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Ein Dorf


namens Erde


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Ashley fragt den WWF (2)


von ashleyhicklin
13.03.2013
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Heute: Reisen und Mobilität

Eigentlich muss ich jede Woche in irgendeiner Form "reisen": Konzerte, Interviews, Songwriting-Camps, Medienveranstaltungen - ich habe das Gefühl, ständig unterwegs zu sein. Manchmal geht es nur um kurze Wege, die ich dann mit "StadtRAD Hamburg" oder "Car2Go" zurücklegen kann (zwei Konzepte, die ich wirklich nur empfehlen kann!). Doch manchmal bin ich in ganz Deutschland unterwegs, oder auch in anderen europäischen Ländern, z.B. wenn ich einen Song für einen anderen Künstler schreibe. Wenn es geht, versuche ich, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen - das ist zweifellos besser für die Umwelt und meist auch besser für meinen Geldbeutel!

Als ich noch mit meiner neunköpfigen Band unterwegs war, war die Deutsche Bahn nicht gerade das geeignetste Reisemittel, um mich, meine Freunde und unser gesamtes Equipment (Schlagzeuge, Keyboards, Verstärker etc.) an die unterschiedlichsten Ziele zu bringen. Seit kurzem trete ich aber auch immer öfter alleine oder zu zweit auf - und das Publikum ist begeistert. Mit dem Zug zu einem Konzert zu fahren, ist also nicht mehr unmöglich - okay, meine Gitarre und mein Keyboard auf diesem Wege zu transportieren ist schon etwas umständlich, aber ich versuche mein Bestes.

Ich weiß relativ wenig darüber, welche Auswirkungen Verkehr und Transport genau auf die Umwelt haben. Daher wäre es nett, wenn jemand von euch mich in diesem Bereich etwas aufklären könnte. :) Zum Beispiel: Wenn ich keine andere Möglichkeit habe, als mit dem Auto zu fahren, welche Art von Fahrzeug sollte ich dann am besten nutzen und welchen Kraftstoff sollte ich tanken? Wie sind allgemein die Erfahrungen mit dem Portal mitfahrgelegenheit.de? Wenn ich mit dem Zug reise, ist es dann umweltfreundlicher, einen ICE zu nehmen oder einen RE? Wenn mir nur die Möglichkeit bleibt, mit dem Flugzeug zu reisen, welche Fluggesellschaft weist die niedrigsten CO2 -Emissionen auf?


Diesmal antwortet auf Ashleys Fragen Johannes Erhard, Referent für Mobilität beim WWF:

Lieber Ashley,

öffentliche Verkehrsmittel, wie Bahn oder Bus, sind grundsätzlich zu empfehlen, insbesondere wenn du allein reist. 

Die eigentliche Klimaauswirkung eines Autos hängt stark davon ab, wie man das Auto benutzt. Die Nutzung des PKWs für Kurzstreckenfahrten solltest du nach Möglichkeit vermeiden, vor allem wenn du alleine im Auto sitzt. Mehr Sinn macht die Benutzung des Autos auf einer Langstreckenfahrt mit mehreren Leuten im Auto, insbesondere wenn überwiegend mit einer konstanten und nicht zu hohen Geschwindigkeit gefahren werden kann (maximal Tempo 120). Durch eine Mitfahrgelegenheit können sich mehrere Leute auf einer Strecke ein Auto teilen, statt mit mehreren Autos alleine zu fahren. Das ist durchaus eine umweltfreundliche Variante, vor allem wenn du für eine geplante Strecke nicht den Zug benutzen kannst.

Beim Autokauf kommt es auf den Kraftstoffverbrauch und auf den CO2-Ausstoss (g CO2 pro gefahrenem km) an. Wähle das Fahrzeug, bei dem diese Werte ganz besonders niedrig sind. Besonders empfehlenswert sind Hybridfahrzeuge und Elektroautos, die es ja jetzt zunehmend gibt. Eine Hilfestellung beim Kauf eines Autos gibt zum Beispiel die Umweltliste des Verkehrsclub Deutschlands.

Flugverkehr verursacht mit Abstand die größten CO2-Emissionen. Wir vom WWF verzichten daher wo es geht auf Flugreisen - zu all unseren Terminen in Deutschland reisen wir möglichst mit der Bahn. Wenn du es nicht vermeiden kannst zu fliegen, überlege dir, ob du den so verursachten CO2-Ausstoß kompensieren kannst. Zum Beispiel durch eine Spende an ein Klimaschutzprojekt über den Anbieter www.atmosfair.de.

Weitere Infos zum Thema nachhaltige Mobilität findest du unter folgendem Link: http://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/energie-spartipps/nachhaltig-mobil/

 

Habt ihr weitere Tipps? Oder Fragen an Musiker Ashley? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Hier geht's zur ersten Folge: Mein Ökologischer Fußabdruck

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Kommentare (8)
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Sortieren nach Aktualität:
17.03.2013
ashleyhicklin hat geschrieben:
Hat jemand zu diesem Zug Idee wissen? sorry für mein schlechtes Deutsch :)
16.03.2013
Helen1698 hat geschrieben:
Schöner Artikel! Ob der RE oder der ICE besser ist, würde mich auch mal interessieren...
15.03.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Die "Umweltliste" ist wirklich super!! Danke für den Tipp :)
15.03.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Die Technik ist rentabel und ohne Probleme einsatzbereit - sie fuktioniert tadellos. Das Problem ist, dass die Hersteller kein Auto serienmäßig entwickeln wollen, weil es noch kein dichtes Wasserstoff-Tankstellennetz gibt - und die Tankstellenbetreiber bieten keinen Wasserstoff an, weil es keine Autos dafür gibt ... Da wird sich gegenseitig die Schuld zugeschoben.
Und ich wette, dass - falls es irgendwann mal dazu kommen sollte, dass es ein in Serie produziertes Modell geben könnte und einige Tankstellen umrüsten wollen - es dann zu massiven Protesten von Anwohnern kommt: "Wasserstoff ist gefährlich, wenn das explodiert und in die Luft fliegt, ganz schrecklich, Gas ist gefährlich ..." -.-
14.03.2013
Tarja_H hat geschrieben:
Hi Ashley und ich-wir!

Danke für die schnellen Antworten :)
jetzt bin ich wieder etwas schlauer.

Mit grünem Strom machen die Elektroautos natürlich Sinn. Dann sollte man aber auch dafür sorgen, dass die Verbraucher von den Händlern darüber ausreichend informiert werden.

Die Wasserstoffautos haben bestimmt auch viel Potenzial. Schade, dass es immer so lange dauert, bis die Hersteller bei sowas auch mitziehen. Aber vielleicht wird die Technik ja irgendwann so rentabel, dass die Hersteller auch selbst ein Interesse daran finden.
14.03.2013
ashleyhicklin hat geschrieben:
Hi Tarja, ich hab Deine Frage an Johannes vom WWF weitergeleitet, und er hat auch direkt eine Antwort für uns zurückgeschickt:

"Du hast absolut Recht: Elektroautos können nur einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien gefahren werden. Wird ein Elektroauto mit dem normalen Strommix aus der Steckdose gespeist, der ja noch über 40% ?schmutzigen? Kohlestrom enthält, dann verursacht es kaum weniger CO2 Emissionen pro Kilometer wie ein vergleichbares Auto mit Benzin- oder Dieselantrieb. Deshalb ist es so wichtig, dass Käufer eines Elektroautos dieses von Anfang an auch mit Grünstrom ?betanken?.

Langfristig werden Brennstoffzellenautos, die mit Wasserstoff betrieben werden, eine Rolle spielen. Erste Modellversuche dazu gibt es schon seit Jahren, aber noch ist die Technologie nicht vollständig ausgereift und es hapert am Aufbau einer Infrastruktur für Herstellung, Speicherung und Betankung. Verschiedene Autohersteller arbeiten jedoch daran.

Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen!

Viele Grüße

Johannes"
14.03.2013
gelöschter User hat geschrieben:
@Tarja_H:

Es kommt drauf an, woher der Strom kommt, mit dem du dein Elektroauto auflädst... Du kannst es ja auch mit Ökostrom laden. ;) Insgesamt gesehen stößt ein Kohle-Kraftwerk natürlich erheblich mehr CO2 aus als ein Auto - aber der Nutzen ist ja auch viel größer; und wenn der Verbrauch auf alle Nutzer verteilt (also pro Kopf gerechnet) wird, kommt am Ende vermutlich eine geringere Schadstoffbilanz raus...

Und Wasserstofffahrzeuge sind technisch überhaupt kein Problem, in Hamburg gibt es bereits derartig betriebene Busse im Linienverkehr (http://l.hh.de/brennstoffzelle) - und sogar ein Fährschiff. Für den Autoverkehr hat sich die Technik (noch) nicht durchgesetzt - was nicht zuletzt an den Herstellern liegt, die bislang nicht über Studien und vereinzelte Testmodelle hinausgekommen sind (http://l.hh.de/ADAC-Wasserstoff) ...
13.03.2013
Tarja_H hat geschrieben:
Wieder ein guter Bericht mit hilfreichen Tipps, danke :)
Ich habe eine Frage zu den Elektroautos: Klar, hier hat das Auto selbst keine Emissionen. Aber auch der Strom für das Auto kommt doch irgendwoher. Haben die Kraftwerke, die diesen Strom größtenteils produzieren (es gibt ja noch lange nicht überall erneuerbare Energie) nicht viel größere CO2-Emissionen? Oder macht das auf die Masse gesehen weniger aus? Der Sinn erschließt sich mir noch nicht ganz.
Wie sieht es eigentlich mit Autos aus, die mithilfe von Wasserstoff befahren werden? Ist das mittlerweile technisch möglich und wenn ja arbeitet jemand daran?

Ich bin gespannt auf die Antworten. Vielen Dank schonmal im Vorraus.
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