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Ein Dorf


namens Erde


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Costa Rica - ein Land für die Natur


von Sarah25
14.02.2010
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In den letzten 400 Jahren wurde die Waldfläche von Costa Rica um 60 % reduziert.Man benötigte Platz für neue Siedlungen, Felder und Weiden, außerdem gehört Holz zu den begehrten Exportartikeln. Das Abschlagen der Wälder schädigte das Ökosystem, doch zum Glück erkannten Naturschützer die Gefahr rechtzeitig und wirkten ihr entgegen. Heute stehen 28% der Gesamtfläche des Landes – mehr als in irgendeinem Land sonst – unter Naturschutz oder sind Teil eines Nationalparks. Diese Parks sind durch geschützte Korridore miteinander verbunden.

Costa Rica ist ein sehr vielfältiges Land. Obwohl es eigentlich zu den Tropen gehört, vereint es 12 Vegetationszonen. Das Land zwischen Karibik und Pazifik besitzt sowohl Mangroven und Feuchtgebiete, tropischen Regenwald als auch Trockenwaldgebiete, Savannen und Steppen. Diese großen Vegetationszonen lassen sich meist in noch kleinere gliedern.
Von der Größe ist es nicht größer als Niedersachsen
und doch beherbergt es 5% aller weltweit bekannten Tier-und Pflanzenarten, darunter 10% aller bekannten Vogelarten. In Costa Rica gedeihen 800 Farnarten, deutlich mehr als im gesamten nordamerikanischem Raum. Dasselbe gilt für Orchideen, von denen man bis heute 1400 Arten entdeckte.Diesen Artenreichtum verdankt das Land seiner Lage am Übergang zwischen zwei Kontinenten. Über Jahrmillionen breiteten sich Lebensformen aus dem Norden und dem Süden bis hierher aus und passten sich den Umweltbedingungen an.

Doch, wie schon erwähnt, wurde Costa Ricas Waldfläche im Laufe der Jahrhunderte stark dezimiert. Und in der Kolonialzeit wurden 95% der Trockenwälder für Viehweiden gerodet. In den 60er und 70er Jahren begannen Bauern für die Rinderzucht für den amerikanischen Markt weiteren Regenwald zu zerstören. Noch heute roden große Konzerne Tieflandregenwald für ihre Plantagen.

Trotzdem gehört Costa Rica zu den Ländern, in denen man erkannt hat, dass ein intaktes Ökosystem langfristig auch der Wirtschaft Nutzen bringt. Heute gibt es in dem mittelamerikanischem Land 34 Nationalparks, mehr als 160 Wildreservate, biologische Reservate und Meeresschutzgebiete.
Die Bevölkerung hat erkannt, dass der Regenwald mehr als eine billige Einnahmequelle ist, aus der man schöpft bis der Vorrat zu Neige geht.

Heute ist die größte Einnahmequelle Costa Ricas der Ökotourismus.
Natürlich ist auch der Ökotourismus eine Gradwanderung, denn Touristen bringen Geld müssen aber auch verpflegt werden. Es werden also neue Hotels und eine bessere Infrastruktur benötigt, die wiederum die Natur belastet.
Das Land bemüht sich um einen Schutz der Natur, aber fehlende finanzielle Mittel, schlechtes Management der Nationalparkverwaltung , korrupte Politiker, die private Interessen durchsetzen wollen, und illegales Jagen und Roden von Waldflächen stellen große Bedrohungen dar.

Alles in allem kann Costa Rica trotzdem Vorbild für andere Länder sein, denn ein kleines Land hat erkannt, dass man die Natur bewahren muss und mit einer intakten Natur mehr Geld verdienen kann, als durch schnelles Roden des Regenwaldes.

Zuletzt würde ich gerne wissen wie ihr das Thema Ökotourismus seht.
Eine große Belastung für die Natur oder ein guter Weg die Natur zu schützen?

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Kommentare (3)
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15.02.2010
Sarah25 hat geschrieben:
Danke für eure tollen Kommentare ;)
Ich sehe, dass auch so wie ihr: dass Ökotourismus einerseits eine gute Alternative ist, andererseits man aufpassen muss, dass es nicht doch zum Massentourimus umschlägt.

@Nemo: Costa Rica hat 1949 das Militär abgeschafft, um somit mehr Geld in die Bildung investieren zu können. Außerdem hat Cost Rica als einziges Land außer der Schweiz seine Neutralität in der Verfassung verankert. Costa Rica ist ein politisch sehr stabiles Land und die "Ticos" sehr friedlich. :)
14.02.2010
odis hat geschrieben:
Andererseits muss dann trotzdem die Natur bewahrt werden, da die Touristen ja von ihr angezogen werden. Ich war schon mal in Costa Rica und muss sagen, so viel Wald habe ich noch nie gesehen :D Also kann es zumindest da nicht so schlecht sein. Habe allerdings auch nicht alles gesehen, zum Beispiel habe ich keine Savannen und Steppen gesichtet. Auf jeden Fall ein schönes Land mit exotischen Tieren wohin man blcikt.
14.02.2010
Linda hat geschrieben:
Sicherlich ist Ökotourismus besser als Regenwald zu roden. Aber die meisten Touristen wollen eben doch perfekte Hotelanlagen, eine gute Infrastruktur und eigentlich alles so, wie sie es gewohnt sind. Nur die wenigsten lassen sich auf das Abenteuer ein und verbringen den Urlaub fern von allen Touristen und akzeptieren das Land, wie es in natürlichem Zustand ist. Ich denke sobald die Touries in großen Massen auftauchen kann man nicht mehr von Ökotourismus sprechen.
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