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© WWF
Die letzten Naturparadiese der Erde: Die Akaziensavanne Ostafrikas


von FabianN
30.03.2013
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Von der südlichen Grenze der Sahara bis zur Äquatorialzone erstreckt sich das riesige Ökosystem der afrikanischen Savanne. Über Gebiete Äthiopiens, Tansanias, Ugandas, des Sudans und Kenias erstreckt sich das Ökosystem und nimmt eine Fläche von 600 000 Quadratkilometern ein.

                                                    „Die Natur und ihre Bewohner
                                           sind nicht wie vom Krieg zerstörte Gebäude:
                                                Diese kann man wieder aufbauen,
                                                      doch wird die Natur zerstört,
                                 so kann ihr niemand mehr neues Leben einhauchen.“
                                                            Bernhard Grzimek

Die Savanne – ein Ökosystem, in dem die Natur der uneingeschränkte Herrscher über das Geschehen ist. Ein Löwe schreitet über den staubigen Boden der Savanne, nicht weit entfernt von ihm liegt die erlegte Gazelle, die ihn und sein Rudel ernährt hat. Zebraherden galoppieren über die endlos wirkende Landschaft und ein Geier breitet seine Schwingen über dem Kadaver eines Springbocks aus. Es ist eine scheinbar abgegrenzte Welt, in der die Zeit still steht, doch sie ist erfüllt von pulsierendem Leben, welches sich nur den Launen der Natur hingeben muss.

Nach der Regenzeit, welche eine mineralienreiche Vegetation erblühen hat lassen, sind Millionen Gnus auf den afrikanischen Ebenen. © nationalgeographic. de

Ein imposantes und schier endloses Gebiet mit dessen charakteristischen Vegetation bildet das Ökosystem der Akaziensavanne in Ostafrika. Die prärieähnliche Savanne ist mit Gräsern und schnell wachsenden Sträuchern bewachsen. Charakteristisch sind außerdem vereinzelt vorkommende Bäume, insbesondere die Akazie (Acacia spp.). Die Savanne bildet zwischen dem tropischen Regenwald und der Wüste eine Trennzone und gehört zu den Ökosystemen mit der größten biologischen Vielfalt auf unserem Planeten. Seit Urzeiten finden hier Prozesse statt, die das Ökosystem auf kleine Weise charakteristisch verändern, doch trotzdem scheint es, als würde die Zeit an diesem Ort still stehen.


Einer Legende nach soll der Affenbrotbaum oder Afrikanische Baobab von einem Dämon verkehrt herum mit zu dem Himmel ragenden Wurzeln eingepflanzt worden sein. Charakteristisch für Afrika ist der Baobab für viele ein Symbol des Kontinentes. Der dicke Stamm und die Baumkrone mit ihren kräftigen, unförmig erscheinenden Ästen bilden oft eine Zuflucht für Tiere. Beispielsweise Galagos, Fledermäuse oder nachtaktive Raubvögel finden hier Schutz oder lassen sich dort nieder. © trekearth.com

Die Savanne können wir nach Niederschlagsmenge in verschiedene Arten unterscheiden. Zum einen gibt es die Feuchtsavanne, in der mehr als 1200 Millimeter Jahresniederschlag. Zudem gibt es noch die Trockensavanne mit 500 bis 1100 Millimeter Jahresniederschlag und die Dornsavanne, in der nur Niederschläge unter 500 Millimeter im Jahr vorkommen. Die genannten Niederschlagsmengen bei der Feuchtsavanne und der Trockensavanne beziehen sich nur auf die Regenzeit. Das Klima in den Savannen Ostafrikas besteht aus einem steten Wechsel von Regen- und Trockenzeiten, die Temperaturen selbst sind das gesamte Jahr über mild. Durch die Menge und die Abstände der Niederschläge, die jedes Mal neues Leben mit sich ziehen, werden die Lebenszyklen etlicher Arten bestimmt.


Die Giraffen (Giraffa camelopardalis) kommen vorwiegend in der fruchtbaren Baumsavanne vor und sie ernähren sich von dornigen Akazien. Häufig beobachtet man sie in den endlosen, weiten Graslandschaften, auf denen sie sich auch zu zweit oder in kleinen Gruppen fortbewegen.
©serengetibook.com

 

Bei uns Menschen sind die Savanne und deren Tierwelt tief im kollektiven Bewusstsein verankert. Bereits als Kinder sind uns die großen Säugetiere Afrikas wie Löwe, Giraffe, Elefant und Nashorn bekannt und vertraut. Auf uns wirkt der Anblick riesiger Herden, welche, eine riesige Staubwolke zurücklassend, ungeheure Distanzen schaffen oder der einer erhabenen und kraftvoll wirkenden Raubkatze beeindruckend und weckt unsere Faszination. Dieses Interesse könnte daher rühren, dass auch wir Menschen in diesem Land unsere Wurzeln haben. Unsere Vorfahren, die Australopithecinen, verließen vor ungefähr zwei Millionen Jahren die Wälder, die zu dieser Zeit stark ausdünnten, und drangen in die Grassavannen vor. Als Zweibeiner besaßen sie hier einen entscheidenden Vorteil: Sie ragten hoch auf und konnten dadurch Feinde und Nahrung aus großer Entfernung erkennen. Sie gehören zum Beginn des langen Evolutionsprozesses, der zum Homo sapiens führte und letzten Endes zum Menschen der heutigen Zeit.

Auf den weiten afrikanischen Ebenen kann die alljährliche Wanderung riesiger Gnuherden beobachten, auf der sie in Richtung Osten ziehen. Bei dieser Wanderung müssen sie entweder den Mara- oder den Grumeti-Fluss überqueren. Diese Überquerung ist jedoch jedes Jahr eine riesige Gefahr, da in den Flüssen die großen Nilkrokodile warten, denen etliche Gnus zum Opfer fallen. Sobald die Regenzeit dem Ende zugeht, ziehen die Herden nach Norden und Westen wo sie sich paaren. ©blogspot.com


Zu den charakteristischsten und bekanntesten Gebieten der afrikanischen Savanne gehört die große Hochebene zwischen Kenia und Tansania. Auf ihr befinden sich der Nationalpark Massai Mara sowie der 25000 Quadratkilometer große Nationalpark Serengeti. Dies ist Suaheli und bedeutet „das endlose Land“. Hier wird man von einzigartigen, für die afrikanische Savanne so typische Gerüche, Geräusche und Farben überwältigt. Weit über eine Millionen Gnus (Connochaetes taurinus) und Zebras (Equus quagga) wandern über eine riesige Ebene. Löwe, Hyäne, Wildhund und Gepard machen Jagd auf Thomson- und Grantgazellen (Gazella thomsonii und Gazella granti), welche ihnen durch ihre schnellen Sprünge durchs hohe Gras die Jagd schwer machen.


Entweder im Morgengrauen oder der Abenddämmerung begibt sich der Leopard (Panthera pardus) auf die Jagd. Er folgt dabei gewohnten Wegen, die ihm ermöglichen, sein Territorium unter Kontrolle zu halten. Sonst würden schnell andere Leoparden in sein Territorium eindringen und es ihm streitig machen wollen. © nikon-fotografie.de

Am bekanntesten sind wohl die großen Fleischfresser der Savanne. Der Löwe (Panthera leo) ist zurzeit mit 2500 bis 3000 Individuen in der Serengeti vertreten. Die Hyäne (Crocuta crocuta) hat mit circa 7000 Exemplaren eine weitaus größere Population. Andere große Fleischfresser sind der Gepard (Acinonyx jubatus), der Leopard (Panthera pardus) sowie der vom Aussterben bedrohte Afrikanische Wildhund (Lycaon pictus). Sie gehören zu dieser hügeligen, weiten Ebene und man kann sie sich einfach nicht wegdenken.


Sie, die Schwarzfersenantilope (Aepyceros melampus), die auch Impala genannt wird, ist das beliebteste Beutetier eines Leoparden. Doch mit ihrer Schnelligkeit machen sie es der Raubkatze nicht einfach. © geo.de

Auf größere Herden des Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) trifft man überwiegend in den nördlicheren Regionen. Er und auch das Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) werden immer wieder von Elfenbeinwilderern gewildert, wodurch das Schicksal der beiden in ein immer dunkleres Licht gerückt wird.
Etliche weitere Tierarten sind in der Akaziensavanne Ostafrikas zu Hause. Unter ihnen sind beispielsweise die majestätisch umherschreitende Giraffe (Giraffa camelopardalis), die gigantisch wirkenden Herden der Kaffernbüffel (Syncerus caffer) und die große Elenantilope (Taurotragus oryx). Sie alle gehören fest zu der Akaziensavanne Ostafrikas und machen sie zu dem was sie ist – einer der faszinierendsten Naturparadiese der Erde…

Ein Blick in die Zukunft:
Viele Regionen der Savanne Ostafrikas stehen unter Naturschutz. Doch trotzdem gibt es etliche Probleme, die von der zunehmenden Bevölkerung und dem steigenden Tourismus herrühren. Die Wilderei gibt es weiterhin und sie schadet Arten wie dem Spitzmaulnashorn, dem Elefanten und vielen Antilopen beträchtlich. Durch das rasante Bevölkerungswachstum werden zudem Probleme durch den Gebrauch des Landes als Anbau-, Weide- oder Siedlungsfläche verursacht. Die zunehmenden Angriffe von Löwen auf Menschen sind beispielsweise ein Zeichen dafür, dass die Veränderungen gravierend sind und der Mensch immer mehr in das Ökosystem der Akaziensavanne Ostafrikas eindringt. Doch es ist keine einfache Aufgabe, eine so komplexe Ökoregion wie die der Akaziensavanne Ostafrikas zu bewahren. Vor knappen 50 Jahren haben bereits die Naturforscher Bernhard Grzimek und sein Sohn Michael in deren Film „Serengeti darf nicht sterben“ zum Schutz der Region aufgerufen. Es mag uns seltsam erscheinen, dass dieses Ökosystem, über das man bereits in den Fünfzigern bestens Bescheid wusste und sehr viel erforscht hatte, so schwer zu erhalten ist. Jedoch kann man gerade weil man so viel über diese Ökoregion weiß, dieses Paradoxon erklären. Die Kenntnisse, die wir haben, zeigen deutlich, dass Veränderungen, die einmal in der afrikanischen Savanne einmal ins Rollen gebracht wurden, nur extrem schwer wieder gestoppt werden können, wodurch das Gleichgewicht nur ganz schwer wieder hergestellt werden kann. Ein Faktor hierfür sind die ungeheuer komplexen und miteinander verbundenen Wechselbeziehungen zwischen Raubtieren und den Pflanzenfressern als deren Beutetiere sowie die der Pflanzenfresser und der Erneuerung der Vegetation und deren Wachstum in Abhängigkeit der Niederschläge. Somit herrscht ein dynamisches, aber auch unsicheres Gleichgewicht, welches es schwer macht, eines der letzten Naturparadiese der Erde zu schützen…

Das Spitzmaulnashorn, so charakteristisch es für Afrika auch sein mag, ist stark gefährdet. Der WWF setzt sich dafür ein, dass es weiterhin zu finden ist. © br.de

 

 

 

 

Was tut der WWF, um dieses Naturparadies zu erhalten?
Mit dem East Africa Regional Programme entwickelt der WWF Projekte, die für den Erhalt von Arten und Habitaten sorgen sollen. Außerdem hat er zur Errichtung und Verwaltung vieler Naturparks beigetragen. Zudem engagiert sich der WWF im direkten Schutz charismatischer Arten, wie dem Elefanten oder dem Spitzmaulnashorn.

© Michael Raimondo / WWF

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Dies war ein Bericht aus der Berichtreihe „Die letzten Naturparadiese der Erde“ http://www.wwf-jugend.de/community/artikel/neue-berichtreihe-die-letzten-naturparadiese-der-erde;3179

Text: eagle4nature (Fabian Nagel)

Titelbild: © worldalldetails.com

Quelle: Die letzten Naturparadiese der Erde (Buch), Wikipedia, wwf.de

 

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Kommentare (11)
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14.01.2014
safetheanimals hat geschrieben:
WOW!
28.04.2013
orange hat geschrieben:
Die Fotos sind wirklich wunderschön :) und ein toller Bericht ;0)
02.04.2013
lolfs hat geschrieben:
Ich finde den Bericht auch super. Er lässt sich gut lesen und gibt einiges an Informationen. Wie ich finde, sind auch die Bilder gut gewählt und platziert.
02.04.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Wiedermal ein toller Bericht über die Paradiese dieser Erde! Wobei mir dieser besonders gut gefallen hat und sowohl die Bilder, als auch deine tollen Beschreibungen Fernweh und schöne Erinnerungen geweckt haben :)
Danke dafür!
31.03.2013
AlinaSky hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht :)! Ein echtes Naturparadis eben... Und es ist soo wichtig das es erhalten bleibt!
31.03.2013
Carinaa hat geschrieben:
Was für ein toller Bericht. Die Fotos sind ja echt einmalig.. So toll fotografiert. Ich stimme Baerchen zu, ich bekomme Fernweh!!
31.03.2013
Baerchen hat geschrieben:
Super toller Bericht!!! Und bei den Fotos bekommt man ja glatt Fernweh!!!
Es ist gut das der WWF sich für den Erhalt dieses Ökosystems einsetzt, denn es ist einfach einmalig schön!!!
30.03.2013
Saskia74 hat geschrieben:
das ist echt ein richtig guter Bericht:) super geschrieben und die Bilder sind wunderschön. Ich bin froh das durch den WWF Tiere gerettet werden können:)
30.03.2013
mayo1501 hat geschrieben:
Ein wirklich guter Bericht mit tollen Bildern. Es ist schrecklich, dass das Gleichgewicht dieses Naturparadieses immer mehr ins Wanken kommt!
30.03.2013
FabianN hat geschrieben:
@Niiura: Auch das letzte ist atemberaubend. Denn das Nashorn ist nicht tot, sondern nur betäubt und wird in ein Gebiet geflogen, in dem die Wilderei nicht so bedrohlich und akut ist.
30.03.2013
Niiura hat geschrieben:
So fazinierend die Savanne! Und die Bilder (bis auf das letzte) sind echt einfach atemberaubend=)
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