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Ein Dorf


namens Erde


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Canada- The deserted Land (3) Seal Harvesting (Seal Hunting, Sealing)


von anni95
04.07.2011
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Schon seit Jahrzehnten kämpft die kanadische Regierung sowie die kanadische Fischereiindustrie gegen die Proteste vieler Naturschutzorganisationen und Privatpersonen (z.B. Paul McCartney). Jedes Jahr, wenn es losgeht (Jagdsaison: März bis Mai), fangen die Proteste, Unterschriftensammlungen und Beschwerdebrieffluten von vorne an. Die Medien zeigen die abschreckenden Bilder von Kadavern in riesigen roten Blutlachen auf weißem Eis und Schnee.

Die Robbenjagd ist ein lang und gründlich umstrittenes Thema. Wie sehr oft steht Aussage gegen Aussage, „Fakt“ gegen „Fakt“, Zahl gegen Zahl. Es ist unmöglich nachzuprüfen, was richtig ist.  Doch was steckt dahinter?

 

Tradition und Geschichte
Die Ureinwohner Kanadas betreiben schon seit über 4000 Jahren Robbenjagd, seit ca. 1500 haben sich auch europäische Einwanderer der Jagd angeschlossen. Sie waren die ersten, die die kommerzielle Robbenjagd betrieben haben.
Seit 1600 wurden die Jagdtechniken ausgefeilt, von Netzen über Fallen, Harpunen und Hakapiken bis hin zu Gewehren.
Ab 1749 wurde nicht nur das Fleisch als Nahrung und der Pelz als Kleidung verwendet, sondern auch Robbenöl zum Kochen, als Lampenöl, für Seife und zur Verarbeitung von Leder vor allem nach England exportiert. Ende des 18. Jahrhunderts war die Robbenjagd die zweitgrößte Industrie in Newfoundland, Kanada, und war für 30% des Exports zuständig.
Zwischen 1825 und 1860 erreichte die Jagd ihren Höhepunkt- jährlich wurden bis zu 744 000 Robben erlegt.
Natürlich wirkte sich diese Jagd auf die Robbenpopulation aus. Es wird geschätzt, dass zu Beginn der Bevölkerung Kanadas durch Europäer rund 30 Millionen (30 000 000!) Robben um Kanada und Grönland lebten. Diese Zahl war bis Anfang der 1970er Jahre auf 1,8 Millionen Robben geschrumpft. Seit 1895 gibt es daher strikte Kriterien und Fangquoten, um die Robbenpopulation „gesund“ zu halten. Dank dieser Regulationen und Quoten wurden nicht nur Mütter und Jungtiere geschützt und vom kommerziellem Jagen ausgeschlossen, die Population ist bis auf über 5 Millionen Tiere angestiegen. Die Jagdquote für dieses Jahr (2011) lag bei 400 000 Tieren.

Trotz immer wiederkehrenden Protesten stellt die kanadische Regierung die Jagd nicht ein. Warum?
In einem Bericht des Tagesspielgels (2008) sagte Fischereiminister Loyala Hearn: "Die Robbenjagd ist eine wirtschaftliche Stütze für unzählige ländliche Gemeinden in den atlantische Provinzen, Quèbec und dem Norden." Für die Bewohner der ländlichen Gegenden ist die Robbenjagd laut Seal Fishery.com von hoher Bedeutung, da sie kein wöchentliches Einkommen bekommen, sondern von einer Vielfalt an Aktivitäten abhängig sind, um sich ein jährliches Einkommen zu verdienen. Zu dieses Aktivitäten zählen zum Beispiel Fischen, Landwirtschaft - und die Robbenjagd. „Ländliches Leben ist, ähnlich wie ein Mosaik, aus vielen kleinen Steinen zusammengesetzt. Nimm einen Stein heraus und das gesamte schöne Mosaik zerbröselt, da die Bindekraft aller Steine das Mosaik zusammenhält“, sagt Seal Fishery.com. (frei übersetzt; a.d.A.)
Die EU Verordnung zum Importstopp (2009) von Robbenprodukten verärgert die kanadische Regierung und Fischereiindustrie sehr. Schon bei den Verhandlungen um die Verordnung 2008 wurden Einwände und Proteste ausgesprochen. „Ein Importstopp würde den Markt für Robbenfelle zerstören – das würde die ohnehin große Not unserer Leute weiter verstärken“, warnte Paul Okalik, der Premierminister der kanadischen Arktisregion Nunavut. Er ist Inuit und sah und sieht darin nicht nur eine Gefahr für die kommerzielle Jagd, sondern auch für die Ureinwohner. „Eine vom Bundestag geplante Ausnahmeregelung für die Ureinwohner hält deren Vertreter Paul Okalik für Augenwischerei. So hätte eine in den 80er Jahren eingeführte Importbeschränkung bereits „verheerende Folgen“ für den gesamten Robbenmarkt gehabt, unter denen die Ureinwohner Kanadas bis heute litten. „Die Robben sind ein grundlegender Teil unseres Speiseplans – aber der Verkauf der Pelze trägt zu unserer wirtschaftlichen Unabhängigkeit bei.““ (Tagesspiegel, 2008) Zudem seinen „Robben [...] schuld an der Dezimierung der Fischbestände vor Kanada, am Zusammenbruch der Kabeljaufischerei in den 90er Jahren und dem Verlust von Arbeitsplätzen“, meint Ken Campbell, ein Sprecher der kanadischen Fischindustrie.

Trotzdem protestieren viele Umweltschützer wie die IFAW oder Prominente wie Paul McCartney gegen die Jagd.
Es stimme zwar, dass die Fischbestände Kanadas drastisch gesunken waren. Schuld daran seine aber weniger die Robben, sondern eher die Menschen selbst- Überfischung. Kabeljau spielt auf dem Speiseplan der Robben eine untergeordnete Rolle.
Auch die vielen Bilder von Blut auf blütenweißem Eis und zuckenden, halbtoten Robben stacheln Menschen jedes Jahr aufs neue an, gegen die Jagd zu protestieren.
Sea Shepherd, ein großer Gegner der Robbenjagd, hat eine Liste der Nachteile der Robbenjagd aufgestellt:
1. Es ist unvorstellbar grausam- laut einer Studie würden 42% der Robben lebendig gehäutet werden
2. Es ist eine Bedrohung der Robben- jedes Jahr wird die Jagdquote erhöht
3. Es ist eine Bedrohung des Kabeljau- die Jagd steuert Bakterienbefall des Meeresbodens bei, was dazu führt, dass Teile des Wasser den aufgelösten Sauerstoff verlieren.
4. Die „Jagd“ (sie nennen es „lieber“ ein Massaker) würde hauptsächlich für Luxusartikel wie Pelzmäntel betrieben
5. Es ist ein unethisches Massaker von jungen Robben- 95% der Robben seinen jünger als 4 Wochen

Regierung und Fischereiindustrie wehren sich gegen diese Vorwürfe. Die bereits genannte Seite Seal Fishery hat zu fast allen Aussagen Stellung genommen.
1. Das Töten von Robben ist nicht inhumaner als was in der euröpäischen Fleischindustrie akzeptiert wird. Für die Tötung der Robben gibt es zwei Möglichkeiten: mit Gewehren oder mit der Hakapike, einem traditionellem Jagdwerkzeug, mit dem die Robben durch Zertrümmern des Schädels schnell getötet werden. Für beide Möglichkeiten gibt es strenge Reglungen und die Jäger müssen eine Jagdlizenz erwerben.
2. Die Sattelrobbenpopulation ist seit Einführung der Jagdquoten und Regulationen wieder stark angestiegen. Die Sattelrobben waren nie, sind nicht, und werden nie vom Aussterben bedroht sein. „Die jährliche Quote kann sich von Zeit zu Zeit verändern, um die Unterschiede in der Population zu reflektieren, aber alle Veränderungen werden immer im Rahmen von wissenschaftlichen Ratschlägen gemacht und dienen so der Erhaltung.“ (frei übersetzt; a.d.A.)
3. Keine Aussage auffindbar (a.d.A.)
4. Die Robbenjagd ist ein wichtiger Faktor der Lebenserhaltung der ländlich lebenden Einwohner Kanadas (siehe oben)
5. Diese Aussage ist falsch- Studien belegen, dass 98% der Robben tot sind, wenn sie gehäutet werden. Jeder Jäger oder Schlachter kann versichern, dass das Häuten schon im toten Zustand eine knifflige Angelegenheit ist und Häutung am lebendigem Tier schon fast unmöglich ist. Zudem ist das Fell natürlich am wertvollsten, wenn es von guter Qualität ist und Jäger mit genügend Verstand wissen, wie leicht Fehler passieren können, wenn sich das zu häutende Tier noch bewegt. Die Bewegungen, die das Tier nach dem Töten ausübt sind ein Reflex, der mit dem eines Huhns vergleichbar ist, welches weiterläuft, wenn man ihm den Kopf abschlägt.
Zudem ist die Jagd auf „whitecoats“ (Robben jünger als 12 Tage, die noch ihr weißes Fell haben) seit 1987 verboten.

Seal Fishery meint, die Ursache für die Proteste gefunden zu haben. Die meisten städtisch leben Menschen haben jemals weder ihre Nahrung, noch ihre Kleidung, sterben gesehen. Denn anders als bei der Robbenjagd findet die Tötung von Kühen und Schweinen in Schlachthäusern statt und sind so von neugierigen Augen und fliegenden Kameras geschützt. Darum halten sie die Robbenjagd für so brutal und beschweren sich, vielleicht sogar, während sie am Tisch sitzen und ein Schnitzel zum Abendbrot essen, über dieses Massaker. Die Robbenjagd gilt aber als human, eher ethisch korrekt als die Methoden, die in europäischen Schlachthäusern verwendet werden.

„Alles schön und gut“, sagen die Protestierenden. „Aber wer garantiert dafür, dass dies Quoten und Regulationen eingehalten werden?“ Laut Seal Sheperd gibt es keine Konsequenzen, wenn die Quote überschritten wird. Zudem sind die Kontrollen nicht viel mehr als ein Ratespiel. Farley Mowat, kanadische Autor, Naturforscher und Internationaler Vorsitzender von Sea Sheperd vermutet, dass für jede gewonnene Robbe eine weitere geschossen wird, die unter dem Eis verloren geht und nicht mitgezählt wird.

Die Debatte wird wohl niemals enden. Bei einigen dieser Zahlen steht Aussage gegen Aussage. Leider ist es mir nicht gelungen, die genannten Statistiken zu finden. In Artikeln und Berichten wird lediglich Bezug darauf genommen.

Was meint ihr dazu? Wem glaubt ihr eher und warum? Auf welchen Seite stellt ihr euch?

Wer sich nochmal einen Überblick verschaffen will oder sich mehr Einsicht verschaffen möchte, kann sich, neben dieses Seiten, den englischen (!!!) Wikipedia-Artikel zu diesem Thema ansehen. Dort sind sehr viele Quellen und Einzelnachweise (120 Einzelnachweise!), sowie eine List von Seiten, die sich für die Jagd aussprechen, als auch eine Liste von Seiten, die sich gegen die Jagd aussprechen, zu finden.

Tut mir Leid, dass es so lang geworden ist, aber es beschäftigt mich sehr. Danke, dass ihr so lange durchgehalten habt :)

Quellen:

Text: Hauptsächlich Tagesspiegel, Sea Shepherd und The Seal Fishery, Einzelnachweise sind verlinkt. (Tagespiegel: Deutsch. die anderen auf Englisch)

Bilder: http://gruppen.greenpeace.de/aachen/meere-fotos-jungrobbe.jpg (Junge Sattelrobbe, farbbesprüht)

http://www.heritage.nf.ca/exploration/sealhunt.html (Jagd in Newfoundland, Kanada, 1880er)

http://www.oceancare.org/images/cybernews/ausgabe7/Robbenjagd_IFAW_Stewart_Cook.jpg (blutende Sattelrobbe)

http://resources.vienna.at/demo-gegen-robben-abschlachtung/news-20090406-11411933-1745014673.jpg (Sattelrobbe)
 

 

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Kommentare (12)
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20.07.2011
anni95 hat geschrieben:
(Schweden war toll, danke Marcel!)
Es ist schwierig zu kontrollieren, wer sich woran hält, aber das wisst ihr ja vermutlich schon. Schließlich ist es hier auch verboten (hoffe ich mal!), Tiere bei lebendigem Leibe verbluten zu lassen, und trotzdem passiert es.
Das mit dem Pelz ist ebenfalls so eine Sache. Wie gesagt, die ganz jugend, die dieses weiche weiße Fell noch haben, dürfen gar nicht gejagt werden- aber da kommt die Kontrolle wieder. Es ist schwer...
11.07.2011
LSternus hat geschrieben:
@Drachenfliege: Es gibt so einen änlichen Kompromiss, der besagt dass es nur noch den Inuit erlaubt ist Wale zu fangen. Leider halten sich nicht alle daran! Außerdem gibt es das Problem, dass junge Robben einen schönen, weichen Pelz haben und daher für die (schon das Wort widert mich an) Pelzindustrie wichtig sind. Es reicht daher nicht nur einen Komromiss zu treffen, sondern man muss auch die Wilderei und den illegalen Handel mit Robben und deren Pelzen unterbinden!
09.07.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Toller Artikel!
Ich finde vor allem das 1. Argument von seal fishery bescheuert. Wenn die Robbenjagd genauso grausam ist wie das, was hier in den Schlachthäusern erlaubterweise passiert ist das doch nur eine Bestätigung dieser ganzen Kritiken, schließlich müssen die Tierein unseren Schlachthäusern oft unglaublich Qualen erleiden!!!!
Das für mich einleuchtendeste Argument für die robbenjagd ist für mich das Argument, das die Inuit dort ohne die Robbenjagd nicht überleben können. Aber stimmt das denn wirklich? Wenn das wieder nur eine Frage der Tradition ist, würde ich das nicht einsehen, Aber wenn die Ureinwohner dort wirklich nicht ohne Robbenjagd überlegen können, sollte man sich vielleicht wenigstens auf den Kompromiss einigen, das nur noch Inuit Robben töten dürfen, oder? Ichmeine, das würde doch wenigstens die Zahl mder Tötungen ein wenig herunterschrauben, oder?
09.07.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Toller Artikel!
Ich finde vor allem das 1. Argument von seal fishery bescheuert. Wenn die Robbenjagd genauso grausam ist wie das, was hier in den Schlachthäusern erlaubterweise passiert ist das doch nur eine Bestätigung dieser ganzen Kritiken, schließlich müssen die Tierein unseren Schlachthäusern oft unglaublich Qualen erleiden!!!!
Das für mich einleuchtendeste Argument für die robbenjagd ist für mich das Argument, das die Inuit dort ohne die Robbenjagd nicht überleben können. Aber stimmt das denn wirklich? Wenn das wieder nur eine Frage der Tradition ist, würde ich das nicht einsehen, Aber wenn die Ureinwohner dort wirklich nicht ohne Robbenjagd überlegen können, sollte man sich vielleicht wenigstens auf den Kompromiss einigen, das nur noch Inuit Robben töten dürfen, oder? Ichmeine, das würde doch wenigstens die Zahl mder Tötungen ein wenig herunterschrauben, oder?
08.07.2011
Anais hat geschrieben:
Ich finde es zwar nachvollziehbar, dass sie ihre Position rechtfertigen. Denn wo ist der Unterschied? Die Robbenjagd sei auf keinen Fall zu tolerieren, aber Fischfang ist in Ordnung? Wie bereits erwähnt wurde, gehörten wir selbst zu denen die vor dem EU-Stop reichlich viele Robbennprodukte entgegen genommen haben. Die Tatsache, dass dem heutzutage nicht mehr so ist, ist meiner Meinung nach zwar eine Verbesserung, aber gibt das uns das Recht plötzlich Robbenfang als "total gestört" zu betrachten, wo wir doch weiterhin Massentierhaltungen betreiben. Es wurde gesagt es ginge nur ums Geld und dem lässt sich nicht wiedersprechen, aber geht es das nicht immer? Wir leben in einer freien Marktwirtschaft, in der jeder einen Kapitalwachstum anstrebt. Beispiel: Mit dem Kauf von einem Paar Lederschuhe hast du (A) dazu beigetragen, dass Geld durch Tierprodukte gemacht wurde. Der Verkäufer (B) findet es vielleicht selber bitter, dass er durch sein Geschäft dem ganzen beiträgt, meint jedoch drauf angewiesen zu sein, um für seinen Lebensunterhalt aufkommen zu können und betreibt den Verkauf daher weiter. Diejenigen (C) die die Tiere getötet haben denken sich wohlmöglich ähnliches, aber weil das Geschäft läuft, geben sie sich zufrieden. Dazu sollte mann vielleicht noch erwähnen, dass Deutschland ein sozialer Staat (was nicht heißen soll, dass ich mit der regierung zufrieden bin, aber das wäre ein anderes Thema), sprich durch Steuern u.ä. werden die Bürger unterstützt und in vielen Fällen durch beispielsweise Harz4 gewährleistet, dass man über die Runden kommt bis man eigenständig klar kommt. In anderen Ländern ist dies nicht unbedingt der Fall, daher ist der Druck größer Profit zu machen, denn ihnen wird nicht vom Staat unter die Arme gegriffen, wenns nicht klappt. So, zurück zum Rahmenbeispiel: Wer ist denn nun letztendlich Schuld daran, dass Tiere sterben mussten? Die meisten würden sagen, ganz klar C, weil sie die Tiere ja getötet haben, aber ohne B würden C keine Möglichkeit haben Einnahmen durch ihre Produkte zu erzielen. B wiederrum würde die Schuhe ja nicht verkaufen, wenn es keine Käufer (A) gäbe. Wenn A also keine Schuhe kaufen würde, dann würde B kein Geld verdienen. Schon mal vom Angebot-Nachfrage-Prinzip gehört? Das Angebot varriert je nach Nachfrage. Steigt die Nachfrage, steigt das Angebot. Steht im Zusammenhang mit der Marktwirtschaft, aber darauf werd ich nicht weiter eingehen. Jedenfalls sinkt die Nachfrage wenn A kein Interesse an dem Kauf der Schuhe hat und somit würde B das Angebot verringern, um keine Verluste zu erzielen. Wenn also garkeine Schuhe gekauft werden würden, also keine Nachfrage vorhanden wäre, dann würde B keine Schuhe anbieten, da er wüsste, dass sie sich nicht verkaufen lassen. Dies hätte zur Folge, dass C keine Tiere töten würde, weil B sie ihm nicht abnehmen würde. Andersrum würde A keine Schuhe kaufen können, wenn C garnicht erst Tiere abschlachten würde, weil B dann keine Schuhe anbieten könnte. Ist jetzt vielleicht etwas umständlich erklärt, aber es lässt sich klar sagen, dass alle dazu beitragen, dass Tiere ihr Leben hergeben müssen. Ging es dem Käufer der Schuhe (A) ums Überleben? Nein, man hätte auch andere Schuhe kaufen können. Und was ist mit dem Verkäufer (B) und dem Produzent (C)? Es ging ihnen ums Geld, ja. Aber "von irgendwas muss man ja leben", wobei ich denke, dass es immer Alternativen gäbe und sich hier die bereits von Marco93 kritische Frage stellt, ob es hinnehmbar ist zu sagen, dass unser Leben über dem der Robben, oder anderen Tieren steht? Wodrauf ich hinaus will, ist die Tatsache, dass wir alle dazu beitragen, dass Tiere geschlachtet werden. Also warum ist es fatal Robben zu töten, wenns ums "Überleben" geht, aber bei anderen Tieren wird es (zumindest von der Mehrheit) toleriert? Also ich finde es ist nachvollziehbar, dass die kanadische Regierung die Robbenjagd nicht einstellen lässt, weil das die Wirtschaft negativ beeinflussen würde und zur Folge hätte, dass viele für ihren Lebensunterhalt nicht mehr aufkommen könnten. Doch macht es das längst nicht hinnehmbar und bestärkt die Notwendigkeit von Alternativen. Solange Fleisch und Fisch auf unser Speisekarte steht, brauch sich keiner zu wundern, dass das Abschlachten kein Ende nimmt. Deinen Artikel finde ich übrigens sehr gut, Anni. Es ist shcön zu sehen, wie ausgiebig du dich damit beschäftigst ;)
06.07.2011
Rhino hat geschrieben:
Haben die Inuit denn etwa mit der Haltung von Rentieren aufgehört?
06.07.2011
MarcelB hat geschrieben:
Anni ist jetzt leider in Schweden im Camp ich soll folgende Nachricht weiterleiten:

"Sorry Leute, aber eure Schwarz-Weiß-Malerei regt mich grade sehr auf. Was sollen die Menschen auf dem Land denn machen? Sollen sie im tiefsten Winter bei -45°C (nein, keine Übertreibung!) Landwirtschaft betreiben? Wie soll das denn gehen? Sollen sie fischen gehen und die Überfischung verschlimmern? Etwas anderes jagen- Karibus zum Beispiel? Dann geht der Protest dagegen wieder los. Ich will die Robbenjagd ja nicht verteidigen, ich finde es auch furchtbar, aber wenn wir sie kritisieren, brauchen wir eine Alternative. Diese Menschen leben davon. Und wenn ihr Tiere töten müsstet, um zu überleben, würdet ihr das tun! Und überlegen wir mal- ist es besser, eingepfercht zu leben wie hierzulande Hühner, Schweine und Kühe, das ganze Leben lang, nur, um dann getötet zu werden? "Hier ist töten humaner als dort!" Ach ja?! Elektroschok zur Betäubung, dann wir di Kehle durchgeschnitten. Und wenn das Tier nicht komplett betäubt ist, verblutet es qualvoll- das ist besser? Nein, ist es nicht. Klar, es gibt Bio- bauernhöfe, doch selbst da werden die Tiere nur dazu gezüchtet, damit sie sterben und wir was zu essen bekommen. Vegetarisch leben ist der Schlüssel? Erzähl das den Menschen in Nunavut, die 3 Monate Zeit haben, um Landwirtschaft zu betreiben- höchstens 3 Monate. Wovon sollen sie denn leben? Und dass wir Deutsche uns beschweren... Vor dem EU Importstopp gehörte Deutschland zu den 5 Ländern, die am meisten Robbenprodukte aus Canada gekauft hat, wenn nicht zu den Top 3! Felle gekauft, in Frankfurt verarbeitet, teurer weiterverkauft- auch wir haben davon profitiert. Versteht mich nicht falsch- Robbenjagd ist furchtbar. Aber wir dürfen nicht immer nur an den Tier- und Umweltschutz denken, sondern auch an die Menschen. Ja, die Welt ist überbevölkert und ein paar Menschen wenier würden sicherlich nicht schaden- aber würden wir das tun? Würden wir Menschen dafür umbringen? Würden wir nicht. Aber wenn wir ihnen das verbieten, was sie am Leben hält, dann tun wir das. Dieses Thema beschäftigt mich sehr. Es geht eben nicht nur um das Fell, auf das wir wirklich verzichten können (wir, die in warmen Häusern leben!). Robbenorgane sind eine Spezialität, die Herzen können menschliche Herzen ersetzten, das Fleisch ist reich an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen, Eiweis, Vitamin A und Vitamin B12. Und Menschen LEBEN davon. Wenn ihr eine bessere Idee habt, wie sich die auf dem Land lebenden Menschen im Winter am Leben halten sollen, her damit. Ich wüsste nämlich zu gerne einen Ausweg aus dem Dilemma. Bis in zwei Wochen!
Liebe Grüße
Anni"
05.07.2011
sternchen1 hat geschrieben:
naja, ich finde es auch wirklich nicht schön, dass da kleine robben einfach abgeschlachtet werden, aber von irgendetwas müssen die leute ja leben. ich weiß jetzt nicht genau inwieweit sie alternativen für ihren lebensunterhalt haben, weißt du da etwas, Anni?
außerdem kann ich das argument, dass in unseren schlachthäusern die tiere ähnlich misshandelt werden durchaus nachvollziehen. ich finde das zwar nicht richtig, aber solange es so ist kommt ein protest gegen die robbenjagd wohl ein wenig scheinheilig rüber, solange man nichts gegen schlachthäuser unternimmt.
05.07.2011
Wonneknubbel hat geschrieben:
Ich meine ebenfalls, das Robbenjagd total gestört ist. Keiner braucht den Tod dieser Tiere so wirklich!! Das ist reines Geldverdienen wollen.
Ganz ehrlich, wer den Tod dieser niedlichen Tiere einfach so in Kauf nimmt, der ist einfach nur total gestört und sehr, sehr pervers!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
05.07.2011
Rhino hat geschrieben:
Ein sehr umfangreich und hochwertig geschriebener Artikel ;) Ich finde auch, das man diese Jagd auf keinen Fall tolerieren sollte. Außerdem ist es naiv zu behaupten, die Sattelrobbe wird niemals aussterben, im Gegenteil, wer weiß, was der Klimawandel noch mit dieser Art macht...
05.07.2011
MarcelB hat geschrieben:
Ganz deiner Meinung Anni09! Allein wenn man schon Robbenjagd bei Google oder Ecosia eingibt, kommen so erschreckende Fotos....
http://diepresse.com/images/uploads/6/9/2/464530/thumbDi_2009-03-25T210201Z_01_SIN104_RTRMDNP_3_CANADA-SEALS20090330123247.jpg

http://content.stuttgarter-nachrichten.de/media_fast/626/rob.jpg
05.07.2011
Anni09 hat geschrieben:
Die Robbenjagt ist brutal und in keinster Weise nachzuvollziehen. Einfach nur total gestört. Habt ihr euch die Waffen angeschaut mit denen die Robben getötet werden. Man müsste diesen Leuten mit dem Hakapik den Kopf
einschlagen, genauso wie die es mit den Robbenbabys machen. Sorry das klingt vielleicht etwas heftig aber wenn man ganz ehrlich ist denkt das jeder.
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