. Ich muss persönlich sagen, dass mich diese Idee begeistert, da sie mehr ist als nur das Recyceln von Plastik.

Ein großes Problem hier in Kenia ist die Jugendarbeitslosigkeit. Es gibt nicht genug Jobs für die ganzen Jugendlichen die jährlich mit der Schule fertig werden. Außerdem gibt es kein Müllentsorgungssystem wie in Deutschland: Der Müll wird einfach auf die Straße geworfen oder auf einer riesigen Müllhalde (zumindest hier in Kisumu) verbrannt (das stinkt fürchterlich!). Außerdem sehen manche Straßen einfach schrecklich aus: entweder bestehen sie nicht aus Asphalt oder haben jede Menge Schlaglöcher. Das will Green Roads LTD ändern: sie stellen Jugendliche ein, die zuerst das Plastik von den Straßen sammeln. Dann recyceln sie dieses Plastik und mischen es mit Bitumen (Rohstoff für Asphalt). Die diversen Vorteile: Jobs für die Jugend, die damit ihre Familien ernähren und ihre Kinder zur Schule schicken können, weniger Plastik auf der Straße und die damit verbundenen Vorteile für die Gesundheit und die Tiere (hier inKisumu laufen überall Kühe und Schafe auf der Straße rum, die dieses Plastik fressen) und die Straßen die aus diesem Gemisch gebaut werden halten auch zirka 2 Jahre länger als herkömmliche Straßen (also 7 anstatt 5 Jahre). Genial,oder? Ich bin ein riesiger Fan dieser Idee.

Glücklicherweise wird hier in Kenia englisch gesprochen, sodass die Website auch auf englisch ist.

 
So, das war's wieder von mir. Sobald ich neue Infos über unser Ökotourismusprojekt habe, kommt natürlich ein neuer Artikel.

Bis dahin wünsch ich euch eine schöne Zeit!

 

 

Bildquellen:

1) Belle Verte

2) Green Roads LTD

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Kommentare (2)
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Sortieren nach Aktualität:
13.10.2016
Squirrel hat geschrieben:
Das hört sich nach einem sehr spannenden Symposium an. Schade, dass du nicht noch mehr miterleben konntest, aber vielen Dank für deinen Bericht, die Projekte sind wirklich klasse!
13.10.2016
RichardParker hat geschrieben:
Wow! Das klingt super spannend und unglaublich bereichernd! Und du hast mich definitiv mit deiner Begeisterung für die Workshops angesteckt - das ist eine echte Chance für Mensch und Natur! Einfach toll, dass es diese Programme gibt. Ich bin schon sehr neugierig zu hören, was du noch so alles erlebst :)
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