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CO2-frei Zugfahren mit der Deutschen Bahn


von Franzi
03.11.2009
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Na, wenn das mal nicht eine gute Neuigkeit ist. Nach all dem Ärger, den man in letzter Zeit mit der Deutschen Bahn hatte: da gab es Preiserhöhungen und ständige Verspätungen, dicht gefolgt vom Aussetzten kleiner Kinder ohne gültigen Fahrschein mitten im Nirgendwo.


Aber nun das: heute stand in der Süddeutschen Zeitung, dass die Bahn bald sogenannte "Öko Tickets" anbieten will, mit deren Kauf garantiert wird, dass der für die Bahnfahrt aufgewendete Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien stammt. Bis jetzt bezog die Bahn ihren Strom aus vielfältigen Quellen. Da waren mit 34,5% die Steinkohle vertreten, dich gefolgt von der Kernenergie mit 25,9%. Erst deutlich weiter unten in der Liste, und mit 16%, taucht der Strom aus erneuerbaren Energien auf. Doch das soll sich jetzt ändern. Die Deutsche Bahn möchte einen weitaus größeren Teil ihres Strombedarfs aus z.B. Wasserkraftwerken decken. Bis zum Jahre 2020 soll der gesamte CO2 Ausstoß sogar um 20% gesunken sein, so die das neue Ziel.


Bis jetzt sind die Ökotickets nur für Geschäftskunden erhältlich, das Angebot soll jedoch bald ausgeweitet werden. Bestellt man nun also zum Beispiel ein "CO2-freies Ticket" von Frankfurt nach Berlin, so wird genau ausgerechnet, wie viel Strom für diese Fahrt aufgewendet werden müsste. Gegen einen kleinen Aufpreis wird dann garantiert, dass dieser Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien stammt. Bleiben wir bei dem Beispiel Frankfurt-Berlin, so würde das Ökoticket 76 Cent mehr als ein herkömmliches Ticket kosten, was ja nun durchaus im Bereich des Möglichen liegt.


Große Unternehmen wie McDonalds, die Deutsche Post DHL oder Generali haben bereits Interesse bekundet und auf für Privatkunden sollen die neuen Tickets bald zur Verfügung stehen. So besteht jetzt schon die Möglichkeit für beispielsweise Klassenfahrten "Gruppen-Öko-Tickets" zu erwerben.
Kritiker sagen, dass die Deutsche Bahn ihre Verantwortung bezüglich des Naturschutzes nicht ausschließlich auf die Kunden abwälzen kann, was natürlich durchaus stimmt. Doch auch andere Ideen wie z.B. Solaranlagen auf Bahnhofsdächern oder Windräder auf Bahnhofsgelände werden im Moment diskutiert.


Meiner Meinung nach sind das tolle Initiativen der Deutsche Bahn, vor welchem Hintergrund sie auch immer entstanden sein mögen... Und da die Preise für das Zugfahren sowieso schon horrend sind, kommt es auf die 76 Cent dann auch nicht mehr an. Hält die Bahn ihr Versprechen, würden aber gerade diese Cents einen großen Unterschied machen...
 

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Kommentare (12)
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12.03.2010
micah hat geschrieben:
@UnsereGeneration: du vergisst, dass strom nichts ist, was man anfassen und dessen herkunft man genau zurückverfolgen kann. wenn ich zB einen Bioapfel esse, kann man genau sagen, dass dieser apfel biologisch angebaut wurde und sich deshalb von dem apfel meines nachbarn unterscheidet. aber strom ist nicht wie ein apfel, es ist mehr eine bewegung. und die wird in kraftwerken hergestellt, alle kraftwerke gemeinsam stellen diese energie her, speisen sie ins netz ein, und du kannst mit hilfe deiner steckdose darauf zugreifen. aber auch wenn du zB von Greenpeace 100% Ökostrom bestellst kommt bei dir nichts anderes aus der steckdose als bei deinem nachbarn. der unterschied zwischen dir und deinem nachbarn ist aber, dass du mit deinem ökostrom dazu beiträgst, dass im verhältnis ein kleines bisschen mehr strom (nämlich so viel, wie du verbrauchst) in einem ökokraftwerk produziert wird.
und genauso funktioniert das aucxh mit der bahn: je nachdem, wieviele ökotickets verkauft werden, kauft die bahn mehr oder weniger ökostrom. durch den kauf eines ökotickets fährst du also mit dem selben strom wie dein sitznachbar, aber du hast ein ökokraftwerk unterstützt.

ich verstehe deswegen nur die kritik von greenpeace nicht: sollten relativ viele ökotickets verkauft werden, fordert die bahn von eon doch auch mehr ökostrom an. die gestiegene nachfrage an ökostrom bei eon müsste dann doch dazu führen, dass eon früher oder später weitere ökokraftwerke bauen bzw. die bestehenden ausbauen muss, oder?
21.12.2009
PaulWWF hat geschrieben:
Gut, die Züge verbrauchen ja wirklich sehr viel Strom. Wäre gut, wenn das alles wegfällt.
19.12.2009
LadyH hat geschrieben:
Prinzipiell ist die Idee schon mal ein Schritt in die richtige Richtung meiner Meinung nach. An der Ausführung dieser Pläne kann man sehr wahrscheinlich noch viel ändern und ich glaube auch kaum, dass viele Menschen sich dieses Ticket kaufen würden. Ich habe aber auch irgendwie das Gefühl, dass die Bahn dadurch nur versucht ihren schlechten Ruf zu retten. Aber vorerst ist es ja erstmal egal unter welchen Umständen oder mit welchen Absichten diese Vorhaben entstanden sind. Abwarten...
19.11.2009
UnsereGeneration hat geschrieben:
Das klingt ja erst einmal gan gut. Und ich finde es gut, dass ein so großes Unternehmen, wie die Bahn das ausweiten möchte.
Aber ich stelle mir die FRagen, was ist, wenn jemand, der neben mir im gleichen Zug sitzt und kein C02-Sparticket hat.
Fährt der dann auch Sparend, ohne dafür bezahlt u haben. Oder fahre ich nicht sparend?
Oder bezahle ich meinen Sparanteil und so viel erneuerbare Energien werden dann eingeschleust, was bei 1 Person wirklich nicht viel ausmacht.
Ich weiß, man kann die Leute ncht dazu zwingen ein Sparticket zu kaufen, aber die Taktik, die gerade am Start ist finde ich dann auch wieder nicht 100% tig überzeugend.

Aber die Idee mit den Solarzellen udn Windkrafträdern and Bahnhöfen, die finde ich echt gut!!!

Lg
Unsere Generation
10.11.2009
tigerlady93 hat geschrieben:
ich finde das erstmal eine gute idee, da die DB so ein großes unternehmen ist würde das bestimmt ne menge bringen.
was aber jetzt straetsi schreibt ist bedenklich!
ich bin mir noch nicht sicher was ich davon ahlten soll, aber ich finde das ganze einen positiven gedanken in die richtige richtung der noch verbessert werden kann!
05.11.2009
straetsi hat geschrieben:
@tasha: es gibt ökostromanbieter die ihren energiemix zu 100% aus erneuerbaren quellen beziehen... und da besteht eben nicht das risiko, dass sie den umweltfreundlichen teil an die bewussten kunden abgeben... beispiele für solche unternehmen sind z.b. greenepace power, lichtblick oder stromwerke schönau!!! die investieren dann auch kontinuierlich in erneuerbare energien...
05.11.2009
Fredi hat geschrieben:
da muss ich euch recht geben. dann hat das ganze prinzip irgendwie nur noch sehr wenig sinn für unsere umwelt. aber so was ist mal wieder typisch deutsch...
04.11.2009
franzi94 hat geschrieben:
Find ich gut. Nur in die nächste Stadt zu kommen, kostet bei uns schon mal locker drei Euro. Wenn ich aber 76 Cent mehr für die Umwelt ausgeben kann, mach ich das dann auch.
04.11.2009
Franzi hat geschrieben:
Dass der strom aus Wasserkraftwerken kommen soll war mir auch bekannt, die weiteren Hintergünde jedoch nicht. Ist dann natürlich wiedermal sinnlos.... Danke für die Info Simon ;)
04.11.2009
Doro hat geschrieben:
@straetsi: das is dann natürlich wieder richtig blöd. da denkt man die deutsche bahn hätte es endlich mal verstanden, worauf's ankommt und wird "grün" und dabei verpasst sie sich nur einen grünen anstrich (und verdient dabei noch).echt schade!
04.11.2009
straetsi hat geschrieben:
hey,

ich hab da einen artikel im greenpeace magazin dazu gefunden.

Keine schlechte Sache. Doch bekanntlich hängt der Nutzen fürs Klima davon ab, woher genau der Ökostrom kommt. Wird er nämlich aus Anlagen bezogen, die seit langem saubere Elektrizität erzeugen, dann ist das neue Angebot ein reiner Verschiebebahnhof: Die Bahn würde Ökostrom kaufen, der bisher ins normale Netz floss ? dadurch würde zwar ihr Strommix (bislang vor allem Kohle und Atom) etwas grüner, aber halt der Strommix im restlichen Netz im selben Maße schlechter.

Doch anscheinend hat kein einziger der berichtenden Journalisten am Montag nach der Herkunft des Stroms gefragt. Als nämlich wir diese naheliegende Frage an die Bahn richteten, hieß es lediglich, die Energie stamme aus inländischen Wasserkraftanlagen. Erst heute, zwei Tage später, gab es eine substanziellere Antwort: Der Wasserstrom stamme von Eon.

Nun besitzt der Stromriese tatsächlich eine Menge Wasserkraftwerke, vor allem in Bayern ? doch die sind teilweise seit den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts in Betrieb. Die saubere Elektrizität für die Bahn, heißt es bei Eon auf Anfrage, komme aus sechs Anlagen an der mittleren Donau, die allesamt aus den 60er- und 70er-Jahren stammen. Im Klartext: Eon verkauft den sauberen Strom, den man ohnehin erzeugt, künftig an die Bahn (vermutlich etwas teurer) ? bei Privatkunden tut man das übrigens schon länger.

http://greenpeace-magazin.de/index.php?id=5072&tx_ttnews[tt_news]=65625&tx_ttnews[backPid]=5069&cHash=03bceee1ee
04.11.2009
Fredi hat geschrieben:
Das klingt ja super!
Und ja- diese paar Cent würden den Unterschied machen...
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